Studienintegrierende Ausbildung

Der Stifterverband fördert im Rahmen eines Pilotprojektes die erstmalige Erprobung der studienintegrierenden Ausbildung für ausgewählte Ausbildungs- und Studiengänge. Das Programm soll dabei helfen, neue Übergangswege zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu entwickeln.

Die Grenze zwischen akademischer und beruflicher Bildung verschwimmt zusehends, die jeweiligen Absolventen konkurrieren vermehrt auf gemeinsamen Arbeitsmärkten. Die bestehenden Übergangsmöglichkeiten zwischen den Bildungssektoren werden jedoch nur selten wahrgenommen. Ein einmal eingeschlagener Ausbildungsweg wird selten verlassen, auch wenn höhere Bildungsziele erreicht werden könnten oder die individuelle Passung nicht gegeben ist. Die Folge sind nicht ausgeschöpfte Potenziale und demotivierende Abbrüche. Dazu kommen die allgemeinen Trends zur Höherqualifizierung und zunehmender Komplexität der Berufspraxis, die eine stärkere Abstimmung beruflicher und akademischer Bildung nötig machen. 

Um also das vorhandene Fachkräftepotenzial optimal entfalten zu können, muss das Bildungssystem daher ...

  • im post-schulischen Bereich eine Vielzahl unterschiedlicher Wege ermöglichen und diese durchlässig gestalten
  • die Stärken beider Bereiche bestmöglich nutzen

Der Stifterverband hat sich in den vergangenen Jahren bereits intensiv mit einer Weiterentwicklung des dualen Studiums beschäftigt, da dieses Modell an genau dieser Schnittstelle ansetzt. Wird dieser Ansatz konsequent weitergedacht, kann der Adressatenkreis noch erweitert werden und Schulabsolventen eine informiertere Entscheidung ermöglicht werden. 

Das Modell einer studienintegrierenden Ausbildung sieht eine gemeinsame Grundstufe vor, in der fachaffine Berufsausbildungen mit anwendungsorientierten Studiengängen verzahnt werden. Während dieser ersten zwei Jahre werden Ausbildung- und Studieninhalte curricular verbunden. Nach der kombinierten akademischen und beruflichen Zwischenprüfung stehen den Auszubildenden drei Optionen offen: 

  • Fortführung und Abschluss der dualen Berufsausbildung
  • Fortführung des Studiums bis zu einem Bachelorabschluss
  • Fortsetzung der studienintegrierenden Ausbildung bis zu einem Doppelabschluss, vergleichbar mit dem dualen Studium

Die studienintegrierende Ausbildung soll dazu beitragen, Jugendlichen eine erfahrungsbasierte Entscheidung über die Studien- und Berufswahl zu ermöglichen und damit Fehlentscheidungen aufgrund falscher Erwartungen zu vermeiden und so das Risiko von Ausbildungs- und Studienabbrüchen zu reduzieren. Darüber hinaus soll es ermöglichen, die soziale Selektion beim Studienzugang zu reduzieren, indem es bildungsfernen Gruppen neue Wege in Beruf und Beschäftigung eröffnet.

Fachtagung: Integrierte Bildung

Der Stifterverband hat am 20. November 2017 in Berlin eine Fachtagung ausgerichtet, um die Möglichkeiten und erste Schritte zu Bildungsformaten zwischen beruflicher und akademischer Bildung zur Diskussion zu stellen.
Nachlese mit den Präsentationen aus Keynote und Werkstattgesprächen

Kontakt

Ann-Katrin Schröder-Kralemann

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschule und Wirtschaft".

T 0201 8401-140
F 0201 8401-215

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