Schule in der digitalen Welt II

Das auf zwei Jahre angelegte Programm von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung unterstützt Schulen dabei, durch selbstgesteuerte Schulentwicklungsprozesse die Rahmenbedingungen für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen zu schaffen. Schülerinnen und Schüler sollen so besser auf ein Leben in der digitalen Welt vorbereitet werden.

Bewerbungsschluss: 15. November 2021

Zielgruppe des Programms sind Schulen, die bereits begonnen haben, Konzepte für den Einsatz von Medien im Schulalltag zu entwickeln und umzusetzen, und die bereit sind, entsprechende Schulentwicklungsprozesse mithilfe digitaler Lernmodule und weiterer Qualifizierungs­­­angebote eigeninitiativ zu durchlaufen. Das Programm richtet sich vor allem an Schulleitungen, die durch eine schulinterne Steuerungsgruppe unterstützt werden. Mithilfe digitaler Lernmodule und weiterer Qualifizierungs­angebote werden die geförderten Schulen in ihren Schulentwicklungsprozessen zu einer Kultur der Digitalität geführt.

Eine laufende Evaluation der angestoßenen Transfer- und Entwicklungsprozesse soll die kontinuierliche gemeinsame Weiterentwicklung der Module ermöglichen. Die geplante Veröffentlichung der Selbstlernmodule fördert anschließend den Wissenstransfer an weitere Schulen und damit die Skalierung der Ergebnisse sowie die Verbreitung der Erfahrungen der beteiligten Akteurinnen und Akteure.

Mit der Aufnahme in ein Netzwerk aus Schulen, Hochschulen und Bildungsinitiativen soll ein bundesweiter Austausch und ein Peer-to-Peer-Learning ermöglicht werden. Gleichzeitig sollen damit die Verzahnung von Schulpraxis, Hochschule und Zivilgesellschaft verstetigt und die Zusammenarbeit der Akteure gefördert werden. Durch die Bereitstellung eines Förderfonds sollen die Schulen auch finanziell in ihren Schulentwicklungsvorhaben unterstützt werden.

 

Programmbausteine

Qualifizierungsangebote

Kern des Programms ist ein Selbstlernkurs aus digitalen Modulen. Sie bauen auf wissenschaftlich fundiertem Expertenwissen auf und werden ergänzt durch Erfahrungen und Tipps aus der Schulpraxis. Die Module strukturieren den Prozess der Schulentwicklung. Module werden u.a. zu folgenden Themen angeboten: Visionsentwicklung, Unterrichts-, Personal und Organisationsentwicklung sowie Mediennutzungspläne und Lernräume. Die Lernmodule werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung konzipiert, umgesetzt und auf Grundlage des Feedbacks des Netzwerkes weiterentwickelt. Sie bauen auf den Lernmodulen des Universitätsverbundes digiLL auf. 

Die Schulen werden bei der Umsetzung der Lernmodulinhalte begleitet. Zu jedem Lernmodul werden Vertiefungsworkshops und Webinare angeboten. Diese bieten neben einem vertiefenden Einblick in die Thematik der Module auch Raum für Austausch, Nachfragen und Feedback. Zudem werden den Schulen Schulberaterinnen und -berater zur Seite gestellt. Diese unterstützen den Steuerungskreis bei der Umsetzung ihres Schulentwicklungsprozesses.

Netzwerk

Die Schulen werden in das Netzwerk "Schule in der digitalen Welt II" aufgenommen. Das Netzwerk wird durch den Stifterverband begleitet. Es finden zwei Netzwerktreffen pro Jahr statt. Diese bieten den Schulen Raum zum Austausch und schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Zusätzlich ermöglichen sie eine Peer-to-Peer Beratung. Die Netzwerktreffen werden genutzt, um in Workshops gezielt auf Probleme von Netzwerkmitgliedern einzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Für die Dauer der Förderung ist die Teilnahme an den Netzwerktreffen für jeweils zwei Personen pro Schule verpflichtend. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Reisekosten werden übernommen.

Förderfonds

Um die Umsetzung der Entwicklungsprozesse auch finanziell zu unterstützen, gibt es für alle teilnehmenden Schulen die Möglichkeit, innerhalb des Programms Fördergelder zu beantragen. Die Vergabe der Fördergelder ist dabei an die aktive Teilnahme der Schule an den Programmaktivitäten gebunden. Insgesamt stehen innerhalb des Programms Fördergelder in Höhe von mindestens 150.000 Euro zur Verfügung. 

  • Gelder aus dem Allgemeinen Förderfonds können von den Schulen frei nach Bedarf für die Umsetzung ihrer Projekte genutzt werden. Denkbar ist die Förderung von Hospitationen, technischer Ausstattung, die Begleitung durch eine Hochschule oder die Anpassung der Raumgestaltung an die Anforderungen des digitalen Unterrichtens. 
  • In Form von Digi-Lotsen Fellowships werden Fördergelder für Schülerinnen- und Schülerprojekte vergeben. Der Grundgedanke ist es, Jugendliche an der Gestaltung ihrer Lernwelt zu beteiligen. Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen können sich hierfür mit einem Problem oder einer Projektidee bewerben, welche sie im Rahmen der Fellowships lösen beziehungsweise umsetzen möchten.

Antrags- und Auswahlverfahren

Es können sich Schulen bundesweit und aller Schulformen bewerben, die mithilfe digitaler Lernmodule und weiterer Qualifizierungsmaßnahmen eigenständig Schulentwicklungsprozesse durchlaufen möchten. 

Voraussetzung ist die Bildung einer schulinternen Steuerungsgruppe, in der die Schulleitung verbindlich vertreten sein muss. Weitere Mitglieder können beispielsweise die erweiterte Schulleitung, Vertreterinnen und Vertreter der Fachschaften, Medienbeauftragte, engagierte Lehrkräfte oder auch die Schülervertretung sein. Die Steuerungsgruppe koordiniert den Schulentwicklungsprozess und integriert das Kollegium, die Schülerinnen und Schüler sowie auch die Eltern in den Prozess, um eine ganzheitliche Schulentwicklung zu ermöglichen.

Die Schulen werden gebeten, einen Antrag einzureichen. Bitte adressieren Sie in Ihrem Antrag die folgenden Fragen:

  • Schulprofil und Ausgangssituation
    Schildern Sie kurz die Ausgangssituation, in der sich die Schule in Bezug auf die Schulentwicklung hin zu einer Kultur der Digitalität befindet. Welche Schritte auf dem Weg der Digitalisierung sind Sie bereits gegangen?
  • Entwicklungsziele und Motivation
    Welchen konkreten Entwicklungsbedarf haben Sie und wie möchten Sie diese Entwicklungsziele erreichen? Was motiviert Sie als Schulleitung/Steuerungsgruppe zur Teilnahme am Programm?
  • Beitrag zum Netzwerk
    Was könnten Sie als Schule zur Netzwerkarbeit inhaltlich beitragen? Welche Personen stehen für die Netzwerkarbeit zur Verfügung? (Bitte beachten Sie: Für die Dauer der Förderung ist die Teilnahme von jeweils zwei Vertretenden einer Schule verbindlich.)
  • Transfer
    Welchen Beitrag könnten Sie dazu leisten, die Ergebnisse des Netzwerks Schule in der digitalen Welt II in andere Schulen zu tragen? Was können Sie als Schule zur Weiterentwicklung der Lernmodule beitragen?

In einer wettbewerblichen Ausschreibung werden mindestens 30 Schulen ausgewählt. Über die Auswahl entscheidet eine Jury bestehend aus Mitgliedern von Schulen, Hochschulen, Politik und fördernden Organisationen. Dafür legt die Jury folgende Kriterien zugrunde:

  • Potenziale der beschriebenen Ausgangssituation sowie des Entwicklungsbedarfs der Schule 
  • Motivation der Schule bzw. der Steuerungsgruppe den Schulentwicklungsprozess innerhalb des Programms aktiv voranzutreiben
  • Potenziale des Beitrags der Bewerbenden für die Netzwerkarbeit und die Weiterentwicklung der Module

Der Antrag muss bis zum 15. November 2021 beim Stifterverband eingegangen sein (Ausschlussfrist).

Die Antragsunterlagen bestehen ausschließlich aus: 

  • dem Deckblatt (PDF-Formular zum Download)
  • einer zusammenhängenden PDF-Datei mit einer einseitigen Zusammenfassung und den maximal acht Seiten umfassenden Bewerbungsunterlagengen

 

Mitte September 2021 Beginn der Ausschreibung
14. Oktober 2021 Infoveranstaltung zur Bewerbung
15. November 2021 Bewerbungsschluss
Januar 2022 Jurysitzung
März 2022 Beginn des Förderzeitraums und erstes Netzwerktreffen
März 2024 Ende des Förderzeitraums

Das Programm baut auf dem Vorgängerprogramm Schule in der digitalen Welt auf.

 
Das Programm ist Teil der Initiative Future Skills des Stifterverbandes. Als großes und national sichtbares gemeinschaftliches Aktionsprogramm von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zielt die Initiative darauf ab, die Bedingungen für den Erwerb digitaler und weiterer zukünftig relevanter Kompetenzen zu verbessern. Im Rahmen dieser Initiative fördert und vernetzt der Stifterverband Lernende, Lehrende und Bildungseinrichtungen, um sie kompetent für die Gestaltung der Zukunft zu machen. 

Das Programm wird vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung finanziert. Der Stifterverband ist die Gemeinschaftsinitiative von Unternehmen und Stiftungen, die als einzige ganzheitlich in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation berät, vernetzt und fördert. Die Heinz Nixdorf Stiftung ist eine unternehmensunabhängige, gemeinnützige Stiftung, die aus dem Nachlass des Unternehmers Heinz Nixdorf hervorgegangen ist. Die Stiftung möchte die persönliche Entwicklung des Menschen in seiner Bewusstseinsbildung und seiner Leistungsfähigkeit fördern, mit dem Ziel seines Wohlergehens und der Erreichung einer solidarischen Gesellschaft in Freiheit.

Kontakt

Johannes Föhles

ist Programmmanager im Bereich "Programm und Förderung" beim Stifterverband.

T 0201 8401-493

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Dr. Birgit Ossenkopf

ist Referentin im Bereich "Programm und Förderung".

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