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ZiviZ im Stifterverband legt neue Studie zum Bildungsengagement der deutschen Wirtschaft vor

Ergebnisse aus dem Monitor Unternehmensengagement zeigen: Unternehmen fokussieren sich bei Bildungsengagement auf soziale und MINT-Kompetenzen. Die Zusammenarbeit mit Schulen bleibt ausbaufähig.

25.02.2026

Das Bildungsengagement von Unternehmen ist weit verbreitet, jedoch leicht rückgängig: Waren es im Jahr 2018 noch 51 Prozent, so gestalten im Jahr 2025 noch 43 Prozent der Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement im Bildungsbereich. Nur im Sport sind noch mehr Unternehmen engagiert. Vor allem kleine und mittlere Betriebe engagieren sich etwas seltener als noch vor einigen Jahren, während Großunternehmen ihr Engagement trotz konjunktureller Schwäche bislang weitgehend konstant halten. Am häufigsten erfolgt das Bildungsengagement in Form von Geldspenden. Personalintensive Formate wie Schulworkshops oder Mentoring-Programme sind seltener und werden primär von größeren Unternehmen umgesetzt.

Wie und warum sich Unternehmen in Deutschland über ihr Kerngeschäft hinaus für Bildung engagieren, ist Gegenstand einer aktuellen Sonderauswertung des Monitors Unternehmens­engagement. Die bundesweite Befragung unter knapp 4.500 kleinen, mittleren und großen Unternehmen liefert Einblicke in die inhaltlichen Ziele des Bildungsengagements der Betriebe, die gewählten Formate und die bestehenden Hürden.

 

Fokus auf MINT und soziale Kompetenzen –
Sprachförderung hingegen blinder Fleck

Unternehmen richten ihr Engagement gezielt auf Kompetenzen, die sie als wirtschaftlich und gesellschaftlich relevant erachten. Im Vordergrund stehen dabei soziale Kompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, die insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen adressiert werden. Großunternehmen legen zudem einen starken Fokus auf MINT-Kompetenzen, was den eigenen Fachkräftebedarf widerspiegelt.

Wirtschaftliche und unternehmerische Kompetenzen werden zwar häufig gefördert, meist jedoch erst im Rahmen der beruflichen oder akademischen Bildung. In der schulischen Bildung finden sie hingegen seltener Berücksichtigung. "Unternehmen verfügen über die notwendige Expertise, um jungen Menschen wirtschaftliche Grundlagen zu vermitteln, die im Schulalltag oft vernachlässigt werden", erläutert Peter Schubert, Leiter von ZiviZ im Stifterverband. "Um jedoch Skepsis – etwa seitens der Eltern – zu begegnen und kommerzielle Interessen auszuschließen, muss dieses Engagement auf transparenten Regeln basieren."

Kaum im Fokus des Unternehmensengagements steht hingegen die Sprachförderung, obwohl diese eine zentrale Rolle für erfolgreiche Bildungsbiografien spielt. Hier könnten Unternehmen ihr Engagement künftig intensivieren und sich für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem einsetzen.

 

Feste Strukturen für die Zusammenarbeit mit Schulen

Wichtigste Kooperationspartner im Bildungsengagement von Unternehmen sind Schulen. Zwar bewertet die große Mehrheit der engagierten Betriebe die Zusammenarbeit mit Schulen bereits als gut oder sehr gut. Dennoch sehen viele Beteiligte Verbesserungspotenziale. "Es zeigt sich ein klarer Wunsch nach regelmäßigen Austauschformaten sowie eine höhere Kooperationsbereitschaft staatlicher Stellen", so Schubert weiter.

Zusätzliche Chancen für eine wirksame Zusammenarbeit bieten Bildungsnetzwerke und Gemeinschaftsinitiativen wie die Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes. Mit der Initiative will der Stifterverband das Bildungssystem so gestalten, dass schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus- und weiterbildet werden können.

 

 
Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) ist ein Think&Do-Tank im Stifterverband, der mit Datenerhebungen und Datenanalysen evidenzbasierte Entscheidungen ermöglicht. ZiviZ unterstützt Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik auf ihren Wegen zu einem wirksamen Engagement. ZiviZ arbeitet sektorenübergreifend und deckt mit dem ZiviZ-Survey und dem Monitor Unternehmensengagement die volle Bandbreite zivilgesellschaftlichen Engagements ab. www.ziviz.de

Der Stifterverband ist eine Gemeinschaft von rund 3.500 engagierten Menschen, Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ziel seiner Arbeit ist, Bildung und Wissenschaft neu zu denken und zu gestalten, um die Innovationskraft der Gesellschaft nachhaltig zu stärken. Als zentraler Impulsgeber analysiert er aktuelle Herausforderungen, fördert Modellprojekte und ermöglicht deren Verbreitung in vielfältigen Netzwerken. Er vernetzt Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, entwickelt gemeinsam Ideen und stößt politische Reformen an. In seinem Wirken konzentriert er sich auf zwei Handlungsfelder: Bildung und Kompetenzen sowie Kollaborative Forschung und Innovation.

In der Zukunftsmission Bildung bringt der Stifterverband die relevanten Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einer Gemeinschaftsinitiative zusammen und koordiniert die Aktivitäten in vier starken Allianzen: Allianz für Lehrkräfte, Allianz für MINT-Fachkräfte, Allianz für Schule Plus und Allianz für Future Skills.

 

Kontakt

Peggy Groß (Foto: Marcel Schwickerath)
Peggy Groß (Foto: Marcel Schwickerath)

Peggy Groß

ist Pressesprecherin des Stifterverbandes.

T 030 322982-530

Dr. Peter Schubert (Foto: Marcel Schwickerath)
Dr. Peter Schubert (Foto: Marcel Schwickerath)

Dr. Peter Schubert

leitet die Geschäftsstelle 
ZiviZ im Stifterverband.

T 030 322982-576

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