Ars legendi-Fakultätenpreis Rechtswissenschaften

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Deutsche Juristen-Fakultätentag und das Kompetenzzentrum für juristisches Lernen und Lehren (Universität zu Köln) loben gemeinsam den Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in der Rechtswissenschaft aus.

Bewerbungsschluss: 19. Januar 2018

 
 
Die Auszeichnung soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des rechtswissenschaftlichen Nachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Lehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

 

Ausschreibung 2018

Der Preis wird für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Hochschulen verliehen. Er soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des rechtswissenschaftlichen Nachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern.

Im Blickfeld stehen

  • Curricula oder curriculare Elemente
  • Lehrmethoden
  • Lehr- und Lernmaterialien
  • Prüfungsmethoden
  • Beratungs- und Betreuungskonzepte
  • sonstige Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre und der Prüfungen

Preisträger/Preisträgerin kann nur eine Einzelpersönlichkeit sein. Vorschläge, die sich maßgeblich auf Verdienste eines/r Lehrenden als Mitglied eines Teams stützen, das in einem konzeptuellen Rahmen zusammenarbeitet, werden dadurch nicht ausgeschlossen.

In der Person des Preisträgers bzw. der Preisträgerin sollen zumindest einige der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

Lernprozess der Studierenden unterstützen

Seine/ihre Lehre unterstützt den Lernprozess der Studierenden in herausragender Weise.

  • Die Lernziele werden deutlich. 
  • Die Stofffülle wird angemessen eingegrenzt.
  • Sowohl die Breite der Studierenden als auch besonders Leistungsstarke werden in geeigneter Weise gefördert. Unterschiedliche Lernstile werden berücksichtigt. 
  • Die Lehre aktiviert die Studierenden. Das Selbststudium wird angeleitet.
  • Der Umgang des Preisträgers/der Preisträgerin mit den Studierenden ist durch Respekt, Authentizität und Glaubwürdigkeit gekennzeichnet. 
  • Das Differenzierungs- und Generalisierungsvermögen der Studierenden wird gestärkt. Der Lerntransfer wird unterstützt.
  • Die Angst vor der Prüfung wird gemindert.

 

ihre Lehre mit hoher Professionalität

Er/sie konzipiert und betreibt seine/ihre Lehre mit hoher Professionalität. 

  • Seine/ihre Lehre findet besondere Anerkennung von Studierenden und Kollegen. 
  • Ihr liegt ein schlüssiges und transparentes Konzept zugrunde, das gut auf den Studiengang abgestimmt ist.
  • Sie vermittelt die Einheit des Rechts ebenso wie Strukturverständnis und zeigt Querbezüge auf.
  • Sie fördert methodisches Denken.
  • Der Preisträger/die Preisträgerin verfügt über didaktisches Know-How. Er/sie wählt unter Lehr/Lernformen und Medien bewusst aus, kombiniert sie nach Möglichkeit und trägt dafür Sorge, dass sie erkennbar und sinnvoll aufeinander bezogen sind.
  • Der Preisträger/die Preisträgerin holt Feedback ein und berücksichtigt es.

Gestaltung hervorragender Studiengänge

Er/sie leistet wesentliche Beiträge zur Gestaltung hervorragender Studiengänge.

  • Er/sie beteiligt sich aktiv an der Reflexion über Ziele, Inhalte und Methoden des rechtswissenschaftlichen Studiums.
  • Er/sie ist aufgeschlossen gegenüber der Implementierung neuer Lehrformate in den Studiengang.
  • Er/sie setzt sich in einschlägigen Gremien und/oder in Publikationen für lehr- und lernförderliche Bedingungen im rechtswissenschaftlichen Studium ein. 
  • Er/sie gibt damit über den eigenen Wirkungskreis hinaus Impulse. 

 

Innovative Lehrkonzepte

Er/sie fördert maßgeblich die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehrkonzepte und -methoden in der Universität und im Fach.

  • Sein/ihr Engagement in der Lehre und ihrer innovativen Weiterentwicklung ist beispielhaft.
  • Er/sie gibt einschlägige Erkenntnisse und Erfahrungen weiter.
  • Lehrinnovationen wurden von Kolleg/inn/en oder anderen Fakultäten aufgegriffen.
  • Er/sie wirbt Drittmittel für die Lehre ein und/oder ist an Projekten zur Innovation der Lehre aktiv beteiligt.

 

Tätigkeit als Wissenschaftler

Er/sie ist ein/e ausgewiesene/r Wissenschaftler/in. 

  • Er/sie dokumentiert in der Lehre, dass er/sie innerhalb der eigenen Disziplin, aber ggf. auch interdisziplinär gut vernetzt ist. 
  • Seine/ihre Lehre ist forschungsbezogen. 
  • Seine/ihre Lehre transportiert ethische Grundlagen.
  • Auf Grund seiner/ihrer Leidenschaft für die Wissenschaft begeistert er/sie die Studierenden für die Rechtswissenschaft.

 

Vorschläge können von allen Mitgliedern des Deutschen Juristen-Fakultätentages oder von den Fachschaften eingereicht werden. Auch Eigenbewerbungen sind zulässig. In jedem Fall ist es erforderlich, dass sich sowohl die Kandidaten, die Fachschaft als auch die Fakultät äußern.

Alle Bewerbungsunterlagen sind elektronisch bis zum 19. Januar 2018 gesammelt als PDF-Datei beim Kompetenzzentrum für juristisches Lernen und Lehren einzureichen:
E-Mail senden

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Experten der Lehre in der Rechtswissenschaft, aus Studierenden und Universitätsvertretern.

 

Bisherige Preisträger

2015/16: Roland Hefendehl und Rupprecht Podszun

Zwei renommierte Universitätsprofessoren teilen sich die Auszeichnung: Die neunköpfige Jury, der Professoren, Vertreter der Praxis und der Hochschuldidaktik ebenso wie Studierende angehörten, befand Roland Hefendehl von der Universität Freiburg und Rupprecht Podszun von der Universität Bayreuth für gleichermaßen preiswürdig.

Beide verkörpern das Ideal eines ausgewiesenen Wissenschaftlers mit besonderer Liebe zur Lehre und haben die Jury durch ihren persönlichen Einsatz ebenso wie durch ihre klare Orientierung an didaktischen Zielen beeindruckt. Im Bestreben, ihre Studierenden nicht in der Rolle passiv Lernender verharren zu lassen, aktivieren sie deren Interesse und deren individuelle Fähigkeiten mit verschiedenen Angeboten inner- und außerhalb des Hörsaals. Beide unterstützen ihre hervorragende Präsenzlehre unter anderem durch digitale Angebote. Insoweit sticht das von Roland Hefendehl entwickelte, ausgereifte Online-Format hervor, das selbst kritische Studierende begeistert. Das Konzept von Rupprecht Podszun überzeugt hingegen vor allem dadurch, dass es planvoll die Leistungsstärke der breiten Mitte der Studierenden in den Blick nimmt und unterschiedlichen Lerntypen den Zugang zur Materie erleichtert.

Foto: privat
Roland Hefendehl von der Universität Freiburg
Foto: C. Lindlein
Rupprecht Podszun von der Universität Bayreuth

2014: Michael Frey

Mit der Ausschreibung wurden im Jahr 2014 herausragende und beispielhafte Konzepte für "Forschendes Lernen" gewürdigt. Preisträger ist Prof. Dr . Michael Frey von der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Kehl. Eine achtköpfige Jury mit Professoren, Vertretern der Praxis und der Rechtsdidaktik sowie Studierenden votierte für den engagierten Dozenten. Er beeindruckte sie mit seiner Einführung der Grundsätze forschenden Lernens in einem frühen Stadium des Grundstudiums und einer daraus resultierenden anhaltenden Motivation der Studierenden zur Anwendungsforschung. Seine Lehre orientiert sich an modernen didaktischen Erkenntnissen, er forscht und publiziert zu Fragen der juristischen Fachdidaktik.

2013: Urs Kramer und Thomas Lobinger

Prof. Dr. Urs Kramer, Professor für Öffentliches Recht am Institut für Rechtsdidaktik der Universität Passau, bietet zusammen mit den anderen Kollegen des Passauer Instituts als kostenlose Alternative zum kommerziellen Repetitorium eine akademische Examensvorbereitung aus einer Hand. Er orientiert sich dabei an modernen didaktischen Erkenntnissen und forscht und publiziert zu Fragen der juristischen Fachdidaktik.

Prof. Dr. Thomas Lobinger von der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg, steht für eine Examensvorbereitung, die unter Konzentration auf das juristische Handwerkszeug die Vermittlung des relevanten Klausurwissens mit der wissenschaftlichen Vertiefung zentraler Probleme verbindet. Er ist Initiator des Projektes "Haus des Examens", das Studierenden in der Examensphase die Möglichkeit gemeinsamer, konzentrierter Arbeit in inspirierender Umgebung bietet.

2012: Julian Krüper

Julian Krüper, Lehrstuhlvertreter für Öffentliches Recht, Rechtstheorie und Rechtssoziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, vertritt die Breite seines Faches im gesamten Veranstaltungsspektrum von der Arbeitsgemeinschaft, über die große Vorlesung bis hin zu Repetitorien und eigenen Veranstaltungsformaten wie dem interdisziplinär ausgerichteten StUG-Projekt. Dabei handelt es sich um eine Lehrveranstaltung, bei dem Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen einen Kommentar zum Stasi-Unterlagengesetz erarbeiten.

Die Initiatoren des Ars legendi-Fakultätenpreises Rechtswissenschaften danken der Anwaltssozietät Hengeler Mueller für die freundliche Unterstützung.

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

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Dr. Ann-Marie Kaulbach

Koordinatorin Kompetenzzentrum für Juristisches Lernen und Lehren
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Albertus Magnus Platz 
50923 Köln
T 0221 470-6275

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