Data Literacy Education

Datenkompetenzen für Studierende aller Fächer

Ein gemeinsames Programm des Stifterverbandes
und der Heinz Nixdorf Stiftung
im Rahmen der Initiative "Future Skills"

Bewerbungsschluss: 14. Juni 2018

Data literacy ist eine grundlegende Kompetenz, um in der digitalen Welt in Wissenschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft bestehen und teilhaben zu können. Data literacy ist die Fähigkeit, planvoll mit Daten umzugehen und sie im jeweiligen Kontext bewusst einsetzen und hinterfragen zu können. Dazu gehört: Daten zu erfassen, erkunden, managen, kuratieren, analysieren, visualisieren, interpretieren, kontextualisieren, beurteilen und anzuwenden. Data literacy gestaltet die Digitalisierung und die globale Wissensgesellschaft in allen Sektoren und Disziplinen. Gleichzeitig müssen Hochschulabsolvierende aller Fächer über fachspezifische Datenkompetenzen für die Wissenschaft und für die Arbeitswelt verfügen.

Die Hochschulen adressieren den Erwerb von data literacy und fachspezifischen Datenkompetenzen bisher noch nicht in der Breite. Während bereits eine Reihe spezialisierter Data-Science-Studienangebote im Umfeld der klassischen Fächer Informatik, Mathematik und Statistik entstanden sind und entstehen, fehlt es noch an Konzepten und Angeboten für den umfassenden Erwerb von data literacy Kompetenzen durch Studierende aller Fächer.

Foto: Pexels

Ziele und Schwerpunkt der Förderung

Mit dem Förderprogramm "Data Literacy Education" möchten die Heinz Nixdorf Stiftung und der Stifterverband im Rahmen der Initiative Future Skills einen Beitrag dazu leisten, den Erwerb von data literacy für Studierende aller Fächer an deutschen Hochschulen zu etablieren. Internationale Vorbilder für ein institutionelles Angebot zur Vermittlung von data literacy sind zum Beispiel das Data Science Education Program der UC Berkeley oder die Moore-Sloan Data Science Environments.

Die geförderten Lehr- und Lernkonzepte sollen jeweils mindestens einen Studienabschnitt (Bachelor, Master, Promotion) adressieren und für Studierende aller Fächer angeboten werden oder zumindest auf eine fakultätsübergreifende Fächergruppe ausgerichtet sein. Konzepte, die sich auf eine einzelne Fakultät oder einzelne Studiengänge beschränken, sind nicht förderfähig. Die Konzepte sollen nachhaltig und mehrjährig angelegt sein. 

Die Implementierung von data literacy in die Curricula und ihre Vermittlung erfordert die Kollaboration der Lehrenden untereinander und eine fach- wie hochschulübergreifende Zusammenarbeit. Die Lehr- und Lernformate müssen der Kompetenz entsprechend gestaltet sein. Sie sollten digitale Methoden, Werkzeuge und Ressourcen einsetzen sowie projektbasiertes, praktisches Lernen an echten Datenbeständen vorsehen.

 

Verfahren

Es werden insgesamt drei Hochschulen mit jeweils bis zu 250.000 Euro gefördert. Alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sind eingeladen, sich mit ihren Lehr- und Lernkonzepten zu bewerben. 

Die eingereichten Anträge werden in einem zweistufigen Verfahren durch eine Jury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft bewertet und ausgewählt. Auf der Basis einer ersten Jurysitzung werden bis zu zehn Hochschulen eingeladen, ihre Anträge in einer zweiten öffentlichen Auswahlsitzung zu präsentieren. Unter diesen Anträgen wählt die Jury drei Hochschulen für eine Förderung aus. 

Die Förderer regen an, dass ein fakultätsübergreifendes Team aus Lehrenden, Studierenden und Forschenden aller Statusgruppen unter Einbeziehung von hochschulexternen Stakeholdern aus Wirtschaft und Gesellschaft das Lehr- und Lernkonzept entwickelt. Ein Vertreter der Hochschulleitung sowie ein Projektverantwortlicher sollten für eine Präsentation des Projektes im Rahmen der zweiten Auswahlrunde zur Verfügung stehen.

Das Förderprogramm ist auf eine Dauer von drei Jahren angelegt. Die Förderung kann ab Oktober 2018 beginnen.

Hinweise zur Antragstellung

Der Antrag umfasst das Deckblatt, eine Kurzzusammenfassung und die Beschreibung des Lehr- und Lernkonzeptes. 

Bitte adressieren Sie in der Beschreibung des Lehr- und Lernkonzeptes folgende Fragen: 

  • Motivation: Warum bewerben Sie sich um die Förderung?
  • Herausforderungen: Welche konkreten Herausforderungen adressiert Ihr Lehr-und Lernkonzept?
  • Ziele und Umsetzung: Welche Ziele wollen Sie erreichen und wie gestalten Sie den Umsetzungsprozess? 
  • Inhalte und Vermittlung: Welche Datenkompetenzen sollen wie fachübergreifend vermittelt werden?
  • Bedarfsorientierung: Wie wird eine Anbindung an die Bedürfnisse der akademischen Disziplinen, der Arbeitswelt und der Gesellschaft sichergestellt?
  • Nachhaltigkeit / Strukturen / Prozesse: Wie soll fachübergreifende Data Literacy Education an der Hochschule dauerhaft etabliert werden?
  • Übertragbarkeit: Wie wird eine Übertragung des Konzepts, der Lehr- und Lerninhalte und Strukturen auf weitere Studienabschnitte und Institutionen ermöglicht?
  • Evaluation: Wie wird der Erfolg des Lehr- und Lernkonzeptes evaluiert?
  • Team und Mittelverwendung: Welche Mitglieder hat das Projektteam, welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen diese ein und wie werden die Fördermittel eingesetzt? 

Für die Auswahl der Anträge legt die Jury insbesondere folgende Kriterien zugrunde:

  • Qualität und Originalität des Lehr- und Lernkonzepts 
  • institutionelle Breitenwirkung des Projekts 
  • Bedarfsorientierung 
  • Strukturen und Prozesse zur fakultätsübergreifenden nachhaltigen Etablierung des Lehr- und Lernkonzeptes
  • Expertise und Zusammensetzung des Projektteams

Der Antrag muss bis zum 14. Juni 2018 beim Stifterverband eingegangen sein (Ausschlussfrist). Bei postalischen Einsendungen gilt das Datum des Poststempels.

Der Antrag sollte maximal zwölf DIN A4-Seiten und maximal 36.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) zuzüglich des Deckblattes und zuzüglich der Kurzzusammenfassung (max. eine Seite, max. 3.000 Zeichen) umfassen. 

Bitte senden Sie alle Unterlagen als PDF-Datei an andreas.sorge@stifterverband.de sowie einen Ausdruck des Antrags als Loseblattsammlung (nicht geklammert, geheftet, gebunden oder ähnliches) an: 

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
Andreas Sorge
Pariser Platz 6
10117 Berlin

Veranstaltungshinweis

Am 24. April 2018 führt der Stifterverband zusammen mit der Gesellschaft für Informatik ein Data Literacy Education Symposium in Berlin durch. In diesem Rahmen besteht auch die Möglichkeit, Rückfragen zur Ausschreibung zu klären. Dazu sind alle interessierten Antragsteller eingeladen.
Mehr Info zur Veranstaltung

24. April 2018 Data Literacy Education Symposium in Berlin (einschließlich Fragerunde für interessierte Antragsteller)
14. Juni 2018 Ende der Antragsfrist
Bis Ende Juli 2018 Auswahl der Finalisten
Ende September 2018 Öffentliche Auswahlsitzung in Berlin

Kontakt

Andreas Sorge

ist als Programmmanager/Wissenschaftlicher Referent im Bereich "Programm und Förderung" tätig.

T 030 322982-316
F 030 322982-515

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