Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem
Eine Initiative der VolkswagenStiftung,
der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
und des Stifterverbandes
Deutschland braucht ein Wissenschaftssystem, das auch unter veränderten Bedingungen handlungs- und leistungsfähig sowie international attraktiv bleibt. Drei Entwicklungen erhöhen aktuell den Reformdruck auf dieses System: eine langfristig angespannte Finanzierungsbasis, tiefgreifende technologische Veränderungen, insbesondere durch Künstliche Intelligenz, sowie autoritäre Tendenzen, die die Freiheit der Wissenschaft und ihre Entwicklung bedrohen.
Die Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem konzentriert sich daher auf drei zentrale Themenfelder, die für die Zukunftsfähigkeit des Wissenschaftssystems entscheidend sind:
● Fragen der Finanzierung des Systems,
speziell im Verhältnis des Bundes und der Länder
● seine Strategie- und Veränderungsfähigkeit sowie
● seine Struktur
Wie bei der Initiative für einen handlungsfähigen Staat werden national und international anerkannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wissenschaftspolitik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenwirken, um konkrete Vorschläge für einen breit getragenen, umsetzungsorientierten Handlungsplan für eine grundlegende Erneuerung des deutschen Wissenschaftssystems erarbeiten.
Das deutsche Wissenschaftssystem kann die notwendige Kraft zur Selbsterneuerung mobilisieren. Die Schirmherrschaft der Initiative übernehmen deshalb die Präsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Bettina Rockenbach, die Präsidentin von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Claudia Eckert, sowie der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Christoph Markschies.
Der Wissenschaftsrat hat Anfang 2026 mit seinem Positionspapier "Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040" die Debatte über die Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems grundlegend geöffnet und im Herbst 2026 um Impulse für „Wissenschaft in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft“ ergänzt. Die dort erarbeiten Vorschläge gilt es aufzugreifen und offene Handlungsoptionen in präzise Handlungsanweisungen zu überführen.
In drei Arbeitsgruppen mit breiter Beteiligung ausgewiesener Expertinnen und Experten sollen drei zentrale Themenfelder diskutiert und Weiterentwicklungsvorschläge erarbeitet werden. Die Expertinnen und Experten, die ein breites fachliches und parteipolitisches Spektrum abdecken, werden ihr Fachwissen einbringen und weit in ihre jeweiligen Referenzgruppen hineinwirken. Sie werden im Jahr 2027 tagen und zu Beginn des Jahres 2028 ihre Vorschläge präsentieren.
Eine Geschäftsstelle in Berlin unter der Leitung eines profilierten Wissenschaftsmanagers wird an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt und den Arbeitsprozess sowie die redaktionelle Arbeit organisieren. Ein Lenkungskreis der beteiligten Stiftungen wird die Initiative begleiten.