Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre Thüringen

Das Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und der Stifterverband haben acht Fellowships für die Einführung neuer, digitaler Lehrformate an den Thüringer Hochschulen vergeben.

Die Projekte starten im Januar 2020 und teilen sich ein Fördervolumen von insgesamt rund 360.000 Euro. Bei den Fellowships handelt es sich um eine individuelle, personengebundene Förderung, die den Fellows Freiräume und Ressourcen für die Durchführung der Lehrinnovationen verschafft.

Eine Mathematik-App erstellen, in einer virtuellen Fabrik lernen oder mit Smartphone oder Tablet zu Hause lernen: Die Digitalisierung bietet Studierenden wie Lehrenden großartige Möglichkeiten. In den Projekten werden verstärkt digitale Werkzeuge eingesetzt. Von der digitalen Weiterentwicklung des Konzepts "Flipped Classroom" bis zu Virtual Reality im Seminarraum reichen die Konzepte der Fellows. So können Studierende des Fachs Maschinenbau zum Beispiel virtuell in die Rolle eines Anlagenbetreuers schlüpfen, interaktiv die Anlage bedienen oder einfach zuschauen, zuhören und lernen.

Die Fellowships richten sich an Lehrende, die in ihren Lehrveranstaltungen neue Formen der digital gestützten Lehre ausprobieren wollen. Eine Jury, die mit Lehrenden und Studierenden verschiedener Fachrichtungen, Experten für digitale Hochschullehre und Vertretern der Hochschuldidaktik besetzt war, hat die Projekte zur Förderung ausgewählt. Maßgebliche Auswahlkriterien waren der zu erwartende Beitrag der geplanten Lehrinnovationen zur Weiterentwicklung der digitalen Lehre im jeweiligen Studienfach, die angestrebte Verstetigung sowie das Transferpotenzial.

 

Die Fellows 2019 und ihre Projekte

  • Nadine Böhme
    Universität Erfurt
    Projekt: DIAMOS – Steigerung der DIAgnostischen und Mathematikdidaktischen Kompetenz von Studierenden durch die Analyse von UnterrichtsvideOS
     
  • Sabine Brunner
    Fachhochschule Erfurt
    Projekt: LeadlNN 4.0 – Thüringen
     
  • Diana Di Maria
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: E-Portfolio als studienbegleitendes Prüfungsformat
     
  • Clémence Dubois
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Blended Learning im Bereich der Erdbeobachtung
     
  • Karsten Henke
    Technische Universität Ilmenau
    Projekt: EIFEL – Entwicklung und Erprobung interaktiver Inhaltsobjekfür den Einsatz in digital gestützten Lehr- und Prüfungsszenariteen
     
  • Dana Schneider
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Digitaler Flipped Classroom Psychologie
     
  • Steffen Strehle
    Technische Universität Ilmenau
    Projekt: "Virtual Reality"-Lehre komplexer Mikrotechnologien (VR-Micro)
     
  • Diana Vesga
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Medienkompetenzförderung im romanistischen Lehramtsstudium von Anfang an

 

Die Fellows 2018 und ihre Projekte

  • Christian Cierpka und Patrick Mäder
    Technische Universität Ilmenau
    Projekt: SmartStröm – smarte Strömungsvisualisierung mit dem Mobiltelefon in der Lehre
     
  • Julia Dietrich
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Heterogenitätsorientiertes Lehramtsstudium durch Digitalisierung: Entwicklung von Differenzierungsmatrizen
     
  • Jutta Emes
    Bauhaus-Universität Weimar
    Projekt: Flipped-Classroom-Modell zur Individualisierung und Flexibilisierung der Lehre im Projektmodul Angewandte empirische Forschung
     
  • Heike Hahn
    Universität Erfurt
    Projekt: TAM – Einsatz von Tablets und Apps im Mathematikunterricht der Grundschule
     
  • Jennifer Koch
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Propädeutikum Mittelhochdeutsch
     
  • Oliver Reimer
    Ernst-Abbe-Hochschule Jena
    Projekt: GETdigi – Grundlagen der Elektrotechnik Digital
     
  • Michaela Rißmann
    Fachhochschule Erfurt
    Projekt: Kindheitspädagogik digital

Zum Fellowship gehört auch ein zweitägiges Fellow-Treffen pro Semester, das dem gegenseitigen Austausch und der persönlichen Weiterentwicklung der Lehrexpertise dienen soll. Die Teilnahme an diesen Treffen ist während des Förderzeitraums verbindlich. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich die Fellows. Auf einer jährlich stattfindenden öffentlichen Konferenz werden die Lehrinnovationen vorgestellt. Die Veranstaltung soll Impulse für den Transfer erfolgreicher Lehrinnovationen geben und den Diskurs über digitale Hochschullehre in und zwischen den Studienfächern befördern.

 

Positionspapier der Lehrfellows zu Innovationen in der Hochschullehre

2020 läuft der Qualitätspakt Lehre aus. Zwei Milliarden Euro wurden investiert; 186 Hochschulen haben von der Förderung profitiert. Zurzeit beraten Bund und Länder über die Nachfolge. Gemäß Koalitionsvertrag soll der Qualitätspakt Lehre verstetigt und in Anlehnung an die Empfehlungen des Wissenschaftsrates weiterentwickelt werden. Dieser hatte empfohlen, die "Einrichtung einer eigenständigen Organisation zur Förderung und Entwicklung der Hochschullehre" zu prüfen. Damit könnten dauerhafte Fördermöglichkeiten für Lehrinnovationen bereitgestellt und die Vernetzung und der Austausch zwischen den Akteuren befördert werden. Die Kontroverse unter dem Stichwort "Deutsche Lehrgemeinschaft" ist jetzt neu entfacht.

Die Lehrfellows haben sich mit einem Positionspapier in die Diskussion darüber eingebracht, wie die Weiterentwicklung der Hochschullehre gelingen kann. Um die Frage, ob eine Förderorganisation das richtige Instrument, um die Hochschullehre kontinuierlich weiterzuentwickeln, drehte sich auch eine Quadriga Debatte, die der Stifterverband am 5. Dezember 2018 in Berlin veranstaltete.

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Stifterverband im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

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