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In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben?

Peter Schubert (Foto: Damian Gorczany)
Peter Schubert (Foto: Damian Gorczany)
Peter Schubert (Foto: Damian Gorczany)
Future Skills
Interview
Text
Henning Koch (Foto: Marcel Schwickerath)
Henning Koch (Foto: Marcel Schwickerath)
Dr. Henning Koch
Veröffentlicht
01.08.2026

Drei Fragen an Peter Schubert, Leiter von ZiviZ im Stifterverband. Dort verantwortet er unter anderem zentrale Datenprojekte.

Was begeistert dich an Future Skills und wann bist du zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung gekommen?

 
Mich begeistert, dass es bei Future Skills nicht nur um technische Bedarfe geht, sondern um die Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben? Das Konzept ermöglicht einen Diskurs zu wünschenswerten Zukunftsbildern für unsere Gesellschaft. Systematisch damit beschäftigt habe ich mich erstmals im Rahmen unserer ZiviZ-Studie zum Lernen im Engagement. Wir haben untersucht, welche Kompetenzen Menschen erwerben, wenn sie sich zivilgesellschaftlich engagieren.

 

Wie gelingt es, Future Skills in der Zivilgesellschaft zu stärken?

 
Wir dürfen Zivilgesellschaft nicht auf reine Freizeitgestaltung, auf die Rolle eines Lückenbüßers reduzieren. Sie ist ein zentraler Lernort, wo insbesondere die gemeinschaftsorientierten Zukunftskompetenzen, wie sie das Future-Skills-Framework des Stifterverbandes beschreibt, gestärkt werden. Dieser Kompetenzerwerb muss allerdings besser sichtbar gemacht werden. Kompetenznachweise, die Lernerfahrungen systematisch dokumentieren, könnten dazu beitragen, die Motivation der Engagierten zu stärken und ihr Engagement auch für potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber attraktiver zu machen.

 

Welche aktuelle Herausforderung beschäftigt dich im Moment in Bezug auf Future Skills am meisten?

 
Dass uns die Konflikt- und Dialogfähigkeit verloren geht. Ich frage mich: Wo sind die Räume, in denen wir das Aushalten von ganz anderen politischen Positionen noch üben und konstruktiv diskutieren? Auch in der Zivilgesellschaft ist das nicht immer der Fall, da viele Gruppen in Wahrheit recht homogen sind.

 

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