Hochschulperle

Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die an einer Hochschule realisiert werden.

 
Weil sie klein sind, werden die Projekte jenseits der Hochschulmauern kaum registriert. Weil sie glänzen, können und sollten sie aber auch andere Hochschulen schmücken. Jeden Monat stellt der Stifterverband eine Hochschulperle vor. Anders als in den Vorjahren gibt es 2018 kein Oberthema, die Hochschulperle wird themenoffen vergeben. Die Auszeichnung ist undotiert. Aus den zwölf Projekten wird Anfang 2019 in einer öffentlichen Abstimmung die Hochschulperle des Jahres gewählt.

 

Hochschulperle des Monats Juli 2018:
Get digital

Ist mein Unternehmen für die Digitalisierung gewappnet? Wie kann ich mein bisheriges Geschäftsmodell mit den neuen Marketing-, Kommunikations- und Vertriebskanälen kombinieren? Digital gut aufgestellt zu sein, ist für ein Unternehmen äußerst wichtig. Die meisten der Kunden informieren sich online über Produkte, Eigenschaften und Preise – da ist es hilfreich, sich entsprechend beraten zu lassen. Und genau für solche Zwecke haben das G-Lab der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und die IHK Karlsruhe das Projekt "Get Digital" ins Leben gerufen.

Bei dem Projekt werden regionale Unternehmen ausgewählt, die dann jeweils von einem Studierenden bei der Entwicklung ihrer Digitalisierungsstrategie unterstützt werden. Der Fokus liegt besonders auf dem Thema Marketing und dem Ausbau der digitalen Präsenz. Aber nicht nur die Unternehmen profitieren: Auch für die Studierenden bietet sich die Möglichkeit, on-the-job praktische Erfahrungen zu sammeln.

"Dieses Projekt ist ein schönes Beispiel für die Einbindung der Arbeitswelt ins Studium. Hier werden Studierende auf einzigartige Art und Weise zu Experten der Digitalisierung in ihrem regionalen Umfeld", betont die Jury des Stifterverbandes.

Das Projekt "Get Digital" gibt es seit Anfang des Jahres 2018. Bis jetzt konnten die Studierenden 16 Unternehmen in der Region beim Ausbau ihrer digitalen Präsenz unterstützen. Im Oktober geht das Projekt in die nächste Runde.

Die Hochschulperlen der Vormonate

Januar 2018: Mit Robotern lernen

Lehramtsstudierende der Universität des Saarlandes entwickeln für Grundschüler Lernwelten, in denen sie spielerisch programmieren lernen und mathematisches Wissen anwenden.

Wie kommt das Roboter-Auto sicher von A nach B? Welche Zutaten braucht man aus dem "Zauberwald" für den Zaubertrank? Und wie findet der Roboter aus dem Labyrinth? Vor diese Herausforderungen stellen Saarbrücker Wissenschaftlerinnen Viertklässler beim Projekt "Mit Robotern lernen". Das Lehr- und Lernprojekt an der Universität des Saarlandes will Grundschüler spielerisch an Programmieren und Mathematik heranführen. Dafür haben die angehenden Mathematiklehrerinnen sogenannte Lernwelten entwickelt, in denen konkrete Aufgaben gelöst werden müssen. Die Schüler lernen quasi ganz nebenbei programmieren und wenden mathematisches Wissen praktisch an.

"Ein schönes Projekt, das schon bei Grundschülern Begeisterung für Mathematik und Informatik weckt. Aber auch die angehenden Lehrerinnen, die die Lernwelten entwickeln, sammeln praktische Erfahrungen für ihre spätere Arbeit", lobt die Jury des Stifterverbandes.

"Mit Robotern lernen" ist ein Projekt des Lehrstuhls Fachdidaktik Mathematik Primarstufe an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Die angehenden Mathematiklehrerinnen arbeiten eng mit Grundschulen zusammen, um ihre Entwicklungen im Praxiseinsatz zu testen. Dazu kommen die Viertklässler in die Universität und erproben die Lernwelten, die so ständig weiterentwickelt werden.

Weitere Informationen zum Projekt "Mit Robotern lernen"
Bericht über das Projekt im Web-Magazin der Universität des Saarlandes
Radiobeitrag über das Projekt im Saarländischen Rundfunk

Februar 2018: Active Nature Time

Heimisch werden in fremder Umgebung: Für Kinder von Flüchtlingen sind auch viele Pflanzen und Tiere in Deutschland andere als dort, wo sie herkommen. Im Jahr 2016 haben deshalb Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ein Projekt ins Leben gerufen. Es bringt Mädchen und Jungen aus unterschiedlichen Kulturen einmal pro Woche zwei Stunden lang Natur näher und hilft ihnen gleichzeitig, neue Wörter zu lernen.

Das Projekt "Active Nature Time" richtet sich an Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, die in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Karlsruhe angekommen sind. In der Gruppe erkunden sie gemeinsam nahegelegene Parks, Wälder und Gewässer. Die sie betreuenden Studierenden haben eine Reihe von Lernstationen vorbereitet, wo die Kinder spielerisch etwas über Biologie erfahren. Die Herausforderung liegt darin, Wissen ohne gemeinsame Sprachebene zu vermitteln – was aber mithilfe von Bildkarten und dem Benutzen aller Sinne gelingt.

Für die Lehramtsstudierenden bietet das Projekt die Chance, pädagogische Praxiserfahrungen an außerschulischen Lernorten zu sammeln und Sprachbarrieren zu überwinden. Und für die Kinder aus den Gruppenuterkünften bringt das Projekt nicht nur Abwechslung in den Alltag, nebenbei verbessern sich auch ihre Startbedingungen in Deutschland.

Diese studentische Initiative sei eine schöne Kombination von Integrations- und Bildungsarbeit mit einfachen Mitteln, lobt die Jury des Stifterverbandes. Kinder in Flüchtlingsheimen müssten häufig noch ein Gefühl für die neue Umwelt bekommen. Das gemeinsame Naturerlebnis wirke positiv, und die gemeinsamen Unternehmungen fördern sprachliche und soziale Kompetenzen.

Informationen zum Projekt auf der Website der PH Karlsruhe
Flyer zum Projekt (PDF)

März 2018: lehrauftrag.com

Wie findet man als Hochschule den richtigen Lehrbeauftragten – damit auch im nächsten Semester der Kurs stattfinden kann? An wen wende ich mich, wenn ich selbst Interesse habe, an einer Hochschule zu unterrichten? Die Online-Plattform lehrauftrag.com bringt Hochschulen und Interessenten zusammen. Auf dem Portal können offene Stellen kostenlos inseriert werden. Registrierte Kandidaten werden über vakante Lehraufträge informiert und können von den Hochschulen direkt kontaktiert werden. Initiiert wurde das Projekt von zwei jungen Professoren, nachdem sie selbst erfahren haben, wie schwierig es sein kann, die Stellen zu besetzen.

Der Stifterverband verleiht dem Projekt lehrauftrag.com für den innovativen und kooperativen Ansatz die Hochschulperle des Monats März. "Eine sehr spezielle Jobbörse, die jedoch eine große Lücke füllt und die Besetzung von Lehraufträgen deutlich vereinfacht. Hier profitieren beide, die Kandidaten und die Hochschulen", lobt die Jury des Stifterverbandes.

Lehrauftrag.com ist seit Februar 2018 online. Bis jetzt sind über 250 Kandidaten registriert und bereits erste Lehraufträge vermittelt.

Website zum Projekt

April 2018: Skip 360°

Ein Arztbesuch oder Behördengang in einem fremden Land und mit einer fremden Sprache fällt leichter, wenn man sich vorher mit der Situation vertraut machen kann – am besten in einem geschützten Raum. Studierende der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien, in Köln haben mit Hilfe von Virtual-Reality (VR) einen solchen Raum geschaffen.

In einer real simulierten 3D-Umgebung können Geflüchtete Alltagssituationen, wie zum Beispiel einen Arztbesuch, durchspielen, die Situation kennenlernen und so Ängste abbauen. Zugang zu den Lernwelten erhielten die Geflüchteten in der Kölner Stadtbibliothek mit einer Virtual-Reality-Brille. 

"Eine tolle studentische Initiative, die neue Technologien sinnvoll einsetzt. Hier kommen viele Aspekte zusammen; Digitalisierung, Integration von Geflüchteten und praxisorientiertes Lernen. Darüber hinaus arbeitet die Hochschule hier eng mit einer städtischen Einrichtung zusammen – ein Projekt mit Vorbildcharakter", lobt die Jury des Stifterverbandes.

Das Medienkompetenzprojekt "Skip 360°" ist ein Teil des Fremdsprachen- und Kulturlabors, das Studierende der Fresenius Hochschule Köln am dortigen An-Institut Skip ins Leben gerufen haben. Der Prototyp "Besuch in einer Arztpraxis" ist im Dezember 2017 vorgestellt worden. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln durchgeführt und in einer Ministudie evaluiert. Gefördert wurde die Initiative von der Landesregierung NRW.

Weitere Informationen zum Projekt auf der Website der Hochschule Fresenius

Mai 2018: RuhrTalente

Die Teilnahme an einer Sprachreise ermöglichen oder bei Bedarf einen Laptop zur Verfügung stellen – das von der Westfälischen Hochschule initiierte Stipendienprogramm "RuhrTalente" hilft ganz konkret, Lernerfolge zu verbessern und Schülern aus weniger privilegierten Umfeldern neue Perspektiven zu eröffnen. In Workshops und Seminaren lernen sie außerdem, wie sie sich besser präsentieren und erfahren, wo ihre Stärken, Schwächen und Talente liegen. All das stärkt das Verantwortungsbewusstsein und gibt den Jungen und Mädchen mehr Selbstvertrauen.

"Eine beispielhafte Bildungsarbeit, die es jungen Menschen mit nicht idealen Startbedingungen erlaubt, zu erleben, was alles möglich ist", lobt die Jury des Stifterverbandes das Programm. "Durch die frühe und langfristige Förderung eröffnen sich neue Chancen für die Jugendlichen. Sie werden begleitet, bis sie ihren Weg gefunden haben und eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnen."

Seit 2016 wurden durch das Programm schon 150 Talente im Ruhrgebiet entdeckt und gefördert. Initiiert wurde das Stipendienprogramm von der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen zusammen mit der RAG-Stiftung und der Stiftung TalentMetropole Ruhr.

Website zum Stipendienprogramm "RuhrTalente"

Juni 2018: College+

Bin ich in Mathe gut genug, um Umweltingenieurwesen zu studieren? Brauche ich mehr Sprachkenntnisse für den Bachelor-Studiengang Kultur und Technik? Wer sich noch nicht ganz sicher ist, was er studieren möchte, oder einfach seine Qualifizierung für den Studiengang verbessern möchte, kann an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ein zweisemestriges Orientierungsstudium absolvieren. Hier kann man nicht nur individuelle Einblicke in alle Studiengänge der BTU gewinnen und wichtige Schlüsselkompetenzen für das Studium erlangen, sondern auch – über das Angebot des Job Shadowing – erste Kontakte zu Arbeitgebern in der Region bekommen. Gemeinsam mit Lehrenden der Universität besuchen die Studierenden im Rahmen von Exkursionen Absolventen an ihren Arbeitsplätzen. So entstehen bereits zu Beginn des Studiums wertvolle Kontakte in die Wirtschaft und der Austausch zwischen Hochschule und Unternehmen wird ausgebaut.

"Zwei Semester, die es in sich haben: Schnupperstudium, Qualifizierung und – durch das Job Shadowing – erste Jobperspektiven in der Region. Das Orientierungsstudium College+ bietet jungen Menschen großartige Möglichkeiten und Unterstützung beim Übergang von der Schule ins Studium", lobt die Jury des Stifterverbandes den innovativen und kooperativen Ansatz.

College+ ist ein Bafög-fähiges Angebot. Seit dem Wintersemester 2016 können Studierende so Einblicke in alle 30 Bachelorstudiengänge der BTU Cottbus-Senftenberg gewinnen. Absolvierte Studiengangsmodule werden im Folgestudium angerechnet.

Weitere Informationen auf der Website der BTU Cottbus-Senftenberg

Kontakt

Sie haben einen Vorschlag für eine Hochschulperle?
Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Daniela Mägdefessel

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

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F 0201 8401-215

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