Was wünschen Sie sich, wie unsere Bildungssysteme oder Unternehmen mit dem Thema Future Skills umgehen sollten – und warum ist der Stifterverband hier ein wichtiger Partner?
Ich wünsche mir von unseren Bildungssystemen, dass sie mehr Hilfe zur Selbsthilfe geben. Was das einzelne Individuum interessiert, ist so vielfältig, dass es kein Bildungssystem allein abdecken kann. Aber man kann der nächsten Generation die richtigen Tools an die Hand geben, um sich selbst ein Leben lang Wissen anzueignen: Wie schule ich mich in Medienkompetenz und kritischem Denken? Wie finde ich mich im Internet zurecht? Wie nutze ich neue Technologien für mich und laufe dabei nicht in die Konsum-Falle?
Unternehmen stehen hier genauso in der Pflicht, sich um die nächste Generation dahingehend zu kümmern. Wenn nicht aus moralischen Beweggründen, sind die Nachwuchskräfte immer noch das profitabelste Langzeit-Investment, das man haben kann.
Der Stifterverband setzt genau an der angesprochenen Lücke in den Bildungssystemen an. Durch diese vielseitigen Programme und der engen Zusammenarbeit mit den Institutionen können individuelle Talente und Interessen deutlich besser gefördert und bedient werden.
KI ist in aller Munde. Was sind für Sie persönlich die entscheidenden Skills, um KI nicht nur zu nutzen, sondern damit wirklich besser zu werden?
Sapere aude - man muss weiterhin fähig sein, seinen eigenen Verstand zu nutzen. KI kann ein mächtiges Tool für praktisch alles sein: Recherche, Erstellung von Inhalten, Softwareentwicklung et cetera. KI kann das alles vor allem deutlich schneller als wir.
Aber das alles ist nichts wert, wenn man die Ergebnisse der Recherche nicht auf Fakten prüfen kann oder das mit KI gebaute Tool mit mehr Zeit nicht auch selbst bauen könnte. Meiner Meinung nach sollte man KI als Assistenten nutzen, der die bereits erworbene Kompetenz erweitert und/oder optimiert.
Im Optimalfall baut man mit KI eine Symbiose auf, in der man KI nutzt, um seinen Alltag zu optimieren und seine Fähigkeiten zu erweitern, während die KI von einem lernt und damit zuverlässigere Ergebnisse liefert. Damit kann man meiner Meinung nach am nachhaltigsten mit der KI wachsen.
Grundsätzlich rate ich persönlich aber immer dazu, mit KI so zu arbeiten, als könnte sie morgen weg sein. So läuft man nie Gefahr seine eigene Existenz abzuschaffen.
Was würden Sie jungen Menschen (oder Studierenden) raten: Woran sollten sie heute arbeiten, das in keinem Zeugnis steht – aber ihre Zukunft prägt?
Neugierde und Eigeninitiative, nachfragen und selbst nachdenken – ich schwöre es, Lernen kann Spaß machen!