Europa verfügt über exzellente Wissenschaft. Aber Exzellenz allein entscheidet nicht darüber, ob aus Erkenntnis technologischer, gesellschaftlicher Fortschritt und wirtschaftliche Wertschöpfung entstehen. Entscheidend ist, ob wir Strukturen schaffen, die Kooperation, Tempo, unternehmerisches Handeln und Verantwortung ermöglichen. Zu oft bleibt Transfer abhängig von Einzelpersonen, Zufällen und Projektförderlogiken. Wer Innovation ernst nimmt, muss Transfer als Kernaufgabe des Wissenschaftsystems verstehen – nicht als Zusatzleistung.
Die Landeshochschulgesetze formulieren klar: Transfer gehört zu den Kernaufgaben der Hochschulen und auch für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen gilt: Transfer muss dauerhaft institutionell und mit förderlichen Rahmenbedingungen verankert werden. Dazu gehört ein innovationsfreundlicher Umgang mit geistigem Eigentum. Dazu gehört, Förderinitiativen besser zu verzahnen und Bürokratie abzubauen, wo sie Kooperation verhindert, Ausgründungen verzögert oder Investitionen ausbremst. Wir brauchen wissenschaftliche Qualität. Wir brauchen aber gleichzeitig mehr Strukturen, die aus Qualität Wirkung machen.
Der Blick über die eigenen Grenzen hilft: zum Beispiel nach Eindhoven, wo Universität, Industrie und Region ein produktives Innovationsökosystem geschaffen haben; nach Schweden, wo Kooperation zwischen öffentlicher und privater Hand Innovationskraft stärkt; oder in die USA, wo Kapital, Unternehmertum und Spitzenforschung enger ineinandergreifen.