Schule in der digitalen Welt

Das vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung initiierte Förderprogramm unterstützt Schulen dabei, eigene Medienkonzepte zu entwickeln und umzusetzen – damit sie Kinder und Jugendliche besser auf ein Leben in der digitalen Welt vorbereiten. Die Lehrerausbildung erhält Impulse, damit angehende Lehrkräfte die Kompetenzen erwerben, die sie für den Unterricht in der digitalen Welt benötigen.

 
Die Ausschreibung richtete sich an alle Schulen, die erste Schritte zur Entwicklung und Umsetzung von Medienkonzepten unternommen haben
und die bereits mit einer lehrerbildenden Hochschule in der Entwicklung und Erprobung von Problemlösungen für die Schulpraxis kooperieren. Schulen konnten sich gemeinsam mit der jeweiligen Hochschule um eine Förderung bewerben. Das Programm ist zunächst auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt. Die Förderung hat im Frühjahr 2019 begonnen.

18 Schulen werden mit einer Summe von jeweils 15.000 Euro gefördert. Der Förderbetrag kann für alle Kosten eingesetzt werden, die im Zusammenhang mit der Erstellung oder Umsetzung von Medienkonzepten (beispielsweise der Erstellung und Erprobung von Konzepten, Vermittlung von Kompetenzen, Anschaffung von Hard- und/oder Software, für die Qualifizierung (angehender) Lehrkräfte  oder für die Schulprogrammarbeit) entstehen.

Foto: Olaf Malzahn

Netzwerk "Schule in der digitalen Welt"
Verbunden mit der Förderung ist die Aufnahme der 18 Schulen und lehrerbildenden Hochschulen in ein Netzwerk, das im Rahmen des Programms ins Leben gerufen wurde. Hier erarbeiten die Tandems gemeinsam transferfähige (Teil-)Konzepte, um digitale Medien erfolgreich in den Unterricht zu integrieren. Durch die Kooperationen erhält die Lehrerausbildung gleichzeitig Impulse für den Erwerb von Kompetenzen, die angehende Lehrkräfte für einen zeitgemäßen Unterricht benötigen.

Foto: Olaf Malzahn

Coachingpartner
Alle ausgewählten Tandems erhalten darüber hinaus für zwei Jahre individuelle Beratung und ein bedarfsorientiertes Coaching. Im Rahmen des Programms "Schule in der digitalen Welt" arbeitet der Stifterverband mit vier Coachingpartnern zusammen, die eine hohe Expertise in Hinblick auf die Unterstützung von Schulen bei Schul-, Personal- und Unterrichtsentwicklung in einer digitalen Welt haben und die ausgewählten Tandems auf ihrem Weg begleiten.

Foto: Olaf Malzahn

Netzwerktreffen
Es finden zwei Netzwerktreffen pro Jahr statt. Für die Dauer der Förderung ist die Teilnahme an den Netzwerktreffen von jeweils zwei Vertretern der Schule und einem Vertreter der Hochschule verbindlich. Das letzte Netzwerktreffen findet voraussichtlich in Form einer öffentlichen Konferenz an einer der teilnehmenden Hochschulen statt.
Netzwerktreffen im Mai 2019
Netzwerktreffen im November 2019

Foto: Olaf Malzahn

EduHangouts
Anstelle der analogen Netzwerktreffen treten in Zeiten der Corona-Pandemie die EduHangouts: eine virtuelle Meeting-Reihe, bei der die Mitglieder des Netzwerks "Schule in der digitalen Welt" sich regelmäßig zu ihren Themen austauschen. Ganz im Sinne einer Barcamp-Session berichten sie beispielsweise über ihre Erfahrungen mit der abrupten Zwangsumstellung auf Distanzlehren und -lernen an ihren Schulen und über die daraus folgenden Implementierungen für das "Danach".

Foto: Olaf Malzahn

Arbeitsgruppen
Um vertiefter an den Herausforderungen der digitalisierten Welt für Lehrkräftebildung, Schule und Unterricht zu arbeiten, haben die Netzwerkmitglieder sechs Arbeitsgruppen gegründet. Die Themen reichen von der Gestaltung digitalisierter Veränderungsprozesse über die Entwicklung eines Medienpasses für Förder- und Grundschulen bis hin zu Fragen des Datenschutzes, der digitalisierten Sprachförderung und der informatischen Grundbildung von Schülerinnen und Schülern.

Foto: Olaf Malzahn

Tandem-Fellowships für die Lehrerbildung
Exklusiv für die 18 Teams aus den teilnehmenden lehrerbildenden Hochschulen und Schulen wurden durch den Stifterverband drei Tandem-Fellowships für die Lehrerbildung vergeben. Ziel der Tandem-Fellowships für die Lehrerbildung ist es, Lehramtsstudierende besser auf die Herausforderungen vorzubereiten, die sich aufgrund der Digitalisierung für ihre spätere Lehrtätigkeit in der Schule ergeben, und ihnen die hierfür erforderlichen Kompetenzen im Studium zu vermitteln.

Hintergrund und Zielsetzungen

Um Kinder und Jugendliche auf ein Leben in der digitalen Welt vorzubereiten, müssen digitale Medien ein selbstverständlicher und unverzichtbarer Teil von Unterricht und Schule sein. So lernen Schüler einen kompetenten, selbstbestimmten und sicheren Umgang mit digitalen Medien. Gleichzeitig eröffnet die digitale Transformation vielfältige Chancen für die Neugestaltung des Unterrichts und von Schule als Teil der Gesellschaft. Lehrende und Lernende stehen gleichzeitig vor der Herausforderung, Digitalisierung in Schule und Unterricht als Querschnittsthema umzusetzen.

Schulen sind daher gefordert, Konzepte für den Einsatz von Medien im Unterricht, das Lernen über Medien und für die Schulgestaltung zu entwickeln.  Der DigitalPakt Schule und die neuen Bildungspläne der Bundesländer verleihen diesem Thema eine zusätzliche Dringlichkeit. Die Medienkonzepte stellen einen verbindlichen Teil der Schulprogrammarbeit dar. Sie adressieren nicht nur die technische Ausstattung, die Vermittlung von Programmierkenntnissen oder den Einsatz von Medien im Unterricht und in Selbstlernphasen. Wichtige Teile der Medienkonzepte sind auch Pläne zur Vermittlung (digitaler) Medienkompetenz und des planvollen und bewussten Umgangs mit Daten (Data Literacy), medienpädagogische und -didaktische Konzepte sowie Strategien zur Personalausstattung und zur Personalentwicklung.

Für die Erarbeitung und Umsetzung dieser Konzepte benötigen Schulleitungen und Lehrkräfte umfangreiche medienpädagogische und -didaktische Kompetenzen sowie praktische Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien. Dementsprechend ist auch die Lehrerbildung gefragt. Vor allem im Lehramtsstudium muss es gelingen, angehenden Lehrkräften die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für den Unterricht in der digitalen Welt benötigen.

Mit dem Förderprogramm Schule in der digitalen Welt möchten die Heinz Nixdorf Stiftung und der Stifterverband im Rahmen der Initiative Future Skills Schulleitungen und Lehrkräfte bundesweit bei der Erstellung und Umsetzung von Medienkonzepten unterstützen. Gleichzeitig sollen im Rahmen des Programms Schule in der digitalen Welt Synergien für die Lehrerbildung genutzt werden, um Lehramtsstudierende zukünftig besser auf die Herausforderungen des digitalen Wandels vorzubereiten.

Dementsprechend richtet sich das Programm an Schulen, die bereits heute mit Hochschulen mit Lehrerbildung kooperieren und bezieht diese Hochschulen als Partner der jeweiligen Schulen in die Programmarbeit mit ein. Im Mittelpunkt stehen nicht die Leuchtturmschulen, die bereits heute Vorbildcharakter haben. Vielmehr werden Schulen unterstützt, die sich erst auf den Weg gemacht haben, um Konzepte für den Einsatz von Medien im Unterricht und bei der Schulgestaltung zu entwickeln und umzusetzen.

Die Jury

Dorothea Doerr
Studentin der Erziehungswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Mitglied im Kreidestaub e.V. (Projekt "Let´s play Schule")

Jun.-Prof. Dr. phil. Sandra Hofhues
Juniorprofessorin für Mediendidaktik und Medienpädagogik am Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln

Bettina Jorzik
Leiterin des Programmbereichs "Lehre und akademischer Nachwuchs" im Stifterverband

Udo Michallik
Generalsekretär der Kultusministerkonferenz

Gunilla Neukirchen
Leiterin der Beethoven-Schule, Berlin

Kaarel Rundu
Direktor des Tallinna Saksa Gümnaasiums, Tallinn (Estland)

Jun.-Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs
Juniorprofessorin für Pädagogik mit Schwerpunkt Schulentwicklung am Fachbereich Sozialwissenschaften an der TU Kaiserslautern

Prof. Dr. Michael Schratz
Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises und Gründungsdekan der School of Education an der Universität Innsbruck (Österreich)

Nina Toller
Lehrerin für Englisch, Geschichte und Latein am Franz-Haniel-Gymnasium, Duisburg

In der im Januar 2020 veröffentlichten Folge des Think & Do-Podcasts kommen Programmmanagerin Anne Lützelberger und Kolja Brandtstedt von der Pacemaker-Initiative, also einem jener Coaching-Partner, die die Schulen auf ihrem Weg beraten, zu Wort. Sie berichten von ihren Erfahrungen mit Schulen und Lehrenden und geben einen Überblick, mit welchen Problemen Schulen zuweilen zu kämpfen haben, was schon gut läuft und welche Rolle der Digitalpakt Schule spielt.
Think & Do-Podcast des Stifterverbandes auf Podigee

Das Programm ist Teil der Initiative Future Skills des Stifterverbandes. Als großes und national sichtbares gemeinschaftliches Aktionsprogramm von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zielt die Initiative Future Skills darauf ab, die Bedingungen für den Erwerb digitaler und weiterer zukünftig relevanter Kompetenzen zu verbessern.
Im Rahmen dieser Initiative fördert und vernetzt der Stifterverband Lernende, Lehrende und Bildungseinrichtungen, um sie kompetent für die Gestaltung der Zukunft zu machen.

 

 

Programmträger

Das Programm wird vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung finanziert. Die Heinz Nixdorf Stiftung ist eine unternehmensunabhängige, gemeinnützige Stiftung, die aus dem Nachlass Unternehmers Heinz Nixdorf hervorgegangen ist. Die Stiftung möchte die persönliche Entwicklung des Menschen in seiner Bewusstseinsbildung und seiner Leistungsfähigkeit fördern mit dem Ziel seines Wohlergehens und der Erreichung einer solidarischen Gesellschaft in Freiheit.

Förderer

Bildungs-Chancen-Lotterie
DZ BANK-Stiftung
Evonik Industries AG
​ifm GmbH
Marga und Walter Boll-Stiftung
Osthushenrich-Stiftung
RAG-Stiftung
Stiftung Bildung und Gesellschaft
WILO-Stiftung

Kontakt

Anne Lützelberger

ist Programmmanagerin im Stifterverband.

T 030 322982-302
F 030 322982-515

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