Zitate aus den Wahlprogrammen der Parteien zur Landtagswahl am 8. März 2026
Welche Maßnahmen zur Erreichung neuer Zielgruppen und zur Weiterentwicklung des dualen Lehramtsstudiums sind geplant?
- Mit dem neu eingeführten Pilotversuch für das duale Lehramtsstudium können angehende Lehrer*innen schon früh im Studium wertvolle Unterrichtspraxis sammeln. (S. 29)
- Wir haben integrierte Studiengänge wie den neu eingeführten dualen Master im Lehramtsstudium auf den Weg gebracht. (S. 34)
- Mit neuen Studienplätzen im Lehramtsstudium und vereinfachten Wegen für Quer‑ und Direkteinstiege sichern wir die Unterrichtsversorgung und stärken die Qualität (S. 29)
- Wir werden die Einführung eines zweiten Einstiegstermins zur Jahresmitte in das Referendariat prüfen, um Übergänge planbarer und familienfreundlicher zu gestalten. (S. 29)
- Für die Sekundarstufe setzen wir auf differenzierte Lehramtsstudiengänge. Wir berücksichtigen bei der möglichen Fächerwahl den Bedarf an den Schulen. (S. 44/45)
- Gleichzeitig eröffnen wir mehr Fachlehrkräften und technischen Lehrkräften den Zugang zur wissenschaftlichen Laufbahn. (S. 14)
- Wir müssen den Quereinstieg erleichtern und unbürokratisch ermöglichen, ohne dass die Qualität leidet. (S. 13)
- Wir bauen das Angebot an dualen Studiengängen aus. Die DHBW und das duale Studium sind baden‑württembergische Erfolgsgeschichten. (S. 48)
- Weitere Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrkräfte, insbesondere für Fachlehrkräfte, stärken die Attraktivität des Berufs. (S. 18)
- Wir werden die Zugangsbeschränkung (Numerus Clausus) an Pädagogischen Hochschulen abschaffen, um langfristig den Bedarf an qualifizierten Lehrkräften zu sichern. (S. 21)
- Wir werden neue zusätzliche Studienplätze für Sonderpädagogik schaffen und den Numerus Clausus beim Lehramt Sonderpädagogik abschaffen. (S. 28)
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- Ein-Fach-Lehrkräfte fördern, um dem Lehrkräftemangel zu begegnen (S. 33)
EINE EINORDNUNG AUS SICHT DES STIFTERVERBANDES
Ohne die Erschließung neuer Zielgruppen wird der Lehrkräftebedarf auf absehbare Zeit nicht zu decken sein. Aus Sicht des Stifterverbandes ist dafür sowohl die Öffnung der Zugangswege in den Lehrkräfteberuf als auch die gezielte Ansprache bisher unterrepräsentierter Gruppen – etwa internationaler Lehrkräfte oder Personen mit Berufserfahrung in anderen Berufsfeldern – ein zentraler Hebel. Ergänzend braucht es flexiblere Studienmodelle wie Ein‑Fach‑Lehramtsstudiengänge oder duale Formate, um weitere Zielgruppen zu erreichen.
DIe Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben in ihrer Regierungsverantwortung das duale Lehramtsstudium zum Wintersemester 2024/25 eingeführt und damit eine der von der Kultusministerkonferenz (KMK) im März 2024 empfohlenen Maßnahmen zur Gewinnung zusätzlicher Lehrkräfte – insbesondere für Absolventinnen und Absolventen eines MINT‑Bachelors – umgesetzt. Der von der SPD geplante Ausbau ist aus Sicht des Stifterverbandes ebenso zu begrüßen wie die sowohl von der SPD als auch von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verfolgte Erleichterung des Quereinstiegs. Bemerkenswert sind die Pläne von SPD und FDP, Fachlehrkräften den Weg in ein reguläres Lehramt zu eröffnen. Auf diese Weise könnte die Bedarfslücke an qualifizierten Lehrkräften für die beruflichen Fachrichtungen vergleichsweise schnell verringert werden. Die Einführung von Ein-Fach-Lehrkräften, für die sich der Stifterverband als einen regulären zweiten Weg ins Lehramt einsetzt, wird nur von den LINKEN gefordert. Die Wahlprogramme von CDU und AfD treffen demgegenüber keine Aussagen, inwieweit sie künftig verstärkt neue Zielgruppen fürs Lehramt gewinnen wollen.
Leider lässt das Wahlprogramm nicht erkennen, dass die CDU zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung auch auf die Gewinnung neuer Zielgruppen für das Lehramt setzt. Wie der Lehrkräftebedarf künftig gedeckt werden soll, bleibt unklar.
DIE WEITEREN THEMEN DER WAHLPROGRAMM-ANALYSE
- Welche Ziele verfolgen die Parteien in der Lehrkräftebildung?
- Wie lässt sich der Schwund im Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst reduzieren – insbesondere in Mangelfächern?
- Wie wollen die Parteien auf Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der Lehrkräftebildung reagieren?
- Welche Schritte planen sie, um die politisch-strategische Steuerung der Lehrkräftebildung zu verbessern?
- Wie sollen Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren flächendeckend gestärkt und systematisiert werden?
- Wie können Schulen dabei unterstützt werden, Unterricht und Kooperationen besser zu verzahnen, damit alle Schülerinnen und Schüler ihre Bildungspotenziale bestmöglich entwickeln?
- Wie wird die Schulaufsicht auf ihre neue Rolle gemäß KMK‑Beschluss vom 16. Oktober 2025 vorbereitet?
- Welche Prioritäten setzen die Parteien für die schulische MINT-Bildung?