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Quantentechnologien: Hochschullehre muss praxisnäher werden

Eine Studie von Stifterverband und Wissenschaftsstatistik zeigt, welche Kompetenzen Unternehmen und Forschung künftig benötigen.

03.11.2026

Quantentechnologien gewinnen in Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschulen an Bedeutung. 61,5 Prozent der untersuchten Unternehmen planen dazu Neueinstellungen in Forschung und Entwicklung. Gefragt sind dabei nicht nur hoch Quantenphysikerinnen, Quantenphysiker und andere hochspezialisierte Fachkräfte. Auch Absolventinnen und Absolventen aus Physik, Informatik, Mathematik und den Ingenieurwissenschaften werden benötigt, wenn sie ihre fachliche Expertise mit Kenntnissen über Quantentechnologien verbinden. Das zeigt die aktuelle Publikation "Fachkräfte für Quantentechnologien" von Stifterverband und Wissenschaftsstatistik, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologien und Raumfahrt.

Die Studie untersucht erstmals systematisch, wie gut der Fachkräftebedarf und universitäres Bildungsangebot im Bereich Quantentechnologie in Deutschland zusammenpassen. Dafür wurden Unternehmensdaten, Befragungen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, qualitative Interviews sowie Vorlesungsverzeichnisse großer deutscher Universitäten ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigen: Das universitäre Lehrangebot passt in seiner fachlichen Ausrichtung bereits weitgehend zum Bedarf. Mehr als die Hälfte der für Quantentechnologien relevanten Lehrveranstaltungen ist im Studienbereich Physik und Astronomie angesiedelt. Weitere Schwerpunkte liegen in Informatik sowie Elektro- und Informationstechnik. Entwicklungspotenzial besteht vor allem bei der Verbindung dieser Disziplinen und beim Praxisbezug. Nur knapp acht Prozent der untersuchten Lehrveranstaltungen sind erfahrungsbasierte Formate wie Praktika, Projekte oder Laborveranstaltungen.

"Die Hochschulen vermitteln bereits viele der fachlichen Grundlagen, die für Quantentechnologien benötigt werden. Allerdings fehlt es Studierenden noch an Möglichkeiten, diese Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Dafür ist ein erfahrungsbasiertes Lernen beispielsweise in Labor- und Projektformaten notwendig sowie eine engere Zusammenarbeit von Physik, Informatik und Ingenieurwissenschaften", sagt Andreas Land, der die Publikation Fachkräfte für Quantentechnologien verantwortet.

Auch technisch qualifizierte Beschäftigte ohne Hochschulabschluss spielen für die Entwicklung und Anwendung von Quantentechnologien eine wichtige Rolle, etwa beim Betrieb von Laboren, Anlagen und experimentellen Infrastrukturen. Die Fachkräftesicherung muss deshalb unterschiedliche Qualifikationsprofile und die gesamte Bildungskette in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) in den Blick nehmen.

Internationale Fachkräfte tragen bereits heute wesentlich zum Quantentechnologie-Ökosystem bei. Ihr Anteil am Forschungs- und Entwicklungspersonal der untersuchten Unternehmen liegt bei 21,4 Prozent und ist damit mehr als doppelt so hoch wie in anderen forschungsaktiven Unternehmen. Die Studie empfiehlt deshalb, internationale Studierende und Forschende beim Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt gezielt zu unterstützen.

Aus den Ergebnissen leiten die Autorinnen und Autoren vier Handlungsfelder ab: eine bessere Abstimmung von Fachkräftebedarf und Studienangebot durch mehr Praxisorientierung, die strategische Unterstützung von Fachkräfteorientierung und internationaler Rekrutierung, eine gestärkte MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungskette sowie die strategische Weiterentwicklung der Förderlandschaft zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. 

 

Kontakt

Peggy Groß (Foto: Marcel Schwickerath)
Peggy Groß (Foto: Marcel Schwickerath)

Peggy Groß

ist Pressesprecherin des Stifterverbandes.

T 030 322982-530

Andreas Land
Andreas Land

Andreas Land

ist Programmmanager im Bereich "Programm und Förderung" beim Stifterverband.

T  0201 8401-256

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