Zitate aus den Wahlprogrammen der Parteien zur Landtagswahl am 8. März 2026
Wie wollen die Parteien auf Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der Lehrkräftebildung reagieren?
- Dafür stärken wir Medien- und Demokratiebildung in der Ausbildung von Lehrer*innen und die Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischer Medienpädagogik. (S. 32)
- Wir haben das Pflichtfach "Informatik und Medienbildung" an allen weiterführenden Schulen zum Schuljahr 2025/2026 eingeführt. Wir wollen junge Menschen über die Funktionsweise von KI und ihre Chancen und Risiken aufklären und so eine KI‑Mündigkeit aller Schüler*innen erreichen. (S 31-32)
- Digitale Formate und der reflektierte Einsatz künstlicher Intelligenz unterstützen die individuellen Lernprozesse. (S. 31)
- Lehrkräfte qualifizieren wir gezielt, und wir verankern digitale Didaktik im Fachunterricht. (S. 42/43)
- Das Innovationsprogramm "Digitale Schule" führen wir mit Bausteinen wie 3D-Erleben, Robotik in der Grundschule und Computational Thinking fort. (S. 42/43)
- Schulen müssen über eine zuverlässige digitale Infrastruktur, IT-Fachkräfte und pädagogische Konzepte verfügen. Lehrkräfte erhalten gezielte Fortbildungen zur digitalen Didaktik. (S. 14)
- Weiterbildung und Qualifizierung sollen selbstverständlich werden. Das Land startet hierfür eine Weiterbildungsoffensive für KI‑Kompetenz in Berufsschulen, Hochschulen und Volkshochschulen. Lehrkräfte erhalten gezielte Schulungen für den didaktischen Einsatz von KI im Unterricht. (S. 9)
- Der souveräne Umgang mit digitalen Medien gehört heute zu den Schlüsselkompetenzen und muss deshalb systematisch in der Schule vermittelt werden. (S. 16)
- Medienbildung muss integraler Bestandteil aller Bildungspläne und Fächer sein. Zudem muss der zunehmenden Wichtigkeit der Berufsfelder Softwareentwicklung und Informatik Rechnung getragen werden, indem Schulen Grundlagen der Programmierung vermitteln. (S. 16)
- Wir werden den souveränen Umgang mit digitalen Werkzeugen stärker in die Lehramtsausbildung integrieren. (S. 16)
- Dafür müssen die Lerninhalte sowie die Lernmethodik angepasst und die materiellen und personellen Voraussetzungen erfüllt werden. Freie, qualitätsgesicherte Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources) sollen landesweit bereitgestellt werden. (S. 54)
- Es fehlt eine stabile digitale Infrastruktur für Lehrkräfte und Schüler*innen. An vielen Schulen sind nicht nur digitale, sondern auch pädagogische Innovationen wie das selbstständige Lernen noch nicht angekommen. Langeweile und Überforderung sind Alltag, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Unterrichtsqualität kommen nur sehr langsam in den Klassenzimmern an. (S. 29/30)
- Digitales Lernen stärken: Kreativität, kritisches Denken, Teamarbeit fördern, sinnvoller Umgang mit KI und Sozialen Medien lernen. KI kann ein wichtiges Werkzeug sein, das Lernprozesse unterstützt, birgt aber auch Gefahren. Schüler*innen müssen den kritischen Umgang mit KI lernen. (S. 30)
EINE EINORDNUNG AUS SICHT DES STIFTERVERBANDES
Um Schülerinnen und Schüler bestmöglich für eine Zukunft vorzubereiten, aus der KI nicht mehr wegzudenken ist, hält der Stifterverband die Integration Künstlicher Intelligenz sowohl als Lerninhalt als auch als lernunterstützende Technologie in allen Phasen der Lehrkräftebildung für erforderlich. Der Stifterverband befürwortet den Einsatz von zielgruppenorientierten, datenschutzkonformen und transparent gestalteten KI-Anwendungen für das Lernen und Lehren. Insbesondere offene und kollaborative Ansätze sollten dabei verfolgt werden: Bildungsressourcen sollten länderübergreifend als OER entwickelt und genutzt werden, und Bildungstechnologien sollten gemeinwohlorientiert und auf Open Source ausgerichtet sein.
Die Parteien setzen unterschiedliche Schwerpunkte, die jeweils an relevante Aspekte anknüpfen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen zwar die KI‑Mündigkeit von Schülerinnen und Schülern durch Medien‑ und Demokratiebildung sowie ein Pflichtfach "Informatik und Medienbildung" stärken; die dafür erforderliche fachübergreifende Verankerung von KI‑Kompetenzen in der gesamten Lehrkräftebildung wird hingegen nicht adressiert. Die CDU setzt sinnvolle Akzente mit der Qualifizierung im bestehenden System und der Ermöglichung datenschutzkonformer KI‑Assistenzsysteme. Die SPD verfolgt aus Sicht des Stifterverbandes einen breiten und begrüßenswerten Ansatz mit Infrastruktur, IT‑Fachkräften und einer Weiterbildungsoffensive für KI‑Kompetenzen, setzt jedoch zu spät an, wenn die Hauptlast erst in der dritten Phase liegt statt einer Verankerung im Studium. Die FDP adressiert aus Sicht des Stifterverbandes relevante Ziele wie digitale Schlüsselkompetenzen, Programmiergrundlagen und kritische Reflexion, bleibt aber vage, wie der institutionelle Wandel hin zu KI‑gestützten Lernprozessen verbindlich umgesetzt werden kann. AfD und Linke thematisieren Aspekte digitaler Bildung und den reflektierten Umgang mit KI, liefern jedoch keine Aussagen dazu, wie KI‑Kompetenzen systematisch und verbindlich in der Lehrkräftebildung verankert werden sollen.
DIE WEITEREN THEMEN DER WAHLPROGRAMM-ANALYSE
- Welche Ziele verfolgen die Parteien in der Lehrkräftebildung?
- Welche Maßnahmen zur Erreichung neuer Zielgruppen und zur Weiterentwicklung des dualen Lehramtsstudiums sind geplant?
- Wie lässt sich der Schwund im Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst reduzieren – insbesondere in Mangelfächern?
- Welche Schritte planen sie, um die politisch-strategische Steuerung der Lehrkräftebildung zu verbessern?
- Wie sollen Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren flächendeckend gestärkt und systematisiert werden?
- Wie können Schulen dabei unterstützt werden, Unterricht und Kooperationen besser zu verzahnen, damit alle Schülerinnen und Schüler ihre Bildungspotenziale bestmöglich entwickeln?
- Wie wird die Schulaufsicht auf ihre neue Rolle gemäß KMK‑Beschluss vom 16. Oktober 2025 vorbereitet?
- Welche Prioritäten setzen die Parteien für die schulische MINT-Bildung?