Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre

Der vom Stifterverband und der Hochschulrektorenkonferenz ausgelobte Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses sichtbar machen.

Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis soll einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als ein zentrales Gütekriterium für Hochschulen etabliert und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen profiliert werden.

Der Preis wurde von 2006 bis 2012 in jährlich wechselnden Disziplinen bzw. Fächergruppen verliehen. Mit dem Ars legendi-Preis 2013 wurde dann ein neues Konzept verfolgt: Statt einer Disziplin/Fächergruppe bildet künftig eine spezifische Lehrsituation den Fokus der Ausschreibung.

 

Preisträger 2016

Im Jahr 2016 wurde die Auszeichnung zum Thema "Diversitätsgerechtes Lehren und Lernen" vergeben. Den Preis teilen sich zwei Projekte, die eine Jury aus mehr als 50 Bewerbungen ausgewählt hat.

Foto: Folkwang Universität der Künste
Carolin Schreiber (li.) und Nina Pillen, Folkwang Universität der Künste

Das Folkwang LAB "Kennen wir uns?" gibt einer heterogenen Gruppe von Studierenden im Fachbereich Gestaltung die Möglichkeit, gemeinsam mit Demenzkranken, ihren Angehörigen und dem Umfeld Produkte zu entwickeln, die die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen. Dabei werden die Studierenden von Design-Professorin Carolin Schreiber und ihrem Team sensibel an das Thema Diversität herangeführt und in den Projektphasen professionell begleitet. Carolin Schreiber greift in ihren Lehrveranstaltungen weitere diversitätsrelevante Themen auf, wie zum Beispiel "Oma, Opa, Interfaces" (alternde Gesellschaft) oder "Neue Nachbarn" (Multikulturalität), in denen Studierende Vielfalt erleben und kreativ nutzen.

 

Foto: Universität Oldenburg
Das Projektteam von der Universität Oldenburg um Carsten Agert und Tanja Behrendt (Mi.)

Das "Postgraduate Programme Renewable Energies" der Universität Oldenburg, vertreten durch Prof. Dr. Carsten Agert und Dr. Tanja Behrendt, wurde gemeinsam von aktuellen und ehemaligen Studierenden für den Ars legendi-Preis vorgeschlagen. Mehrwert durch Diversität ist integraler Teil des Studiengangkonzepts. Studierende aller Kontinente (maximal zwei pro Jahrgang aus demselben Land, jeweils zur Hälfte männlich/weiblich) aus unterschiedlichen Fächern und mit unterschiedlicher kultureller und beruflicher Erfahrung werden dort gemeinsam ausgebildet. Der reiche Erfahrungshintergrund der Studierenden wird in Projekt- und Gruppenarbeit systematisch genutzt, um besonders eine ganzheitliche Betrachtung der Energieproblematik zu vermitteln und unterschiedliche Lösungsansätze zu vergleichen. Auf diese Weise erleben Studierende und Lehrende Diversität als Gewinn und Grundlage für eine langfristige gegenseitige Wertschätzung.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt den englischsprachigen Studiengang im Rahmen seines Programms "Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge", das aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert wird. In diesem Programm werden Stipendien an zukünftige Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungsländern für das Studium in entwicklungsbezogenen Postgraduiertenstudiengängen an deutschen Hochschulen vergeben. Der Studiengang gehörte zu den ersten, die 1987 in das Programm aufgenommen wurden, und überzeugt seitdem durch seine thematische Ausrichtung ebenso wie durch sein didaktisches und methodisches Konzept.

 

Preisverleihung 2016

Foto: Damian Gorczany
Veranstaltungsort war die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf.
Foto: Damian Gorczany
Festansprache von Prof. Dr. Manfred Prenzel, Vorsitzender des Wissenschaftsrates
Foto: Damian Gorczany
Talkrunde zu Initiativen für die Lehre mit NRW-Bildungsministerin Svenja Schulze (Mitte)
Foto: Damian Gorczany
Prof. Dr. Holger Burckhart (HRK, li.) und Prof. Dr. Manfred Prenzel (Mi.)
Foto: Damian Gorczany
Musikalische Begleitung der Festveranstaltung
Foto: Damian Gorczany
Preisträger: Nina Pillen (li.) und Carolin Schreiber von der Folkwang Universität der Künste
Foto: Damian Gorczany
Preisträger: Die Delegation von der Universität Oldenburg mit Tanja Behrendt
Foto: Damian Gorczany
Gespräche beim Sektempfang
Foto: Damian Gorczany
Gäste und Geehrte bei der Verleihung des Ars legendi-Preises 2016

Am 2. November 2016 fand die offizielle Verleihung des diesjährigen Ars legendi-Preises statt.
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Preisträger 2015

Jürgen Handke, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Philipps-Universität Marburg

Im Jahr 2015 wurde die Auszeichnung an einen Wissenschaftler für herausragende und innovative Leistungen im Bereich des Digitalen Lehrens und Lernens verliehen. Der Marburger Anglistikprofessor Jürgen Handke gilt als einer der Vorreiter der digitalen Lehre in den Geisteswissenschaften. 

Jürgen Handke gelingt, so die Wertung der Jury, eine umfangreiche Digitalisierung der Hochschullehre bei gleichzeitiger sehr guter Nutzung der Möglichkeiten der Präsenzlehre. Er wendet das Konzept des "Inverted Classroom" gewinnbringend an und nutzt erfolgreich digitale Prüfmethoden. Dabei ist sein Lehrkonzept sorgfältig ausgearbeitet und sowohl für Bachelor-/Master- als auch Lehramtsstudierende der Anglistik/Amerikanistik passgenau. Darüber hinaus engagiert sich Handke seit vielen Jahren für die Verbesserung der Lehre an der Universität Marburg und dafür, die Möglichkeiten der Digitalisierung besser zu nutzen. 2013 ist er bereits mit dem Hessischen Exzellenzpreis in der Hochschullehre ausgezeichnet worden. 

Pioneer, Persevearance, Passion und das Team

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Pioniergeist, Beharrlichkeit und Leidenschaft fürs Digitale: Dankesrede von Jürgen Handke zur Verleihung des Ars legendi-Preises

"In einer Veranstaltung von Herrn Handke würden jetzt hinter mir, neben mir Balken und Grafiken erscheinen ..."

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Da die Laudatio vom 29. Oktober 2015 nicht aufgezeichnet wurde, hat die Laudatorin Anja Penssler-Beyer ihre Rede noch mal reproduziert.

Jürgen Handke: From an ICM to a MOOC and Beyond

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In dieser kurzen Präsentation verdeutlicht Jürgen Handke die Auswirkungen digitaler Lehr- und Lernmethoden.

Jürgen Handke: Die Argumente der Gegner

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Handke ist Vorreiter für digitale Hochschulbildung in Deutschland. Er eröffnet seinen Studierenden moderne Lernangebote, wo immer es geht.

Handke (Jahrgang 1954) ist seit 1991 Professor an der Philipps-Universität Marburg. Zu den Meilensteinen seiner akademischen Tätigkeit zählt der Aufbau des Virtual Linguistics Campus (2001). Seit 2006 setzt er das "Inverted Classroom"-Modell flächendeckend ein. 2013 hat er den ersten MOOC an einer hessischen Hochschule angeboten. Im darauffolgenden Jahr hat er MOOCs und das "Inverted Classroom Mastery Model" zum IMOCC kombiniert. 
Jürgen Handke auf der Website der Universität Marburg 
The Virtual Linguistics Campus

Der Ars legendi-Preis wurde am 29. Oktober 2015 im Rahmen der Konferenz "Smart Teaching – Better Learning" in Berlin offiziell übergeben. 
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ARS LEGENDI-FAKULTÄTENPREISE

Neben dem Ars legendi-Preis verleiht der Stifterverband gemeinsam mit Kooperationspartnern mehrere Fakultätenpreise für exzellente Hochschullehre:

Ingenieurwissenschaften und Informatik
Mathematik und Naturwissenschaften
Medizin
Rechtswissenschaften
Sportwissenschaft

 

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

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Christian Tauch

Ansprechpartner zum Ars legendi-Preis
bei der Hochschulrektorenkonferenz
T 0228 887-140

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