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Wie gelingt guter MINT-Unterricht?

Meta-Studie zur Sammlung von evidenzbasierten Maßnahmen zur Steigerung der MINT-Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler

Wie gelingt guter MINT-Unterricht? (Cover der Studie)
Wie gelingt guter MINT-Unterricht? (Cover der Studie)

Wie sieht ein wirkungsvoller und effektiver MINT-Unterricht aus, der Schülerinnen und Schüler beim Kompetenzerwerb bestmöglich aktiviert und unterstützt? Angesichts schwacher Ergebnisse bei Ländervergleichsarbeiten wie PISA, TIMMS oder dem IQB-Bildungstrend stellt sich diese Frage drängender denn je. Denn geringe Kompetenzen und Kenntnisse in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern ziehen in der Folge einen Rückgang von Studienanfängerinnen und Studienanfängern in MINT-Angeboten sowie eine geringere Nachfrage nach MINT-Ausbildungsplätzen nach sich – eine Entwicklung, die langfristig Wohlstand, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gefährdet.

Vor diesem Hintergrund hat die Allianz für Schule Plus im Rahmen der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes mit freundlicher Unterstützung der Vector Stiftung das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) beauftragt, eine Meta-Studie zu erstellen.

Ziel war es, konkrete Ansätze zu identifizieren, die wissenschaftlich nachgewiesen Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, mathematisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen aufzubauen – von der vorschulischen Bildung bis zur Sekundarstufe. Die Meta-Studie ist im April 2026 veröffentlicht worden.

 

Die vier zentralen Ergebnisse der Meta-Studie

  • Sprachförderung ist eine notwendige Voraussetzung für MINT-Bildung, besonders im vorschulischen Bereich
    Qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung, die spielerisch-explorativ ist, steigert langfristig die MINT-Leistungen – besonders bei Kindern aus einkommensschwachen Familien. Dafür muss die Bildungssprache gezielt gefördert werden, um Kindern Teilhabe an den Bildungsangeboten zu ermöglichen.
     
  • In der Primarstufe erreicht der MINT-Unterricht die Kinder besonders gut, wenn er alltagsbezogen und phänomenorientiert ist
    Kinder lernen in der Primarstufe nachhaltiger, wenn sie Hypothesen bilden, experimentieren und ihre Denkwege erklären. Dafür muss der Unterricht die Lebenswelt der Kinder stärker berücksichtigen und angeleitet forschend sein. Auch in der Primarstufe nimmt zudem eine gezielte Sprachförderung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von MINT-Kompetenzen ein.
     
  • In der Sekundarstufe ist der MINT-Unterricht besonders effektiv, wenn er forschendes Lernen ermöglicht und die Grand Challenges unserer Gesellschaft behandelt
    Unterricht mit hohem kognitivem Anspruch und Raum für projektbasiertes Arbeiten führen zu stabileren Kompetenzgewinnen als reine Instruktion. Große gesellschaftliche Fragen und Herausforderungen in den MINT-Unterricht einzubauen, beispielsweise den Klimawandel oder Pandemien, erweist sich ebenfalls als besonders fruchtbar.
     
  • Außerschulische Angebote sind eine effektive Ergänzung für den MINT-Unterricht, müssen jedoch sinnvoll eingebettet werden
    Kurzfristige außerschulische Programme zeigen schnelle Effekte. Eine langfristig angelegte und curricular eingebaute außerschulische Begleitung führt zu stabileren Leistungs- und Motivationsgewinnen. Sie wirken jedoch erst dann, wenn sie projektbasiert und authentisch sind, sich differenziert nach Interessen und Leistungsniveau orientieren und Mentoring sowie Role Models mit einbeziehen.

Die Meta-Studie zeigt: Ein guter MINT-Unterricht muss den Bedürfnissen der heterogenen Schülerschaft stärker gerecht werden und somit sprachsensibel, projektbasiert, phänomenorientiert und differenziert sein. Dafür braucht es günstige Rahmenbedingungen für den Unterricht und eine Fortbildungsoffensive der Lehrkräfte und des pädagogischen Personals.


Zukunftsmission Bildung (Logo)
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Mit der Zukunftsmission Bildung will der Stifterverband ein Bildungssystem für eine Welt im Wandel gestalten, das schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus und weiterbildet. Dazu bringt er die relevanten Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einer Gemeinschaftsinitiative zusammen und koordiniert die Aktivitäten, unter anderem in der Allianz für Schule Plus – denn um die großen Herausforderungen im Bildungssystem zu lösen, braucht es starke Partnerschaften, die gegenüber der Politik mit einer Stimme sprechen, die gemeinsam Rahmenbedingungen gestalten und damit langfristig eine Veränderung im Bildungssystem bewirken.

 

Veranstaltung
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VERANSTALTUNGSHINWEIS

Am 13. April 2026, 12:00 bis 13:15 Uhr, stellt Prof. Dr. Olaf Köller, Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des IPN, die Ergebnisse der Meta-Studie vor. Als MINT-Lehrkraft gibt Tristan Tauché von der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule Leipzig dann einen Impuls aus der Praxis. Bei diesem ersten Termin der neuen Online-Reihe "ZMB Deep Dive" gibt es auch Raum für Diskussion.

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