Gunter Dueck: Batterien & kalte Füße

"Warum man nicht einfach mal für ein, sagen wir, Abenteuer einen Quartalsgewinn opfert? Das täte ich als Unternehmer."

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Feststoffbatterien haben das Zeug, die Elektromobilität entscheidend nach vorne zu bringen. Doch deutsche Unternehmen scheuen das Risiko, in Zukunftstechnologien zu investieren, meint Philosoph und Querdenker Gunter Dueck. Aber vielleicht aus gutem Grund? Am Beispiel Autobatterien lässt sich ablesen, weswegen es in Deutschland mit dem disruptiven Fortschritt klemmt. Und was das alles mit Staubsaugern zu tun hat.
 

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Autor: Timur Diehn
Produktion: Webclip Medien Berlin
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Transkript des Videos

Die Frage ist immer bei diesen Zukunftsforschern: Was kommt und was kommt nicht? Man muss irgendwie einen Pfad bekommen, wo man irgendwann mal Geld verdient damit.

Bei Autobatterien zum Beispiel hat man das verpasst, super Forschung für, sagen wir mal, Rollstühle oder elektrische Fahrräder zu machen. Da hätte man ja Batterieforschung machen können und dann die Akkus alle ausoptimieren und dann erst auf Autobatterien. Sie versuchen das irgendwie falsch. Sie versuchen erst gleich Batterien zu machen. Das kann sein, dass man da erstmal so zwei, drei, vier, fünf Milliarden in den Sand setzt. Ich nehme an, dass diese Milliarden gerade auch in den Sand gesetzt werden, weil es jetzt gerade Feststoffbaterrien gibt. Das sind Batterien, in denen keine Flüssigkeit ist. Der Legende nach sind die 2022 produktionsreif oder verkaufsreif. Und die lassen sich dann in einer Minute aufladen. Wenn das so ist, dann bauen sie jetzt gerade diese ganzen Steckdosen überall in den Parkhäusern auf, und das kann man dann irgendwie auch lassen. Weil es ja viel schneller geht, also, die Kapazitäten sind ja so ausgerechnet, dass jedes Auto da irgendwie eine halbe oder eine Stunde oder zwei Stunden dranhängt. Wenn das jetzt nicht so ist und nur eine Minute dauert, bauen sie jetzt ganz falsche Infrastrukturen auf. Und das sind so Risiken, die muss man vorher sehen, wenn man jetzt in so ein neues Business geht. Und deswegen haben die Leute zurecht auch ein bisschen Angst. Man kann jetzt nicht so sagen, dass sie alles verschlafen. Also, die Feststoffbaterrien werden interessanterweise von einem sehr alten Herrn gemacht, von James Dyson, der diese Staubsauger herstellt, und der hat quasi die ganzen Cracks aufgekauft, die davon was verstehen und will dann das bisschen Auto noch drumherum bauen. Aber er hat verstanden, dass die Batterien dann irgendwie das wichtigste dabei sind. Das sind so Dinge, da kann man schon verstehen, wenn, sagen wir mal, ich weiß jetzt die Gründe nicht, aber wenn Bosch sich aus dem Batteriegeschäft zurückzieht und sagt, das ist ihnen zu heiß, oder die anderen wollen nicht einsteigen und so, da belauern sie sich. Und irgendwer gewinnt das dan halt.

Dann hat man wieder das Problem, das unter Umständen die Autos so viel Strom ziehen, dass wir gar nicht so viel Strom produzieren. Also, im Augenblick ist das ja durch Diesel abgedeckt. Man hat diese Brennstoffe. Jetzt brauche ich, wenn Autos auf Elektro laufen, brauche ich ja entsprechend viel mehr Strom. Wo kriege ich den her? Das ist eine gute Frage. Wahrscheinlich ist die bessere Lösung, Marokko mit Solarzellen zu bedecken und dann alles in Wasserstoff zu verwandeln und dann auf Brennstoffzellen zu gehen und das gar nicht mit Batterien zu machen. Also gar nicht! Dann würden jetzt die Batterien auch wieder abgeschafft. Dann hätte man aber das Stromproblem gelöst, dann könnte ich ganz beliebig viel Strom in Marokko in Wasserstoff verwandeln, das mit Schiffen herbringen und dann hier verfeuern, dann wäre alles umweltfreundlich, alles gut, aber dann hätte man wieder eine andere Technologie. Wie das so ausgeht, ist gar nicht so klar. Da muss man irgendwie auch ein bisschen Verständnis haben für große Konzerne,, die dann so ein bisschen kalte Füße kriegen. Warum man nicht einfach mal für ein, sagen wir, Abenteuer einen Quartalsgewinn opfert? Also, ich meine, es kann nicht so schwierig sein, mal fünf Milliarden auf atrace so eine Bresche zu legen. Das verstehe ich nicht. Das täte ich als Unternehmer.