Policy Paper "Vom Mangel zur Chance: Empfehlungen zum Berufswechsel ins Lehramt"
Qualität sichern, Professionalität stärken: Der Stifterverband hat konkrete Empfehlungen für den Seiteneinstieg ins Lehramt vorgelegt.
Der Stifterverband legt konkrete Empfehlungen für eine qualitätsgesicherte Gestaltung des Seiteneinstiegs vor. Ziel der Empfehlungen ist es, den Berufswechsel ins Lehramt als anerkannten und professionell gestalteten Weg nachhaltig zu stärken.
Rund jede zehnte neu eingestellte Lehrkraft kommt über den Seiteneinstieg, das heißt über einen anderen Beruf ohne Lehramtsstudium. In manchen Bundesländern sind es sogar mehr als 40 Prozent. Angesichts des anhaltenden Lehrkräftemangels ist der Berufswechsel ins Lehramt zu einer festen Größe im deutschen Bildungssystem geworden. Zu häufig fehlen allerdings verbindliche Qualitätsstandards und systematische Begleitmaßnahmen für den alternativen Weg ins Lehramt.
Der Stifterverband hat in seinem Paper "Vom Mangel zur Chance" Empfehlungen zum Berufswechsel ins Lehramt folgende konkrete Maßnahmen formuliert, um der schleichenden De-Professionalisierung der Lehrenden entgegenzuwirken:
"Um den Lehrkräftebedarf zu decken, wird es auch in Zukunft nicht ohne Menschen gehen, die durch einen Berufswechsel ins Lehramt kommen", so Bettina Jorzik, Leiterin der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes. "Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger übernehmen von der ersten Unterrichtsstunde an große Verantwortung. Deshalb ist es dringend notwendig, dass eine verlässliche Basisqualifizierung und die berufsbegleitende Qualifizierung endlich Standard in allen Bundesländern werden."
Helmut Klaßen, Bundesvorsitzender des Vereins Bundesarbeitskreis-Lehrerbildung, fügt hinzu: "Der Berufswechsel stellt einen möglichen alternativen Weg ins Lehramt dar und muss entsprechend ernst genommen werden. Ohne systematische Qualifizierung und strukturierte Begleitung droht dem Lehramt eine De-Professionalisierung. Die zweite Phase der Lehrkräftebildung (Vorbereitungsdienst/Studienseminare) verfügt über die notwendige Expertise zur Unterrichtsbegleitung, Kompetenzdiagnostik und berufsadäquaten Qualifizierung und sollte verbindlich in den Seiteneinstieg eingebunden werden."
Neben der Weiterentwicklung der Seiteneinstiegs-Programme in den einzelnen Bundesändern ist auch ein strukturierter Abstimmungsprozess über Ländergrenzen hinweg notwendig. Die Bildungsministerkonferenz sollte länderübergreifende Qualitätsstandards als zentrale Orientierungspunkte festlegen.
Die Empfehlungen zum professionellen Seiteneinstieg ins Lehramt wurden in der Allianz für Lehrkräfte im Rahmen der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes entwickelt. Mit der Zukunftsmission Bildung will der Stifterverband ein Bildungssystem für eine Welt im Wandel gestalten, das schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus- und weiterbildet. Die Allianz für Lehrkräfte verfolgt das Ziel, neue Gruppen für den Lehrberuf zu gewinnen, in dem neue und flexiblere Zugangswege in den Beruf geöffnet werden.
ist Pressesprecherin des Stifterverbandes.
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ist Programmleiterin für Hochschullehre, Lehrkräftebildung und MINT sowie Leiterin der Zukunftsmission Bildung.
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