WandelBar
Forum für Perspektivwechsel in der Lehrkräftebildung
Ein Förderprogramm initiiert vom Stifterverband im Rahmen der Allianz für Lehrkräfte der Zukunftsmission Bildung, gefördert von der Heinz Nixdorf Stiftung
Ausschreibung für die
zweite Kohorte
FÖRDERZEITRAUM: MÄRZ 2027 BIS MÄRZ 2028
Die Lehrkräftebildung leidet seit langem unter einer starken Fragmentierung der verschiedenen Bereiche, Institutionen und Ausbildungsphasen. Eine Lehrkräftebildung "aus einem Guss", die die verschiedenen Handlungslogiken und Perspektiven aller Beteiligten berücksichtigt und in einer kohärenten Gesamtstrategie denkt, ist dringend nötig, um dem Lehrkräftemangel nachhaltig sowohl quantitativ als auch qualitativ entgegenzuwirken. Hier setzt das Programm "WandelBar" an.
AUF EINEN BLICK
Ziel: Stärkung der Kohärenz und Professionsorientierung der Lehrkräftebildung.
Wir unterstützen die Umsetzung von Projekten und Vorhaben, die auf dieses Ziel hinwirken und darauf abzielen, dauerhafte, verlässliche Kooperationsstrukturen zu etablieren, die über das konkrete Vorhaben hinaus Bestand haben.
Wen fördern wir? Bereichs-, organisations- und/oder phasenübergreifende Teams der Lehrkräftebildung (bestehend aus drei bis fünf Personen)
Was bieten wir? Raum zur stetigen Reflexion und Weiterentwicklung der geplanten Vorhaben und der strukturellen Verankerung der institutionsübergreifenden Zusammenarbeit
Förderung: ideelle Begleitung und Projektpauschale in Höhe von 5.000 Euro
Bewerbungsschluss: 31. Januar 2027
Online-Informationsveranstaltung
Am 10. November 2026 von 15:00 bis 16:00 Uhr bietet der Stifterverband eine digitale Informationsveranstaltung zur Ausschreibung an. Alle Interessierte, die mehr über das Programm, die Förderlogik oder das Bewerbungsverfahren erfahren möchten, sind herzlich eingeladen. Bei dem Zoom-Termin gibt es auch die Möglichkeit, Fragen beantwortet zu bekommen.
Was kennzeichnet das Programm?
Das Programm "WandelBar" setzt auf eine strategische, systemische Prozessbegleitung, die gezielt auf die disparaten Strukturen und unterschiedlichen Handlungslogiken der beteiligten Akteurinnen und Akteure eingeht, sie immer wieder sichtbar macht und versucht diese zu überwinden. Im Mittelpunkt stehen dabei methodisch-angeleitete Perspektivwechsel und Peer-Learning-Elemente, die dazu beitragen, die individuellen Projektvorhaben und Vorgehensweisen kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dies umfasst:
- einen Kick-off-Workshop zur Aufgleisung und Weiterentwicklung des Vorhabens
- ein Critical-Friend-System: Die Teams werden von einem Critical Friend aus einem anderen Team begleitet und beraten.
- ein auf die spezifischen Bedarfe zugeschnittener Vor-Ort-Besuch, der durch den Stifterverband moderiert und bei Bedarf um externe Fachkompetenz ergänzt wird. Im Fokus steht dabei die Weiterentwicklung des Vorhabens und die nachhaltige Verankerung der Kooperationsstrukturen.
- ein Online-Workshop-Programm, das Impulse zur Prozesssteuerung bietet und den Austausch innerhalb und unter den Teams unterstützt
Zusätzlich zu der ideellen Förderung werden die Teams mit einer Teampauschale in Höhe von 5.000 Euro zur Unterstützung des Projekts (zum Beispiel für Veranstaltungen, zusätzliche Expertise, individuelle Reise- und Gruppenkosten, Honorare usw.) gefördert. Darüber hinaus werden Reise- und Übernachtungskosten für vorgesehene Veranstaltungen im Programm übernommen.
Pro Kohorte werden bis zu acht Teams in das Förderprogramm aufgenommen.
Was sind die Programmziele?
Wir möchten:
- die geförderten Teams dabei unterstützen, komplexe organisations- und/oder phasenübergreifende Innovationsvorhaben erfolgreich umzusetzen
- Grundlagen für dauerhafte und verlässliche Kooperationsstrukturen in der Lehrkräftebildung schaffen
- insgesamt einen Beitrag zur phasen-/organisationsübergreifenden Kohärenz der Lehrkräftebildung leisten
Wie ist das Programm aufgebaut?
Die Prozessbegleitung erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. zwölf Monaten und setzt sich aus einer Initiierungs-, Erarbeitungs- und Abschlussphase zusammen.
Die Initiierungsphase beginnt mit einem zweitägigen Kick-off-Workshop mit allen Projektteams. Hierbei stehen insbesondere das gegenseitige Kennenlernen sowie das Aufgleisen der Vorhaben im Mittelpunkt. Der Workshop liefert Input zur Gestaltung von Transformationsprozessen, regt zur kritischen Reflexion des bisherigen Projektstandes an und nimmt mögliche Hindernisse und Hürden in der Umsetzung systematisch in den Blick. Die Projektteams geben sich gegenseitig erstes Feedback. Dazu werden Methoden aus der systemischen Organisationsberatung sowie Design-Thinking-Methoden genutzt. Die Teilnahme aller Teammitglieder am Workshop ist vorgesehen.
Im Anschluss findet ein Matching der Projekte im Sinne des Peer-Learning-Ansatzes statt: Pro Team fungiert eine Person als Critical Friend (CF) für ein anderes Team. Diese nimmt regelmäßig (online) an deren Projekttreffen teil. So entsteht eine doppelte Struktur, Impulse ins Team zu holen: einerseits durch die/den entsandten CF, die/der die Entwicklungen im Tandem-Team verfolgt und Ideen aufnehmen kann; andererseits durch die/den dazukommenden CF, die/der durch kritische Fragen, Anregungen usw. immer wieder Reflexionsimpulse setzt. In einer Online-Schulung, in der es um Rolle, Aufgaben und "Handwerkszeug" geht, werden die CFs auf diese Rolle vorbereitet.
In der Bearbeitungsphase arbeiten die Teams an der Umsetzung ihres jeweiligen Innovationsvorhabens. Gemeinsam konkretisieren sie ihren Projektplan und legen Arbeitsstrukturen fest. Begleitet werden sie von ihrem Critical Friend aus einem anderen Team, der regelmäßig Feedback gibt.
Nach einigen Monaten erfolgt ein Vor-Ort-Besuch, bei dem im Rahmen eines individuell geplanten Workshops aktuelle Herausforderungen herausgearbeitet und die Prozessentwicklung unterstützt wird. Dabei können neben dem Projektteam weitere Stakeholder einbezogen und/oder externe Expertise hinzugezogen werden, um den langfristigen Erfolg des Vorhabens zu fördern. Außerdem nimmt der Critical Friend teil und bietet damit eine "Außenperspektive" an; moderiert wird der Work-shop durch das Team des Stifterverbandes.
Ergänzend dazu finden Online-Workshops statt, welche auf die Bedarfe der Teams zugeschnitten werden und Impulse und Input für den laufenden Prozess liefern.
Auf einer Abschlussveranstaltung präsentieren die Teams ihre Ergebnisse, reflektieren zentrale Erkenntnisse und teilen ihre Erfahrungen mit der Programmkohorte. Die Learnings werden außerdem für die Fachöffentlichkeit dokumentiert, so dass zentrale Erkenntnisse auch auf andere (nicht geförderte) Projekte übertragen werden können.
Zeitplan für die zweite Kohorte
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10. November 2026 |
Online-Informationsveranstaltung für Interessierte (15:00 bis 16:00 Uhr) |
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| 31. Januar 2027 | Bewerbungsschluss |
| Februar 2027 | Versand der Zu- und Absagen zur Förderung |
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17./18. März 2027 |
Kick-off-Veranstaltung in Präsenz (voraussichtlich in NRW, Lunch-to-Lunch) Bitte merken Sie sich diesen Termin unbedingt vor. Die Teilnahme ist für das gesamte Projektteam verbindlich! |
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Ab Q2 2027 |
Bearbeitungsphase der Projekte; ein Vor-Ort-Besuch pro Projektteam (Termin und konkrete Ausgestaltung nach Absprache), Begleitung durch Critical Friend Online-Workshops für die gesamte Kohorte |
| Q1 2028 | Abschlussveranstaltung |
Antragsberechtigt sind Teams aus drei bis fünf Personen, die organisations- und/oder phasenübergreifend zusammengesetzt sind und ein konkretes Innovationsvorhaben planen. Für die Projektsteuerung ist die Beteiligung von Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus der Lehrkräftebildung erforderlich; darüber hinaus können weitere Akteure in die operative Arbeit vor Ort einbezogen werden. Außerdem ist die Unterstützung durch die Leitung der beteiligten Organisationen zwingend erforderlich.
Eine Freistellung der beteiligten Personen für die o.g. Veranstaltungen im Rahmen der Programmförderung ist dabei obligatorisch.
Das Auswahlverfahren erfolgt durch den Stifterverband.
Welche Bewerbungsunterlagen benötigen wir?
- Deckblatt inklusive eines von den beteiligten Organisationsleitungen unterzeichneten Befürwortungsschreiben
- eine kurze, aussagefähige Skizze von bis zu 7.500 Zeichen
Die Skizze sollte sich an den folgenden Leitfragen orientieren:
Vorhabensbeschreibung
- Welche Herausforderung der Lehrkräftebildung gehen Sie mit Ihrem Vorhaben genau an?
- Wie wollen Sie diese Herausforderung lösen?
- Skizzieren Sie kurz einen Zeit- und Umsetzungsplan.
- Welche Stakeholder planen Sie bei der Umsetzung einzubeziehen?
- Welche (ersten) Schritte haben Sie bereits in die Wege geleitet?
- Worin sehen Sie die größten Herausforderungen im weiteren Prozess? Wie wollen Sie diesen begegnen?
Ziele
- Welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Vorhaben? (Berücksichtigen Sie dabei die SMART-Kriterien.)
- Wie messen Sie, ob Sie Ihre Ziele erreichen? Nennen Sie drei bis fünf Indikatoren. Dabei können mittel- und langfristige Ziele auch außerhalb des Förderzeitraums liegen.
Etablierung vom Kooperationsstrukturen
- Wie planen Sie tragfähige und nachhaltige Kooperationsstrukturen aufzubauen und wie können Sie sicherstellen, dass diese strukturell verankert werden?
Impact für die Lehrkräftebildung
- Wie sieht die Lehrkräftebildung in fünf Jahren aus, wenn Ihr Vorhaben erfolgreich umgesetzt ist
- Welche Impulse könnten auch für andere Bereiche davon ausgehen?
- Inwiefern trägt die Teilnahme am Programm Ihrer Einschätzung nach dazu bei, Ihr Vorhaben erfolgreich umzusetzen?
Bitte reichen Sie die Unterlagen als eine PDF-Datei bis zum 31. Januar 2027 per E-Mail an
sunamaren.jatta@stifterverband.de ein.
Die Projekte werden nach folgenden Kriterien ausgewählt:
- Relevanz und Klarheit des Vorhabens für die Stärkung der Kohärenz und die Professionsorientierung der Lehrkräftebildung
- Tragfähigkeit der Kooperationsstrukturen und erwartbare langfristige strukturelle Veränderungen der Arbeitsweisen (organisations- und phasenübergreifend)
- Realisierbarkeit und Kohärenz des Vorhabens (Ziele, Umsetzungsplan, Einbezug relevanter Stakeholder) unter Berücksichtigung der vorgegebenen, länderspezifischen Rahmenbedingungen
- Bedeutsamkeit der Teilnahme am Förderprogramm für die Umsetzung des Vorhabens
Erste Kohorte: Die geförderten Projekte
CoPrax ist ein institutionenübergreifendes Vorhaben zum Aufbau einer Community of Practice zur Stärkung der Kohärenz im neuartigen dualen Studienangebot "Lehramt Regelschule" an der Universität Erfurt. Ziel ist es, durch regelmäßigen Austausch und gemeinsame Entwicklungsarbeit tragfähige Kooperationsstrukturen zwischen Hochschule, Schulverwaltung und den dualen Ausbildungsschulen zu etablieren und die Theorie-Praxis-Verzahnung dauerhaft zu verbessern.
Das Team:
- Dr. Ina Semper, Koordinatorin duales Studienangebot, School of Education, Universität Erfurt
- Prof. Dr. Petra Knorr, Professorin für Englischdidaktik, Schwerpunkt Sprachlehr- und -lernforschung, Philosophische Fakultät, Universität Erfurt
- Hannes Seifert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Mathematikdidaktik, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Universität Erfurt
- Juliane Voigt, Referentin, Referat 5 (Schulentwicklung, Lehrerbildung und Schulpsychologischer Dienst), Staatliches Schulamt Südthüringen
- Maria-Magdalena Lessat, Schulleiterin, Staatliche Regelschule Pestalozzischule Apolda
- Sylvia Luck Schulleiterin, Staatliche Regelschule "Joliot-Curie", Hildburghausen
Wissenschaft macht Schule in einer bundesländerübergreifenden Kooperation
Das strukturierte Promotionsprogramm ist an der Universität Bremen seit mittlerweile zehn Jahren angesiedelt und wurde seither kontinuierlich weiter entwickelt; in dieser Zeit wurde es unter anderem mit der Hochschulperle des Stifterverbandes ausgezeichnet. In einer Gesamtdauer von vier Jahren pro Kohorte, von denen inzwischen die dritte läuft, integriert das Absolventinnen und Absolventen aller Lehramtsstudiengänge offenstehende Programm das Referendariat mit einer fachdidaktischen Promotion. Aktuell werden Kooperationsbemühungen mit der Universität Oldenburg im Rahmen des Antragsverfahrens der Northwest Alliance intensiviert, die eine Ausweitung des Programms auf den Standort in Niedersachsen und damit die Erweiterung auf ein Flächenland zum Ziel haben; dieser Prozess soll durch die Bewerbung im Programm Wandelbar flankiert und idealerweise dadurch begleitet und unterstützt werden.
Details zum Promotionsprogramm auf der Website der Universität Bremen
Das Team:
- Prof. Dr. Sabine Doff, Wissenschaftliche Leitung, Universität Bremen
- Dr. Nelli Mehlmann bzw. Elternzeitvertretung (N.N.), Wissenschaftliche Koordination, Universität Bremen
- Dr. Michael Kleiner, Programmleitung 2. Phase (Referendariat), Landesinstitut für Schule Bremen
- Vertretung für den Standort Oldenburg, Universität Oldenburg
Aufbauend auf dem "Europäischen Rahmen für die digitale Kompetenz Lehrender" (DigCompEdu 2017) wird in einem institutionsübergreifenden Arbeitsteam zwischen allen Stakeholdern der dreiphasigen Lehramtsausbildung für den berufsbildenden Bereich in Schleswig-Holstein die Integration des DigCompEdu aufgegriffen und bearbeitet, mit dem Ziel, ein phasenübergreifendes "Kompetenzraster" zu entwickeln und zu verankern.
Das Team:
- Hendrik Schramm, Leitung des Arbeitsfelds "Digitalisierung und Lernen mit digitalen Medien", Landesseminar Berufliche Bildung (LSBB)
- René Gänger, Mitarbeiter im Landesprogramm "Zukunft Schule im digitalen Zeitalter", Landesseminar Berufliche Bildung (LSBB)
- Marijon Oltmann, Mitarbeiterin im Landesprogramm "Zukunft Schule im digitalen Zeitalter", Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
- Dr. Nikolaus Steffen, Mitarbeiter im Landesprogramm "Zukunft Schule im digitalen Zeitalter", Europa-Universität Flensburg (EUF)
- Jan Hinnerk, Thür Mitarbeiter Landesprogramm "Zukunft Schule im digitalen Zeitalter", Europa-Universität Flensburg (EUF)
Lehrkräftebildung wird von Menschen in Schulen, Studienseminaren und der Universität vor Ort aktiv gestaltet. Im Projekt wird phasen- und institutionenübergreifend eine zentrale Veranstaltung zur Professionalisierung von Lehrkräftebildner*innen schulischer Praxisphasen unter dem Dach eines gemeinsamen Qualitätsverständnisses durchgeführt.
Das Team:
- Dr. Timo Beckmann, Praktikumsstelle Fakultät Bildung/School of Education, Leuphana Universität Lüneburg
- Claudia Dede, Konrektorin Studienseminar Lüneburg für das Lehramt für Sonderpädagogik
- Antje Rothe, Rektorin Studienseminar Lüneburg für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen
- Prof. Dr. Anke Karber, Professur für Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Berufsbildungsforschung und Didaktik, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Leuphana Universität Lüneburg
- Prof. Dr. Marc Kleinknecht, Professur für Schulpädagogik und Schulentwicklung, Institut für Bildungswissenschaft, Leuphana Universität Lüneburg
Mit dem Start des Bachelorstudiengangs Grundschullehramt an der RWTH Aachen University besteht die Herausforderung, kohärente Kooperationsstrukturen zwischen Universität, Schule und ZfsL aufzubauen. Das Projekt adressiert die strukturelle Fragmentierung der Lehrkräftebildung, indem Unterricht als gemeinsamer Gegenstand institutionsübergreifender Zusammenarbeit etabliert wird. Auf Grundlage kooperativer Professionalität wird "Lesson Study" als zentrales Instrument genutzt, um Planung, lernprozessorientierte Beobachtung und datenbasierte Reflexion systematisch zu verzahnen.
Das Team:
- Sabrina Heiderich, Studienrätin und -beratung in der mathematischen Grundbildung, Institut für Mathematik, RWTH Aachen
- Katja Krummlauf, Fachleiterin Kombiniertes Fachseminar Deutsch Mathematik, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Aachen
- Ina Reining, Moderatorin, Fachoffensive Mathematik, Schulamt Städteregion Aachen
- Laura Wever, Studienkoordination und -beratung Grundschullehramt, Lehrerbildungszentrum, RWTH Aachen
- Sylke Zier, Direktorin als Leiterin eines Seminars für das Lehramt an Grundschulen, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Aachen
Das Projekt "PReP Me" zielt darauf ab, die Lehrkräftebildung für bayerische Mittelschulen durch eine phasenübergreifende Vernetzung, praxisnahe Formate zur Förderung von Core Practices und Mentoring zu verbessern, um Studienabbrüche zu verringern, Selbstwirksamkeit angehender Lehrkräfte zu fördern und den Berufseinstieg zu erleichtern. Dazu sollen Theorie und Praxis besser verknüpft sowie nachhaltige Kooperationsstrukturen zwischen Universität, Studienseminaren und Schulen etabliert werden. Das vierjährige Pilotprojekt wird begleitend erforscht und soll langfristig übertragbare Konzepte für andere Lehrämter liefern.
Das Team:
- Dr. Magdalena Sonnleitner, Leiterin des Praktikumsamts für die Lehrämter an Grund- und Mittelschulen (1. Phase), Zentrum für Lehrkräftebildung, Universität Passau
- Melanie Neulinger-Seil, Seminarleitung (2. Phase), Regierung von Niederbayern, Studienseminar für das Lehramt an Mittelschulen, Seminarbezirk Niederbayern MS I/2 – Passau
- Simone Rauch, Mittelschullehrkraft (3. Phase), Mittelschulmentorin, Regierung von Niederbayern, Grund- und Mittelschule Eging; Zentrum für Lehrkräftebildung, Universität Passau
Über die drei genannten Personen hinaus sind zahlreiche weitere Akteurinnen und Akteure in die operative Arbeit vor Ort einbezogen. Unter anderem eingebunden sind Prof. Dr. Markus Pissarek (Vorstand des Zentrums für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik, Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur), Dr. Doris Cihlars (Akademische Beamtin am Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Schulentwicklungs- und Professionalisierungsforschung , verantwortlich für den Fachbereich Mittelschulpädagogik und -didaktik, Fachstudienberatung Lehramt Mittelschule), Matthias Fuchs (Studiengangskoordinator Lehramt), Michael Freund (Mittelschullehrkraft und Tutor in der Praktikumswerkstatt zur Vernetzung von Theorie und Praxis).
Die Lehrkräftebildung steht derzeit vor großen Herausforderungen, etwa durch den Lehrkräftemangel und eine unzureichende Abstimmung zwischen den Ausbildungsphasen. Gleichzeitig entstehen in sozialen Medien neue Räume, in denen angehende und aktive Lehrkräfte ihre Erfahrungen und Perspektiven austauschen. Das Projekt greift diese digitalen Diskurse auf und zielt darauf, sie systematisch mit institutionellen Perspektiven der Lehrkräftebildung zu verschränken. Ziel ist es, den Dialog zu stärken und so die Lehrkräftebildung langfristig kohärenter und praxisnäher zu gestalten.
Das Team:
- Jun.Prof.'in Dr. Viktoria Flasche, Professur für Pädagogik (Zuständigkeit für die Praxiselemente im Lehramtsstudium), Fachbereich Kunstbezogene Wissenschaften, Pädagogik, Kunstakademie Düsseldorf
- Dr. Anna Carnap, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Erziehungswissenschaften, Arbeitsbereich "Allgemeine Grundschulpädagogik", Humboldt-Universität zu Berlin
- Dr. Mendina Scholte-Reh, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung, Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung, FernUniversität in Hagen
Eine erfolgreiche Kooperation zwischen Schule und Hochschule ist sowohl für eine moderne Lehrkräftebildung als auch für erfolgreiche Übergänge im Bildungsprozess der Schülerinnen und Schüler unabdingbar. So eine Kooperation wird in diesem Projekt weiterentwickelt, in dem eine Integrierte Gesamtschule sich zu einer Universitätsschule etabliert.
Das Team:
- Prof. Dr. Dina Kuhlee, Prorektorin für Studium und Lehre, Wirtschaftspädagogik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- Prof. Dr. Stefanie Rach, verantwortliche Person für die Universitätsschule von der Hochschule aus, Didaktik der Mathematik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- Eik Ruddat, verantwortliche Person für die Universitätsschule von der Schule aus, Schulleiter, IGS Willy Brandt Magdeburg
- Prof. Dr. Andreas Zopff, verantwortliche Person Lehramt, Berufspädagogik gewerblichtechnischer Berufe, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Gut qualifizierte Lehrkräfte sind eine zentrale Gelingensbedingung für ein erfolgreiches Bildungssystem. Nur wenn diese in hinreichender Zahl vorhanden sind, kann das Bildungssystem seinen Beitrag zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Aufgaben leisten und Teilhabe und Erfüllung von Lebensplänen junger Menschen realisieren.
Mit der Zukunftsmission Bildung möchte der Stifterverband einen wirksamen Beitrag dazu leisten. Ihr Ziel ist es, unser Bildungssystem in die Lage zu versetzen, schnell mehr Menschen mit den nötigen Kompetenzen für künftige Aufgabenprofile auszubilden und die dafür erforderlichen Veränderungen im Rahmen thematischer Allianzen umzusetzen. Die Allianz für Lehrkräfte adressiert den teilweise dramatischen Mangel an Lehrkräften. Um das zentrale Ziel der Allianz zu erreichen, die bis zum Jahr 2030 prognostizierte Lücke von bis zu 68.000 Lehrkräften zu halbieren, muss die Lehrkräftebildung sowohl quantitativ gestärkt als auch qualitativ neu ausgerichtet werden. Dazu sind tiefgreifende Veränderungen bestehender Strukturen und Prozesse notwendig.
Nach wie vor stellt die fehlende inhaltliche und organisationale Kohärenz zwischen Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften einerseits und Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung andererseits eine weitgehend ungelöste Herausforderung für die Lehrkräftebildung. Viele Reformprojekte konnten in der Vergangenheit nur begrenzt Wirkung entfalten, da sie vornehmlich für einen oder aus Sicht eines Teilbereichs der Lehrkräftebildung gedacht wurden und andere Perspektiven zu wenig berücksichtigt haben. Außerdem führen unterschiedliche institutionelle Handlungslogiken und Vorgaben über die verschiedenen Bereiche und Phasen hinweg, sowie fehlende strukturell abgesicherte Kooperationen bei allen Beteiligten immer wieder zu Frustrationen und erschweren eine durchgehende Professionsorientierung in der Lehrkräftebildung. So müssen sich Lehrkräftebildnerinnen und -bildner beispielsweise aus den Studienseminaren teilweise in ihrer Freizeit für die Weiterentwicklung der Lehrkräftestudiengänge engagieren, weil es nicht zu ihren Aufgaben gehört und keine Arbeitszeit zur Verfügung steht.
Auch der Masterplan "Lehrkräftebildung neu gestalten" nennt als eine zentrale Voraussetzung für eine qualitätsvolle Lehrkräftebildung, "der Fragmentierung der verschiedenen Ausbildungsbereiche und -phasen […] durch eine optimale Abstimmung und Verzahnung von Studium, Referendariat sowie Fort- und Weiterbildung entgegenzuwirken. Voraussetzung dafür sind verbindliche Kooperationsstrukturen, um die Zersplitterung der Verantwortlichkeiten zu überwinden."
Kontakt
Ansprechpartnerinnen bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen zum Programm, zu den Förderrichtlinien oder zu den benötigten Unterlagen:
Christina Siebert-Husmann
ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".
T 0201 8401-282
Suna Jatta
ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".
T 0201 8401-111
Mit der Zukunftsmission Bildung will der Stifterverband ein Bildungssystem für eine Welt im Wandel gestalten, das schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus- und weiterbildet. Dazu bringt er die relevanten Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einer Gemeinschaftsinitiative zusammen und koordiniert die Aktivitäten, unter anderem in der Allianz für Lehrkräfte und in der Allianz für Schule Plus – denn um die großen Herausforderungen im Bildungssystem zu lösen, braucht es starke Partnerschaften, die gegenüber der Politik mit einer Stimme sprechen, die gemeinsam Rahmenbedingungen gestalten und damit langfristig eine Veränderung im Bildungssystem bewirken.