Beruflich-akademische Bildung

In diesem Handlungsfeld der Bildungsinitiative richtet sich der Blick auf die bessere Verschränkung von beruflicher und akademischer Bildung. So sollen beispielsweise duale Studiengänge den Zugang beruflich Gebildeter an die Hochschulen erleichtern. Und noch etwas ist wichtig: Studiengänge müssen sich viel stärker an der Praxis orientieren. 

Zur Bildungsinitiative

Unsere Ziele in diesem Handlungsfeld

Beruflich-akademische Bildung

Die Zahlen der Studienanfänger und Hochschulabsolventen ohne Abitur sollten sich zwischen 2010 und 2020 knapp verdreifachen, die Zahl der Studienanfänger in dualen Studiengängen mehr als verdoppeln. Statt derzeit sechs Prozent sollten 2020 mindestens 14 Prozent der Studiengänge Pflichtpraktika im Curriculum festgeschrieben haben.

Analyse in diesem Handlungsfeld

Nachdem berufliche und akademische Bildung lange Zeit unverbunden nebeneinander standen, haben sie sich im vergangenen Jahrzehnt durch drei Entwicklungen angenähert. Erstens entwickelten Unternehmen und Hochschulen gemeinsam passgenaue duale Studiengänge. Zweitens schafften die Länder gesetzliche Grundlagen, damit beruflich Qualifizierte, die kein Abitur haben, leichter studieren können. Drittens hat sich der Bologna-Prozess zum Ziel gesetzt, den Praxisbezug des Studiums insgesamt zu stärken.

Allerdings gibt es noch weiteres Verbesserungspotenzial: Duale Studiengänge beschränken sich derzeit auf zu wenige Disziplinen. Je nach Bundesland spezifische Regelungen und fehlende Transparenz über Finanzierungs- und Stipendienmöglichkeiten erschweren den Zugang zum Studium für Menschen ohne Abitur. Schließlich wurden die meisten Bachelorstudiengänge auf sechs Semester angelegt, sodass geeignete Zeitfenster für Praktika häufig fehlen.

Themenbotschafterin Nicola Leibinger-Kammüller

Ein Hochtechnologieunternehmen wie TRUMPF braucht sowohl gut ausgebildete Facharbeiter und Techniker als auch hochqualifizierte Ingenieure und Wissenschaftler. Deshalb ist uns wichtig, dass wir die Stärken des weltweit bewunderten deutschen Ausbildungssystems bewahren und gleichzeitig alles dafür tun, dass auch unsere Hochschulen führend bleiben. Und wenn es uns dann noch gelingt, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Ausbildung und Hochschule zu erhöhen, dann kann das unsere Innovationskraft nur stärken.

Nicola Leibinger-Kammüller

Vorsitzende der Geschäftsführung TRUMPF GmbH

Empfehlungen für dieses Handlungsfeld

Um Klarheit zu schaffen und Komplexität abzubauen, sollten alle Bundesländer einheitliche Regelungen für die Hochschulzulassung von Studierenden ohne Abitur einführen. Hochschulen sollten dieser Zielgruppe den Einstieg durch spezifische Beratungs- und Betreuungsangebote sowie Brückenkurse erleichtern. Duale Studiengänge sollten stärker auf derzeit unterakademisierte Berufszweige ausgeweitet werden, zum Beispiel im Erziehungs- und Gesundheitssektor.

Weitere Informationen zu diesem Handlungsfeld:

Ann-Katrin Schröder-Kralemann

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschule und Wirtschaft".

T 0201 8401-140
F 0201 8401-215

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