Ars legendi-Fakultätenpreis Medizin

Der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Medizin wird an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen.

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) und der Stifterverband schreiben die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam aus. Sie soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als ein zentrales Exzellenzkriterium für Medizinische Fakultäten und Fachbereiche etabliert und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements profiliert werden.

Der Preis wird auf den Gebieten der Human- und Zahnmedizin an eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen. Für die Auszeichnung ist neben einer exzellenten Didaktik und Lehrqualität ausschlaggebend, inwieweit die Preisträger über die eigenen Lehrveranstaltungen hinaus Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre in der Hochschulmedizin gegeben haben.

Preisträgerin 2018: Anne Herrmann-Werner

Foto: Momentum Photo

Dr. med. Anne Herrmann-Werner gelingt es ganz hervorragend, die Lehre und Forschung an der Medizinischen Fakultät Tübingen und darüber hinaus konsequent und nachhaltig weiterzuentwickeln. 

Die von ihr konzipierten und durchgeführten Unterrichtsformate sind breit aufgestellt – etwa interdisziplinäre Kommunikationskurse oder integrative Tandemprogramme in der Vorklinik. Der von ihr verfolgte vertikale Ansatz verbindet den vorklinischen und klinischen Studienabschnitt beispielhaft. Dabei berücksichtigt Anne Herrmann-Werner auch zahnmedizinische Aspekte. Als Fachärztin für Psychosomatik ist sie seit über zehn Jahren in fachspezifische Begleitforschung eingebunden und wirkt innerhalb der Tübinger Fakultät an diversen von ihr eingeworbenen Forschungsprojekten.

"Mit Anne Herrmann-Werner zeichnen wir eine Medizinerin aus, die eine stringente Entwicklung ihrer Lehrtätigkeit vorweist. Die Jury war beeindruckt, wie konsequent ihre Vorstellungen einer innovativen Vermittlung der Arzt-Patienten-Kommunikation in neue Konzepte eines Längsschnittcurriculums einfließen. Die große und qualitative außerordentliche Bandbreite des Wirkens von Anne Herrmann-Werner haben eine starke Strahlkraft – ganz im Sinne dieses Preises", kommentiert MFT-Generalsekretär Frank Wissing die Entscheidung.

Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, fügt hinzu: "Das Wirken von Anne Herrmann-Werner zeigt beispielhaft, wie digitale Medien kreativ in Lehre und Forschung eingebunden werden können. Mit dem Ars legendi-Fakultätenpreis suchen wir genau diese herausragenden Lehransätze, um sie zu fördern und sichtbar zu machen."

Die Auszeichnung wird im Rahmen der festlichen Abendveranstaltung auf dem 79. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag am 31. Mai 2018 in Mainz verliehen.

 

Preisträger 2017

Stefan Bösner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Allgemeinmedizin des Fachbereichs Medizin an der Philipps-Universität Marburg. Seit mehr als zehn Jahren steht er für ein breites Angebot an Lehrveranstaltungen. Dabei hat er sich auch durch die Umsetzung zusätzlicher innovativer Lehrangebote wie dem sogenannten Schwerpunktcurriculum "Primärversorgung" einen Namen gemacht. Ziel dieses Curriculums ist es, die medizinische Ausbildung ganz spezifisch im ambulanten Bereich zu stärken – und dies nicht nur in Deutschland, sondern auch international. So werden die Studierenden dazu ermutigt, während ihrer Famulaturen gezielt internationale Erfahrungen zu sammeln. Auch durch seine Aktivitäten im Bereich Global Health trägt Stefan Bösner dazu bei, den eigenen Fachbereich weiterzuentwickeln und darüber hinaus Akzente zu setzen.

Die Jury zeigte sich insgesamt beeindruckt von der Vielfalt und Ausgewogenheit der Lehransätze von Stefan Bösner. Es gelingt ihm exzellent, theoretische und praktische Inhalte miteinander zu verschränken. "Mit Stefan Bösner zeichnen wir einen Mediziner aus, der nicht nur durch seine hohe Fachkompetenz überzeugt, sondern bei der Entwicklung von Lehrinhalten auch aktuelle Bezüge berücksichtigt. Das von ihm initiierte Schwerpunktfach 'Primärversorgung' zeigt eindrücklich, wie es gelingen kann, Studierende für Lehre im ambulanten Umfeld zu begeistern", begründet MFT-Generalsekretär Frank Wissing die Entscheidung der Jury.

Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, fügt hinzu: "Der Preisträger verkörpert das Bild eines exzellenten, innovativen und kreativen Dozenten mit ausgeprägtem wissenschaftlichem Profil, welches wir als Stifterverband bei der Entwicklung des Ars legendi-Fakultätenpreises immer im Blick hatten."

Preisträger 2016

Im Jahr 2016 wurde der Preis zu gleichen Teilen an zwei Hochschullehrer verliehen, die seit langem kontinuierlich ein beeindruckendes, vielfältiges Engagement als Hochschullehrer, Innovatoren, Lehr-Lern-Forscher und Curriculumsentwickler gezeigt haben:

Christoph Nikendei lehrt an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er weist als leitender Oberarzt im Fach Psychosomatik ein breites Spektrum an methodisch-didaktischen Lehrkompetenzen auf. Er ist Leiter und Dozent zahlreicher von ihm initiierter Lehr- und Tutorenprogramme. Dabei ist die exzellente Qualität seiner Lehraktivitäten ganz wesentlich für den Heidelberger Modellstudiengang "HeiCuMed". Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen unter anderem in der Vermittlung kommunikativer und interprofessioneller Fertigkeiten, auf dem Gebiet der medizindidaktischen Qualifizierung, der Stressprävention und der Einbindung internationaler Studierender, wofür er ein entsprechendes Tutorium konzipiert hat. Sowohl die von Christoph Nikendei entwickelten Lehrmodelle und Curricula als auch die Standardisierung von klinischen Fertigkeiten im Rahmen des Projektes Heidelberger Klinische Standards, dessen Leitung er innehat, sind von hohem Innovationsgrad und werden auch fakultätsübergreifend rezipiert. Daneben ist Christoph Nikendei Herausgeber nationaler und internationaler Zeitschriften sowie Autor zahlreicher Artikel in Fachzeitschriften und Fachbüchern.

Thomas Rotthoff ist Facharzt für Innere Medizin und lehrt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Als Impulsgeber und Visionär war er zunächst maßgeblich an der Konzeption des neuen Modellstudiengangs "Düsseldorfer Curriculum Medizin" beteiligt. Seit dessen Implementierung engagiert sich Thomas Rotthoff in hohem Maße für die kontinuierliche Qualitätsverbesserung des Studiengangs. Dabei legt er den Fokus vor allem auf zwei Aspekte: die Lehr-Lern-Kultur als wesentlichem Schlüssel für ein erfolgreiches Curriculum und die Integration von Theorie und Praxis. Als Leiter des Trainingszentrums für ärztliche Fähigkeiten, dem "Skillslab", gelingt es ihm, diesen praxisnahen Ansatz optimal umzusetzen, indem er Studierende motiviert und sensibilisiert, schon in einem frühen Studienabschnitt eigene Erfahrungen zu sammeln. So haben sie die Möglichkeit, bestmöglich eine klinische Expertise zu entwickeln und frühzeitig in die Rolle des Arztes hineinzuwachsen. Gegenwärtig engagiert sich Thomas Rotthoff zudem für die Überarbeitung und die digitale Aufbereitung der von der Medizinischen Fakultät erstellten StudyGuides, einer Lernunterstützung für Studierende bei der Bearbeitung von speziellen Behandlungsanlässen.

Über die Vergabe des Preises entschied eine Jury aus Experten der Lehre in der Medizin, Studierenden und Fakultätsvertretern. Die Verleihung findet auf dem 77. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag im Rahmen einer Festveranstaltung am 26. Mai 2016 in Würzburg statt.
 

Preisträger 2015

Prof. Dr. Martin Fischer von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter für die exzellente medizinische Lehre in Deutschland. Er überzeugte die Jury aufgrund seiner vielgestaltigen, über den eigenen Wirkungskreis weit hinausreichenden Bedeutung für die Medizindidaktik. Als interdisziplinär wirkender Hochschullehrer trägt er seit langem systematisch und engagiert zur Etablierung und Weiterentwicklung der Ausbildungsforschung in der Medizin bei. Er wurde 2008 auf den deutschlandweit ersten Lehrstuhl für Medizindidaktik an der Universität Witten/Herdecke berufen und erhielt 2011 einen Ruf an die LMU München auf den Lehrstuhl für Didaktik und Ausbildungsforschung.

Die umfassenden Lehrleistungen von Martin Fischer zeichnen sich stark durch die Vermittlung neuer Lehr- und Lernkompetenzen im Sinne überfachlicher Schlüsselkompetenzen aus. Ferner orientieren sie sich an modernen didaktischen Erkenntnissen, zu denen er selbst forscht und zahlreiche Publikationen veröffentlicht hat. Mit Hilfe einer ganzen Reihe innovativer Lehrkonzepte unterrichtet er Studierende der Human- und Zahnmedizin sowie Lehrende im Rahmen von Dozententrainings und Studierende des postgraduierten interfakultären "Masters of Medical Education", den er selbst 2006 erfolgreich absolvierte. Hier unterstützt Martin Fischer als Modulleiter und Mitglied der Studiengangsleitung die Teilnehmer aus den beteiligten Fakultäten dabei, sich aus der Praxis heraus mit modernen Ausbildungstheorien und Lehrmethoden auseinanderzusetzen und ihrerseits als Multiplikatoren in der medizinischen Ausbildung kompetent aktiv zu werden. Aufgrund seiner übergeordneten Position als Studiendekan ist er auch an fakultätsinternen Prozessen, die zu strukturellen qualitätsverbessernden Maßnahmen der Lehre führen, beteiligt.

Privatdozent Dr. Christoph Brochhausen ist Oberarzt und Lehrbeauftragter für das Fach Pathologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Neben seinen umfassenden, überragenden Lehrleistungen in den verschiedenen Fachsemestern hat Christoph Brochhausen die Jury vor allem mit seinem äußerst originellen Projekt "PATE" beeindruckt, einem Angebot zum virtuellen Mikroskopieren von interessanten anatomisch-pathologischen Schnittpräparaten. Diese innovative und integrative Online-Lernplattform bildet einen wesentlichen Teil seines Lehrkonzepts.

Mit Hilfe des im Internet frei zugänglichen Mikroskops ist es Christoph Brochhausen nicht nur gelungen, Medizinstudierenden ein neues, praxisnahes Verständnis des Fachs Pathologie zu vermitteln. Zugleich erleichtert PATE auch das Erlernen wichtiger pathologischer Strukturen und Morphologien und unterstützt Studierende so bei der Vorbereitung auf Prüfungen und Staatsexamina. Es ist daher bezeichnend, dass Christoph Brochhausen von der Fachschaft seiner Fakultät vorgeschlagen wurde. Die nachhaltige positive Wirkung von PATE, dessen Weiterentwicklung Christoph Brochhausen kontinuierlich und mit großem Eifer vorantreibt, zeigt sich nicht zuletzt am wachsenden Interesse weiterer Kliniken der Universitätsmedizin Mainz, aber auch anderer Universitäten in Deutschland und im internationalen Raum, das Programm in ihre Curricula zu integrieren.

Die Preisträger erhielten ihre Auszeichnung im Rahmen der festlichen Abendveranstaltung auf dem 76. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentages am 4. Juni 2015 in Kiel.

Preisträger 2014

Privatdozent Dr. Bernhard Hirt lehrt lehrt an der Eberhard Karls Universität Tübingen das Fach Anatomie in den Studiengängen Humanmedizin, Zahnmedizin, Medizintechnik, Molekulare Medizin und Medizintechnische Informatik. Ihm gelingt dabei nicht nur auf beeindruckende und intelligente Weise die Verknüpfung klinischer und vorklinischer Inhalte in der gesamten Breite der Medizin. Besonders herausragend ist die von Bernhard Hirt konzipierte und durchgeführte "Sectio chirurgica" – ein videogestütztes, interdisziplinäres und interprofessionelles Lehrformat im Rahmen des makroskopischen Präparierkurses. Chirurgen aller Disziplinen demonstrieren in einzelnen Lehrveranstaltungen charakteristische operative Eingriffe an anatomischen Präparaten. Dieses innovative Format hat sich inzwischen auch deutschlandweit und darüber hinaus in verschiedenen Curricula etabliert.

Privatdozent Dr. Michael Knipper von der Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Jury aufgrund seiner innovativen und neuen Orientierung des Arztbildes überzeugt. Als Medizinhistoriker, der in den Fächern Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin lehrt, hat er vor allem das Schwerpunktcurriculum "Global Health" mit einer starken internationalen Ausrichtung federführend konzipiert, das sich inzwischen als her-ausragendes Lehrprojekt im Studiengang Medizin etabliert hat. Michael Knipper ist darüber hinaus Mitbegründer der Zeitschrift "in weiß", in der sowohl Lehrende als auch Studierende Texte publizieren, die zu einem erweiterten Verständnis von Medizin in einem interkulturellen Kontext beitragen. Bemerkenswert sind ferner die Lehrangebote im Wahlfach "Medizin und Migration", in dessen Rahmen Michael Knipper gemeinsame Lehreinheiten für Studierende der Medizin und der Rechtswissenschaften zu Themen des Aufenthalts- und Asylrechts sowie zur medizinischen Betreuung von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland durchführt. 

Preisträger 2013

Stefan Beckers und Saša Sopka: Bereits seit mehr als zehn Jahren, mit Beginn des Aachener Modellstudiengangs, zeigen beide Preisträger zusammen großes Engagement und sind maßgeblich an der Entwicklung, Gestaltung und Umsetzung der Lehre an der Medizinischen Fakultät Aachen beteiligt. Gemeinsam leiten Privatdozent Stefan Beckers und Dr. Saša Sopka das Aachener Interdisziplinäre Trainingszentrum für medizinische Ausbildung (AIXTRA) und übernehmen überdies zahlreiche inhaltliche wie organisatorische Aufgaben in der Lehre. Ausgehend vom Bereich der Notfallmedizin haben sie es dabei verstanden, übergeordnete Lernziele zu definieren und das Profil des Studiengangs kontinuierlich zu schärfen und weiterzuentwickeln.

In ihrer Arbeit legen Sopka und Beckers großen Wert auf die Vermittlung von theoretischem Wissen, optimalen klinisch-praktischen Fertigkeiten und zeitoptimierter, zielführender Problemlösekompetenz als wichtige Facetten ärztlichen Handelns. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag im Rahmen der medizindidaktischen Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte.

Stefan Beckers lehrt im Fach Anästhesiologie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Lehr-Lern-Konzepte klinisch-praktischer und kommunikativer Fertigkeiten sowie edukativer Untersuchungen präklinischer und klinischer Notfallmedizin. Auch Saša Sopka hat sich neben seinen umfangreichen Aktivitäten in der Lehre als Facharzt für Anästhesiologie auf diese medizindidaktischen Themen spezialisiert. Beispielhaft sind die zahlreichen gemeinsamen Publikationen zu differenzierten Aspekten der medizinischen Ausbildung.

Die Jury zeigte sich insgesamt beeindruckt von der geradezu symbiotischen Verbindung der Bereiche Klinik, Wissenschaft und Lehre in der Arbeit beider Preisträger. "Stefan Beckers und Saša Sopka verkörpern auf ideale Weise das Bild des exzellenten, innovativen und kreativen Dozenten mit ausgeprägtem wissenschaftlichem Profil. In ihrer noch jungen Laufbahn haben sie bereits ein hohes Maß an Beständigkeit für neue Themen mit großer Dynamik und Tragweite bewiesen. Über den eigenen Wirkungskreis hinaus haben sie zudem Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre und die Studienreform gegeben. Ihre Fachkompetenz, ihr Innovationspotential im Bereich Lehrentwicklung und Lehrkonzeption und ihre damit verbundene Strahlkraft über die eigene Disziplin hinaus standen für die Jury außer Frage", begründete Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Präsident des MFT, das Urteil der Jury.

Preisträger 2012

Prof. Dr. Wolfgang Hampe lehrt an der Universität Hamburg (Universitätsklinikum Eppendorf) Biochemie in den Studiengängen Humanmedizin, Zahnmedizin und Molecular Life Science. Über sein didaktisches Engagement hinaus förderte er durch die von ihm begleitete Einführung des Wahlfachs Experimentelle Medizin das wissenschaftliche Arbeiten als Vorbereitung auf die medizinische Promotion. Bundesweit hat sich Wolfgang Hampe auch einen Namen bei der Verbesserung der Auswahlverfahren zum Medizinstudium erworben.

Privatdozent Dr. Tobias Raupach von der Georg-August-Universität Göttingen (Universitätsmedizin Göttingen) hat die Jury durch seine multidisziplinäre Verankerung beeindruckt. Als Facharzt für Innere Medizin führt er in seiner noch jungen Laufbahn die Bereiche Klinik und Lehrforschung in idealer Weise zusammen. Er war maßgeblich an der Erstellung des Göttinger Lernzielkatalogs beteiligt und hat am Studentischen Trainingszentrum für Ärztliche Praxis und Simulation konzeptionell mitgearbeitet. Insgesamt zeichnen sich die von Tobias Raupach entwickelten Lehrkonzepte durch ein hohes Maß an Innovation und Zukunftspotenzial aus. Von seinen standortübergreifenden Fragestellungen zur Lehre gehen neue Impulse aus.

"Beide Preisträger stehen beispielhaft dafür, dass das Engagement für exzellente Lehre in den verschiedenen Studienabschnitten und in jeder Phase des Karriereweges Früchte trägt. Aus diesem Grund hat sich die Jury entschlossen, den diesjährigen Preis zu teilen", betonte Prof. Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident des MFT und Vorsitzender der Jury.

Preisträger 2011

Dr. Jana Jünger, Oberärztin und Privatdozentin an der Medizinischen Fakultät der Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg, ist in vielerlei Hinsicht eine Vorreiterin für die exzellente medizinische Lehre in Deutschland. Sie hat dazu beigetragen, dass die Ausbildungsforschung in der Medizin systematisch weiterentwickelt wird. Die neuesten Erkenntnisse fließen umittelbar in die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten ein. Damit wird auch die Arzt-Patienten-Beziehung verbessert.

Jana Jünger blickt auf ein langes Engagement für die medizinischen Lehre zurück. In Heidelberg hat sie bereits in den 1990er-Jahren die Entwicklung des reformierten Regelstudiengangs mit vorangetrieben. Maßgebliche Impulse für die Einrichtung eines Skillslab, die Einführung von Kommunikationstrainings für Studierende und des "Kompetenzzentrums für Prüfungen in der Medizin Baden-Württemberg" gingen von ihr aus.

Durch die Leitung des Kompetenzzentrums gibt sie länderübergreifend wichtige Anregungen für die Einführung klinisch-praktischer Prüfungsformate und Prüferschulungen. Besondere Verdienste erwarb sich Jünger auch bei dem postgraduierten Studiengang "Master of Medical Education (MME)".

Der interfakultäre Studiengang fungiert nunmehr seit dem Jahr 2004 als Gütesiegel für Lehrende an Medizinischen Fakultäten. Träger des Studiengangs ist der MFT mit seiner Akademie für Ausbildung in der Hochschulmedizin (AHM). Als Betreuerin, Modulleiterin und Mitglied der Studiengangsleitung an der Universität Heidelberg unterstützt sie die Teilnehmer aus den deutschsprachigen Fakultäten dabei, die Lehre in der Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren.

Preisträger 2010

Peter Dieter von der Technischen Universität Dresden hat die Jury durch seine vielfältigen Projekte beeindruckt, die sie als anerkennungswürdiges "Lebenswerk" bewertet. So ist er maßgeblich an der Entwicklung des studentenfreundlichen Dresdner Reformcurriculums beteiligt gewesen. Darüber hinaus baute Peter Dieter zahlreiche globale Partnerschaften für die hochschulmedizinische Lehre auf. Durch eigene Veröffentlichungen hat der Preisträger die internationale Entwicklung der Lehre bereichert. Innerhalb Deutschlands setzt er sich seit Jahren für vergleichende Erhebungen zur Lehre im Rahmen der Landkarte Hochschulmedizin ein. Aktuell kämpft der Naturwissenschaftler für bessere Rahmenbedingungen bei Staatsexamensprüfungen in der Medizin.

Jürgen Schäfer von der Philipps-Universität Marburg steht mit Begeisterung für den Einsatz neuer Medien in der klinischen Ärzteausbildung als Instrument für fächerübergreifende Lehre. Er selbst setzt sich als Kardiologe, Endokrinologe und Intensivmediziner für eine stärkere Vernetzung der Inneren Medizin ein. Sein in den Medien viel beachtetes Seminar mit dem Titel "Dr. House – oder: Hätten wir den Patienten in Marburg auch geheilt?" benutzt eine bekannte Fernsehserie als "Türöffner", um Studenten der höheren klinischen Fachsemester zu erreichen. Dabei dienen die in der Dr. House-Serie recht theatralisch dargestellten Krankheitsbilder in idealer Weise als Steilvorlage zur wissenschaftlich korrekten Auseinandersetzung mit zum Teil seltenen Erkrankungen. Jürgen Schäfter legt bei den Fällen, die er anhand der Fernsehserie herausarbeitet, Wert auf fachübergreifende Team-Arbeit und eine integre Arztpersönlichkeit. Seine Arbeit hat Projekte in Gang gesetzt, die über den Standort Marburg hinaus wirken. Die öffentliche Resonanz ist so gewaltig, dass sie Grundlage für darauf aufbauende weitere Kooperationen im Sinne von Public-Private-Partnerships in der hochschulmedizischen Lehre sein werden.

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

E-Mail senden

Dr. Corinne M. Dölling

Referentin Lehre und Ausbildung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
MFT Medizinischer Fakultätentag
Alt-Moabit 96
10559 Berlin
T 030 64498559-16
F 030 64498559-11

E-Mail senden

Die Initiatoren danken der B. Braun Melsungen, der Bayer AG und der Boehringer Ingelheim GmbH für die freundliche Unterstützung des Ars legendi-Fakultätenpreises Medizin.