Hochschulperle

Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die an einer Hochschule realisiert werden.

 
 
Weil sie klein sind, werden die Projekte jenseits der Hochschulmauern kaum registriert. Weil sie glänzen, können und sollten sie aber auch andere Hochschulen schmücken. Jeden Monat stellt der Stifterverband eine Hochschulperle vor. Im Jahr 2019 steht die Auszeichnung unter dem Oberthema Future Skills.

Mit Future Skills sind Fähigkeiten gemeint, die in den nächsten Jahren für das Berufsleben und die gesellschaftliche Teilhabe deutlich wichtiger werden, und zwar über alle Branchen und Industriezweige hinweg. Es geht dabei um die Ausbildung technischer Spezialisten (zum Beispiel für Big Data, UX, Robotik) und um die Vermittlung digitaler Schlüsselqualifikationen (zum Beispiel Datenkompetenzen) ebenso wie nicht-digitaler Kompetenzen (zum Beispiel unternehmerisches Denken) an Studierende aller Fächer. Die Auszeichnung ist undotiert. Aus den Hochschulperlen des Monats wird Anfang 2020 die Hochschulperle des Jahres in einem öffentlichen Voting gewählt.

 

Hochschulperle des Monats November 2019:
Projekt "Nachtigall"

 
Wie plant man Lebensräume, die gleichzeitig ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoll sind? Im Projekt "Nachhaltigkeit agil lenken" (kurz: "Nachtigall") der Hochschule Mittweida lernen Studierende gemeinsam mit Kommilitonen der Technischen Universität Chemnitz, Ideen für die nachhaltige Stadtentwicklung zu erarbeiten, erwerben Methodenkompetenz und erfahren, wie wertvoll dabei die fachübergreifende Zusammenarbeit ist.

Das einsemestrige und interdisziplinäre Projekt richtet sich an Studierende der Hochschule Mittweida im Immobilien- und Facility Management sowie an Kommilitonen der TU Chemnitz in den Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften. Die Studierenden lernen, wie sie vielschichtige Herausforderungen beim Thema Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung in fächerübergreifenden Teams kreativ lösen können. Dabei arbeiten sie gemeinsam mit den Entscheidern in den Kommunen an tatsächlichen Problemen, präsentieren ihre Lösungsideen und bewerten sie regelmäßig.

Foto: Helmut Hammer/HSMW 2019

Bei "Nachtigall" nutzen die Studierenden innovative Ansätze im Projektmanagement, sogenannte agile Methoden, die ursprünglich aus der Softwareentwicklung kommen. Bei diesen neuen Methoden geht es im Kern um die Fähigkeit, sich ändernde Rahmenbedingungen als Teil des Projektes zu verstehen – nicht als Störfaktor oder Risiko. Eine dieser Methoden, die im Projekt "Nachtigall" eingesetzt wird, ist beispielsweise die Kreativtechnik "Scrum". Mit ihr sind die Studierenden angehalten, ungewöhnliche Denkrichtungen einzuschlagen, Perspektiven zu wechseln und die Stärken interdisziplinärer Teams zu nutzen. Der so entstehende kreative Raum fördert gute Ideen und beschleunigt die Ergebnisproduktion. 

"Mit dem Projekt 'Nachtigall' nutzen beide Hochschulen Future Skills wie 'Scrum' und schulen ihre Studierende in diesen innovativen Methoden", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im November 2019 an die Hochschule Mittweida und die TU Chemnitz zu vergeben. "Gleichzeitig ist 'Nachtigall' interdisziplinär angelegt und bedient ein gesellschaftlich hoch relevantes Thema."

Das Lehr-Lernprojekt wurde von der Professur Nachhaltiges Bauen und Betreiben der Hochschule Mittweida initiiert und gemeinsam mit der Professur Betriebliche Umweltökonomie der TU Chemnitz durchgeführt. Es wird gefördert im Verbund "Lehrpraxis im Transfer plus" der sächsischen Hochschulen. "Lehrpraxis im Transfer plus" wird durch das Hochschuldidaktische Zentrum Sachsen koordiniert und im "Qualitätspakt Lehre" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Die bisherigen Hochschulperlen 2019

Januar 2019: Ethics for Nerds

Foto: Sarah Sterz

Ethics für Nerds, so lautet der Titel der erfolgreichen Vorlesung, die Lehrende der Fachrichtungen für Informatik und Philosophie der Universität des Saarlandes für Studierende der Informatik und informatiknaher Studiengänge entwickelt haben. Das Ziel: den Blick der Studierenden für die gesellschaftliche Verantwortung der Informatik zu weiten.

Hintergrund für die 2015 initiierte Vorlesung war die Beobachtung, dass der Einfluss der Informatik auf unsere Gesellschaft und unseren Alltag im letzten Jahrzehnt enorm zugenommen hat. Dabei stellen sich zahlreiche moralische Fragen, zum Beispiel bei Entscheidungen durch künstliche Intelligenz im Krankenhaus oder auf der Autobahn, bis zur Problematik von Filterblasen in sozialen Netzen. Diese Aspekte spielen jedoch üblicherweise keine Rolle bei der Ausbildung von Informatikern.

Das Projekt "Ethics for Nerds" stößt in diese Lücke. Die Vorlesung vermittelt unter anderem Wissen aus dem Bereich der Moralphilosophie, der Technikfolgenabschätzung, der Maschinenethik und der Argumentationstheorie.

"Ein wichtiges Thema und ein knackiger Titel, der die Zielgruppe sehr gut anspricht", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Januar nach Saarbrücken zu vergeben. "Im Prozess der Technisierung und Digitalisierung kommt Informatikern eine rasant wachsende gesellschaftliche Verantwortung vor – es ist wichtig, dass sie sich dieser Aufgabe bewusst werden und lernen, damit umzugehen."

Details zum Projekt auf der Website der Universität des Saarlandes

Februar 2019: Bibliotheksroboter Wilma

Foto: Henning Wiechers/TH Wildau

Wilma ist ein humanoider Roboter, der Besucher durch die Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau in Brandenburg führt. Entwickelt haben ihn die Teams des RoboticLab des Studiengangs Telematik und der Hochschulbibliothek.

Wilma bietet täglich standardisierte Bibliotheksführungen in Deutsch und Englisch an. In der Vorlesungszeit führt sie regelmäßig die Schulungen durch, die alle Hochschulangehörigen absolvieren müssen, um die Räume der Bibliothek auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen zu können. Der Bibliotheksroboter erklärt den jährlich über 100.000 Besuchern die Bibliothek, zeigt die wichtigsten Orte und Geräte und unterstützt zukünftig auch bei der Orientierung in der Handbibliothek. Der 1,20 m große Roboter hilft außerdem beim Scannen und Drucken von Dokumenten. Das gelingt über direkte Interaktion – via Touchscreen oder per Sprachverarbeitung. Überdies kann Wilma Witze erzählen und "Schere, Stein, Papier" spielen.

Damit Wilma auch außerhalb der Öffnungszeiten autonom mit den Nutzern in Aktion treten kann, wenn kein Fachpersonal vor Ort ist, wird gerade intensiv an einem Sicherheitskonzept gearbeitet. 

"Der Bibliotheksroboter Wilma ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Hochschulen digitale Technologien nutzen können, um ihre Angebote zu verbessern und langfristig Personalressourcen zu sparen", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Februar nach Wildau zu vergeben. "Durch Automatisierung und Digitalisierung erreichen die Serviceangebote der TH Wildau eine neue Qualitätsstufe. So geht Zukunft!"

Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau: Humanoide Roboter im Einsatz
Einsatzszenarien von humanoiden Robotern
Projekte der Hochschulbibliothek Wildau

März 2019: Reden ist Gold

Foto: Stephan Wiegand/MF TUD

Wie verbessere ich die Kommunikation mit meinen Patienten? Um Ärzte im Gespräch mit ihren Patienten zu unterstützen, haben Mitarbeiter des Bereichs Psychosoziale Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden sowie des Forschungsverbundes Public Health Sachsen ein Online-Training für die Arzt-Patienten-Kommunikation entwickelt. Mit dabei waren Projektpartner unterschiedlicher Fachrichtungen aus Griechenland, Polen, Spanien und Zypern. Der Kurs und alle Materialien stehen in fünf europäischen Sprachen zur Verfügung und sind für Interessierte nach Registrierung frei verfügbar.

Eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient hilft dabei, die Behandlung zu erleichtern. Medikamente werden besser eingenommen und wichtige Therapieschritte überzeugter mitgegangen. Getreu dem Motto "Reden ist Gold" vermittelt das Online-Trainingsprogramm der TU Dresden Grundlagen der Gesprächsführung und spezifische Kommunikationskompetenzen für schwierige Gesprächssituationen im Arzt-Patienten-Kontakt. Zielgruppen des Projekts sind neben praktizierenden Ärzten auch Pflegefachkräfte.

Für die praxisorientierte Entwicklung des europaweit einsetzbaren Online-Trainings erfassten die Projektpartner unter anderem bereits existierende Programme zur Arzt-Patienten-Kommunikation. Darüber hinaus fanden in allen beteiligten Ländern moderierte Gruppendiskussionen mit Ärzten, Patienten und weiteren Experten aus dem Gesundheitswesen statt, um Problemfelder in der Arzt-Patienten-Kommunikation festzustellen.

"Für eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient ist eine professionelle und zugewandte Kommunikation essenziell. Das Online-Kommunikationstraining der TU Dresden unterstützt erfahrene Ärzte, aber auch angehende Mediziner dabei, entsprechende Gesprächskompetenzen niedrigschwellig zu erwerben", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im März nach Dresden zu vergeben. "Besonders beeindruckt hat uns darüber hinaus der interdisziplinäre und grenzüberschreitende Austausch, in dem das Projekt entwickelt wurde."

Health Communication Training for Health Professionals
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden: Reden ist Gold

April 2019: Blue Engineering

Foto: Blue Engineering

Welche soziale und ökologische Verantwortung tragen Ingenieure? Um Studierende ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, haben Mitglieder der Technischen Universität Berlin das Seminar "Blue Engineering – Ingenieur_innen mit sozialer und ökologischer Verantwortung" entwickelt. Es soll angehende Ingenieure dazu befähigen soll, sich mit ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung auseinanderzusetzen. In der Lehrveranstaltung haben sie die Möglichkeit, ihre Rolle in Bezug auf Technik und Gesellschaft mit anderen zu diskutieren. Auch Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften nehmen an dem Seminar teil, da ein vertieftes Technikverständnis nicht notwendig ist. Kern der interaktiven Lehrveranstaltung sind über 150 thematisch und didaktisch vielfältige, frei zugängliche Lehr- und Lerneinheiten, die nach Art eines Baukastens aufgebaut sind und sich leicht übertragen lassen. Inzwischen arbeiten bereits sechs Hochschulen mit dem modularen Seminar-Konzept, etwa die TU Hamburg-Harburg oder die TU Dresden.

Das Seminar behandelt Fragen aus dem Themenspektrum der Ingenieurethik an der Schnittstelle von Technik, Gesellschaft und Demokratie und setzt sie in einen Bezug zum Berufsalltag und Privatleben. So werden etwa Herausforderungen diskutiert, die im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und gesellschaftlicher Verantwortung entstehen. Neben der wöchentlichen Lehrveranstaltung gestalten die Teilnehmer des "Blue Engineering"-Seminars auch das Campusleben aktiv mit und organisieren Workshops, Ringvorlesungen, Ausstellungen, Abendveranstaltungen oder Exkursionen rund um das Thema Nachhaltigkeit und Demokratie.

"Das Seminar 'Blue Engineering' ermöglicht Studierenden neben dem Erwerb von Fachwissen einen Blick über den Tellerrand. Sensibilität für die eigene ökologische und soziale Verantwortung zu entwickeln, gehört zu den wichtigsten Kompetenzen der Zukunft", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im April nach Berlin zu vergeben. "Besonders überzeugt hat uns der intensive Fokus auf die Studierenden und die Interdisziplinarität des Projekts, das technische und gesellschaftliche Fragen gekonnt miteinander verbindet."

Website zu Blue Engineering

Mai 2019: Blockchain-Kompetenznetzwerk

Foto: Fabian Randt

Studierende und Doktoranden aus unterschiedlichen Fachbereichen haben das Blockchain-Kompetenznetzwerk (BKN) gegründet, das Beratungsdienstleistungen rund um die Digitalisierung anbietet. Die studentische IT-Beratung unterstützt bei Fragen zu Künstlicher Intelligenz, Datenanalyse oder der Blockchain-Technologie. Zielgruppe sind Unternehmen, NGOs oder öffentliche Verwaltungen. Um für alle Kunden individuell angepasste digitale Lösungen und Umsetzungswege zu finden, werden jeweils für das Projekt passende interdisziplinäre Beratungsteams zusammengestellt. Die Teams beleuchten dabei nicht nur technische und wirtschaftliche Aspekte der neuen Schlüsseltechnologien, sondern auch sozial- und geisteswissenschaftliche Themen wie IT-Recht oder IT-Ethik.

Neben der Beratung von Firmen und Verwaltungen bietet das Blockchain-Kompetenznetzwerk auch öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge und Workshops mit Unternehmen an. Wissen und Kompetenzen für die zukünftige Arbeitswelt und gesellschaftlichen Veränderungen zu vermitteln, ist dabei ein Kernanliegen des BKN. Zudem hilft die Unternehmensberatung bei der Vernetzung von regionalen und überregionalen Akteuren im Bereich Digitalisierung. Bereits jetzt lädt das BKN Studierende und Promovierende aller Fachbereiche hannoverscher Hochschulen zu wöchentlichen Treffen ein. So sollen alle Interessierte die Chance erhalten, erste wichtige Berufserfahrungen beim Zukunftsthema Digitalisierung zu sammeln. Dabei steht die Initiative allen offen, Neulingen genauso wie Fortgeschrittenen. Außerdem besteht ein Beirat aus herausragenden Wissenschaftlern, der um Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik erweitert werden soll.

"Bisher gibt es in der Gesellschaft noch zu wenig Wissen über die Chancen, Risiken und Folgen der neuen digitalen Zukunftstechnologien. Die studentische Unternehmensberatung Blockchain-Kompetenznetzwerk greift ein sehr aktuelles Thema auf, gibt Kompetenz und Know-how weiter und bezieht dabei viele unterschiedliche Akteure mit ein", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Mai 2019 nach Hannover zu vergeben. "Das Projekt fördert den Wissenstransfer und bietet den Studenten gleichzeitig die Chance, in Eigenregie Praxiserfahrung zu sammeln und unternehmerische Verantwortung zu übernehmen."

Website zum Blockchain-Kompetenznetzwerk

Juni 2019: #LecturesForFuture

Angehörige der Hochschule Rhein-Waal in Kleve haben zusammen mit den Scientists4Future die Aktion "#LecturesForFuture" angestoßen. Die Idee dahinter: Um auf den dringenden Handlungsbedarf beim Thema Klimawandel aufmerksam zu machen, sollen Lehrende aller Fachbereiche an Hochschulen und Universitäten zwischen dem 14. und 20. Juni 2019 mindestens eine ihrer regulären Lehrveranstaltungen dem menschgemachten Klimawandel widmen.

Die Studenten sind aufgerufen, Kommentare, Bilder oder Videos der Veranstaltungen in den sozialen Medien unter dem Motto "#LecturesForFuture" zu teilen. So soll eine möglichst große Resonanz erzielt werden. Zu genauen Inhalten und der Art der Umsetzung der "#LecturesForFuture" an den einzelnen Hochschulen gibt es keine Vorgaben. So kann etwa eine Mathematikerin gemeinsam mit den Studenten Klimamodelle behandeln oder ein Soziologe die gesellschaftlichen Auswirkungen des Temperaturanstiegs diskutieren.

Zahlreiche Hochschulen beteiligen sich an der Aktion, darunter viele aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus anderen Bundesländern. Universitäten aus Ghana, Frankreich und Tansania sind ebenso mit von der Partie. Partner der Aktion ist die Initiative "Scientists4Future" – Wissenschaftler und Prominente, die die Klimapolitik aus wissenschaftlicher Perspektive kommentieren und sich den Forderungen der Schülerproteste "#FridaysForFuture" angeschlossen haben.

Zwei der Initiatoren der Aktion "#LecturesForFuture" aus Kleve sind Fellows aus dem Programm Innovationen in der digitalen Hochschullehre des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und des Stifterverbandes.

"Der Klimawandel ist ein existenzielles Thema. Die interdisziplinäre Aktion '#LecturesForFuture' vermittelt jungen Menschen über Fächergrenzen hinweg Bildung zu Nachhaltigkeitsthemen, die zu den zentralen Future Skills gehört“, so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Juni 2019 nach Kleve zu vergeben. "Der Aufruf an die Studenten, Inhalte und Botschaften der '#LecturesForFuture' über soziale Medien zu verbreiten, verstärkt den Erfolg des Projekts."

Think & Do-Podcast zur Aktion #LecturesForFuture
Website zu #LecturesForFuture mit einer Übersicht über die Veranstaltungen

Juli 2019: DigKom

Foto: Oliver Christ

Die Digitalisierung stellt unser Bildungssystem und die Arbeitswelt vor große Herausforderungen. Um Studierende fit zu machen für den digitalen Wandel, müssen Hochschulen neue Formen des Lernens und Lehrens initiieren. Die TH Nürnberg hat dafür das umfassende Qualifizierungskonzept "DigKom" entwickelt, das ihren Studierenden digitale Schlüsselkompetenzen vermittelt. Sie können als Zusatzqualifikation ein Hochschulzertifikat für digitale Kompetenzen (DigKom) erwerben. Das Angebot richtet sich an Studierende aller Fächer und ist kostenfrei.

In den interaktiven Workshops und interdisziplinären Lehrveranstaltungen erwerben die Teilnehmenden semesterbegleitend Kenntnisse aus unterschiedlichen digitalen Kompetenzfeldern, beispielsweise zum Digitalen Lernen, zur Industrie 4.0, Big Data, Information Literacy oder Selbstorganisation und Motivation im digitalen Zeitalter. Das Programm ist dabei als modulares Baukastensystem aufgebaut. Studierende können einzelne Angebote je nach Interesse und individuellem Bedarf belegen oder am ganzen Programm teilnehmen. Jedes Semester werden neue Workshopthemen angeboten.

"DigKom ist ein ganz praktisches Beispiel dafür, wie die Vermittlung von notwendigen Future Skills an Hochschulen erfolgreich umgesetzt werden kann. Da das Zertifikatprogramm modular aufgebaut ist, können Studierende ihre Kompetenzen ganz gezielt und individuell erweitern", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Juli nach Nürnberg zu vergeben. "Die Zukunft ist digital! Und die TH Nürnberg bereitet ihre Studierenden auf diese Zukunft vorbildlich vor."

Bei DigKom arbeitet die TH Nürnberg mit externen Kooperationspartnern zusammen: Experten aus Unternehmen, wie zum Beispiel DATEV eG, Siemens AG, PROEKSPERT Estland, oder aus der IHK Nürnberg für Mittelfranken, unterstützen das Programm als Referenten.

Ausführliche Informationen zu DigKom auf der Website der TH Nürnberg
Weitere Programme zur Förderung von Schlüsselqualifikationen/Future Skills an der TH Nürnberg

August 2019: Musterwandler in Hochschulverwaltungen

Foto: Wolf Steinbrecher/Forum Agile Verwaltung e.V.

Viele Hochschulen haben sich bereits auf den Weg gemacht, die Arbeitsabläufe und die Zusammenarbeit in der Verwaltung zu hinterfragen und besser zu machen. Um den Austausch der Mitarbeiter in den Hochschulverwaltungen zu diesem Thema zu fördern, hat sich auf Initiative der Kunsthochschule für Medien Köln und des Forums Agile Verwaltung e.V. die Initiative "Musterwandler in Hochschulverwaltungen" gegründet.

Das Interesse an agilen Herangehensweisen in öffentlichen Verwaltungen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Vor allem in Hochschulen sind gesellschaftliche Megatrends wie Digitalisierung, New Work oder der Übergang zum lebenslangen Lernen besonders spürbar. Immer komplexer werdende Fragestellungen und neue Rechtsgrundlagen stellen die Hochschulverwaltungen und deren Mitarbeiter vor große Herausforderungen. Sie nehmen deshalb oft eine Vorreiterrolle bei der Verbreitung agiler Methoden ein.

Die Musterwandler wollen Verwaltungsmitarbeiter dazu ermutigen, im Rahmen dieser Change-Prozesse das eigene Tun zu reflektieren und einander auf neue Wege aufmerksam zu machen: Stabilisierendes wertschätzen und Anderes durch neue Denkansätze so umwandeln, dass Spielraum für zukunftsfähige Lösungen entsteht – das ist die Mission der Musterwandler. Als Plattform für den Austausch von Erfahrungen, Ideen und Tipps dient ein Blog.

Auf Konferenzen und Vernetzungstreffen diskutieren Verwaltungsmitarbeiter aus Universitäten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen und andere Praktiker aus der ganzen Bundesrepublik verschiedene Arbeits- und Führungsmethoden, zum Beispiel neue Formen der Selbstorganisation oder agiles Projektmanagement.

"Die Musterwandler zeigen, wie Change-Prozesse an Hochschulen niedrigschwellig begleitet werden können", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im August nach Köln zu vergeben. "Ein geglücktes Beispiel für sympathische Kollaboration unter den Bedingungen von 'New Work'."

Website zur Initiative "Musterwandler in Hochschulverwaltungen"

September 2019: Game of TUK

Illustration: TU Kaiserslautern

Konkret müssen Wochen-Challenges bewältigt werden, wie zum Beispiel eine Schnitzeljagd auf dem Campus mit unterschiedlichen Rätselaufgaben. Um diese zu lösen, müssen die Studenten bis zu zwölf Kilometer durch den nahe gelegenen Pfälzer Wald laufen. Insgesamt sammeln die Häuser auf diese Weise Punkte, die so genannten "TUK-Coins“. Das Spiel dauert vier Wochen. Am Ende gewinnt das Haus, das die meisten Punkte hat.

Ziel der Technischen Universität Kaiserslautern ist es, dem Stress und Leistungsdruck entgegenzuwirken, dem viele Studierende durch Prüfungen und Nebenjobs ausgesetzt sind. Neben den "Games of TUK" hat das Team von CampusPlus weitere Angebote entwickelt, um die Studierenden in Bewegung zu bringen: zum Beispiel einen Trimm-Dich-Pfad, einen kostenlosen Mountainbike-Verleih, Relax-Angebote wie Hängematten auf dem Campus oder auch einen Gesundheitstag. Alle Ideen kommen von den Studierenden selbst und werden auch von ihnen umgesetzt. Viele der an der TU Kaiserlautern entwickelten Angebote dienen mittlerweile anderen Hochschulen als Vorlage für ähnliche Projekte.

"Das Spiel 'Game of TUK' verbindet auf spannende Art die analoge Welt mit den neuen digitalen Möglichkeiten", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle im September nach Kaiserslautern zu vergeben. "App-basierte Spiele und alltagsgerechte Offline-Wettbewerbe motivieren die Studierenden auf spielerische Weise zu mehr Bewegung und sportlicher Aktivität – wesentliche Bedingungen für Gesundheit und Wohlbefinden."

Mehr Info auf der Website der TU Kaiserslautern

Oktober 2019: Projektbüro Angewandte Sozialforschung

Foto: Sinje Hasheider/Universität Hamburg

Theoretisches Wissen bereits während des Studiums praktisch anwenden und dabei wertvolle berufsqualifizierende Kompetenzen erlangen? Dies ermöglicht die Universität Hamburg ihren Studierenden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit der Initiative "Projektbüro Angewandte Sozialforschung".

Die Koordinationsstelle von Wissenschaft und Praxis bietet Studierenden sowie bereits etablierten Wissenschaftlern die Möglichkeit, Forschungsprojekte in Kooperation mit Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft durchzuführen. Ziel des Projektes ist es, die Studierenden beim Erwerb von Forschungskompetenzen und Praxiskontakten zu unterstützen und Fähigkeiten im Bereich Projektmanagement und Teamleitung zu vermitteln. In seiner bestehenden Form ist das Projektbüro einzigartig an deutschen Hochschulen.

Die Wege, Einblicke in die professionelle Praxis angewandter Sozialforschung zu erhalten, sind vielseitig: So können sich interessierte Studierende bei Lehrprojekten einbringen, die sich gesellschaftlich relevanten Fragestellungen widmen. Zudem unterstützt das Projektbüro Studierende dabei, bei ihrer Abschlussarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern zu kooperieren. Je nach Studienphase können Studierende bei der Bearbeitung von Forschungsprojekten – die in Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern erfolgen – als studentische Hilfskräfte aktiv werden oder Aufgaben auf Leitungsebene übernehmen. Administrative Kenntnisse sowie Erfahrungen im Bereich Projektkoordination und Öffentlichkeitsarbeit können Studierende bei der Mitarbeit in der Geschäftsstelle des Projektbüros sammeln.

"Wissenstransfer in den Sozialwissenschaften zu stärken, ist ein wichtiges und richtiges Anliegen, da der Transfer aus den Geistes- und Sozialwissenschaften bislang noch ein eher zartes Pflänzchen ist, das Unterstützung verdient", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Oktober an die Universität Hamburg zu vergeben. 

Mehr Info auf der Website der Universität Hamburg

Kontakt

Im Jahr 2020 steht die Auszeichnung unter dem Oberthema "Offene Wissenschaft".
Es geht dabei um neue Herangehensweisen in Forschung und Lehre, die jenseits etablierter Formen und Formate Wissenschaft mit Gesellschaft und Wirtschaft zusammenbringen. Ziel der auszuzeichnenden Initiativen und Projekte soll es sein, Innovationen zu fördern und den gesellschaftlichen Nutzen von Wissenschaft zu stärken.

Vorschläge für eine Hochschulperle des Monats oder Bewerbungen von Projekten sind willkommen. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Daniela Mägdefessel

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

T 0201 8401-134
F 0201 8401-215

E-Mail senden

Vorschläge und Bewerbungen für eine Hochschulperle des Monats zum Thema "Future Skills" können leider nicht mehr entgegengenommen werden.