Netzwerk "Stark durch Diversität – Förderung interkultureller Kompetenzen in der Lehramtsausbildung"

Ein Gemeinschaftsprojekt des Stifterverbandes und der Schöpflin Stiftung, gefördert durch die Stiftung Mercator

Zehn Hochschulen der Aktionslinie "Spracherwerb stärken" des Stifterverbandes kommen in dem Netzwerk mit weiteren Projekten und Institutionen zusammen, die in der Lehrerbildung – auch über das Thema DaZ-/DaF (Deutsch als Zweit-/Fremdsprache) hinaus – einen besonderen Fokus auf die Ausbildung interkultureller Kompetenzen legen. 

Ziel der Netzwerkarbeit ist es, sich im Rahmen eines moderierten kollegialen Austausches und kollegialer Beratung auf der Grundlage konkreter Projekterfahrungen über den Stellenwert von DaZ/DaF und interkulturellen Kompetenzen in der Lehrerbildung zu verständigen, die Wirksamkeit der unterschiedlichen Ansätze zu reflektieren und gemeinsam Herausforderungen zu adressieren. Darüber hinaus werden mögliche Produkte diskutiert (zum Beispiel Leitfäden, Evaluationsdesigns etc.), die zur Verstetigung der Projekterfahrungen und des Austausches beitragen sollen.

Entsprechend der Zielsetzung des Netzwerks, Vertreter aus Wissenschaft und (Schul-) Praxis miteinander zu vernetzen, fanden sich unter den Teilnehmenden sowohl Wissenschaftlerinnen aller Qualifikationsstufen, (abgeordnete) Lehrkräfte sowie Vertreter aus Institutionen mit hohem Praxisbezug (hierzu zählen unter anderem die SchlaU-Schule aus München sowie die Teach First Deutschland gemeinnützige GmbH).

 

Das Netzwerk

Die zehn Projekte aus dem Programm "Spracherwerb stärken – Lehramtsstudierende gewinnen" des Stifterverbandes:

  • Universität Augsburg: Koordination sprachlicher Unterstützung geflüchteter Schülerinnen und Schüler
  • Ruhr-Universität Bochum: Sprachförderung und Transkulturelle Sensibilität in der Lehrerbildung
  • Technische Universität Dortmund: Sprachbrücken – Ein Netzwerkprojekt der Dortmunder Schulen, Universitäten und Stadt
  • Technische Universität Dresden: Spracherwerb im Spannungsfeld interkultureller pädagogischer Beziehungen (SIB)
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Sprachliche Bildung – Forschendes Lernen. Qualifizierung von Lehramtsstudierenden für die erfolgreiche Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen (SprachFoLL)
  • Universität Koblenz-Landau / Campus Landau: KiSs KinderSprache stärken – Sprachförderung für Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen
  • Universität Paderborn: Vielfalt stärken – Sprachbildung an Berufskollegs: Neu Zugewanderte begleiten und Lehramtsstudierende ausbilden
  • Universität des Saarlandes: Starke Mädchen, starke Frauen – Durch Sprache fördern
  • Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd: Mit Sprache zur Fachkompetenz – Sprachlernen in den MINT-Fächern
  • Eberhard Karls Universität Tübingen: Fachbezogenes Sprachlerncoaching für den gymnasialen Bildungsweg – Zusatzqualifikation für Lehramtsstudierende aller Fächer

Zusätzliche Projekte und Institutionen des Netzwerks "Stark durch Diversität":

  • Universität Bayreuth: Projekt "Fachliche und kulturelle Diversität in Schule und Universität"
  • Universität Bremen: Projekt "Lehr-Lern-Werkstatt Fach*Sprache*Migration"
  • Universität Hildesheim: Projekt "LernKUHLT"
  • Universität Kassel: Projekt "Mehr Sprachen, mehr Kulturen"
  • Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz: Projekte "KONECS Koblenzer Netzwerk CampusGrundschulen, Studienseminare und Kindergärten" und "GeKOS – Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden"
  • SchlaU Schule bzw. SchlaU-Werkstatt, München (mit Kooperationshochschulen)
  • Teach First: Projekt "Echte Teilhabe! Sprachförderung und Integration Hand in Hand"
  • Universität Bonn: Bonner Zentrum für Lehrerbildung (BZL)

 

Publikation

Lehrkräftebildung für die Schule der Vielfalt
Professioneller Umgang mit Migration und Mehrsprachigkeit

Die im November 2019 veröffentlichte Handreichung ist aus der Arbeit des Netzwerks "Stark durch Diversität" entstanden und versteht sich als Beitrag zur Diskussion über die Zukunftsfähigkeit der Lehrkräftebildung in der Migrationsgesellschaft. Die Mitglieder des Netzwerks sind sich darin einig, dass die künftigen Lehrkräfte die Heterogenität ihrer Schülerschaft als Ressource begreifen müssen, um ihren Unterricht dementsprechend diversitätswertschätzend gestalten zu können. Denn nur wenn dies gelingt, wird die "Schule der Vielfalt" zur Selbstverständlichkeit und zu einem Ort der Potenzialförderung für alle Schülerinnen und Schüler.
Mehr Info & Download

Abschlusskonferenz

Am 7. November 2019 fand die Abschlusskonferenz des Netzwerks mit dem Schwerpunkt "Professionelles Handeln für die Schule der Migrationsgesellschaft" in der Philharmonie Essen statt. In einer Migrationsgesellschaft sind Lehrkräfte gefordert, mit sprachlicher und kultureller Vielfalt umgehen zu können. Wie können angehende Lehrkräfte auf diese Herausforderungen vorbereitet werden? Welche Potenziale eröffnen sich durch heterogene Lerngruppen? Welche Rolle spielt die Theorie-Praxis-Verzahnung für den Erwerb interkultureller Kompetenzen in der Lehramtsausbildung? Diese und viele weitere Fragen stellten sich die Mitglieder des Netzwerks "Stark durch Diversität", die sich seit Dezember 2017 regelmäßigen trafen, um den reflektierten Umgang mit kultureller Diversität als integralen Bestandteil der Lehrkräftebildung zu fördern. Neben den Ergebnissen der Netzwerkarbeit wurden im Rahmen der Konferenz weiterführende Fragen und Anknüpfungspunkte mit Vertretern der Lehrkräftebildung an Hochschulen, Lehramtsstudierenden, Lehrkräften sowie Akteuren aus Hochschul- und Bildungspolitik diskutiert.
Details zum Veranstaltungsprogramm

Netzwerktreffen

Im Projektzeitraum von zwei Jahren fanden vier deutschlandweite Netzwerktreffen statt, bei denen alle teilnehmenden Projekte und Initiativen von je zwei Vertretern repräsentiert werden.

Das vierte und letzte Netzwerktreffen hat am 28. Juni 2019 im Ruhrturm in Essen stattgefunden. Die Netzwerk-Mitglieder diskutierten die abschließende Evaluation, die von den drei Projektträgern durchgeführt wurde, und kamen dann noch einmal in den zwei Arbeitsgruppen für einen intensiven Austausch zusammen. Schließlich stellten sich die Arbeitsgruppen gegenseitig ihre bisherigen Ergebnisse vor und hielten die Freude an der gemeinsamen Zusammenarbeit künstlerisch mit einem "Schnipsel-Feedback" fest (Foto li.).

Foto: Simon Bierwald, INDEED Photography

Am 15. Februar 2019 fand das dritte Netzwerktreffen in Berlin statt. Im Mittelpunkt standen die institutionelle Verstetigung und nachhaltige Verankerung des Themenkomplexes "Interkulturelle Bildung" innerhalb der Lehramtsausbildung. Dorit Bosse von der Universität Kassel steuerte einen Impulsvortrag bei. In einem Workshop mit Silvie Klein-Franke ging es darum, wie Veränderungsanliegen Rückhalt gewinnen und verstetigt werden können.
Rückblick auf das dritte Netzwerktreffen

Foto: Simon Bierwald, INDEED Photography

Am 18. Mai 2018 kam das gesamte Netzwerk zum zweiten Mal in Essen zusammen. Das Treffen diente der gemeinsamen Arbeit in den Arbeitsgruppen, öffnete aber gleichzeitig erstmals den Kreis des Netzwerks für externe Gäste. Eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungspolitik widmete sich der Frage nach der Rolle und Bedeutung von zentralen Begrifflichkeiten, die die Arbeit des Netzwerks ausmachen.
Rückblick auf das zweite Netzwerktreffen

 

Arbeitsgruppen

Darüber hinaus gibt es zwei Arbeitsgruppen, die zwischen den Netzwerktreffen zusammenkommen und gemeinsam ein konkretes Thema bearbeiten.

Foto: Simon Bierwald, INDEED Photography

Die Arbeitsgruppe "Handlungsfähigkeit im System Schule" bietet den Netzwerkmitgliedern die Möglichkeit, sich auf Grundlage ihrer Arbeits- und Projekterfahrung über Faktoren bzw. Voraussetzungen zu verständigen, die zum Gelingen einer auf Diversität und Mehrsprachigkeit ausgerichteten Schule beitragen. Darüber hinaus befasst sie sich mit der curricularen Verankerung von Interkulturalität und Diversität in der Lehramtsausbildung.

Patinnen der Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Heike de Boer (Universität Koblenz-Landau, li.) und Prof. Dr. Nazli Hodaie (PH Schwäbisch Gmünd)

Foto: Simon Bierwald, INDEED Photography

Die Arbeitsgruppe "Ergebnissicherung und Evaluation" widmet sich der Frage, wie eine nachhaltige Ergebnissicherung aus der Projektarbeit bzw. eine Evaluation der Projekte aussehen könnte.

Patin der Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Kristina Peuschel (Eberhard Karls Universität Tübingen)

Kontakt

Pia Rojahn

ist Programmmanagerin im Bereich
"Programm und Förderung".

T 0201 8401-310
F 0201 8401-215

E-Mail senden

Das Netzwerk "Stark durch Diversität – Förderung interkultureller Kompetenzen in der Lehramtsausbildung" ist eingebettet in das Sonderprogramm "Integration durch Bildung". Mit ihm will der Stifterverband einen Beitrag dazu leisten, Flüchtlingen eine bessere Zukunft in Deutschland zu ermöglichen, sie für beide Seiten gewinnbringend in unsere Gesellschaft aufzunehmen und somit auch ihre Potenziale für den Arbeitsmarkt bestmöglich zu nutzen.
Mehr Info zur Initiative "Integration durch Bildung"