Fellow-Programm Freies Wissen

Das gemeinsame Programm von Wikimedia Deutschland, dem Stifterverband und der VolkswagenStiftung fördert die Öffnung von Forschung und Lehre im Sinne Offener Wissenschaft.

Bewerbungsschluss für die vierte Ausschreibungsrunde war der 6. Mai 2019.

Das Fellow-Programm Freies Wissen richtet sich an Doktoranden, Post-Docs und Juniorprofessoren, die ihre Forschungsprozesse offen gestalten möchten. Sie werden mit 5.000 Euro sowie einem intensiven Mentoring- und Qualifizierungsangebot gefördert, um sie bei der Öffnung der eigenen wissenschaftlichen Arbeit zu unterstützen.

 

Ausschreibung

Zentrales Anliegen des Programms ist die Stärkung einer Offenen Wissenschaft, um den Wissenstransfer in die Gesellschaft und die Qualität wissenschaftlicher Forschung und Lehre zu verbessern. Transparenz, gemeinschaftliches Arbeiten und Lernen, Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit wissenschaftlichen Arbeitens sind dafür elementare Voraussetzungen. Das Fellow-Programm fördert den Austausch und die Vernetzung von Aktiven im Bereich Offene Wissenschaft, um damit schrittweise die Öffnung von Wissenschaft und Forschung weiter voranzutreiben. Es bietet dazu die Möglichkeit, sich mit Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zu vernetzen, die Einblicke in ihre freie Forschungspraxis bieten. In Zukunft sollen die Fellows als Botschafter für Freies Wissen fungieren und die Idee einer Offenen Wissenschaft in ihren und anderen wissenschaftlichen Institutionen und Fach-Communities verbreiten. Darüber hinaus geht es darum, den Wissenstransfer in die Gesellschaft voranbringen, etwa durch Vorträge, Lehrveranstaltungen oder Workshops.

Gefördert wurden im ersten Programmjahr 2016/2017 insgesamt zehn Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen. In den Programmjahren 2017/2018 und 2018/19 wurden jeweils 20 Stipendien vergeben. In der aktuellen Ausschreibung 2019/20 stehen wieder bis zu 20 Stipendien zur Verfügung.

Als Partner sind mit Qualifizierungsangeboten an dem Programm beteiligt: das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin, die Technische Informationsbibliothek (TIB), die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Open Knowledge Maps und das Museum für Naturkunde in Berlin.

 

Was ist das Fellow-Programm Freies Wissen?

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Das bietet das Fellow-Programm

Qualifizierung

Im Rahmen des Fellow-Programms wird neben theoretischen Grundlagen zu den Themen Freies Wissen und Offene Wissenschaft auch deren praktische Anwendung vermittelt. Ziel ist es, die Fellows bei ihrer Arbeit zu unterstützen: Sie lernen nicht nur Methoden, Verfahren und Werkzeuge kennen, mit denen sie ihre Forschungsvorhaben offen gestalten und in die eigene Lehre einbinden können, sondern auch offene und alternative, verantwortungsvolle Formen der Wissenschaftsevaluation sowie neuartige Anreiz- und Bewertungssysteme.

Mentoring

Über einen Zeitraum von acht Monaten erhalten die Fellows eine persönliche Betreuung durch Mentoren, die Prinzipien Offener Wissenschaft bereits in ihrer Forschung anwenden. Diese stehen ihnen als Ansprechpartner für die Umsetzung ihrer Ziele innerhalb ihrer Forschungsvorhaben beratend zur Seite. Die Fellows stehen in regelmäßigem Austausch mit ihren Mentoren. Dieser Austausch kann als Einzel-Mentoring sowie als Peer-to-Peer-Mentoring in Form selbstorganisierter Arbeitsgruppen erfolgen. Für eine kontinuierliche Evaluation der gemeinsamen Arbeit schließen die Fellows mit ihren Mentoren zu Beginn des Programms verbindliche Ziel- und Handlungsvereinbarungen und schreiben im Laufe des Programms einen Zwischen- und Abschlussbericht zum Entwicklungsstand ihres Forschungsvorhabens.
Details zu den Mentoren auf der Website von Wikiversity

Finanzielle Unterstützung

Für das Programmjahr 2019/2020 werden bis zu 20 Stipendien vergeben, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind. Dabei handelt es sich um individuelle, personengebundene Stipendien, die den Fellows Freiräume und Ressourcen für die Durchführung ihrer eigenen Forschungsvorhaben verschaffen. Auch Reise- und Übernachtungskosten für Präsenzveranstaltungen im Rahmen des Fellow-Programms werden bei Bedarf erstattet.

Veranstaltungen

Die Auftaktveranstaltung in der vierten Förderrunde findet vom 13. bis 15 September 2019 in Berlin statt. Hier haben Fellows und Mentoren die Möglichkeit, sich kennenzulernen und das Vorgehen für die gemeinsame Arbeit zu planen. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung zu Erfahrungen und Fragestellungen rund um die Themen Freies Wissen und Offene Wissenschaft.

Mitte Februar 2020 findet ein Qualifizierungsworkshop in Berlin statt. Der Workshop dient der Vermittlung umfassender Kenntnisse in verschiedenen Aspekten Offener Wissenschaft sowie dem Austausch über Projektstände und Lösungsansätze für Herausforderungen, die bei der Integration von Prinzipien Offener Wissenschaft in die eigene wissenschaftliche Arbeit auftreten. Termin und Ort werden noch bekannt gegeben.

Das Fellow-Programm endet nach einer Laufzeit von acht Monaten mit einer Abschlussveranstaltung am 5./6. Juni 2020, die in Berlin stattfinden wird. Hier werden gesammelte Erfahrungen und Erkenntnisse zum Fellow-Programm ausgetauscht und die Ergebnisse aus den Forschungsvorhaben vorgestellt.

Mit Unterstützung des Fellow-Programms setze ich mich für die Veränderung von Forschungspraktiken hin zu einer offeneren Wissenschaft ein.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Dr. Sarah-Mai Dang

Fellow 2017/18

Reproduzierbarkeit ist ein Grundpfeiler der Wissenschaft, in der Praxis ist das Reproduzieren von Forschungsergebnissen aber oft sehr schwierig.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Felix Z. Hoffmann

Fellow 2017/18

Ich habe in meiner Generation von Promovierenden erlebt, dass es die Bereitschaft zum Austausch gibt, sogar die Sehnsucht danach, jedoch kaum Strukturen, die den Austausch ermöglichen.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Alina Kokoschka

Fellow 2017/18

Leider kommt Open Science im Wissenschaftleralltag oft zu kurz. Ich glaube jedoch, dass offene Wissenschaft erheblich zum Erkenntnisgewinn beitragen kann.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Dr. Julia Niemann-Lenz

Fellow 2017/18

Die Wissenschaft lockt ihre Beute in den Elfenbeinturm. Was bringen unsere Erkenntnisse für die Gesellschaft und wie können wir unsere Arbeit ganz einfach erklären?
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Aleksej Tikhonov

Fellow 2017/18

Kontakt

Ansprechpartner für Fragen zum Programm und zur Bewerbung:

Sarah Behrens
Wikimedia Deutschland
T 030 219158-260
E-Mail senden

Christopher Schwarzkopf
Wikimedia Deutschland
T 030 219158-260
E-Mail senden

 
Ansprechpartnerin für Fragen zum Programm:

Uta Meier-Hahn
VolkswagenStiftung
T 0511 8381-345
E-Mail senden

 

Ansprechpartner beim Stifterverband für Fragen zum Programm:

Sebastian Horndasch

ist Programmmanager im Bereich Programm & Förderung.
T 030 322982-535
F 030 322982-215

E-Mail senden

Programmpartner

Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland arbeitet daran, dass das gesammelte Wissen der Menschheit jeder Person frei zugänglich ist. Der Beitrag, um dieses Zukunftsbild Wirklichkeit werden zu lassen, ist in der Satzung angelegt: Zweck des Vereins ist es, die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte in selbstloser Tätigkeit zu fördern, um die Bildung und die Chancengleichheit beim Zugang zu Wissen zu fördern. Neben der Unterstützung der verschiedenen Wikimedia-Projekte und ihren Communitys (unter anderem Wikipedia, Wikidata, Wikiversity) arbeitet Wikimedia auch mit Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturinstitutionen zusammen.

VolkswagenStiftung

Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Mit einem Fördervolumen von insgesamt etwa 150 Millionen Euro pro Jahr ist sie die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche Einrichtungen. In den mehr als 50 Jahren ihres Bestehens hat die VolkswagenStiftung über 30.000 Projekte mit insgesamt mehr als 4,2 Milliarden Euro gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen Stiftungen privaten Rechts in Deutschland. Besondere Aufmerksamkeit widmet die VolkswagenStiftung dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der Zusammenarbeit von Forschern auch jenseits wissenschaftlicher, kultureller und staatlicher Grenzen. Ein Hauptaugenmerk richtet die Stiftung zudem auf die Verbesserung der Ausbildungs- und Forschungsstrukturen in Deutschland. Die Umsetzung der Ziele erfolgt oft im Austausch mit anderen Stiftungen und mit öffentlichen Fördereinrichtungen.