Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft 2024
facts – Zahlen und Fakten aus der Wissenschaftsstatistik
Auf zwölf Seiten fassen die facts die zentralen Ergebnisse der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband durchgeführten Datenerhebung zu Forschung und Entwicklung (FuE) im Jahr 2024 zusammen.
FuE-Quote am Bruttoinlandsprodukt steigt auf 3,17 Prozent
Nach dem Rekordjahr 2023, in dem die internen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) in der Wirtschaft erstmals die 90 Milliarden Marke knackten, flacht das Wachstum der FuE-Ausgaben ab. Im Jahr 2024 investierten die deutschen Unternehmen insgesamt 92,5 Milliarden Euro (plus 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) in interne FuE und bleiben damit inflationsbereinigt auf dem bisherigen Niveau.
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Anteil der FuE-Aufwendungen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), der für die Wirtschaft 2024 mit 2,14 Prozent den gleichen Wert wie 2023 erreicht. Sektorenübergreifend konnte Deutschland hingegen die FuE-Quote am BIP erstmals auf 3,17 Prozent steigern. Auch wenn Deutschland damit weiterhin über dem EU-Durchschnitt von 2,24 Prozent liegt, bleibt das 3,5-Prozent-Ziel weiterhin ambitioniert.
Während der Wirtschaftssektor den größten Anteil der FuE-Aufwendungen am BIP ausmacht, ist das Wachstum der FuE-Quote am BIP 2024 vor allem auf einen Anstieg im Hochschul- sowie im Staatssektor zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Anteil der FuE-Aufwendungen am BIP für den Hochschulsektor um 0,01 Prozentpunkte auf 0,56 Prozent. Der Staatssektor steigerte die FuE-Quote auf 0,40 Prozent um insgesamt 0,03 Prozentpunkte. Daneben bleiben die privaten Institutionen ohne Erwerbszweck unverändert bei 0,07 Prozent am BIP. Im Gesamtbild liegt Deutschland damit seit 2023 konstant über dem Niveau von 2019 vor der COVID-19-Pandemie.
FUE-AUFWENDUNGEN IN DEUTSCHLAND ALS ANTEIL AM BIP
in Prozent
FuE-Aufwendungen auf gleichbleibendem Niveau
Während im Jahr 2023 die internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft gegenüber 2022 eine Rekordsteigung von 10,5 Prozent verzeichneten, fällt 2024 das Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zu 2023 auf insgesamt 92,5 Milliarden Euro deutlich geringer aus. Vor dem Hintergrund einer Inflationsrate von 2,2 Prozent im Jahr 2024 deutet sich an, dass die internen Aufwendungen für FuE real kaum gestiegen sind. Gleichzeitig weist der leichte Anstieg des FuE-Personals um 1,9 Prozent gegenüber 2023 auf insgesamt 554.101 VZÄ darauf hin, dass Unternehmen ihre Forschungsaktivitäten weiter ausbauen Die Steigerung der FuE-Aufwendungen kann entsprechend nicht ausschließlich auf die Inflation zurückgeführt werden. Die trotzdem verhaltene Entwicklung der FuE-Ausgaben 2024 zeichnete sich bereits durch die im Vorjahr gemeldete gleichbleibende Budgetplanung der Unternehmen ab. Es lässt sich vermuten, dass die Unternehmen angesichts anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten zurückhaltender in Forschung und Entwicklung investieren.
Auch die externen FuE-Aufwendungen stiegen 2024 deutlich weniger stark an als im Vorjahr – um 3,7 Prozent auf knapp 33 Milliarden Euro. Damit machen die externen Aufwendungen mittlerweile etwas mehr als ein Drittel der Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung aus. Die Bedeutung von externen Forschungsaufträgen nimmt in den letzten Jahren immer stärker zu, da Unternehmen dadurch beispielsweise spezifisches Wissen gewinnen oder sich neue Märkte erschließen und sichern. Weitere Motive können auch die Erhöhung der eigenen Innovationsgeschwindigkeit oder die Überbrückung interner Kapazitätsengpässe sein.
Die Publikation ist im April 2026 erschienen.