Fellow-Programm Freies Wissen

Das Fellow-Programm für Doktoranden, Post-Docs und Juniorprofessoren ist ein gemeinsames Projekt von Wikimedia Deutschland, dem Stifterverband und der VolkswagenStiftung. Es fördert die Öffnung von Forschung und Lehre im Sinne Offener Wissenschaft.

Mit Offener Wissenschaft können Forschende, aber auch die Gesellschaft als Ganzes an wissenschaftlicher Forschung und Lehre partizipieren.

Ein Förderprogramm für Open Science

Das Fellow-Programm richtet sich an Doktoranden (m/w), Post-Docs (m/w) und Juniorprofessoren (m/w), die ihre Forschungsprozesse offen gestalten möchten. Als wissenschaftliche Partner sind die Technische Informationsbibliothek (TIB), das Museum für Naturkunde Berlin, das Center für Digitale Systeme (CeDiS) und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen mit Qualifizierungsangeboten an dem Programm beteiligt.

Das Programm ist darauf ausgerichtet, dass Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses wie beispielsweise Methoden, Forschungsdaten und Publikationen offen zugänglich und nachnutzbar gemacht werden. Auf diese Weise können der Öffentlichkeit, aber auch anderen Forschenden diese Daten und Informationen als Wissensallmende zur Verfügung gestellt werden.

Die Idee einer offenen Wissenschaft und Forschung im Sinne von Open Science zu stärken, ist zentrales Anliegen des Programms: Transparenz, Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit wissenschaftlichen Arbeitens sind dafür elementare Voraussetzungen.

Besonders soll der Austausch und die Vernetzung von Aktiven im Bereich Open Science gefördert werden, um damit die schrittweise Öffnung von Wissenschaft und Forschung weiter voranzutreiben. Dazu bietet das Programm die Möglichkeit, sich mit Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zu vernetzen, die Einblicke in ihre freie Forschungspraxis bieten. Im ersten Programmjahr 2016/2017 wurden insgesamt zehn Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen gefördert, im Programmjahr 2017/2018 sind insgesamt 20 Stipendien vergeben worden.

Open Innovation, Open Strategy, Open Government: Immer stärker zeigen sich in verschiedensten Bereichen unseres Lebens die Vorteile offener Organisationsformen.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Dr. Maximilian Heimstädt

Fellow 2017/18

Reproduzierbarkeit ist ein Grundpfeiler der Wissenschaft, in der Praxis ist das Reproduzieren von Forschungsergebnissen aber oft sehr schwierig.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Felix Z. Hoffmann

Fellow 2017/18

Ich habe in meiner Generation von Promovierenden erlebt, dass es die Bereitschaft zum Austausch gibt, sogar die Sehnsucht danach, jedoch kaum Strukturen, die den Austausch zu ermöglichen.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Alina Kokoschka

Fellow 2017/18

Mit Unterstützung des Fellow-Programms setze ich mich für die Veränderung von Forschungspraktiken hin zu einer offeneren Wissenschaft ein.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Dr. Sarah-Mai Dang

Fellow 2017/18

Leider kommt Open Science im Wissenschaftleralltag oft zu kurz. Ich glaube jedoch, dass offene Wissenschaft erheblich zum Erkenntnisgewinn beitragen kann.
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Dr. Julia Niemann-Lenz

Fellow 2017/18

Die Wissenschaft lockt ihre Beute in den Elfenbeinturm. Was bringen unsere Erkenntnisse für die Gesellschaft und wie können wir unsere Arbeit ganz einfach erklären?
Foto: Ralf Rebmann/Wikimedia Deutschland

Aleksej Tikhonov

Fellow 2017/18

Das bietet das Fellow-Programm

Qualifizierung & Know-how zu Freiem Wissen und Open Science

Im Rahmen des Fellow-Programms wird neben theoretischen Grundlagen zu den Themen Freies Wissen und Open Science auch deren praktische Anwendung vermittelt. Ziel ist es, die Fellows bei ihrer Arbeit mit digitalen Ressourcen zu unterstützen. Sie lernen Methoden und Verfahren, aber auch Werkzeuge kennen, mit denen sie eine offene Wissenschaft gestalten können:

  • Offene und kollaborative Methoden (Open Methodology)
  • Offene Technologien (Open Source)
  • Freie Lizenzierung (Open Data)
  • Offenes Publizieren (Open Access)
  • Offene Verfahren zur Qualitätssicherung (Open Peer Review)
  • Offene Materialien (Open Educational Resources)
  • Bürgerwissenschaften (Citizen Science)

Mentoring durch erfahrene Open-Science-Experten

Über einen Zeitraum von acht Monaten (Oktober 2017 bis Mai 2018) erhalten die Fellows eine persönliche Betreuung durch Mentoren, die Open Science bereits in ihrer Forschung anwenden. Diese stehen ihnen als feste Ansprechpartner für die Umsetzung ihrer Ziele innerhalb ihrer Forschungsvorhaben beratend zur Seite. Die Fellows stehen in regelmäßigem Austausch mit ihren Mentoren. Dieser Austausch kann als Einzelmentoring sowie als Peer-to-Peer-Mentoring in Form selbstorganisierter Arbeitsgruppen erfolgen. Für eine kontinuierliche Evaluation der gemeinsamen Arbeit schließen die Fellows mit ihren Mentoren zu Beginn des Programms verbindliche Ziel- und Handlungsvereinbarungen.
Details zu den Mentoren auf der Website von Wikimedia

Finanzielle Unterstützung

Für das Programmjahr 2017/2018 werden bis zu 20 Stipendien vergeben, welche mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind. Dabei handelt es sich um individuelle, personengebundene Stipendien, die den Fellows Freiräume und Ressourcen für die Durchführung ihrer eigenen Forschungsvorhaben verschaffen. Auch Reise- und Übernachtungskosten für Präsenzveranstaltungen im Rahmen des Fellow-Programms werden bei Bedarf erstattet.

Impulse für die eigene Forschung und Vernetzung mit der Open-Science-Community

Die Auftaktveranstaltung zum Programmstart findet vom 6. bis zum 8. Oktober 2017 in Berlin statt. Hier haben Fellows und Mentoren die Möglichkeit, sich kennenzulernen und das Vorgehen für die gemeinsame Arbeit zu planen. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung zu Erfahrungen und Fragestellungen rund um die Themen Freies Wissen und Open Science. Im Februar 2018 findet ein Qualifizierungsworkshop in Hannover statt. Der Workshop dient der Vermittlung umfassender Kenntnisse in verschiedenen Aspekten Offener Wissenschaft, sowie dem Austausch über Projektstände und Lösungsansätze für Herausforderungen, die bei der Integration von Open Science Prinzipien in die eigene wissenschaftliche Arbeit auftreten.

Das Fellow-Programm endet nach einer Laufzeit von acht Monaten mit einer Abschlussveranstaltung am 8./9. Juni 2018, die ebenfalls in Berlin stattfinden wird. Hier werden gesammelte Erfahrungen und Erkenntnisse zum Fellow-Programm ausgetauscht und die Ergebnisse aus den Forschungsvorhaben vorgestellt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Die Idee von Open Science: Transparenz, Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit wissenschaftlichen Arbeitens

Video abspielen

Kontakt

Ansprechpartner für Fragen zum Programm und zur Bewerbung:

Christopher Schwarzkopf
Wikimedia Deutschland
T 030 219158-260
E-Mail senden

 
Ansprechpartnerin für Fragen zum Programm:

Dr. Johanna Brumberg
VolkswagenStiftung
T 0511 8381-297
E-Mail senden

 

Ansprechpartner beim Stifterverband für Fragen zum Programm:

Sebastian Horndasch

ist Programmmanager im Bereich Programm & Förderung.
T 030 322982-535
F 030 322982-215

E-Mail senden

Programmpartner

Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland arbeitet daran, dass das gesammelte Wissen der Menschheit jeder Person frei zugänglich ist. Der Beitrag, um dieses Zukunftsbild Wirklichkeit werden zu lassen, ist in der Satzung angelegt: Zweck des Vereins ist es, die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte in selbstloser Tätigkeit zu fördern, um die Bildung und die Chancengleichheit beim Zugang zu Wissen zu fördern. Neben der Unterstützung der verschiedenen Wikimedia-Projekte und ihren Communitys (unter anderem Wikipedia, Wikidata, Wikiversity) arbeitet Wikimedia auch mit Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturinstitutionen zusammen.

VolkswagenStiftung

Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Mit einem Fördervolumen von insgesamt etwa 150 Millionen Euro pro Jahr ist sie die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche Einrichtungen. In den mehr als 50 Jahren ihres Bestehens hat die VolkswagenStiftung über 30.000 Projekte mit insgesamt mehr als 4,2 Milliarden Euro gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen Stiftungen privaten Rechts in Deutschland. Besondere Aufmerksamkeit widmet die VolkswagenStiftung dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der Zusammenarbeit von Forschern auch jenseits wissenschaftlicher, kultureller und staatlicher Grenzen. Ein Hauptaugenmerk richtet die Stiftung zudem auf die Verbesserung der Ausbildungs- und Forschungsstrukturen in Deutschland. Die Umsetzung der Ziele erfolgt oft im Austausch mit anderen Stiftungen und mit öffentlichen Fördereinrichtungen.