Data Literacy Education

Datenkompetenzen für alle Studierenden: Der Stifterverband fördert im Rahmen der Initiative "Future Skills" mit der Heinz Nixdorf Stiftung, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der DATEV-Stiftung Zukunft in drei verschiedenen Förderprogrammen Hochschulen darin, Data Literacy Education fachübergreifend zu etablieren.

Data Literacy ist eine grundlegende Kompetenz, um in der digitalen Welt in Wissenschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft bestehen und teilhaben zu können. Data Literacy ist die Fähigkeit, planvoll mit Daten umzugehen und sie im jeweiligen Kontext bewusst einsetzen und hinterfragen zu können. Dazu gehört: Daten zu erfassen, erkunden, managen, kuratieren, analysieren, visualisieren, interpretieren, kontextualisieren, beurteilen und anzuwenden. Data Literacy gestaltet die Digitalisierung und die globale Wissensgesellschaft in allen Sektoren und Disziplinen. Gleichzeitig müssen Hochschulabsolvierende aller Fächer über fachspezifische Datenkompetenzen für die Wissenschaft und für die Arbeitswelt verfügen.

 

Data Literacy Education

Mit dem Förderprogramm "Data Literacy Education" möchten die Heinz Nixdorf Stiftung und der Stifterverband einen Beitrag dazu leisten, den Erwerb von Data Literacy für Studierende aller Fächer an deutschen Hochschulen zu etablieren. Die geförderten Lehr- und Lernkonzepte adressieren jeweils mindestens einen Studienabschnitt (Bachelor, Master, Staatsexamen) oder die Promotion. Sie werden für Studierende bzw. Promovierende aller Fächer angeboten oder sind zumindest auf eine fakultätsübergreifende Fächergruppe ausgerichtet. Die Implementierung von Data Literacy in die Curricula und ihre Vermittlung erfordert die Kollaboration der Lehrenden untereinander und eine fach- wie hochschulübergreifende Zusammenarbeit. Die Lehr- und Lernformate sind der Kompetenz entsprechend gestaltet. Sie setzen digitale Methoden, Werkzeuge und Ressourcen ein und integrieren projektbasiertes, praktisches Lernen an echten Datenbeständen.

Die geförderten Hochschulen

Georg-August-Universität Göttingen

In dem Projekt Daten Lesen Lernen am Göttingen Campus entwickelt das Projektteam erstens die für Bachelorstudierende aller Fächer zugängliche Lehrveranstaltung Data Literacy Basics, die grundlegende Datenkompetenzen praxisorientiert und forschungsnah vermittelt. Das Projektteam etabliert zweitens das DataLab als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Fächern, der regionalen Wirtschaft und gesellschaftlichen Akteuren. Um die Lehrveranstaltung nahtlos mit konkreten praktischen Anwendungsprojekten zu verknüpfen, kuratiert das Projektteam drittens eine qualitätsgeprüfte Sammlung von Open Educational Resources, die mit geeigneter Prüfungsform für das Studium anrechenbar sind.

Poster zum Projekt (PDF)

Hochschule Mannheim

Das Mannheimer Modell Data Literacy Education (MoDaL) sieht drei Maßnahmen vor: Auf der Stufe unimodal1 entwickeln Studienanfänger aller Fächer digitale Kernkompetenzen. Auf der Stufe bimodal2 bearbeiten die Studierenden in interdisziplinären Kleingruppen weitgehend selbstorganisiert ein praxisorientiertes Datenprojekt. Auf der Stufe trimodal3 führen Studierende im Hauptstudium aller Bachelor-Programme datengestützte Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten durch und vertiefen das computational thinking.

Poster zum Projekt (PDF)

Leuphana Universität Lüneburg

Das Konzept DATA DRIVEN x (DATAx) zielt darauf ab, Data Literacy Education in das Studienmodell der Leuphana zu integrieren. Das sogenannte Leuphana Semester, mit dem alle Studierenden beginnen, umfasst mehrheitlich fachübergreifende Inhalte. Zunächst vermittelt DATAx im Online-Selbststudium Grundlagenwissen in den Bereichen Mathematik, Statistik und Programmierung. Die Methodenausbildung wird an Inhalte der Data Literacy Education angepasst und für alle Bachelor-Studierenden geöffnet. Zur vertiefenden Anwendung werden im weiteren Verlauf die Studierenden in einem "Open Data Hacking Space" mit Echtdaten von Praxis- und Kooperationspartnern eigenständig in Gruppen Praxisprojekte der Datenanalyse und -visualisierung umsetzen und Ergebnisse veröffentlichen.

Poster zum Projekt (PDF)

 
 

Data Literacy Education.nrw

Mit dem Förderprogramm "Data Literacy Education.nrw" möchten das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Digitale Hochschule Nordrhein-Westfalen im Rahmen der landesweiten Digitalisierungsoffensive einen Beitrag dazu leisten, den Erwerb von Data Literacy für Studierende aller Fächer an den staatlichen Kunsthochschulen sowie den staatlichen Universitäten und Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen zu etablieren. Alle staatlichen Kunsthochschulen sowie die Universitäten und Fachhochschulen in der Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen waren aufgerufen, sich mit ihren Lehr- und Lernkonzepten zu bewerben. Zehn Hochschulen werden mit jeweils bis zu 300.000 Euro gefördert.​ Sie sind außerdem eingeladen, Teil des bundesweiten Data Literacy Education Netzwerks zu werden.

Die geförderten Hochschulen

RWTH Aachen

Das Projekt "data.RWTH – Datenkultur an der RWTH" zielt auf die multimethodische Vermittlung einer breiten Grundlagenausbildung im Bereich Data Literacy an alle Studierenden der RWTH Aachen University. Unter der Prämisse, eine nachhaltige Datenkultur zu schaffen, werden einerseits innovative praxisnahe Lehr- und Lernformate entwickelt, die sowohl grundlegende interdisziplinäre Datenkompetenzen als auch eine fachspezifische Kompetenzausprägung fokussieren. Zum anderen gilt es, das entstehende Data-Literacy-Angebot entlang des gesamten Studiums curricular zu verankern. Für eine erfolgreiche Projektumsetzung werden dabei alle Hochschulakteurinnen und -akteure systematisch eingebunden und Anknüpfungspunkte an bestehenden Lehr-, Verwaltungs- und Netzwerkstrukturen genutzt.

Verbund OWL (Uni Bielefeld, FH Bielefeld, Uni Paderborn)

Das hochschulübergreifende Verbundprojekt "DataLiteracySkills@OWL" (DaLiS@OWL) der Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie der Fachhochschule Bielefeld zielt darauf ab, den reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit Daten außer- und inneruniversitär zu stärken und einen fundierten Erwerb von Data Literacy Skills (Datenkompetenzen) für Studierende aller Fächer zu etablieren. Dies umfasst sowohl analytische und gestalterische Fähigkeiten im Umgang mit Daten als auch die Fähigkeit zur Reflexion gesellschaftlicher Wechselwirkungen.

So fördern curricular verankerte, anwendungsbezogene, hochschul- und fächerübergreifende Angebote zum einen die aktive Teilhabe an digitalen Transformationsprozessen, zum anderen aber auch die Fähigkeit, Anforderungen, die in einer zunehmend datengetriebenen Berufswelt und Gesellschaft bestehen, handlungsfähig entgegenzutreten (1). Darüber hinaus wird Lehrenden die Vermittlung von Data Literacy Skills durch systematischen Austausch zwischen daten-zentralen und daten-fernen Disziplinen, Zugang zu digitalen Werkzeugen, die Schaffung persistenter Lehrressourcen und gezielter Anreize ermöglicht (2). Ferner hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, für die Region Ostwestfalen (OWL) mit einem auf die regionale Wirtschaft und Wissenschaft abgestimmten OWL-Datenzertifikat, einen verlässlichen Kompetenznachweis für datenliterate Absolventinnen und Absolventen zu schaffen und einen nachhaltigen Wissenstransfer zu gewährleisten (3). Schließlich ermöglichen die ausbau- und anschlussfähig gestalteten Konzepte von DaLiS@OWL eine Umsetzung auch über OWL hinaus.

Ruhr-Universität Bochum

Das Projekt "Data.Literacy@RUB" ist in drei Stufen aufgeteilt. Das Basismodul sowie das Aufbaumodul der Stufe I zielen darauf ab, die heterogene Gruppe an Studierenden der Ruhr-Universität Bochum (RUB) für die Relevanz von Data Literacy zu sensibilisieren. Dabei soll ein grundlegendes Verständnis und eine Basiskompetenz im Umgang mit Daten vermittelt werden. In Stufe II, dem Vertiefungsmodul, werden den Studierenden durch ergänzende Workshopangebote im Bereich "Data Science" praktische Kompetenzen im Umgang mit Daten vermittelt und in Datenprojekten Möglichkeiten zur praktischen Arbeit mit Daten gegeben. Hierdurch soll das Wissen vertieft und gefestigt werden. Das Forschungsmodul und somit die Stufe III hat das Ziel, die Studierenden in einer forschenden und fragenden Haltung zu bestärken und sie mit dem notwendigen Fachwissen sowie methodischen und sozialen Kompetenzen dazu zu befähigen, ihre spätere berufliche Praxis in oder außerhalb der Wissenschaft kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Das Projekt "DAViD" (Daten Analysieren, Visualisieren und Deuten) verfolgt die Vermittlung von Digital- und Datenkompetenzen für Studierende aller Bachelorstudiengänge an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Hierbei umfasst das Projekt DAViD zwei Säulen: Zum einen werden in der Projektlaufzeit 15 digitale Lehr-Lernmaterialien (E-Learning Sessions) erstellt, welche die Basis-Kompetenzen der Data Literacy abdecken und in der Lehre aller Bachelorstudiengänge genutzt werden können. Zum anderen werden während der Projektlaufzeit Curriculumswerkstätten in allen Fachbereichen abgehalten. In den Werkstätten werden mit den jeweiligen Verantwortlichen curriculare Voraussetzungen für die künftige Verankerung in den Bachelorstudiengängen entwickeln.

Technische Universität Dortmund

Das Konzept "Data Competence Network" (DaCoNet) der TU Dortmund richtet sich an Studierende und vermittelt Datenkompetenzen auf drei Leveln. Das Basisangebot "DaCoNet Basic" richtet sich an alle Bachelorstudierenden. Ziel ist die Sensibilisierung für den Umgang mit Daten und Datenprodukten sowie die Entwicklung von Data-Literacy-Kernkompetenzen. Interessierte Studierende können sich im "DaCoNet Advanced"-Angebot fortgeschrittene Datenkompetenzen aneignen. In Tandems aus Data Scientists und Datenanwendern werden mathematisch-statistische Grundlagen vertieft und fachspezifisch angewandt. Mit dem dritten Level "DaCoNet Expert" können sich Studierende schließlich in praktischen Data-Science-Anwendungen spezialisieren.

Universität Duisburg-Essen

Die Universität Duisburg-Essen hat mit dem "DataCampus – Discover, Follow, Work and Share Data" einen Entwicklungs- und Kooperationsrahmen zur Förderung von Datenkompetenzen in Studium und Lehre geschaffen. Von zentraler Bedeutung ist dabei ein breites Netzwerk von Lehrenden, die Studierende in ihren Veranstaltungen an den Umgang mit Daten heranführen. Sie sind Teil der DataCommunity, die zusammen mit der Universitätsbibliothek und dem Zentrum für Hochschulqualitätsentwicklung Lehrveranstaltungen, Lernorte und Lehr-Lern-Materialien entwickeln, um Studierende beim Erwerb von Datenkompetenzen zu unterstützen.

Technische Hochschule Köln

Die Data Literacy Initiative (DaLI) entwickelt ein modulares, interdisziplinäres Programm, um Datenkompetenz systematisch und hochschulweit in Lehre und Forschung an der TH Köln zu verankern.

DaLI realisiert ein Zertifikatsprogramm, das in drei Levels die verschiedenen Kompetenzen der Data Literacy vermittelt.

  • Das "Basic Level" bietet den konzeptuellen Rahmen des Zertifikats. Zum einen gibt das "Data Literacy Basismodul", begleitet von einem Datenprojekt, einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Kernkompetenzen der Data Literacy und vermittelt alle Kompetenzen rund um den Datenlebenszyklus, beginnend bei der Datensammlung, über das Datenmanagement, bis hin zu Langzeitarchivierung. Dabei wird durchgehend ein Fokus auf Datenethik und Datenschutzrecht gelegt. Zum anderen arbeiten die Studierenden in der "DaLI-Projektwoche" in disziplinübergreifenden Teams miteinander, um sich einen Aspekt der Data Literacy am praktischen Beispiel zu erarbeiten.
  • Im "Advanced Applications Level" steht den Studierenden ein breites Kursangebot zur Auswahl, das eine Vertiefung in den verschiedenen Bereichen nach ihrer Wahl ermöglicht. 
  • Im "Interdisciplinary Project Level" haben die Studierenden die Möglichkeit, ihr Erlerntes in interdisziplinären, datenintensiven Projekten zur Anwendung zu bringen.

Ergänzend wird ein "DaLI Lab" etabliert, das als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Disziplinen, der regionalen Wirtschaft und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren Raum zum Austausch und zur Zusammenarbeit bietet.

 

Hochschule Niederrhein

Im Projekt "PEDaL HN – Ein Projekt zum Erwerb von Data Literacy an der Hochschule Niederrhein" entwickelt das Projektteam ein dreistufiges Kompetenzmodell zum Erwerb von Data-Literacy-Kompetenzen. In diesem Model greifen studiengangüberspannende und fachspezifische Elemente ineinander. In drei Bausteinen bilden die Studierenden (1) Verständnis und Bewusstsein für Daten, (2) erlernen Techniken zum Datenmanagement, um (3) mit realen Daten in fachbezogenen Studienprojekten zu arbeiten. In einer Online-Rallye, die mit Live-Conventions und studentischen DatenPatinnen und DatenPaten begleitet wird, wird zunächst Data Awareness entwickelt. Für Data-Literacy-Techniken und -Methoden wird ein überfachlicher Online-Kurs erstellt, der Lehrenden als Ressource zur Verfügung steht und modular in bereits etablierte, curriculare Veranstaltungen integriert werden kann. Interdisziplinäre Fragestellungen mit fachspezifischen Daten werden durch die Studierenden in fachbereichsübergreifenden Projekten bearbeitet.

Data Literacy Education Netzwerk

Viele Hochschulen stehen in ihrer Entwicklung von Data-Literacy-Education-Programmen vor ähnlichen Herausforderungen und vollziehen vergleichbare Arbeitspakete in ähnlichen Zeiträumen. Um diesen Entwicklungsprozess zu unterstützen, sind andernorts gesammelte Erfahrungen hilfreich. Da es sich um hochschulweite Projekte handelt, existieren an der eigenen Hochschule in der Regel keine Peers, mit denen ein Austausch möglich wäre. Genau dort setzt das bundesweite Data Literacy Education Netzwerk, gefördert durch die DATEV-Stiftung Zukunft und den Stifterverband, an. Das bundesweite Data Literacy Education Netzwerk begleitet die Hochschulen seit Herbst 2019 über einen Zeitraum von zwei Jahren durch regelmäßige Netzwerktreffen, aus denen Arbeits- und Themengruppen entstehen sollen. Ziel ist es, dass die Netzwerk-Hochschulen durch fachlichen Austausch, Peer-to-Peer-Formate sowie kollegiale Beratung von ihren Erfahrungen wechselseitig profitieren und sich so bei der Umsetzung ihrer Data-Literacy-Programme unterstützen.

Die Hochschulen im Netzwerk

Freie Universität Berlin

Mit "Exploring Data Literacy" wurde im Rahmen des Projekts "LEON" (Learning Environments Online) untersucht, wie Studierende an der der Freien Universität Berlin zu kompetenten Akteurinnen und Akteuren einer zunehmend datengetriebenen Wissenschafts-, Arbeits- und Lebenswelt ausgebildet werden können. Zusammen mit Lehrenden verschiedener Fachbereiche wurden innovative Lehr-/Lernszenarien angeregt, umgesetzt und weiterentwickelt sowie Möglichkeiten der fachübergreifenden Vermittlung von Data Literacy eruiert. Es wurden technisch-didaktische Konzepte und Tools erprobt, um Datenkompetenzen als inhärent digitale Skills im Sinne des Blended Learning zu vermitteln.

FOM Hochschule, Essen

An der FOM Hochschule für Oekonomie & Management wird Data Literacy im Rahmen des Projekts "Data Literacy für berufsbegleitend Studierende: Daten finden. Nutzen. Explorieren." standort- und studiengangsübergreifend in die Lehre integriert. Ein interdisziplinäres Projektteam aus verschiedenen Hochschulbereichen entwickelt im Austausch mit weiteren Lehrenden interaktive Lehr- und Lernmaterialien für die Vermittlung von Datenkompetenzen. An der Hochschule für Berufstätige liegt dabei ein Schwerpunkt auf der Theorie-Praxis-Transferkompetenz.

HAW Hamburg

Das Projekt "Data Literacy in Context" (DaLiCo) zielt darauf ab, den Umgang mit Daten über Fachgrenzen und Disziplinen hinweg kompetenzbildend zu unterstützen. Das Thema Datenkompetenz wird nicht nur auf einen Fachbereich oder eine Hochschule bezogen betrachtet, sondern durch die Kooperation mit drei europäischen Hochschulen aus den Niederlanden (Hogeschool Utrecht), Spanien (Universitat Politècnica de València) und Ungarn (University of Debrecen) sowohl interdisziplinär als auch international erforscht und in einen größeren Kontext gestellt. Die HAW Hamburg koordiniert dieses Erasmus+--Projekt verantwortlich.

Im Rahmen des Projekts werden Konzepte und Prototypen erarbeitet, unter anderem für eine Zusammenstellung von Datenkompetenzressourcen zu einer "Datenkompetenzlandkarte", für ein Train-the-Trainer-Konzept, einen Lernraum, sowie ein Mess- und Evaluationsinstrument für Datenkompetenz. Schließlich wird auch ein Pilotkonzept für die institutionelle Implementierung gemeinsamer internationaler Data-Literacy-Standards in ausgewählte Curricula der Partner erarbeitet.

Philipps-Universität Marburg

Das Vorhaben "Forschungsdatenmanagement in der Methodenausbildung der Philipps-Universität Marburg – ein Baustein zur Verankerung von DLE an der Universität" zielt darauf ab, Angebote und Kompetenzen der Universität in den Bereichen Forschungsdaten und digitale Forschung an einer Stelle zu bündeln. Das Servicezentrum digital gestützte Forschung stellt dafür Ressourcen zur Verfügung und organisiert sowohl bei konkreter Bedarfsartikulation entsprechende Foren und Arbeitsformate als auch eigeninitiativ Vernetzungsangebote. Das Ziel ist es, aus einer Gesamtsicht heraus die Verankerung von Data Literacy Education organisatorisch und strukturell zu unterstützen.

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Data-Literacy-Angebot der Johannes Gutenberg-Universität bietet Studierenden aller Fächer individuell und fachlich differenzierte Möglichkeiten, datenbezogene Kompetenzen zu erwerben und anzuwenden. Das Angebot umfasst Kurse und Lerneinheiten zu technisch-informationellen und statistischen Grundlagen, zu ethischen, rechtlichen und reflexiven Fragen sowie fachnahe anwendungsorientierte Projekte.  Studierende können einzelne solcher Angebote besuchen, die als Zusatzqualifikation bescheinigt werden. In zahlreichen Studiengängen können die Angebote auch curricular angerechnet werden. Zukünftig soll zudem die Möglichkeit gegeben werden, strukturiert ein eigenes Zertifikat zu erwerben. Das Data-Literacy-Angebot wird vom Studium generale koordiniert; ein Data-Literacy-Netzwerk verknüpft das Angebot mit zahlreichen hochschulinternen wie -externen Akteuren.

Universität Trier

"TRIDALITY" stellt ein fächerübergreifendes Konzept zur Stärkung von Datenkompetenzen an der Universität Trier dar. Die Idee und Zielsetzung bestehen in der Schaffung bedarfsgerechter Lehr- und Weiterbildungsangebote (für Bachelor- und Master-Studierende sowie für Promovierende sämtlicher Fächer). Im Rahmen von Propädeutik-Kursen werden zum Beispiel im Master-Studiengang "Data Science" Blended-Learning-Szenarien eingesetzt. Damit soll zusätzlich zu vorhandenen Präsenzterminen über digitale Lernangebote eine Entkopplung von zeitlichen und örtlichen Restriktionen erzielt werden. An der Realisierung und Ausweitung des Vorhabens sind neben dem Kernprojektteam, bestehend aus der Professur für Wirtschafts- und Sozialstatistik beziehungsweise dem Research Institute for Official and Survey Statistics (RIFOSS) sowie dem Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien (ZIMK), ferner die Arbeitsstelle gute und innovative Lehre (AGIL) und die Universitäts-Video-Abteilung (UVA) als didaktische Beratungs- und produktionstechnische Instanzen beteiligt. Durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie befindet sich TRIDALITY zurzeit im Aufbaustadium, zunächst im Rahmen einzelner Kooperationen.

Für das Netzwerk sind darüber hinaus die Universität Bielefeld, die Hochschule Bremerhaven, die Universität Hamburg, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena sowie die Universität Regensburg ausgewählt worden.

Auch die Georg-August-Universität Göttingen, die Leuphana Universität Lüneburg und die Hochschule Mannheim, die bereits seit Anfang 2019 durch die Heinz Nixdorf Stiftung und den Stifterverband gefördert werden, sind Teil des Data Literacy Education Netzwerks. Das Auftakttreffen fand am 22. Oktober 2019 im Anschluss an die HFDcon in Bonn statt.

 

 

DATA-LITERACY-CHARTA

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern hat der Stifterverband im Januar 2021 die Data-Literacy-Charta initiiert. Mit ihr wird ein gemeinsames Verständnis von Datenkompetenzen und deren Bedeutung für Bildungsprozesse formuliert. Die Charta steht im Einklang mit der Datenstrategie der Bundesregierung und mit der Berliner Erklärung zur Digitalen Gesellschaft.
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Veranstaltungen

Am 22. Oktober 2019 fand in Bonn das erste Treffen des Data Literacy Education Netzwerks statt. Bei der Veranstaltung kamen die eingeladenen Netzwerk-Hochschulen, die Data-Literacy-Education-Konzepte entwickelt haben, zusammen. Ziel war es, sich unter anderem über Good Practices, Herausforderungen sowie Data-Literacy-Curricula auszutauschen und in Arbeitsgruppen in einem Peer-to-Peer-Ansatz Data Literacy Education zu fördern. Das Netzwerktreffen fand im Anschluss an die HFDcon statt.

Am 24. April 2018 hat der Stifterverband gemeinsam mit der Gesellschaft für Informatik und der Heinz Nixdorf Stiftung im Rahmen eines Symposiums das Thema Data Literacy und dessen Vermittlung näher beleuchtet – und hierzu Pioniere und Studienautoren aus dem In- und Ausland sowie Entscheider aus deutschen Hochschulen und dem Hochschulsystem zusammengebracht. Im Rahmen des Symposiums bestand auch die Möglichkeit, Rückfragen zur Ausschreibung zu klären.
Mehr Info zur Veranstaltung

"So wie Lesen oder Schreiben eine Grundfähigkeit ist, wird auch das Lesen von Daten jetzt immer wichtiger."

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Data Literacy Education an Hochschulen: Die Wettbewerbsjury

"Wir hoffen, dass wir etwa zehn Prozent der Studierenden wirklich für das Thema begeistern können. Die sagen: Davon möchte ich mehr haben."

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Data Literacy Education an Hochschulen: Die Wettbewerbssieger

"Everyone has a different setting but we all have the same goals – to adapt universities to the educational needs of our students and the demands of this data saturated age."

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Videobotschaft von Cathryn Carson zum Data Literacy Education Symposium

"Was die Zahl der Talente angeht, weiß man natürlich auch, dass in Amerika einfach schon länger mehr ausgebildet werden und dass vor allem auch viel mehr in die USA einwandern."

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Video-Interview mit Chris Armbruster (Data Science Retreat)

Kontakt

Dr. Henning Koch

ist Programmmanager im Bereich "Programm und Förderung".

T 030 322982-318

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