Eine Uni – ein Buch

Gemeinsames Programm des Stifterverbandes und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit DIE ZEIT

Die Idee: Der Doktorand redet mit dem Erstsemester, der Verwaltungsmitarbeiter mit dem Klinikchef, die Historikerin mit dem Maschinenbauer, die Muslima mit dem Christen, der Flüchtling mit den Campus-Anwohnern, die Sächsin mit dem Franken, die Professorin mit dem Sekretär, der IT-Spezialist mit der Bibliotheksmitarbeiterin und dem Leiter des Auslandsamtes – kurz: möglichst viele Mitglieder einer Universität tauschen sich über ein gemeinsames Thema oder Anliegen aus. Diese Idee soll Realität werden: in der Aktion "Eine Uni – ein Buch".

Alle Hochschulen in Deutschland waren eingeladen, ein Buch zu bestimmen, über das ein Semester lang geredet und debattiert werden soll: Es kann ein Buch sein über die Religion, eine Abhandlung über Armut und Reichtum, ein klassischer Roman aus dem In- oder Ausland, ein zeitgenössisches Drama oder eine Anleitung zum Change-Management, es kann die beste Dissertation sein, die an der Hochschule ausgezeichnet worden ist – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Auch die Art und Weise der Auseinandersetzung mit dem Buch sollte von der Hochschule selbst festgelegt werden: Man kann Lese-Kreise organisieren oder Debattierclubs, Slams oder moderierte Diskussions-Gruppen, man kann zu einer Ringvorlesung einladen, zu einer Diskussion mit dem Autor, man kann das Buch in Seminare integrieren, es können szenische Inszenierungen organisiert werden, oder man tauscht sich auf digitalen Plattformen aus. Grundsätzlich gilt: je origineller die Formate und je umfangreicher die Beteiligung möglichst unterschiedlicher Menschen und Gruppen an der Hochschule, desto besser.

Die zehn besten Ideen und Aktionen werden vom Stifterverband und der Klaus Tschira Stiftung ausgezeichnet und ihre Durchführung mit jeweils 5.000 Euro gefördert. Die Auswahl hat Ende Februar 2017 eine Jury aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft getroffen. Die Projektförderung beginnt mit dem Sommersemester 2017.

 

Die geförderten Hochschulprojekte

Fachhochschule Aachen

Marc Elsberg: Blackout – Morgen ist es zu spät

In seinem Roman beschreibt der österreichische Autor Marc Elsberg die verheerenden Auswirkungen eines europaweiten Stromausfalls. Ohne funktionierende Ampeln kommt es zu Autounfällen, die Tankstellen können kein Benzin mehr verkaufen, Bildschirme bleiben schwarz, Flugzeuge bleiben am Boden, das Chaos nimmt seinen Lauf.

Die FH Aachen hat sich auf Basis dieses Buchs das Ziel gesetzt, die Leser auf anschauliche und unterhaltsame Weise über die Hintergründe eines solchen Vorfalls zu informieren. Die im Buch dargestellten Ereignisse basieren auf realistischen Worst-Case-Szenarien, die einem breiten Publikum nähergebracht werden sollen. Dies beinhaltet unter anderem eine Auftakt- und Abschlussveranstaltung mit Impulsvorträgen und Podiumsdiskussion, eine Lesung mit dem Autor, Unternehmensbesuche und Vorlesungen. Das Highlight des Projektes ist ein Live-Hackerangriff durch einen FH-Professor für IT-Sicherheit auf ein öffentliches Gebäude oder ein Unternehmen in Aachen vor den Augen der Zuschauer, um auf die Möglichkeiten und Gefahren der heutigen Informationstechnik aufzuklären.

Darüber hinaus soll über die Rolle und Bedeutung der Energiewirtschaft für unsere Gesellschaft informiert werden. Ziel ist, ein Bewusstsein für die wesentlichen Herausforderungen der Energiewende zu schaffen und zu veranschaulichen, dass jeder einen Beitrag dazu leisten kann.

Bard College Berlin

Platon: Der Staat

Das Bard College Berlin hat sich mit der Idee "Plato Goes Live" beworben. Es geht darum, den Klassiker aus der Antike mit neuem Leben zu füllen und seine Bedeutung für die Gegenwart aufzuzeigen. Dies soll durch eine Reihe von Veranstaltungen geschehen, die eng mit dem Inhalt dieses Buches verknüpft sind und gleichzeitig deutlich machen, wie komplex, vielfältig und modern dieser Text und die ihm zugrundeliegenden Gedanken sind.

Während des Herbstsemesters 2017 werden drei unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigt. Ein größeres internationales Publikum sowie alle Berliner will das Bard College mit einer "Langen Nacht der Politeia" erreichen. Mit einer Reihe von Campus-Gesprächen über globale Gerechtigkeit in thematischer Verbindung mit zentralen Passagen und packenden Erzählungen aus Platons Werk sollen insbesondere Flüchtlinge und Nachbarn aus Pankow angesprochen werden. Eine Podiumsdiskussion ("The Politics of the Republic") über die Lage der Demokratie in Deutschland und in Europa mit Bezug auf die Demokratie-Kritik bei Platon will ebenfalls ein großes, allgemeines Publikum adressieren.

Eine zweite Reihe richtet sich an ein Publikum mit akademischem Interesse. Diese Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, sich mit Platons Werk unter verschiedenen interdisziplinären, theoretischen, künstlerischen oder professionellen Gesichtspunkten auseinanderzusetzen. Schließlich wird unter dem Titel "Plato and the Arts" eine Reihe von Veranstaltungen auf dem Campus Verbindungen zwischen den verschiedenen Studienprogrammen des Bard College Berlin herstellen und dadurch gewährleisten, dass Platons "Der Staat" allen Angehörigen der Universität auf produktive und kreative Weise näher gebracht wird.

Technische Universität Dortmund

Die Fabeln des Äsop

Zwei Frösche, die nach Wasser suchen. Holz und Schilf, die um ihre werkstoffliche Stabilität streiten. Ein schwer beladener Esel, der die Salzsäcke einfach in Wasser auflöst. Eine Füchsin, die die Zeichen in der Höhle des Löwen rechtzeitig zu deuten weiß. Trauben, die keinen Abnehmer finden. Seit der Antike kondensieren die Fabeln des Äsop exemplarische Situationen menschlichen Handelns und Zusammenlebens. Die TU Dortmund stellt die Fabeln des Äsop wegen ihrer historisch vielfältigen und immer von neuem aktuellen Anschlussfähigkeit ins Zentrum des breit gefächerten Projekts "Aesop@TU-Dortmund".

So wird beispielsweise das Wintersemester 2017/18 mit der Erstsemesterbegrüßung im Stadion von Borussia Dortmund eröffnet: Zu diesem feierlichen Semester-Auftakt werden bis zu 6.000 Studierende (von rund 7.000 neu eingeschriebenen Studierenden) erwartet. Die Rektorin wird das Projekt "Aesop@TU-Dortmund" in ihrer Rede vorstellen und mindestens eine der Fabeln einbauen. Eine Reihe von Lehrformaten (Ringvorlesung, Exkursionen, Seminare und Lehrredaktionen) widmen sich dann im "Äsop-Semester" den Inhalten.

Eine Ausstellung zur "Moral von der Geschicht" im Dortmunder U, Kunstausstellungen an der Hochschule und ein Kulturprogramm der Studierendenschaft greifen die Fabeln auf. Aber auch in den Büroalltag halten sie Einzug: "Die Fabel an meiner Tür" heißt eine Idee, bei der etwa an den Bürotüren der Sekretariate jeweils eine der 16 Fabeln dargestellt wird. Auch auf dem Smartphone wird in der offiziellen TU-App eine "Fabel des Monats" präsentiert. Eine Schreibwerkstatt für Studierende und Lehrende, kindgerechte Vorlesungen sowie das Integrationsangebot für jugendliche Flüchtlinge knüpfen an die Texte des Äsop an.

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Graeme Maxton & Jorgen Randers: Ein Prozent ist genug

Die Hochschule beschäftigt sich mit dem neuesten Bericht an den Club of Rome: "Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen". Dieses Werk reiht sich ein in eine Serie, die 1972 mit der Studie zu den Grenzen des Wachstums weltweite Aufmerksamkeit erlangte. Letztlich trugen die in dem Bericht aufgezeigten Wachstumsgrenzen und deren wissenschaftliche und politische Implikationen erheblich zur inhaltlichen Ausrichtung der Hochschule bei. Insofern ist es folgerichtig, dass sie sich intensiv auch mit dem neuesten Bericht befasst.

Die Hochschule will bestehende mit neuen Formaten kombinieren, um die hochschulinterne Kommunikation themenbezogen weiterzuentwickeln und sich profilbezogen zu positionieren. Das Buch soll in deutscher und englischer Fassung als Druckversion und als E-Book zum Lesen an der Hochschule verfügbar gemacht werden. Kapitel sollen an unterschiedlichen Orten der Hochschule und zu unterschiedlichen Tageszeiten gemeinsam gelesen werden. Jeden Monat laden dazu verschiedene Organisationseinheiten (zum Beispiel Forstbotanischer Garten, Präsident, Bibliothek) zur Lesung ein. Dies soll in verschiedenen Gebäuden oder im Freien geschehen. So verbinden das Buch und das gemeinsame Lesen auch Orte und Menschen. Die Lesungen wie auch alle weiteren Veranstaltungen sind öffentlich.

Bei den Lesungen gibt es angemessenen Raum für Diskussionen und die Beobachtungen. Ideen und Kommentare können auf Ideenboards gepostet werden. Sie werden später in öffentlichen Räumen der Hochschule aufgestellt und laden zum Mitdiskutieren und Weiterdenken ein. Die Inhalte der einzelnen Kapitel werden auch in interaktive Lehrveranstaltungen integriert. Den Abschluss der Lesereihe bildet ein Diskussionsabend mit einem der Autoren im Rahmen einer Veranstaltung der Eberswalder Nachhaltigkeitsgesellschaft.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

E.M. Forster: Die Maschine steht still

Edward Morgan Forsters 1909 veröffentlichte düstere Vision schildert ein Szenario, in dem die Menschen ihr Leben in eine isolierte, unterirdische Welt verlagert haben, die allumfassend von der "Maschine" gesteuert und kontrolliert wird. Jegliche Form der Kommunikation, Information und Interaktion geschieht ausschließlich mittels dieser Maschine. Die Bewohner der Maschinenwelt werden zwar mit allen Annehmlichkeiten versorgt, dürfen aber ihre separierten Zimmer nicht verlassen und haben sich den Regeln der Maschine vollständig unterworfen.

Forster thematisiert die tiefgreifende und umfassende Veränderung des menschlichen Zusammenlebens durch neue Technologien. Dieses Thema ist nicht nur wissenschaftlich hochinteressant und wird an der Universität Erlangen-Nürnberg in verschiedenen Fächern und auch interdisziplinär erforscht, sondern es durchdringt auch die Lebenspraxis aller Menschen.

Durch eine möglichst große Bandbreite unterschiedlicher Veranstaltungen soll ein für alle Mitarbeiter der Universität interessantes und zur Diskussion anregendes Programm gestaltet werden. Zu den geplanten Formaten gehören eine szenische Lesung, eine Exkursion zur Abteilung "Kommunikation, Information und Medien" des Deutschen Museums in München, eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe, ein Seminar zum Buch im Rahmen der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen sowie eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Vertretern aus Informatik und Künstlicher-Intelligenz-Forschung. Titel: "Denkbares und Machbares".

Stiftung Universität Hildesheim

Michel Serres: Erfindet euch neu!

Die 2012 erschienene "Liebeserklärung an die vernetzte Generation" des 86-jährigen französischen Philosophen ist ein sehr hoffnungsvolles Buch, das viele aktuelle gesellschaftlich relevante Themen im Kontext der Digitalisierung des Bildungssystems sowie der Arbeits- und Erlebniswelt anspricht. Es wendet sich sowohl an die "Millenials" und "Digital Natives" als auch an die Generation der "Digital Immigrants", die derzeitigen Eltern und Großeltern unter den Universitätsangehörigen. Fern von jeder technikfeindlichen Kulturkritik fordert Serres sie auf, ihre Chance zu nutzen und alles neu zu erfinden: die Gesellschaft, das Bildungssystem – und sich selbst.

Die Auseinandersetzung mit dem Buch startet im April 2017 auf der hochschulweiten Social-Reading-Plattform "Lectory". Es schließen sich Ringvorlesungen über digitale Lebenswelten an. An diversen Universitätsorten werden Freiexemplare ausgelegt und laden zum Kommentieren ein. Das Buch wird in der Leselounge der Universitätsbibliothek, im Lese- und Schreibzentrum und an dem von Studierenden organisierten Campustag thematisiert. Eine Liveveranstaltung im Audimax möglichst mit Buchautor und Übersetzer schließt die erste Phase ab.

Die aus dem Lektüreecho gewonnenen Fragestellungen bilden die Vorlage für ein Kettengespräch, das sich durch alle Ebenen der Universität zieht. Dieses Kettengespräch erfolgt in Form von strukturierten Einzelinterviews, die von und mit Angehörigen der Universität – von der Studentin und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter über die Sekretärin und den Haustechniker bis zur Dekanin und dem Präsidenten – durchgeführt werden.

Die dokumentierten Gespräche werden im Wintersemester 2017/18 von einer interdisziplinären Redaktionsgruppe zu einem neuen Buch verdichtet. So entsteht ein neues gemeinsames Uni-Buch, das möglichst bis Weihnachten 2017 im Universitätsverlag in Kooperation mit dem Georg Olms Verlag Hildesheim erscheinen soll. Die Angehörigen der Hochschule (er)finden ihr eigenes Buch, das zweifellos über den Wettbewerbszeitraum hinaus weiterwirken wird.

Deutsche Sporthochschule Köln

Ilija Trojanow: Meine Olympiade

Deutschlands einzige Universität, die sich ausschließlich dem Themenfeld Sport und Bewegung widmet, hat ein Buch ausgewählt, das einen ganz speziellen Zugang zum Themenfeld "Olympische Spiele/Bewegungslernen" besitzt. Der sportbegeisterte Schriftsteller Ilija Trojanow (Jahrgang 1965) hatte im Sommer 2012 die Olympischen Spiele in London als Fernsehzuschauer verfolgt. Daraufhin setzte er sich ein äußerst ehrgeiziges Ziel, nämlich alle 80 olympischen Einzeldisziplinen innerhalb der nächsten vier Jahre so intensiv zu trainieren, dass er jeweils halb so gut abschneiden würde wie die Goldmedaillengewinner von London. Seine Bemühungen, Erfolge und Misserfolge verarbeitete er literarisch und veröffentlichte sie 2016 unter dem Titel "Meine Olympiade – ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen".

Im Sommersemester 2017 soll das Buch an der DSHS Köln nicht am angestammten Platz in der Zentralbibliothek verbleiben, sondern an zentralen Stellen auf dem Campus (Sportstätten, Foyer, Mensa, Institutsgebäude etc.) platziert werden, um die Hochschulangehörigen zum Schmökern einzuladen und zu animieren, die im Buch geschilderten sportlichen Herausforderungen anzunehmen. Vor allem aber soll das Buch in einer Vielzahl von Praxiskursen und Seminaren thematisiert und diskutiert werden, außerdem mit einer Lesung – möglichst unter Anwesenheit des Autors – sowie beim "SpoHoetry Slam", dem DSHS-eigenen Poetry Slam.

Zu den zentralen Fragestellungen, die im Rahmen der Semesteraktion auf dem Campus der DSHS Köln thematisiert werden sollen, gehören zum Beispiel: Können DSHS-Studierende "aus dem Stand" in olympischen und paralympischen Sportarten bzw. Disziplinen halb so gut abschneiden wie die aktuellen Sieger der Olympischen Spiele bzw. Paralympics? Falls nicht, können sie im Laufe eines Semesters dieses Leistungsniveau erreichen? Welchen Aufwand müssen sie hierfür betreiben? Oder: Wie sind die im Buch thematisierten Sportarten entstanden? Wie kann ich mich sprachlich oder literarisch mit Training und Wettkampf auseinandersetzen? Was bedeuten Sieg und Niederlage?

Universität zu Köln

Irmgard Keun: Kind aller Länder

Irmgard Keun war eine der populärsten Schriftstellerinnen der Weimarer Republik. Ihr Bekanntheitsgrad ist aber – nach einer kurzen, noch zu ihren Lebenszeiten beginnenden Wiederentdeckung Ende der 1970er-Jahre – nach der Jahrtausendwende schon wieder verblasst. Dabei zeichnet sich Keuns zeitkritisches, der neusachlichen Ästhetik verpflichtetes Werk nicht nur durch eine bis heute andauernde inhaltliche und formale Modernität aus, sondern es ist auch bezüglich der Frage nach den Bedingungen des Gelingens weiblicher Identitätsfindung sowie weiblichen Schreibens aktuell geblieben. "Kind aller Länder" ist ein 1938 erschienener Exilroman, der die Flucht einer dreiköpfigen deutschen Familie vor dem Nationalsozialismus aus der Perspektive der Tochter Kully schildert.

Zum Semesterauftakt ist eine Lesung mit Podiumsdiskussion geplant, die für die Universitätsöffentlichkeit angeboten wird. Eine Bürgervorlesung "Irmgard Keun – Eine Wahlkölnerin wiederentdeckt" richtet sich auch an ein außeruniversitäres Publikum. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen und einem Workshop soll über das Semester hinweg eine intensive Auseinandersetzung mit dem Roman angeboten werden.

Weitere Aktionen sollen auch auf die Stadt im weiteren Sinne ausstrahlen. In Kooperation mit dem Frauengeschichtsverein e.V. werden Stadtführungen angeboten, die die Autorin Irmgard Keun und ihr Leben und Arbeiten in Köln in den Blick nehmen. An zentralen Orten auf dem Campus wird an sogenannten Lese-Orten das erste Kapitel von "Kind aller Länder" als Leseprobe zur Verfügung gestellt. Einzelne, prägnante Passagen aus dem Werk werden auf Plakate gedruckt, die an markanten Orten (Kopierer, Bibliothek, Toilette) zum Anhalten, Nach- und Mitdenken einladen. Ein QR-Code führt auf die Projekt-Website "Köln liest Keun". Sie lädt dazu ein, sich über den Hintergrund der Aktion zu informieren und einen längeren Textauszug zu lesen.

Universität Siegen

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Dieses Buch ist für die deutsche Gesellschaft eines der wichtigsten – und dürfte dennoch eines der am wenigsten gelesenen sein. Einen sachlichen und im Detail sehr komplexen Text wie das Grundgesetz für eine Vielzahl von Personen und Gruppen zugänglich zu machen, ist eine Herausforderung.

Einige Beispiele der geplanten Projekte: Das Grundgesetz soll im Rahmen einer Ausstellung als Handschrift verfasst werden. Die Idee ist, dass die Besucher den Text an einem Schreibpult mit einem Gänsefederkiel Artikel für Artikel abschreiben und somit Gelegenheit haben, die Buchstaben des Gesetzes anders als in der bloßen Lektüre zu erfahren. Auch ein Kurs für Geflüchtete soll vermitteln, welche Bedeutung die Grundrechte und die demokratischen Grundwerte im alltäglichen Leben in Deutschland haben.

Eine Gruppe von Studierenden will einen Sammelband mit Kurzgeschichten zum Grundgesetz erstellen und publizieren. Darin sollen prominente Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts aufgegriffen und realitätsnahe Fälle selbst erdacht werden. Weiterführend eröffnen einzelne Fälle die Möglichkeit, Diskussionen über alternative Enden und Handlungsmöglichkeiten zu führen. Eine Kombination aus Realität und Fiktion soll die konkrete Bedeutung der Grundrechte im gesellschaftlichen Miteinander veranschaulichen und gleichzeitig die Leser unterhalten. Geplant ist außerdem eine kreative Auseinandersetzung mit dem Grundgesetz durch die Produktion einer Reihe von Kurzspielfilmen zu den einzelnen Grundrechten. Schließlich soll auch eine Lernwerkstatt für Kinder in Form von gemeinsamem Spielen, Musizieren und Lesen an das Grundgesetz anknüpfen.

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Jan-Werner Müller: Was ist Populismus?

Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des Populismus. Populistische Parolen und Reden sind heute wieder deutlich sichtbar im politischen Diskurs, sowohl im rechten als auch im linken Spektrum. Wo aber beginnt Populismus? Ist Populismus per se gefährlich oder darf zwischen gutem und schlechtem Populismus unterschieden werden? Mit dem Projekt "Populismus" regt die Universität die intensive Auseinandersetzung mit diesen und ähnlichen Fragen an. Im Fokus steht der breit rezipierte und leicht verständliche Essay des Politikwissenschaftlers Jan-Werner Müller.

Ziel des Projekts ist es, eigene Anfälligkeiten im Umgang mit populistischen Reden zu reflektieren und populistische Inszenierungen vom Produktions- wie Rezeptionsaspekt her zu hinterfragen. Vorbereitet wird das Projekt im Sommersemester 2017 von Studierenden der Germanistik im Rahmen des Seminars "Kulturmanagement" in Kooperation mit Studierenden der Wirtschaftswissenschaft. Gerade für Studierende der Germanistik bietet das Projekt eine Möglichkeit, praktische Erfahrungswerte im Bereich Kulturvermittlung zu sammeln.

Zu den Projektformaten gehören unter anderem Flashmobs, bei denen populistische Reden an verschiedenen Orten der Universität und im öffentlichen Raum gehalten und die Reaktionen darauf gefilmt werden. Mit Videoeinspielern zu medialer Manipulation und politischer Propaganda gestern und heute will die Universität "Guerilla-Aufklärung" betreiben. Eine Podiumsdiskussion und eine Lesung mit dem Autor sind geplant. Im digitalen Raum sollen ein Online-Blog mit Diskussionsforen zu ausgewählten Passagen des Buches, ein Online-Wettbewerb sowie ein Facebook-Kanal das Projekt begleiten.

Die Bewerbungsvideos der Hochschulen

Marc Elsberg: Blackout – Morgen ist es zu spät

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Fachhochschule Aachen

Platon: Der Staat

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Bard College Berlin

Die Fabeln des Äsop

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Technische Universität Dortmund

Jorgen Randers & Graeme Maxton: Ein Prozent ist genug (Bericht des Club of Rome)

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Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Edward Morgan Forster: Die Maschine steht still

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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Michel Serres: Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation

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Stiftung Universität Hildesheim

Irmgard Keun: Kind aller Länder

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Universität zu Köln

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

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Universität Siegen

Jan-Werner Müller: Was ist Populismus?

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Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

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