digital.engagiert

Die Förderinitiative von Amazon und Stifterverband unterstützt zivilgesellschaftliche Digitalisierungsprojekte für die Bildungsarbeit.

 
Gesucht sind Projekte, die Bildungsformate und Bildungsangebote digital ergänzen oder ganz neu denken – damit auch die Generation von morgen die nötigen Zukunftskompetenzen erwirbt. Bis zum 17. März 2019 konnten sich Sozialunternehmer, Bürger- oder Studierendeninitiativen und gemeinnützige Organisationen mit ihren Projektideen bewerben.

Eine Jury mit Experten aus Zivilgesellschaft, Bildung und Digitalwirtschaft wird im April 2019 aus allen Einreichungen zwölf Teilnehmerteams auswählen, die ein halbes Jahr lang unterstützt werden: von den ersten Planungen bis zur Umsetzung ihrer Projektidee. Für den 9./10. Mai 2019 ist in Berlin eine Kick-off-Veranstaltung mit den Geförderten geplant.

Die Projektideen sollten einen Bedarf in der Bildungsarbeit adressieren, Bildungsformate und Bildungsangebote verbessern, auf einer technologischen Lösung aufbauen und möglichst skalierbar sein.

Alle Teilnehmenden erhalten individuelle Beratung und Betreuung durch eigene Coaches, ein umfangreiches Trainings-Programm mit weiteren Experten und finanzielle Unterstützung im Wert von 120.000 Euro, die gleichmäßig (jeweils 10.000 Euro Sockelbetrag) unter den teilnehmenden Projekten verteilt werden. Ende 2019 werden das Engagement und die Fortschritte aller Teilnehmenden bei einer Abschlussveranstaltung gewürdigt und drei Projekte als Gewinner ausgezeichnet. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Ziel der Förderinitiative ist es,

  • die Chancen der Digitalisierung verstärkt für die Verbesserung von Bildungsformaten und Bildungsangeboten durch zivilgesellschaftliches Handelns zu nutzen
  • den Austausch mit Fachexperten aus dem dritten Sektor, Bildungssektor und Digitalökonomie zum Nutzen der Teilnehmenden und der Zivilgesellschaft zu befördern
  • durch individualisiertes Coaching und praktische Hilfestellung zur erfolgreichen Umsetzung und Verstetigung der geförderten Projekte beizutragen

 

Die geförderten Projekte 2018

160 gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen hatten sich in der ersten Förderrunde beworben – 15 Projekte von ihnen hat die Jury ausgewählt und zur Teilnahme an dem Coaching-Programm eingeladen. Alle Bewerber wollen mit innovativen Ideen die Digitalisierung der Zivilgesellschaft vorantreiben – die Auswahl fiel entsprechend schwer.

  • DayCare Technology gUG
    Das Team hinter DayCare Technology hat eine Vision: Mithilfe virtueller Realität können Menschen mit Beeinträchtigungen Orte erleben, die für sie sonst kaum zugänglich sind.
     
  • Kultur Life gGmbH
    Interaktives Lernen in leichter Sprache: Das Team hinter dem Projekt "Macht der Sprache" der Kultur Life gGmbH möchte Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Menschen mit Beeinträchtigungen werden durch eine Lernsoftware befähigt, erfolgreich an digitalen Bewerbungsprozessen teilzunehmen – gegen soziale Ausgrenzung und für einen inklusiven Arbeitsmarkt.
     
  • innatura gGmbH
    Überfluss trifft auf Bedürftigkeit – „innatura“ vermittelt Sachspenden für soziale Zwecke. "Spenden statt wegwerfen" soll das Leitmotiv von Entscheidern in Hersteller- und Handelsunternehmen sein. Daran arbeitet das Team hinter innatura und möchte ihre Idee skalieren. Die Herausforderung dabei: der Ausbau der Logistik und die IT-Unterstützung der Prozesse.
     
  • Vostel Volunteering UG
    Die Plattform vostel.de vermittelt wirkungsvolles ehrenamtliches Engagement– unabhängig von Vor- und Sprachkenntnissen sowie Zeitbudget. Mit Hilfe von „digital.engagiert“ will das Team die eigene Arbeit skalieren und sich zu einer wichtigen Anlauf- und Qualifizierungsstelle für Freiwilligenengagement und Corporate Volunteering entwickeln.
     
  • Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V.
    Der Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V. möchte mit dem Projekt "SOLVE! Sachspenden online vermitteln" Möbelspenden durch eine Online-Plattform effizienter und kostengünstiger organisieren – durch weniger Zeitaufwand und gesunkener Fahrt- und Lagerraumkosten. Das Projektteam aus Geflüchteten will den Verein mithilfe digitaler Lösungen professionalisieren.
     
  • Fearless Democracy e.V.
    Das Team möchte mit dem Projekt „HateAid“ Menschen, die digital gemobbt werden, eine Hilfsplattform zur Verfügung stellen – eine digitale Anlaufstelle für Betroffene, die Selbstschutz und Orientierung gibt.
     
  • tatkräftig e.V.
    Der Verein vernetzt nach dem Prinzip "1 Team. 1 Tag. 1 Ziel" Gruppen von Freiwilligen mit gemeinnützigen Einrichtungen, die Hilfe benötigen. Mit Hilfe von digital.engagiert soll der Service automatisiert und skaliert werden, damit die Arbeit sichtbarer wird und einem breiteren Publikum zur Verfügung steht.
     
  • Enactus, Leibnitz Universität Hannover e.V.
    Die studentische Initiative will die Welt im Kleinen durch unternehmerische Projekte verbessern. Mit dem Projekt "Pfandschaf(f)t" soll das Spenden von Pfand erleichtert werden, indem digitale Tools Pfandgeber und Pfandsammler miteinander verbindet. So wird das Pfandsammeln nicht nur einfacher, sondern für alle Beteiligten auch effizienter.
     
  • Social Orange
    Dokumentation ist in der sozialen Arbeit ein zeitaufwändiger Prozess – und steht nicht selten in Konflikt mit den eigentlichen Aufgaben: der Unterstützung von Menschen. Durch Digitalisierung und Automatisierung der Dokumentation sollen die eigentlichen Aufgaben gestärkt und Menschen in der sozialen Arbeit entlastet werden.
     
  • Data Science for Social Good Berlin
    Das Projekt hilft Non-Profit-Organisationen, von den Vorteilen dateninformierter Arbeit zu profitieren – durch die Vernetzung mit Experten aus diesem Bereich. Die Initiatoren organisieren für ihr "Projekt Reichweite" digitale Events und Workshops, bei denen zivilgesellschaftliche Akteure mit Daten-Experten vernetzt werden.
     
  • LandesSportBund Niedersachsen e.V.
    Die Organisation will die Verwaltungsarbeit im Ehrenamt vereinfachen, indem er eine online Geschäftsstellenlösung mit kleinen und mittleren Landesfachverbänden entwickelt. Darüber können Ehrenamtliche und Vereinsmitglieder jederzeit Verbands- oder Vereins-Angelegenheiten direkt und zeitsparend von Zuhause oder von Unterwegs erledigen. Damit nicht Verwaltungsaufgaben, sondern die Entwicklungsarbeit und die Gestaltung von Sport und Bewegung in Vereinen und Verbänden ihr Engagement das Handeln prägen.
     
  • KARL, der Ökobot
    Umweltschutz ist vielen Menschen wichtig, doch sie wissen oft nicht genau, was sie konkret ändern können, um in diesem Sinne zu handeln. Das Team möchte mit Hilfe der Bot-Technologie personalisierte Handlungsempfehlungen und Tipps zur Verfügung stellen – damit aus Vorsätzen Handlungen werden.
     
  • Ackerdemia e.V.
    Das vielfach ausgezeichnete Bildungsprogramm "GemüseAckerdemie" möchte die analoge Welt mit digitalen Lernangeboten verknüpfen. Während jede Bildungseinrichtung weiterhin einen Acker vor Ort bewirtschaftet, erhalten die Teilnehmer individualisierte, standortbezogene und bedarfsgerechte Informationen digital.
     
  • Turning Tables Deutschland
    Die internationale NGO führt in fünf Ländern innovative Musik- und Filmprojekte mit marginalisierten Jugendlichen durch. Nun wollen die Initiatoren auch in Deutschland ein mobiles Containerstudio aufbauen und so Jugendlichen beibringen, digitale Technik zu nutzen, um ihre Sorgen, Hoffnungen und Träume selbstbestimmt und kreativ in selbstproduzierter Musik- und Filmmedien auszudrücken.
     
  • Phineo gAG
    Wirkungsmessung in Bereich der Gemeinnützigkeit wird immer wichtiger. Das Wirk-O-Meter von Phineo soll ein Online-Test werden, mit dem Organisationen die Wirkung ihrer Arbeit ermitteln können. Der Test soll einen spielerischen Themenzugang ermöglichen und teils individualisiertes Feedback zum Wirkungsgrad zur Verfügung stellen. Die Eingaben werden anonymisiert gespeichert, was spätere Sektor-bezogene Analysen erlaubt.

 

Foto: Tobias Koch
Auszeichnung für das Projekt "KARL, der Ökobot" aus Bremen
Foto: Tobias Koch
Auszeichnung für das Bildungsprogramm "GemüseAckerdemie" des Vereins Ackerdemia aus Potsdam
Foto: Tobias Koch
Auszeichnung für den LandesSportBund Niedersachsen e.V. mit dem Projekt einer digitalen Geschäftsstelle

Alle Teilnehmer erhielten individuelle Beratung und Betreuung durch eigene Coaches, ein umfangreiches Trainingsprogramm mit weiteren Fachexperten und finanzielle Unterstützung im Wert von 120.000 Euro, die bedarfsgerecht unter den Teilnehmern verteilt werden. Am 13. November 2018 wurden die Arbeit und die gemachten Fortschritte aller Teilnehmer auf einer Abschlussveranstaltung gewürdigt und drei Projekte als Gewinner ausgezeichnet. Die Jury besonders überzeugt haben das Projekt "KARL, der Ökobot", das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie und der LandesSportBund Niedersachsen e.V. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

 

Publikationen

Thesenpapiere und Studien, die im Rahmen des Projekts "digital.engagiert" entstanden sind

Kontakt

Patrick Gilroy

ist Projektleiter in der ZiviZ gGmbH.
 
T 030 322982-317
F 030 322982-569

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Lydia Markowski

ist Projektmanagerin bei ZiviZ im Stifterverband.

T 030 322982-303
F 030 322982-569

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