Initiative für Offene Wissenschaft und Innovation

Diskurse zusammenführen, Strategien entwickeln, Kompetenzen fördern

Open Innovation und Open Science versprechen passgenaue Lösungen, radikale Innovationen und neuartige Erkenntnisse für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch in Deutschland fehlen bislang übergreifende Austauschforen, um konkrete Beispiele vorzustellen, belastbare Bewertungen vorzunehmen und Grenzen und Umsetzungsstrategien zu diskutieren. Der Stifterverband ruft deshalb ein Forum für offene Wissenschaft und Innovation ins Leben. Ziel der Initiative ist, unterschiedliche Akteure zu vernetzen, in einen zielgerichteten Austausch zu bringen und mit konkreten Fördermaßnahmen – von der Hochschulentwicklung bis zur Kompetenzvermittlung – Impulse für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland zu geben.

Wissenschaft und Wirtschaft sind kontinuierlich gefordert, ihre Forschungs- und Innovationsprozesse zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Aktuelle Herausforderungen ergeben sich beispielsweise in der Gestaltung des digitalen Wandels und neuer Geschäfts- und Forschungsmodelle, aber auch in der Entwicklung agiler und innovativer Arbeitsweisen und dem Einbezug neuer Partner. Damit verbunden sind Fragen der Transparenz, Reproduzierbarkeit und der Akzeptanz von Wissenschaft und Innovation. Als Konsequenz daraus entwickelt sich auf europäischer und nationaler Ebene eine dynamische Diskussion zur strategischen Öffnung von Forschungs- und Innovationsprozessen, die zum Umgang mit diesen Herausforderungen beitragen kann.

Mit der Initiative möchte der Stifterverband die Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung zusammenbringen und die Potenziale und Handlungsbedarfe offener Wissenschaft und Innovation genauer untersuchen. Ziele sind, ein gemeinsames Verständnis offener Wissenschafts- und Innovationsaktivitäten zu entwickeln, bestehende Diskurse zusammenzubringen und Kulturen offener Interaktionsformate einzuüben. Ziel der Initiative ist, Akteuren in Wissenschaft und Innovation sowie der Politik Impulse für die strategische Öffnung zu geben und Förderinstrumente abzuleiten.

Die Initiative ist auf drei Handlungsfeldern aktiv:

 

Analyse

Wie effektiv und effizient ist das deutsche Forschungs- und Innovationssystem? Welche Chancen und Herausforderungen liegen in der strategischen Öffnung von Forschungsprozessen und -ergebnissen? Welche neuen Instrumente des Monitorings braucht es dafür? Der Stifterverband begleitet die aktuelle Debatte um Offene Wissenschaft und Innovation mit Studien, Expertengesprächen und Handlungsempfehlungen.

Studie
Im Auftrag des Stifterverbandes erstellen das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung und winnovation Analysen zu ökonomischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Effekten von offenen Innovations- und Forschungsaktivitäten. Die Studie "Das Potenzial strategischer Öffnung" ist im Mai 2018 veröffentlicht worden.
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Expertengespräche
In über 50 Expertengesprächen mit nationalen und internationalen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden zentrale Beobachtungen und Thesen gesammelt, die die Basis für die Entwicklung der Initiative des Stifterverbandes bilden.

Thesenpapier
Auf der Grundlage der Gespräche und Interviews mit Experten hat der Stifterverband ein Diskussionspapier erstellt, das die wichtigsten Beobachtungen und Entwicklungen skizziert.
Thesenpapier (PDF)

 

Förderung

Offene Wissenschaft und Innovation braucht individuelles Engagement und einen Kulturwandel. Der Stifterverband unterstützt deshalb die Vermittlung entsprechender Kompetenzen in Forschung und Lehre sowie die Weiterentwicklung und Öffnung von wissenschaftlichen Institutionen.

Lab for Open Innovation in Science
Zur Verbreitung des Open-Innovation-Gedankens fördert der Stifterverband die Teilnahme leitender Wissenschaftler an dem in Europa einzigartigen Ausbildungsprogramm Lab for Open Innovation in Science (LOIS) der österreichischen Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

Fellowships Freies Wissen
Der Stifterverband fördert Nachwuchswissenschaftler und deren Vernetzung, die Methoden offener Wissenschaft in ihrer Forschung und Lehre einsetzen. Das Programm wird gemeinsam mit Wikimedia und der VolkswagenStiftung gefördert.

Zusätzlich zu den bestehenden Aktivitäten plant der Stifterverband
●  die Etablierung eines Preises für herausragende Persönlichkeiten, die die Wissenschaft nachhaltig verändern
●  die Entwicklung eines Netzwerks für Methodenvermittlung (Akademie)
●  die Einrichtung eines Förderprogramms für Hochschulen als zentrale Orte von Innovationsökosystemen

 

Vernetzung

Die Zahl der Projekte und Personen, die sich in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit offener Wissenschaft und Innovation beschäftigen, ist groß und vielfältig. Ein Anliegen des Stifterverbandes ist die Vernetzung der beteiligten Akteure und Diskurse. 
Überblick über zentrale Initiativen zu offener Wissenschaft und Innovation

Zahlreiche Workshops haben bisher Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammengeführt. Dabei ging es u.a. um die Potenziale einer Verknüpfung von Open Science und Open Innovation. In disziplinären Foren wurde wurden u.a. am Beispiel der Life Sciences besonders vielversprechende offene Praktiken für neue Formen von Arbeits- und Kooperationsweisen präsentiert und diskutiert.

In Zukunft sind weitere Aktivitäten geplant, die den disziplinären und transdisziplinären und interinstitutionellen Austausch der Akteure sowie den Aufbau eines übergreifenden Netzwerkes zum Ziel haben. Damit soll den vielfältigen Debatten ein gemeinsamer Raum und Sichtbarkeit gegeben werden.

 

Kontakt

Dr. Pascal Hetze

leitet im Stifterverband den Programmbereich 
"Analysen und Innovationspolitik".

T 030 322982-506
F 030 322982-515

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Andreas Sorge

ist als Programmmanager/Wissenschaftlicher Referent im Bereich "Programm und Förderung" tätig.

T 030 322982-316
F 030 322982-515

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