Munich Bot Challenge

Social Bots im Netz auf die Spur kommen: Wettbewerb für Jugendliche, Studierende und Videomacher

Die meisten Social-Media-Nutzer stehen vor der Frage, wie vertrauenswürdig die Inhalte sind, die ihnen tagtäglich bei Facebook, Twitter oder anderen sozialen Netzwerken angezeigt werden. Spätestens seit der US-Präsidentschaftswahl 2016 sind Fragen nach Manipulationen der öffentlichen Meinung in den sozialen Medien ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Ein wichtiger Aspekt dabei sind sogenannte Social Bots – Computerprogramme, die vorgeben, echte Nutzer zu sein. Automatisch werden täuschend echte Botschaften erzeugt, verbreitet und so Diskurse beeinflusst. Wissenschaftlichen Studien zufolge sind allein auf Twitter bis zu 15 Prozent aller Nutzerprofile Social Bots. Sie stellen also einen wachsenden und ernstzunehmenden Treiber im Prozess öffentlicher Meinungsbildung im Internet dar. Ihre Identifizierung ist aber bislang eine große technische Herausforderung.

 

Der Wettbewerb

Der Stifterverband und das Munich Center for Internet Research (MCIR) gehen diese Problematik gemeinsam an und veranstalten die Munich Bot Challenge. Sie gliedert sich in einen Hauptwettbewerb sowie zwei Spezialpreise.

  • Im Hauptwettbewerb sind Studierende, Nachwuchswissenschaftler, Programmierer und interessierte Laien aus dem deutschsprachigen Raum aufgefordert, automatische Bot-Erkennungssysteme zu entwickeln und so viele Bots wie möglich auf Basis einer vorher definierten Liste von Nutzer-Accounts (IDs) auf Twitter zu identifizieren. Die Teilnehmer können sich in Teams von maximal vier Personen zusammenschließen und registrieren. Beim Hauptwettbewerb erhalten die drei erstplatzierten Teams 10.000 Euro (Platz 1), 5.000 Euro (Platz 2) bzw. 2.500 Euro (Platz 3). Bis zum 15. September 2017 müssen die Teilnehmer ihre Lösungen einreichen.
     
  • Am Spezialpreis "Bot Detektiv" können Schüler von der 8. bis zur 13. Klasse bzw. Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren teilnehmen. Auch hier gilt es, möglichst viele Social Bots auf Basis einer vorher definierten Liste von Twitter-Accounts zu identifizieren. Allerdings ist es den Teilnehmern freigestellt, wie sie die Bots definieren – ob automatisch, per Code oder mittels anderer Kriterien. Der Wettbewerb endet wie der Hauptwettbewerb am 15. September 2017. Die erstplatzierten Teams erhalten je 1.000 Euro (Platz 1), 500 Euro (Platz 2) bzw. 250 Euro (Platz 3).
     
  • Der Spezialpreis "Videobotschaft" richtet sich an Kommunikatoren, Videoartists, Webvideomacher, YouTuber und Laien aller Altersgruppen. Gesucht werden kurzweilige Webvideos zu den Themen: Was ist ein Social Bot? Wie erkenne ich Social Bots? Wie funktionieren Social Bots? Der Wettbewerb richtet sich sowohl an Teams (maximal vier Personen) als auch Einzelpersonen. Die Webvideos müssen zwischen dem 6. Juli und 1. September 2017 auf YouTube veröffentlicht werden. Für die Videos gibt es keine Längenbeschränkung, jedoch sollten die Videos kurzweilig sein. Die Erstplatzierten erhalten je 1.000 Euro (Platz 1), 500 Euro (Platz 2) bzw. 250 Euro (Platz 3).

Am 6. Juli 2017 startet der Hauptwettbewerb offiziell mit einem Vortrag von Prof. Dr. Simon Hegelich und einer Podiumsdiskussion am Munich Center for Internet Research, die in das Thema Social Bots einführen. Die Anmeldung zur Munich Bot Challenge ist ab sofort möglich.

Parallel zu den drei Wettbewerben wird im Rahmen einer rechtswissenschaftlichen Begleitforschung auch untersucht, ob Social Bots und deren Analyse datenschutzrechtliche Fragen aufwerfen.

 

Programmpartner

Die Munich Bot Challenge ist ein gemeinsames Projekt des Munich Center for Internet Research (MCIR) und des Stifterverbandes. Zusätzlich wird das Projekt durch die Hochschule für Politik an der TU München und das Center for Digital Technology and Management (CDTM) unterstützt.

Das Munich Center for Internet Research (MCIR) hat im Dezember 2015 als neues Forschungszentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften seine Arbeit aufgenommen. Es wird den mit dem Internet und der Digitalisierung verbundenen gesellschaftlichen Wandel wissenschaftlich untersuchen und eine Orientierung für seine erfolgreiche Gestaltung liefern.

Die Hochschule für Politik München bietet im Zusammenspiel mit der Technischen Universität München Studierenden die Möglichkeit, die Wechselwirkungen zwischen Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie zu analysieren.

Das Center for Digital Technology and Management (CDTM) ist ein gemeinsames Forschungs- und Lehrinstitut der TU München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Gegründet 1998 liegen seine Schwerpunkte auf der Ausbildung von hochbegabten Studierenden, der angewandten Forschung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien und der Förderung von Unternehmertum.

Das Organisationsteam umfasst Prof. Dietmar Harhoff, Ph.D, Prof. Dr. Simon Hegelich, Dr. Volker Meyer-Guckel und Prof. Dr. Alexander Pretschner.

 

Kontakt

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