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Integrierte Bildung

20.11.2017 - Berlin

Bildungsformate zwischen beruflicher und akademischer Bildung
Fachtagung

Die im Nationalen Bildungsbericht angemahnte Neubestimmung des Verhältnisses von Berufs- und Hochschulbildung lässt sich schwerlich über plakative Formeln voranbringen, sondern erfordert differenzierte Analysen und auf konkrete Zielgruppen ausgerichtete Gestaltungsvorschläge. Während das Hochschulsystem (zumindest im staatlichen Bereich) derzeit wenig Druck verspürt, sich neuen Zielgruppen zu öffnen, wächst für das Berufsbildungssystem der Handlungsdruck. Die Neubestimmung der Übergänge zur Hochschule stellt dabei eine der Kernherausforderungen dar, mit denen sich die Berufsbildung konfrontiert sieht.

Der Stifterverband richtet eine Fachtagung aus, die Möglichkeiten und erste Schritte zu Bildungsformaten zwischen beruflicher und akademischer Bildung zur Diskussion stellt. Damit setzt sich die Tagung sowohl von der Klage über einen "Akademisierungswahn" wie von Bemühungen zur Restauration tradierter Berufsbildung ab. Berufliche und akademische Bildung sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich sinnvoll ergänzen. Es geht darum, Gestaltungsoptionen für den wachsenden Überschneidungsbereich zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu zeigen und erste Konzepte anschaulich zu machen.

Dabei geht es vorrangig nicht um das derzeit populärste Format des dualen Studiums, sondern vor allem um Formate, die sich an die Breite der Schulabsolventen richten können, und die sie bei der Entscheidung zwischen Berufsausbildung und Studium unterstützen. Ein wesentliches Konzept ist hier das Modell einer studienintegrierenden Ausbildung, dessen Entwicklung der Stifterverband fördert. In diesem Modell geht es um die Verzahnung fachaffiner Berufsausbildungen und anwendungsorientierter Studiengänge in einer gemeinsamen Grundstufe. Darüber hinaus sollen aber auch andere Konzepte der Verbindung von Berufsbildung und akademischer Bildung sichtbar gemacht und zur Diskussion gestellt werden.

Die Tagung verfolgt mehrere Ziele:

  • Projektakteuren sollen Möglichkeiten der Darstellung ihrer Aktivitäten und ihrer Vernetzung geboten werden.
  • Akteure aus Hochschulen und Berufsbildung sollen motiviert werden, in ihren Diskursen weniger die Aspekte der Abgrenzung und des Wettbewerbs als vielmehr mögliche Ergänzungen und Kooperationsmodelle zu betonen.
  • Der Bildungspolitik soll nahegelegt werden, dass es zur Fachkräftesicherung im oberen Segment der dualen Ausbildung und im anwendungsorientierten Segment der Hochschulbildung einer integrierten Steuerung bedarf.

20. November 2017, 10:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Umweltforum Berlin Auferstehungskirche
Pufendorfstr. 11, 10249 Berlin-Friedrichshain

Teilnahme nach vorheriger Anmeldung
Zur Online-Anmeldung

 
10:00 Uhr
Einführung
Dr. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär, Stifterverband, Berlin
 

10:15 Uhr
Bildungsformate zwischen beruflicher und akademischer Bildung
Prof. Dr. Dieter Euler, Professor für Educational Management, Universität St. Gallen
Prof. Dr. Eckart Severing, Institut für Pädagogik, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
 

10:45 Uhr
Podiumsgespräch I: Sicht der Hochschulen und der Berufsbildung
Prof. Dr. Hubert Esser, Präsident, Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn
Prof. Dr. Karim Khakzar, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz für Schnittstellen im Hochschulsystem und Präsident, Hochschule Fulda
 

11:15 Uhr
Podiumsgespräch II: Bildungspolitische Perspektiven
Kornelia Haugg, Leiterin Berufliche Bildung / Lebenslanges Lernen, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn
Rainer Schulz, Staatsrat der Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg
Dr. Sabine Behrenbeck, Leiterin Abteilung Tertiäre Bildung, Wissenschaftsrat, Köln (angefragt)
Prof. Dr. Andrä Wolter, Abteilung Hochschulforschung, Humboldt-Universität zu Berlin 
Moderation: Prof. Dr. Eckart Severing, Institut für Pädagogik, Universität Erlangen-Nürnberg
 

12:00 Uhr
Vorstellung der Praxisbeispiele – Einführung in die Werkstattgespräche
Prof. Dr. Dieter Euler, Professor für Educational Management, Universität St. Gallen
 

12:15 Uhr
Mittagessen
 

13:00 Uhr
Vier parallele Werkstattgespräche zu aktuellen Konzepten

1. Eine neue Bildungsarchitektur in der Versicherungswirtschaft?
Moderation: Prof. Dr. Dieter Euler, Professor für Educational Management, Universität St. Gallen
Einführung: Dr. Katharina Höhn, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft, München
Leitfragen: Welche Herausforderungen für die Gestaltung der Bildungsarchitektur sind in der Versicherungswirtschaft zu bewältigen? Welche Formen der Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung bietet die Versicherungswirtschaft bereits heute? "Ausbildung-plus-Studium (ApS)" – ein Modell zur Stärkung der Berufsbildung?

2. Studienintegrierende Berufsausbildung in Hamburg
Moderation: Prof. Dr. Eckart Severing, Institut für Pädagogik, Universität Erlangen-Nürnberg
Einführung: Rainer Schulz, Staatsrat der Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg
Leitfragen: Kann ein neuer Typus von Berufsakademie berufliche und akademische Bildung in Hamburg institutionell verzahnen? Dient eine gemeinsame Grundstufe der beruflichen und akademischen Bildung einer vertieften Berufs- und Studienorientierung? Mit welchen Berufen bzw. Studiengängen soll in Hamburg gestartet werden und warum?

3. Hybride Bildungsformate an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg
Moderation: Ann-Katrin Schröder-Kralemann, Programmleitung "Hochschule und Wirtschaft", Stifterverband, Essen
Einführung: Prof. Dr. Rainer Grieger, Präsident, Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg
Leitfragen: Studienintegrierende Ausbildung in der Polizei-Ausbildung – was sind Begründungen und Ziele? Welche Herausforderungen stellen sich bei der Umsetzung einer studienintegrierenden Ausbildung? Inwieweit sind die Konzepte und Erfahrungen auf andere Bildungsbereiche übertragbar?

4. Integration von Studienelementen in die berufliche Bildung in Sachsen (ISEBS)
Moderation: Lars Thies, Projektmanager, Programm Lernen fürs Leben, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
Einführung: Prof. Dr. Rolf Koerber, Koordination Kooperative Ausbildung im technischen Lehramt (KAtLA), Technische Universität Dresden, und Nadine Matthes, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Technische Universität Dresden
Leitfragen: Welche Herausforderungen bestehen bei der Umsetzung von integrierten Modellen für Jugendliche ohne Hochschulreife? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und beruflichen Schulen konkret gestaltet werden? Welche Erfahrungen wurden bei der Rekrutierung der ersten Teilnehmer für ISEBS gemacht?
 

14:30 Uhr
Kaffeepause
 

14:45 Uhr
Fishbowl mit Moderatoren der Werkstattgespräche
Moderation: Prof. Dr. Dieter Euler, Professor für Educational Management, Universität St. Gallen
 

15:15 Uhr
Perspektiven und künftige Aufgaben
Prof. Dr. Eckart Severing, Institut für Pädagogik, Universität Erlangen-Nürnberg
 

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung
 

Stand: 13. September 2017

 

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Hinweise zur Anreise

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Kontakt

Ansprechpartnerin zu organisatorischen Fragen:

Ellen Blum

ist Assistentin im Bereich "Programm und Förderung".

T 0201 8401-137
F 0201 8401-215

E-Mail senden

 
Ansprechpartnerin zu inhaltlichen Fragen:

Ann-Katrin Schröder-Kralemann

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschule und Wirtschaft".

T 0201 8401-140
F 0201 8401-215

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