Transformationslabor Hochschule: Ausschreibung 2027
Transferprofile stärken:
Science-Policy-Engagement
von Hochschulen
Ziel des Programms ist es, Hochschulen dabei zu unterstützen, ihre Transferprofile weiterzuentwickeln und Science-Policy-Engagement als strategisches Handlungsfeld des Transfers auszubauen. Gemeinsam mit kommunalen Verwaltungen und weiteren Partnern entwickeln und erproben die geförderten Verbünde neue Formen der Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Verwaltung.
Die geförderten Vorhaben sollen Hochschulen dabei helfen, Kompetenzen, Strukturen, Routinen und strategische Ansätze für professionelles Science-Policy-Engagement aufzubauen. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Politik und Verwaltung, wissenschaftliche Expertise kontinuierlich und bedarfsgerecht in lokale Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einzubeziehen.
AUF EINEN BLICK
Ziel: Hochschulen entwickeln gemeinsam mit kommunalen Verwaltungen und weiteren Partnern neue Formen des Science-Policy-Engagements und stärken ihre Rolle als wissenschaftsbasierte Impulsgeber für Politik und Gesellschaft.
Wer kann sich bewerben? Die Antragstellung erfolgt durch eine Hochschule gemeinsam mit einer kommunalen Verwaltung und möglichen weiteren Partnern.
Förderung: je 20.000 Euro für bis zu acht Hochschul-Stadt-Verbünde plus einjähriges Begleitprogramm
Bewerbungsschluss: 29. Januar 2027
Auftaktveranstaltung: 13./14. April 2027 in Berlin
Transferprofile von Hochschulen stärken
Hochschulen übernehmen heute vielfältige Aufgaben im Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Neben Wissens- und Technologietransfer gewinnt zunehmend die Frage an Bedeutung, wie Hochschulen wissenschaftliche Expertise in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einbringen können.
Science-Policy-Engagement ist dabei ein wichtiges Handlungsfeld. Es beschreibt die systematische Mitwirkung von Wissenschaft an politischen Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen, ohne die unabhängige Rolle der Wissenschaft aufzugeben.
Das Transformationslabor Hochschule unterstützt Hochschulen dabei, ihre Transferprofile gezielt weiterzuentwickeln und Science-Policy-Engagement als strategisches Transferfeld auszubauen. Kommunale Verwaltungen und weitere Praxispartner sind hierfür wichtige Kooperationspartner. Gemeinsam werden neue Formen der Zusammenarbeit erprobt, die wissenschaftliche Expertise für lokale Gestaltungsprozesse nutzbar machen.
Unser Verständnis von Science-Policy-Engagement
Science-Policy-Engagement beschreibt die systematische Gestaltung von Austausch-, Beratungs- und Kooperationsprozessen zwischen Wissenschaft und Politik sowie Verwaltung. Ziel ist es, wissenschaftliche Expertise, Perspektiven und Erkenntnisse in politische Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einzubringen, ohne die jeweiligen Rollen von Wissenschaft und Politik zu vermischen. Wissenschaft macht Erkenntnisse, Unsicherheiten, Zielkonflikte und Handlungsoptionen transparent. Entscheidungen bleiben Aufgabe demokratisch legitimierter Politik und Verwaltung.
Für Hochschulen ist Science-Policy-Engagement ein wichtiges Handlungsfeld des Transfers. Es ergänzt bestehende Transferaktivitäten und trägt dazu bei, die gesellschaftliche Wirksamkeit von Forschung sichtbar zu machen. Dazu benötigen Hochschulen geeignete Kompetenzen, Anreizstrukturen, Formate und institutionelle Rahmenbedingungen.
Leitfragen der Ausschreibung
- Wie können Hochschulen ihre Transferprofile durch strategisches Science-Policy-Engagement stärken und dauerhaft in ihren Strukturen verankern?
- Welche organisatorischen, kulturellen und strategischen Voraussetzungen benötigen Hochschulen, um Science-Policy-Engagement als Teil ihres Transferauftrags weiterzuentwickeln?
- Wie können Hochschulen mit kommunalen Verwaltungen sowie weiteren Partnern dauerhafte, niedrigschwellige und verlässliche Schnittstellen für wissenschaftliche Expertise aufbauen?
- Welche Formate ermöglichen einen kontinuierlichen Dialog und gemeinsame Wissensproduktion statt einer ausschließlich linearen Beratung durch einmalige Gutachten oder Ergebnispräsentationen?
- Wie kann wissenschaftliches Wissen so aufbereitet und in Prozesse eingebunden werden, dass es zeitnah, verständlich, lokal anschlussfähig und praktisch nutzbar ist?
- Wie können neben Hochschule und Verwaltung weitere relevante Akteure eingebunden werden, ohne politische Verantwortlichkeiten und wissenschaftliche Rollen zu verwischen?
Was wird gefördert?
Gefördert werden Vorhaben, die ein konkretes lokalpolitisches Thema mit der Weiterentwicklung der Science-Policy-Schnittstelle verbinden. Möglich sind sowohl neue Vorhaben als auch die Weiterentwicklung bereits begonnener Kooperationen.
Beispielhafte Vorhaben sind:
- die Entwicklung oder Weiterentwicklung einer hochschulweiten Strategie für Science-Policy-Engagement als Teil des Transferprofils
- die Entwicklung von Governance-, Anreiz- und Unterstützungsstrukturen für Science-Policy-Engagement innerhalb der Hochschule
- die Erprobung neuer Formate, mit denen Hochschulen ihre wissenschaftliche Expertise systematisch in politische Entscheidungsprozesse einbringen
- der Aufbau einer dauerhaften Anlauf- oder Vermittlungsstruktur zwischen Hochschule und kommunaler Verwaltung
- der Aufbau von Rollen für Wissensübersetzung, Netzwerkpflege und Prozessbegleitung
- die Entwicklung von Leitlinien, Qualitätsstandards oder transparenten Verfahren für die Nutzung externer wissenschaftlicher Expertise
- eine Daten- oder Wissenskooperation, die wissenschaftliche Erkenntnisse und kommunales Praxiswissen für konkrete Entscheidungen nutzbar macht
Nicht im Mittelpunkt stehen:
- reine Forschungsprojekte ohne verbindliche Einbindung der kommunalen Verwaltung und ohne erkennbaren Bezug zu Entscheidungs- oder Umsetzungsprozessen
- einmalige Gutachten, Studien oder Veranstaltungen ohne prozessuale Zusammenarbeit und institutionelle Anschlussperspektive
- Vorhaben, bei denen die Förderung Aspekten des Regelbetriebs dient
- reine Kommunikations- oder Marketingmaßnahmen
Förderung und Programmbestandteile
Der Stifterverband wählt acht Verbünde aus. Jede ausgewählte Hochschule erhält eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro. Die Mittel dienen der Umsetzung des eingereichten Vorhabens und können insbesondere für Personalaufwand, Moderation, Beteiligungsformate, Reisekosten, externe Expertise oder weitere projektbezogene Sachkosten eingesetzt werden.
Zusätzlich zur finanziellen Förderung umfasst das einjährige Programm voraussichtlich:
- eine zweitägige Auftaktveranstaltung
- drei digitale Module
- individuelle Team-Coachings je Verbund durch ein externes Team aus Coaches
- Peer-Learning und kollegialen Erfahrungsaustausch zwischen den acht Verbünden
- Strategietreffen der Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten von Hochschulen zur strategischen Entwicklung und Verankerung von Science-Policy-Engagement in den Transferprofilen ihrer Hochschulen
- eine gemeinsame Abschlussveranstaltung und die programmübergreifende Aufbereitung der Lernerfahrungen
Zeitplan
| 29. Januar 2027 | Bewerbungsschluss |
|---|---|
| bis 28. Februar 2027 | Auswahl und Benachrichtigung der geförderten Verbünde |
| 13. und 14. April 2027 | Auftaktveranstaltung in Berlin |
| 29. Juni 2027 | Digitaler Workshop 1 |
| 5. Oktober 2027 | Digitaler Workshop 2 |
| 20. Januar 2028 | Digitaler Workshop 3 |
| individuell zu vereinbaren | Team-Coachings (je Verbund zwei Termine) |
| 20. April 2028 | Abschlussveranstaltung |
Wer kann sich bewerben?
Das Programm richtet sich in erster Linie an Hochschulen in Deutschland, die ihre Transferprofile weiterentwickeln und Science-Policy-Engagement strategisch stärken möchten.
Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen mit Sitz in Deutschland. Die Antragstellung erfolgt durch die Hochschule. Voraussetzung ist die Zusammenarbeit mit mindestens einer kommunalen Verwaltung als verbindlicher Praxispartnerin.
Als kommunale Partnerinnen kommen insbesondere Verwaltungen von Städten, Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten in Betracht. Die Beteiligung kommunalpolitischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger ist – abhängig vom Vorhaben – ausdrücklich willkommen.
Darüber hinaus ist die Akteurskonstellation offen. Weitere Hochschulen und Forschungseinrichtungen, kommunale Unternehmen, intermediäre Organisationen, zivilgesellschaftliche Akteure, Verbände, Stiftungen, Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Unternehmen können einbezogen werden, wenn sie für das Vorhaben einen erkennbaren Mehrwert bieten.
Es gibt keine vorgegebene Größe des Verbunds. In der Bewerbung müssen jedoch mindestens eine operativ verantwortliche Person der antragstellenden Hochschule und eine operativ verantwortliche Person der kommunalen Verwaltung benannt werden. Zusätzlich wird eine strategische Unterstützung durch die Leitungsebene beider Kerninstitutionen erwartet. Die konkrete Beteiligung weiterer Personen kann passend zum Vorhaben gestaltet werden.
| AUSWAHLKRITERIEN | Worauf wir achten |
|---|---|
|
Relevanz |
Bedeutung des adressierten lokalen Handlungsfeldes und Klarheit des konkreten Bedarfs |
|
Qualität der Kooperation |
Verbindlichkeit, Gegenseitigkeit und angemessene Rollenverteilung zwischen Hochschule und kommunaler Verwaltung |
|
Science-Policy-Ansatz |
Prozessorientierung, Dialog, Ko-Produktion und adressatengerechte Übersetzung wissenschaftlichen Wissens |
| Wissenschaftliche Qualität und Integrität | Transparenz von Methoden und Unsicherheiten, Unabhängigkeit, Pluralität und nachvollziehbare Qualitätssicherung |
|
Strategische Verankerung |
Unterstützung durch relevante Leitungs- und Entscheidungsebenen der Hochschule und ihrer Partner sowie ein überzeugender Beitrag zur langfristigen Stärkung des Transferprofils der Hochschule und zur Verankerung von Science-Policy-Engagement |
| Offenheit und Passung der Akteurskonstellation |
Sinnvolle Einbindung weiterer Akteure bezogen auf Thema und lokalen Kontext |
|
Lern- und Transferpotenzial |
Eignung, übertragbare Erkenntnisse für andere Hochschulen und Kommunen hervorzubringen |
| Umsetzbarkeit | Realistischer Arbeitsplan und plausibler Einsatz der Fördermittel |
Bewerbung
Bitte beschreiben Sie ihr Vorhaben auf maximal fünf Seiten
und senden Sie bitte die Datei zusammen mit dem
Deckblatt als PDF bis zum 29. Januar 2027 per
E-Mail an transformationslabor@stifterverband.de.