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Bild: Viktor Forgas/Unsplash

Bildung, Wissenschaft und Innovation in Zeiten von Corona

Seit vielen Jahren befasst sich der Stifterverband mit den großen Transformationsprozessen in Bildung, Wissenschaft und Innovation – Themen, die gerade jetzt von essenzieller Bedeutung sind.

 
Angesichts der aktuellen Coronavirus-Pandemie
erscheinen die Veränderungen noch dringlicher als jemals zuvor: die Digitalisierung aller Lebensbereiche, die Kollaboration in offenen Innovationsprozessen und vor allem auch die Erkenntnis, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam bewältigt werden können – von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Daran arbeitet der Stifterverband jetzt intensiver denn je.

Der Stifterverband unterstützt beim digitalen Lernen und Lehren

Mit seinem Aktionsfeld Bildung fördert der Stifterverband Lernende und Lehrende während der Corona-Krise beim digitalen Lernen und Arbeiten, zum Beispiel mit kuratierten Linksammlungen und anderen hilfreichen Angeboten für Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler. Die zentrale Herausforderung heißt jetzt: Wie können unsere Schulen und Hochschulen fit für das Lehren und Lernen ohne Präsenzveranstaltungen werden?

Hochschul-Barometer
Die Corona-Krise schlägt sich auf die Stimmung der Hochschulleitungen nieder: Sie befürchten große Herausforderungen durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und den Rückgang internationaler Kooperationen. Das ist ein zentrales Ergebnis des im November 2020 veröffentlichten Hochschul-Barometers, herausgegeben vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung.

Bild: Viktor Forgas/Unsplas

Hochschulforum Digitalisierung
Mit einer eigenen Taskforce schafft das Hochschulforum Digitalisierung Orientierung. Das Themenspezial im Web bietet Werkzeuge für digitale Veranstaltungen, Education-Tools zu Sonderkonditionen und Gratisangebote sowie eine Linksammlung mit Tools und Guidelines zur Corona-Krise. Außerdem gibt es Tipps für den schnellen, aber bedachten Einstieg in die Online-Lehre.

Foto: iStock/LeoPatrizi

Hochschulen, Corona und jetzt?
Eine im Oktober 2020 veröffentlichte Studie von Stifterverband und McKinsey zeigt: 91 Prozent der Lehrangebote an deutschen Hochschulen wurden im Sommersemester erfolgreich digitalisiert. Studierende und Lehrende sind mit Tempo und Qualität der Umstellung auf digitale Formate sehr zufrieden. Das Urteil der Studierenden über die Lernerfahrung ist aber deutlich schlechter.

Begabungslotse mit Digitalspecial
Mit den richtigen digitalen Angeboten lassen sich Home Office und Home Schooling meistern. Der Begabungslotse des Talentförderzentrums Bildung & Begabung hat den Markt qualitativ geprüft und die vorhandenen Angebote übersichtlich zusammengefasst – für Schulleitungen und Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler.

Foto: Olaf Malzahn

Schule in der digitalen Welt
In der virtuellen Meeting-Reihe EduHangouts tauschen sich die Mitglieder des Netzwerks über ihre Erfahrungen mit der Lehre auf Distanz und mit digitalen Tools aus. Videomitschnitte der EduHangouts stehen online zur Verfügung. Außerdem steuern die Netzwerkmitglieder Tipps aus der Schulpraxis und Lehrkräftebildung sowie Links zu digitalen Lehr- und Lernangeboten für die Corona-Zeit bei.

Foto: Martin Magunia

Deutsches Lehrkräfteforum
Informationen, Tipps und Tools rund um den Umgang mit Ausfällen an Schulen und Universitäten durch die Corona-Krise: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Lehrkräfteforums steuern erprobte Praxisbeispiele bei und vermitteln ihr Know-how in Webinaren. Außerdem: Tool-Sammlungen und Links zu Mediatheken zur Vermittlung und Veranschaulichung von Bildungsinhalten.

VorbilderNetz
Wie entlarve ich Fake News? Was ist Post-Quanten-Kryptographie? Und wie baut man eigentlich ein Flugzeug? Diesen und anderen Fragen mit wissenschaftlichem Hintergrund können Schülerinnen und Schüler in den Sommerferien nachgehen — mit den Online-Angeboten von Bildung & Begabung. In mehr als 50 Kursen geht es um interdisziplinäre, wissenschaftliche Fragestellungen.

 
 
Mit einer Reihe von Förderprogrammen und Auszeichnungen treibt der Stifterverband das Thema Digitale Bildung schon seit vielen Jahren voran und hat auch aktuell neue Förderlinien aufgelegt:

KI-Campus
Mit dem KI-Campus entwickelt der Stifterverband zusammen mit renommierten Partnern eine auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte digitale Lernplattform. Der KI-Campus bietet kostenlose und offen lizenzierte Online-Kurse, Videos und Podcasts in unterschiedlichen Themenfeldern der KI. Zielgruppen sind Studierende, Berufstätige und andere lebenslang Lernende.

Hochschulperle Spezial
Der Stifterverband hat innovative Ideen gefördert, die die Herausforderungen bei Forschung und Lehre in Zeiten der Corona-Krise an Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland zu meistern helfen. Was davon kann beispielhaft für andere Hochschulen sein? Die Auszeichnung als Hochschulperle Spezial wurde von April bis Juni 2020 dreimal vergeben und war jeweils mit 1.000 Euro dotiert.

Digi-LOTSEN
Zwölf Projekte von Schülerinnen und Schülern, die mit einem digitalen Projekt ihre Schule besser machen wollen, fördert der Stifterverband mit jeweils 10.000 Euro. Unter den Ideen sind beispielsweise Schul-Apps, um die schulweite Kommunikation und gemeinsames Lernen zu fördern, Konzepte für eine "Erste Hilfe" zu Technikfragen und Virtual-Reality-Ansätze für den Unterricht.

Master Lab #TheNewNormal
Gesucht werden studentische Abschlussarbeiten zur digitalen Transformation an Hochschulen. Das Programm vernetzt die Studierenden untereinander sowie mit Expertinnen und Experten in einem Master Lab-Kolloquium. Zusätzlich gibt es Weiterbildungsangebote. Die Arbeiten werden zudem finanziell mit einer Forschungspauschale in Höhe von jeweils 1.200 Euro gefördert.

Jürgen Handke, Spezialist für die Digitalisierung der Lehre und Ars legendi-Preisträger, macht sich intensiv Gedanken darüber, wie Hochschulen bei der Lehre jetzt schnell auf den coronabedingten Lockdown reagieren können.

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Für das MERTON-Magazin hat Jürgen Handke ein Video produziert: So könnte aus dem drohenden "Nicht-Semester" doch noch ein "Kreativ-Semester" werden.

 
Weitere Förderprogramme und Auszeichnungen zur
Digitalisierung der Bildung und zum Umgang mit Daten:

Data Literacy Education
digital.engagiert
Digital Learning Transfer Fellowship
Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre

Beiträge im MERTON-Magazin:

Studierende als Digital Officer
Markus Deimann: Die neue Normalität
 

 

Wissenschaftskommunikation und Forschungstransfer wichtiger denn je

Im Aktionsfeld Wissenschaft unterstützt der Stifterverband Forscherinnen und Forscher darin, als wichtige und vertrauenswürdige Stimmen Gehör zu finden. Sie beraten politische Entscheidungsträger, helfen Bürgerinnen und Bürgern bei der Einordnung und unterstützen so die Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie und deren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Das Team von innOsci, dem Forum für offene Innovationskultur, hat Links zu Aktivitäten und Wissenswertem aus den Bereichen Wissenschaftskommunikation, Open Science und Open Innovation gesammelt.
Mehr Info
 

Bild: Unsplash/Viktor Forgas

Wissenstransfer im Aufschwung
Eine vom Stifterverband durchgeführte Auswertung von Nachrichten und Pressemitteilungen, die zwischen dem 1. Januar und 11. Mai 2020 beim Informationsdienst Wissenschaft idw erschienen sind, zeigt: Wissenstransfer ist in der Corona-Pandemie so wichtig wie selten zuvor. Ein Policy Paper fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

Foto: Wiebke Peitz/Charité Universitätsmedizin Berlin

Communicator-Preis
Der Stifterverband und die Deutsche Forschungsgemeinschaft vergeben einen "Sonderpreis für herausragende Kommunikation der Wissenschaft in der Covid-19-Pandemie". Die Auszeichnung erhält der Virologe Christian Drosten von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Wie kein anderer Wissenschaftler stehe er für die besondere Rolle, die der Wissenschaft während der Corona-Krise zukommt.

Foto: Damian Gorczany

Volker Meyer-Guckel: Nutzt die Krise!
"Oft entstand aus einer akuten Bedrohung nachhaltiger Fortschritt", schreibt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, in einem Beitrag für DIE ZEIT. "Das Momentum, das unser Umgang mit dem Coronavirus ausgelöst hat, sollte jetzt genutzt werden, um aus einer Krise heraus einen dauerhaften Kulturwandel zu erzeugen – für die Wissenschaft und die Gesellschaft."

Foto: Gerald von Foris

Diesmal sind nicht die Banken systemrelevant, sondern die Wissenschaften
Der Astrophysiker und Philosoph Harald Lesch im MERTON-Magazin des Stifterverbandes: "Jetzt können wir ein Beispiel geben für gute Wissenschaftskommunikation: ohne Panik zu verursachen immer wieder klar sagen, was der Fall ist, wie man den Problemen begegnen kann und dass wir das auch hinkriegen, wenn wir das zusammen, ruhig, besonnen und mit Augenmaß machen."

Forschergeist: Wissenschaftskommunikation in Krisen
In dieser Episode des Stifterverband-Podcasts wirft Stefanie Molthagen-Schnöring von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin einen Blick darauf, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heutzutage in der Öffentlichkeit sichtbar werden. Die Corona-Krise hat "Medienstars" wider Willen hervorgebracht und einen wissenschaftlichen Disput als Hahnenkampf unter Forschern skandalisiert.

Open Innovation hilft dabei, rasch Lösungen zu finden

Im Aktionsfeld Innovation arbeitet der Stifterverband mit seinen Partnern mit Hochdruck daran, wie Kooperation von Forschung und Industrie, das (internationale) Teilen von Forschungsergebnissen und -methoden im Sinne Offener Wissenschaft sowie offene gesellschaftliche Innovationsansätze dazu beitragen können, schnell Lösungen zu finden: zum Beispiel bei der Suche nach Impfstoffen, aber auch im gesellschaftlichen Umgang mit der Krise.

Was bedeutet Corona für die Zivilgesellschaft?

Die organisierte Zivilgesellschaft steht enorm unter Druck. Die Folgen des sogenannten Corona-Shutdowns haben ihre Situation noch einmal dramatisch verschärft. Bisherige staatliche Hilfen können die Mehrbelastungen nicht auffangen. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Engagement-Barometers, einer Führungskräfte-Panelbefragung unter Verbänden und Infrastruktureinrichtungen zur Situation gemeinnütziger Organisationen in der Corona-Pandemie. Das Projekt wird von ZiviZ im Stifterverband durchgeführt und von den Bundesländern Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Mehr Info auf der Website von ZiviZ

 

 
Bei aller Ungewissheit darüber, wie lange der Ausnahmezustand aufgrund der Corona-Krise andauert: Die Mission des Stifterverbandes, wie sie im Motto "Gemeinsam wird es möglich" zum Ausdruck kommt, wird jeden Tag von vielen gelebt. Der Stifterverband wird sich unermüdlich dafür einsetzen, dass die Kollaborations- und Synergiepotenziale für ein funktionsfähiges digitales Bildungssystem in Deutschland ausgeschöpft werden.

Wirkung hoch 100
Durch die Corona-Pandemie stellen sich die Fragen der Jubiläumsinitiative "Wirkung hoch 100", die der Stifterverband anlässlich seines 100. Geburtstags startet, dringlicher denn je.  Wie können Wirtschaft und Wissenschaft bei der Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen noch besser zusammenarbeiten? Die 100 zu fördernden Akteure in der Jubiläumsinitiative werden einen wichtigen Erneuerungsimpuls geben können.