Zitate aus den Wahlprogrammen der Parteien zur Landtagswahl am 8. März 2026
Wie sollen Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren flächendeckend gestärkt und systematisiert werden?
- Unsere Schulen und Kitas sind Lern- und Lebensräume. Wir fördern die Verzahnung dieser Räume mit der Welt außerhalb. (S. 26)
- Wir wollen Hindernisse aus dem Weg räumen und jedem Kind die Unterstützung bieten, die es braucht, um seine Talente entfalten zu können. (S. 26)
- Das Land übernimmt inzwischen 68 Prozent der Betriebskosten der Ganztagsbetreuung und sendet damit ein wichtiges Signal an die Kommunen. (S. 28)
- In den kommenden Jahren wollen wir diese Aspekte weiter ausbauen, indem wir Bibliotheken sowie die Kreis- und Landesmedienzentren in der Fläche stärken, stärker mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen vernetzen und hochskalieren. (S. 29)
- Medienzentren übernehmen bereits heute wichtige Aufgaben als kommunale Support- und Wartungscluster für Schulen – von der Bereitstellung digitaler Lernmedien über Fortbildungen bis hin zur technischen Unterstützung. (S. 29)
- In diesem Zusammenhang möchten wir auch das Medienzentrengesetz reformieren. (S. 29)
- Wir werden auch weiterhin in den Ausbau der Ganztagesangebote investieren. (S. 30)
- Ebenso wichtig wie der Ausbau von Ganztagsschulen ist uns deren Qualitätsentwicklung. (S. 30)
- In Projekten mit Vereinen, der Zivilgesellschaft und Unternehmen können Schüler*innen Verantwortung für ihr Umfeld außerhalb der Schule übernehmen. (S. 32)
- Zusätzlich fördern wir die Kooperation mit außerschulischen Partnern in der kommunalen Bildungslandschaft. (S. 33)
- Wir richten die Ressourcenzuweisung stärker an den konkreten Problemlagen der Schulen und ihrer Schülerschaft aus und bauen multiprofessionelle Teams insbesondere an Standorten in sozial benachteiligten Lagen aus. (S. 37)
- Ganztag qualitativ ausbauen und außerschulische Angebote aus Musik, Kultur, Sport besser einbinden. (S. 38–39)
- Wir setzen uns für einen Ganztag mit echter pädagogischer Qualität ein. Dafür braucht es durchdachte Tagesstrukturen, die Lern- und Erholungsphasen sinnvoll verbinden, sowie multiprofessionelle Teams. Ganztagsschulen benötigen Zeit, Raum und qualifiziertes Personal, um Kinder individuell zu fördern und soziale Teilhabe zu stärken. (S. 13)
- Wir stärken die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen, vor allem im Rahmen des Ganztags. Dafür schaffen wir langfristige Kooperationsmodelle mit fairer Vergütung … Lehrkräfte sollen ihre Stunden flexibel auch zur Unterstützung externer Sportangebote einsetzen können. (S. 52)
- Wir setzen Kulturbotschafter:innen in Schulen ein, um kulturelle Werte zu vermitteln. Kooperationen zwischen Ganztagsschulen und Kulturinstitutionen sollen Kunst und Kultur fest ind der Bildung verankern. (S. 52)
- Wir werden Begabtenförderung und leistungsdifferenzierende Angebote in allen Schularten ausbauen (wie zum Beispiel die Hector-Kinderakademie). (S. 17)
- Wir werden schulische Wettbewerbe und Zusatzprogramme als Motivationselemente fördern. Außerschulische Akteure wie zum Beispiel Vereine wollen wir dabei in den Ganztag einbinden und dafür die nötigen Rahmenbedingungen schaffen (S. 22)
- Deshalb fordern wir klare Qualitätsstandards, geschultes Personal durch einen differenzierten Fachkräftekatalog und eine verlässliche gesetzliche Regelung auch für die Ferienbetreuung. (S. 22)
- Wir werden dem Sozialministerium und dem KVJS (Landesjugendamt) die Zuständigkeit in Bezug auf den Ganztagsanspruch übertragen, um durch die Nutzung der Strukturen aus dem frühkindlichen Bereich Doppelstrukturen zu vermeiden.
- Wir werden ein Matchingsystem einführen, um die Einstellung von fachfremden Zusatzkräften zu erleichtern. (S. 22)
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- Inklusive Ganztagesschule für alle: ein gerechtes Schulsystem mit längerem gemeinsamen Lernen (S. 26)
- Statt mit Hausaufgaben und endlosen Lernlisten Stress in die Familien zu bringen und soziale Ungleichheit zu verschärfen, braucht es sinnvolle Förder- und Ganztagsangebote. (S. 29)
- Kostenfreie Ganztagsschule einführen: mit Zusatzförderung und externen Angeboten: Sport, Spiel, Musisches und Kreativität. (S. 30)
- Differenziertes Lernen mit zusätzlicher Förderung, Unterrichtsqualität verbessern (S. 31)
- Förderung der Kooperation zwischen Vereinen und Schulen im AG-Bereich, um junge Menschen auch gesellschaftlich besser einzubinden (S. 86)
- Kulturelle Bildung ausbauen: Theaterpädagogik, Schulkooperationen und Programme für Kinder, Jugendliche und Senior*innen brauchen mehr finanzielle und strukturelle Unterstützung. (S. 39)
EINE EINORDNUNG AUS SICHT DES STIFTERVERBANDES
Schulen und außerschulische Partner bilden gemeinsam ein umfassendes Bildungsökosystem, das die individuellen Stärken und Bedarfe junger Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, die Kooperationen qualitativ sichern, flächendeckend ermöglichen und sie von punktuellen Angeboten zu systemisch verankerten Strukturen weiterentwickeln.
Mit Ausnahme der AfD, die weder die Relevanz noch mögliche Mehrwerte außerschulischer Kooperationen thematisiert, erkennen alle Fraktionen in ihren Wahlprogrammen grundsätzlich an, dass externe Partner einen Beitrag zur schulischen Bildung leisten können, und lassen positive Ansätze erkennen. Die GRÜNEN wollen den Ganztag qualitativ stärken und Schule klar als Teil des Sozialraums verorten. CDU und SPD betonen die Bedeutung einer bedarfsgerechten Unterstützung der Schulen, was ebenfalls in die richtige Richtung weist. GRÜNE, SPD und FDP rücken zudem die individuelle Förderung stärker in den Blick und tragen damit dazu bei, auf die unterschiedlichen Bedarfe von Schülerinnen und Schülern einzugehen. Ergänzend bringt die FDP erste Überlegungen zu verlässlichen Rahmenbedingungen und passenden Matching‑Strukturen für zusätzliches Personal ein. Insgesamt sind die Überlegungen jedoch überwiegend auf den Ganztag sowie auf zusätzliche Angebote in Kunst, Kultur, Musik und Sport verengt. Da der Ganztag nicht alle Kinder und Jugendlichen erreicht, bleiben diese Ansätze strukturell begrenzt.
Parteiübergreifend fehlen konkrete Zielsetzungen, Steuerungsinstrumente und Maßnahmen, um Kooperationen systematisch auszubauen, qualitativ zu sichern und von punktuellen Angeboten zu dauerhaft verankerten Strukturen weiterzuentwickeln.
DIE WEITEREN THEMEN DER WAHLPROGRAMM-ANALYSE
- Welche Ziele verfolgen die Parteien in der Lehrkräftebildung?
- Welche Maßnahmen zur Erreichung neuer Zielgruppen und zur Weiterentwicklung des dualen Lehramtsstudiums sind geplant?
- Wie lässt sich der Schwund im Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst reduzieren – insbesondere in Mangelfächern?
- Wie wollen die Parteien auf Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der Lehrkräftebildung reagieren?
- Welche Schritte planen sie, um die politisch-strategische Steuerung der Lehrkräftebildung zu verbessern?
- Wie können Schulen dabei unterstützt werden, Unterricht und Kooperationen besser zu verzahnen, damit alle Schülerinnen und Schüler ihre Bildungspotenziale bestmöglich entwickeln?
- Wie wird die Schulaufsicht auf ihre neue Rolle gemäß KMK‑Beschluss vom 16. Oktober 2025 vorbereitet?
- Welche Prioritäten setzen die Parteien für die schulische MINT-Bildung?