Hochschulperle

Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die an einer Hochschule realisiert werden.

Kooperative Hochschule

Der Stifterverband möchte 2017 die vielfältigen und innovativen Schnittstellen von Hochschulen zu gesellschaftlichen Partnern sichtbar werden lassen und einer interessierten Öffentlichkeit vorstellen: Wir suchen daher jeden Monat die Hochschulperle, die einen Beitrag zur Kultur einer "kooperativen Hochschule" leistet.

Ausgezeichnet werden können Projekte, die wissenschaftliche und externe Partner auf außergewöhnliche Weise zusammenbringen, einen Mehrwert durch Kooperation ermöglichen und vor allem neue Impulse für Forschung und Lehre geben. Dabei ist es egal, ob in den Projekten Studierende, Professoren, Lehrende oder das nicht-wissenschaftliche Personal involviert sind und ob die Partner aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik oder Kultur stammen. Entscheidend ist, dass die Projekte zum Nachmachen einladen und dass deutlich wird: Hier dient Kooperation allen Partnern!

Jeden Monat bestimmt die Jury des Stifterverbandes eine Hochschulperle und stellt sie der Öffentlichkeit vor. Aus den zwölf Hochschulperlen des Monats wird schließlich die Hochschulperle des Jahres in einem öffentlichen Voting gewählt. Sie erhält dann ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Die Auszeichnung "Hochschulperle des Monats" ist undotiert.

 

Hochschulperle im Juni 2017

Duale Promotion

Einmal im Berufsalltag an der Schule angekommen, finden nur wenige Lehrkräfte den Weg zurück an die Uni und wagen sich noch einmal an eine Promotion. Die Universität Bremen will dem entgegenwirken und ermöglicht angehenden Lehrkräften mit dem Stipendium eine Kombination aus Referendariat und Promotion – denn auch in der Lehrerbildung wird Nachwuchs dringend gesucht. Im Projekt "Duale Promotion" entwickeln die Stipendiaten ihr Forschungsvorhaben in enger Zusammenarbeit mit den Schulen. Danach absolvieren sie dort ihr Referendariat und erheben gleichzeitig die Daten für ihre Dissertation. Die Duale Promotion dauert insgesamt vier Jahre.

"Ein schönes Projekt, das Praxis und Theorie der Lehrerausbildung auf vorbildliche Weise miteinander verbindet. Die Stipendiaten sind hinterher für beide Berufswelten qualifiziert und tragen mit ihrer Arbeit zu einem regen Austausch zwischen Hochschule und Schule bei", begründet die Jury des Stifterverbandes die Entscheidung.

Das Projekt "Duale Promotion" ist bundesweit einzigartig und im Oktober 2016 mit den ersten sechs Stipendiaten gestartet. Während ihrer Promotion sind sie in ein Graduiertenkolleg eingebunden, das von der Universität und dem Landesinstitut für Schule (LIS) gemeinsam gestaltet wird. Entwickelt wurde das Projekt von der Creative Unit "Fachbezogene Bildungsprozesse in Transformation" (FaBiT) der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung (ZfL).

Weitere Informationen zum Projekt auf der Website der Universität Bremen

Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Der erste Stipendiatenjahrgang: Valentina Hahn (Mathematik), Malte Ternieten (Biologie), Katharina Dürkop (Deutsch), Marlon Schneider (Musik), Nathalie Werner (Kunst) und Eric Wolpers (Spanisch) (v.li.)

Weitere Hochschulperlen des Monats im Jahr 2017

Open Research Challenge

Forschung kann und sollte global und interdisziplinär sein – das ist jedenfalls der Ansatz eines weltweiten Online-Wettbewerbs der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Die Universität lädt bereits zum zweiten Mal engagierte junge Wissenschaftler ein, sich bei der Open Research Challenge in interdisziplinären Teams einem bestimmten Forschungsthema zu stellen. Die Siegerteams erhalten eine Einladung nach Erlangen-Nürnberg an die Universität und lernen sich nicht nur persönlich, sondern auch den Wissenschaftsstandort kennen.

"Ein schönes Projekt, das das Thema Kooperation in beispielhafter Weise mit Leben füllt. Es bringt Wissenschaftler und Praktiker aus aller Welt zusammen, um gemeinsam gesellschaftlich relevante, wissenschaftlich Fragen zu beantworten, knüpft neue Netzwerke und stärkt die globale Sichtbarkeit der Hochschule", lobt die Jury des Stifterverbandes.

Die Open Research Challenge der FAU findet zum zweiten Mal statt und steht unter dem Titel IMAGINE ("Innovative Medical Application in Gait using Intelligent Engineering"). Teams aus der ganzen Welt können sich bewerben. Das Konzept wurde im Jahr 2015 bereits von der DFG als eines der drei besten im Wettbewerb "International Research Marketing" ausgezeichnet. Die Siegerteams der ersten Wettbewerbsrunde kamen aus Estland, Australien und Mexiko und verbrachten eine Woche in Erlangen.

Mehr Info zum Projekt

Joint Programmes for Female Scientists and Professionals

Mal eine Auszeit vom Beruf nehmen und ein halbes Jahr lang was anderes machen – doch während andere auf Weltreise gehen, verbringen weibliche Führungskräfte aus Wirtschaftsunternehmen die Zeit in Forschungslaboren und Hörsälen. An der Technischen Universität Berlin können diese Frauen bis zu einem Jahr als Gastprofessorin lehren und forschen. In ihrem eigentlichen Beruf nehmen sie dafür ein Sabbatical.

Das Projekt "Joint Programmes for Female Scientists and Professionals" an der TU Berlin bietet Führungskräften die Möglichkeit, als Gastprofessorin in Vollzeit oder Teilzeit an die Uni zu gehen. So wird nicht nur der Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gefördert, die Gastprofessorinnen erleben selbst einen alternativen Karriereweg und können ihre Erfahrungen aus der Wirtschaft praxisnah an die Nachwuchswissenschaftler weitergeben.

Die Geschäftsstelle "Joint Programmes" ist an der TU Berlin bei der Zentralen Frauenbeauftragten angesiedelt. Sie übernimmt das Recruiting, den Auswahlprozess und das Onboarding der Gastprofessorinnen. Das Projekt wird über das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder finanziert. Die erste Ausschreibung für das Programm gab es 2015. Die erste Gastprofessorin ist im Wintersemester 2016 an der TU gestartet. Weitere Gastprofessorinnen folgen zum Sommersemester 2017.

"Ein Perspektivwechsel, der über einen 'schnellen Einblick' hinausgeht. Beide, sowohl die Hochschule als auch die Führungskräfte bzw. Gastprofessorinnen, profitieren von neuen Impulsen aus den jeweils anderen Bereichen. Langfristig werden so neue Netzwerke geknüpft und Karrierewege nachhaltig beeinflusst. Ein schönes Projekt mit Vorbildcharakter", begründet die Jury des Stifterverbandes die Entscheidung.

Mehr Info zum Projekt auf der Website der TU Berlin

Postdoc-UNIKAT-Fellowships

Die Kasseler Postdoc-UNIKAT-Fellowships unterstützen Nachwuchswissenschaftler nach der Promotion bei anwendungsorientierter Forschung.

Kooperation wird bei diesen Fellowships groß geschrieben. Denn zum einen basiert das Förderprogramm selbst auf der Zusammenarbeit der Universität Kassel mit der B. Braun Melsungen AG, einem hessischen Hersteller von Pharma- und Medizinprodukten. Zum anderen sollen die aus den Postdoc-UNIKAT-Fellowships gewonnenen Forschungsergebnisse selbst Grundlage für Kooperationen mit Unternehmen oder Organisationen, für Start-ups oder Vermarktungsaktivitäten sein.

Die durch die Fellowships geförderten Projekte drehen sich um technische, soziale, ökologische oder auch kulturelle Innovationen. Sie sollen in konkrete Produkt-, Service- oder Geschäftskonzepte münden. Die Förderung umfasst eine Vollzeitstelle für den Zeitraum von zwölf Monaten sowie 5.000 Euro für Sachmittel. Bewerben können sich Absolventen der Universität Kassel, die ihre Dissertation bereits abgeschlossen haben. Diese spezielle Form eines Stipendiums wurde erstmals 2015 ausgeschrieben. Das Fellowship wird einmal pro Jahr für herausragende anwendungsbezogene Forschung vergeben.

Die B. Braun Melsungen AG hat damit ihre strategische Kooperation mit der Hochschule ausgeweitet. Sie unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Kassel bereits seit 1989 im Rahmen des Otto-Braun-Fonds mit Promotionsstipendien und Stipendien für künstlerische Abschlussarbeiten.

"Für uns als Unternehmen ist der Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Industrie besonders wichtig", macht B. Braun-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Heinz-Walter Große deutlich. "Die Kasseler Postdoc-UNIKAT-Fellowships sind für uns eine Möglichkeit, Grundlagenforschung mit Praxisanwendung innovativ zu verknüpfen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Region erfolgreich zu unterstützen", so Große weiter.

Für die Jury des Stifterverbandes sind die Postdoc-UNIKAT-Fellowships ein attraktives Transferinstrument, das es jungen Wissenschaftlern ermöglicht, an der Schnittstelle zwischen Grundlage und Anwendung zu forschen. Positiv fiel den Juroren auf, dass der Innovationsbegriff weit gefasst ist, ebenso die leichte Übertragbarkeit des Förderprinzips an andere Hochschulen: "Eine gelungene Kooperation über Köpfe."

Mehr Info zum Projekt auf der Website der Universität Kassel

Rector's Circle an der Universität Bremen

Rector's Circle im Jahr 2015 (Foto: Harald Rehling/Universität Bremen)

Ehemalige und Freunde der Universität beraten mit über die Strategie der Universität, setzen sich für deren Belange in der Öffentlichkeit ein und fördern selbst Projekte an der Hochschule – dabei sind sie dort weder angestellt noch von ihr beauftragt.

Alumni und Freunde der Universität haben sich im sogenannten Rector's Circle zusammengefunden. Gemeinsam mit dem Rektor der Hochschule bilden sie ein Netzwerk, das die strategische Ausrichtung der Universität aktiv gestaltet und um weitere Unterstützer wirbt.

"Ein schönes Beispiel für gelungene Alumniarbeit. Ehemalige sind wichtige potenzielle Partner von Hochschulen. Die Hochschule erhält neue Impulse von außen, und die Ehemaligen und Freude der Universität können die Strategie und Kommunikation der Hochschule mitgestalten. Eine Kooperation, die sich auszahlt", begründet die Jury des Stifterverbandes die Entscheidung.

Den Rector's Circle gibt es an der Universität Bremen seit 2006. Zweimal im Jahr kommt das Gremium zu einer zweitägigen Sitzung auf dem Campus zusammen. Der Rector's Circle fördert selbst Projekte wie das Deutschlandstipendium oder die Stiftung der Universität Bremen. Die Teilnahme ist nur auf persönliche Einladung des Rektors möglich. 

Mehr Info zum Projekt auf der Website der Universität Bremen

Open Topic

Wie können sich Blinde und Sehbehinderte besser am Hauptbahnhof orientieren? Was muss man tun, damit Gesellschaftsspiele wie "Siedler von Catan" inklusiv werden? Damit haben sich Studierende an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) beschäftigt und das Strategiespiel auch für Blinde und Sehbehinderte spielbar gemacht sowie vom Hauptbahnhof ein dreidimensionales Teilmodell hergestellt. Das Projektformat "Open Topic" lädt Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen dazu ein, im ersten Studiensemester ein eigenes Projekt zu verwirklichen und dabei ein gemeinnütziges Produkt zu entwickeln. Gemeinsam mit der zukünftigen Nutzergruppe arbeiten die angehenden Ingenieure freiwillig und neben ihrem regulären Studium an der Produktentwicklung.

"Ein schönes Projekt, das den Studierenden bereits in ihrem ersten Studiensemester die Möglichkeit bietet, praktische Erfahrungen in der Produktentwicklung zu gewinnen. Dabei arbeiten sie nicht nur eigenständig und fächerübergreifend zusammen, sondern auch mit Partnern aus der Zivilgesellschaft: Kooperation mit gesellschaftlichem Nutzen", lobt die Jury des Stifterverbandes.

Das Projekt "Open Topic" ist ein Teilprojekt des Interdisziplinären Bachelor-Projekts (IDP) der Technischen Universität Hamburg und wird seit 2015/16 immer im Wintersemester vom Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) angeboten. Fachliche Unterstützung bieten die wissenschaftlichen Mitarbeiter der beteiligten Institute. Bei der praktischen Realisierung unterstützt die Studierendenwerkstatt der TUHH. Partner im ersten Projektdurchlauf war der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg.

Weitere Informationen zum Projekt auf der Website der TUHH

 

 

Bewerbung & Kontakt

Jeder kann sich um die Hochschulperle des Monats bewerben oder ein auszeichnungswürdiges Projekt vorschlagen. Es gibt keinen Einsendeschluss, eine Bewerbung ist jederzeit möglich. Senden Sie uns dazu eine kurze Beschreibung des Projekts (gerne per E-Mail) und fügen Sie (wenn vorhanden) Links zu Websites oder Flyern an.

Gehen Sie bitte insbesondere auf die folgenden Fragen ein:

  • Wer hat das Projekt ins Leben gerufen?
  • Wie lange besteht das Projekt bereits? (bitte nicht länger als fünf Jahre)
  • Hat das Projekt Vorbildfunktion? (Es sollte es bis jetzt nur an einer Hochschule geben.)

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Daniela Mägdefessel

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

T 0201 8401-134
F 0201 8401-215

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