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Länder-Roundtable Innovation 2

Länder-Roundtable Innovation (Visual) (Bild: Designed by Freepik)
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Bund-Länder-Politik
Innovationspolitik
Veranstaltungsrückblick
Text
Maik Gebert (Foto: Marcel Schwickerath)
Maik Gebert (Foto: Marcel Schwickerath)
Maik Gebert
Veröffentlicht
14.04.2025

Wie gelingt missionsorientierte Innovationspolitik im föderalen Deutschland? Der Wandel hin zu einer strategisch ausgerichteten Forschungs- und Innovationspolitik braucht neue Formate der Zusammenarbeit – gerade im Mehrebenensystem. Der zweite Länder-Roundtable brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Landesministerien zusammen, um an einem Strang zu ziehen: für gemeinsame Missionen, strategische Roadmaps und smartere Governance.

Fünf zentrale Erkenntnisse aus dem Roundtable

 

  1. Monitoring & Evaluation (M&E) sind kein Selbstzweck, sondern Strategieinstrumente
    Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten, dass M&E nicht isoliert auf Einzelmaßnahmen zielen darf, sondern auf die Bewertung ganzer Problemfelder und deren Transformation. Evaluationsziele müssen daher missionstauglich definiert werden – mit Fokus auf Wirkung, nicht nur auf Output. 
     
  2. Große Unterschiede in der Praxis der Länder
    Der Status quo in den Ländern ist heterogen. Einige Länder haben bereits fundierte Evaluationsinstrumente in missionsnahen Strategien etabliert, andere stehen noch am Anfang. Unterschiede bestehen bei Messgrößen, Indikatoren, Phasenbezug und institutioneller Verankerung. 
     
  3. Indikatoren müssen zum Ziel passen – kein "One size fits all"
    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Die Auswahl von Indikatoren muss an das jeweilige Ziel und den Nutzungskontext angepasst werden. Ein einheitliches Set ist weder realistisch noch wünschenswert. Entscheidend ist, was mit der Messung erreicht werden soll – etwa Legitimation, Steuerung oder Lerngewinn. 
     
  4. Engpässe: Ressourcen, Datenzugang, politischer Rückhalt
    Länder stoßen in der Umsetzung ambitionierter M&E-Vorhaben regelmäßig an Grenzen: Fehlende Personalressourcen, begrenzter Zugang zu relevanten Daten und eine oft geringe politische Sichtbarkeit erschweren wirkungsvolles M&E. Hier braucht es eine stärkere Verankerung sowie ein strategisches Narrativ. 
     
  5. Narrative und Output-Messung als Überzeugungsinstrumente
    Neben Zahlen braucht M&E auch Geschichten: Anschauliche Narrative zur Zielerreichung oder zu Lehren aus Fehlschlägen können politische Aufmerksamkeit erzeugen – und so die Legitimität und den Gestaltungsspielraum von Missionen sichern. 
     

7. April 2025
13:00 bis 17:30 Uhr

GLS Campus Berlin
Kastanienallee 82/c/o
10435 Berlin

Impressionen vom Länder-Roundtable Innovation am 7. April 2025
Impressionen vom Länder-Roundtable Innovation am 7. April 2025
Impressionen vom zweiten Länder-Roundtable Innovation

Agenda

 
13:35 Uhr
Einleitung & Begrüßung: Regionale Missionen gemeinsam vorantreiben
Dr. Pascal Hetze, Co-Leiter Handlungsfeld "Kollaborative Forschung und Innovation", Stifterverband
 

13:45 Uhr
Fachvortrag & Diskussion:
Implementierung & Umsetzung missionsorientierter F&I-Strategien in föderalen Regierungssystemen
Exklusive Präsentation der Ergebnisse einer international vergleichenden Studie. Übergreifendes Ziel der Studie ist die Identifizierung von vielversprechenden Governance-Arrangements, Steuerungsansätzen, Gelingensbedingungen und Methoden im Kontext von Mehrebenen-Systemen, die auf den bundesdeutschen Kontext übertragen werden können und eine höhere Wirksamkeit von missionsorientierter F&I-Politik erwarten lassen. 

Diskussionsteilnehmer:
Dr. Ralf Lindner, Leiter Competence Center Politik und Gesellschaft, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe
Max Priebe, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Berlin  
Prof. Dr. Matthias Weber, Leiter Center for Innovation Systems & Policy, Austrian Institute of Technology, Wien
 

15:15 Uhr
Open Space / Offener Austausch
Ein offenes Format, in dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Themen einbringen, Herausforderungen diskutieren oder Best Practices teilen können
Moderation: Dr. Pascal Hetze, Co-Leiter Handlungsfeld "Kollaborative Forschung und Innovation", Stifterverband
 

16:05 Uhr 
Workshops / Denkräume
Missionen als Katalysator für Austausch und Zusammenarbeit im föderalen System
 

17:20 Uhr
Wrap-up und Ausblick
 

 

Workshop-Themen

 

WS 1 – Policy Learning durch systematische Monitoring- und Evaluationsprozesse ermöglichen

  • Föderale Strukturen & Anschlussfähigkeit: Wie können Monitoring- und Evaluationsansätze so gestaltet werden, dass sie sowohl föderal anschlussfähig als auch länderspezifisch nutzbar sind?
  • Wirkungsorientierung & Missionsbezug: Wie lassen sich Indikatoren entwickeln, die an konkreten missionsorientierten Innovationszielen ausgerichtet sind und Wirkung sichtbar machen?
  • Vergleichbarkeit & Orientierung: Wie kann in der föderalen Innovationspolitik ein sinnvoller Ausgleich zwischen Vergleichbarkeit und regionaler Differenzierung erreicht werden?
     

WS 2 – Regionale Missionen umsetzen

  • Missionen initiieren & formulieren: Wie entstehen regionale Missionen? Wer initiierte sie und wie gelingt die Formulierung anschlussfähiger Ziele?
  • Rolle der Länder: Welche Veranstaltung übernehmen Landesministerien und regionale Akteure bei der Steuerung und Umsetzung regionaler Missionen?
  • Governance & Umsetzung: Welche Koordinations- und Steuerungsformen haben sich in der Praxis bewährt – und wie lassen sich Missionen strategisch umsetzen (zum Beispiel durch Roadmapping)?
     

Missionsorientierte Forschungs- und Innovationsstrategien

Missionsorientierte Forschungs- und Innovationsstrategien (Cover der Studie)
Missionsorientierte Forschungs- und Innovationsstrategien (Cover der Studie)

Die im Oktober 2025 veröffentlichte Studie betrachtet die Implementierung und Umsetzung von missionsorientierten Forschungs- und Innovationsstrategien in föderalen Regierungssystemen auf Basis der Analyse von insgesamt 23 Good-Practice-Beispielen (darunter acht vertiefende Fallstudien ausgewählter Initiativen).

Schwerpunkt der Analyse waren die Fragen: Was sind geeignete Formen für die Einbindung subnationaler Akteure? Wie können Missionen im Mehrebenensystem sinnvoll formuliert und ausgestaltet werden? Was sind geeignete Governance-Arrangements für die Umsetzung solcher Missionen? Welchen Beitrag können Roadmapping oder ähnliche Prozesse zur Koordination und Abstimmung zwischen verschiedenen Akteuren leisten?
 

 

Länder-Roundtable Innovation

 
Der Länder-Roundtable Innovation ist eine Community des Stifterverbandes mit dem Ziel, die Innovationspolitik der 16 Bundesländer systemisch zu verzahnen. In regelmäßigen Abständen kommen in dem Rahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Fachministerien der Bundesländer, aus staatlichen Förderorganisationen sowie den regionalen Innovationsagenturen zusammen.

 

Kontakt

Maik Gebert (Foto: Marcel Schwickerath)
Maik Gebert (Foto: Marcel Schwickerath)

Maik Gebert

ist Referent für Forschungs- und Innovationspolitik.

T 030 322982-364

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