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Vier Hürden für erfolgreiche Kooperation in der Forschung

26.07.2019

Eine aktuelle Sonderauswertung zeigt die Wichtigkeit von Kooperationen: Knapp jeder zweite Euro der DFG-Förderung an Hochschulen fließt in Kooperationsprojekte. Die erfolgreichsten Universitäten kommen aus München und Berlin. Aber ob von der DFG oder anderen Institutionen gefördert: Kooperationen müssen komplexe Hürden überwinden, um erfolgreich zu sein.

Das Future Lab Kooperationsgovernance von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung hat die vier wichtigsten Hindernisse identifiziert, an denen Kooperationen scheitern können.

Hochschulen forschen immer häufiger mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, da wissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt und die Bewältigung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen oft nur durch eine Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen erreicht werden kann. Solche Kooperationen werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), aber auch vom Bund, den Ländern und der EU, von Stiftungen, Gemeinden, Unternehmen und Verbänden unterstützt.

Um den Umfang der Kooperationsförderung zumindest in einem Teilbereich quantifizieren zu können, haben Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung eine Sonderauswertung der Förderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durchgeführt. Demnach hat allein die DFG in den Jahren 2014 bis 2016 Kooperationsformate von Hochschulen mit 3,4 Milliarden Euro unterstützt. Das ist knapp jeder zweite Euro der Gesamtförderung von 7,3 Milliarden Euro. Die mit Abstand meisten DFG-Kooperationsmittel akquirierten die LMU München und die FU Berlin. Schaut man auf die Bundesländer, waren die Hochschulen in Schleswig-Holstein, Berlin und Hamburg am erfolgreichsten.

Für Kooperationen, in deren Mittelpunkt Hochschulen stehen, gibt es verschiedenste Formate: agile Netzwerke, komplexe Verbundstrukturen, hochschulübergreifende Einrichtungen. Im Future Lab Kooperationsgovernance erarbeiten Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung gemeinsam mit Hochschulen und Experten Lösungen für die häufigsten Herausforderungen solcher Kooperationen. Ein multidisziplinär arbeitendes Team hat die vier wichtigsten Hindernisse identifiziert:

  • Unterschiedliche Ziele und intransparente Partikularinteressen der einzelnen Partner verhindern den gemeinsamen Erfolg der Forschungsarbeit.
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen erschweren das Teilen von Ressourcen wie Geld, Personal und Infrastruktur sowie von Erträgen.
  • Kulturelle Unterschiede führen zu Missverständnissen und Vertrauensverlust, weil die jeweiligen Partner andere Werte, Normen oder Arbeitsweisen voraussetzen.
  • Die Auswahl des passenden Kooperationsformats ist aufgrund der komplexen Anforderungen von Hochschulkooperationen problematisch.

Bei der Planung und Umsetzung von Kooperationen sollten künftig die vier Hindernisse von Anfang an mitgedacht werden, um sie künftig zu vermeiden. Im Future Lab Kooperationsgovernance werden die bisherigen Formatansätze nach diesen Herausforderungen analysiert, Lösungen erarbeitet und ein Set von anpassbaren, situationsspezifischen Governance-Formaten entwickelt. Die Ergebnisse werden bis Ende 2019 veröffentlicht.

 

Pressekontakt

Peggy Groß

ist Kommunikationsmanagerin im Stifterverband.

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F 030 322982-515

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Dr. Mathias Winde

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschulpolitik und -organisation".

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