INNcentive
Förderrunde 2017

In der ersten Ausschreibung fokussierte sich das INNcentive-Programm auf die beiden Themenfelder "Innovationen im Kontext von Klimawandel und Nachhaltigkeit" sowie "Entrepreneurship und innovative Teams".

Die Themenfelder

Innovationen im Kontext von Klimawandel und Nachhaltigkeit 
Management von Umweltinnovationen 
Erneuerbare Energien 
Messung von Umweltinnovationen 
Verhaltensökonomische Ansätze in der Umweltökonomik und Innovation 

Entrepreneurship und innovative Teams 
Entrepreneurship in Netzwerken 
Social Entrepreneurship 
Intrapreneurship 
Innovation und Kreativität in heterogenen Teams

 

Die Geförderten

Die Förderung im INNcentive-Programm des Stifterverbands gibt mir die größtmögliche Freiheit, mein Forschungsprojekt in einem noch jungen wissenschaftlichen Forschungsfeld durchzuführen und dabei innovative Methoden anzuwenden und neuartige Gedanken zu verfolgen.

Hans-Christian Busch

Durch INNcentive habe ich andere Wissenschaftler kennengelernt, die meine Begeisterung für Chatbots im Kontext der Verhaltensökonomie teilen und mir ermöglichen, meinen Interessenschwerpunkt im Rahmen einer Promotion an der Universität Bremen zu vertiefen.

Kirsten Hillebrand

INNcentive stellt für mich eine großartige Möglichkeit zur Entfaltung von Forschungsinteressen junger Forscherinnen und Forscher dar, die durch die finanzielle Unterstützung im Rahmen des Programms ihre Projekte verwirklichen und dann vor einer fachkundigen Audienz vorstellen können.

Jan Vollmer

INNcentive hat mir die Möglichkeit geboten, meinem Forschungsziel uneingeschränkt nachzugehen und neue Perspektiven zu gewinnen!

Ann Weiland

INNcentive ist eine unkomplizierte und zielgerichtete Förderung – sowohl finanziell als auch inhaltlich. Meine Forschung wurde durch INNcentive maßgeblich beschleunigt und intensiviert.

Christine Wimschneider

Projektbeschreibungen

Hans-Christian Busch: Ökologische Nachhaltigkeitsaspekte frugaler Innovation

Frugale Innovationen fokussieren auf die essenziellen Kernfunktionen, um bestmöglich Kundenbedürfnisse in spezifischen geographischen Kontexten zu erfüllen; insbesondere in den Emerging Economies. Dieser auf Suffizienz ausgerichtete Ansatz ermöglicht geringere Kosten und einen verringerten Ressourceneinsatz. Erschwingliche Lösungen für kontextsensitive Herausforderungen werden somit kreiert; Frugalität fügt sich zudem in die Forderungen nach einer komplexitätsreduzierten und ressourcenschonenden Ökonomie ein. Dieses Vorhaben setzt sich zum Ziel, die normative Annahme, dass frugale Innovationen langfristig ein Mittel nachhaltigeren ökologischen Wirtschaftens darstellen sollen, empirisch zu prüfen und kritisch zu hinterfragen. Inhärent in dieser Fragestellung sind das bessere Verständnis frugaler Innovations- und Produktionsansätze in räumlicher Perspektive sowie die Analyse des geographischen Entstehungskontextes dieser Innovationen in Schwellenländern. Dies trägt zu einem verbesserten Verständnis der Adäquanz des Konzepts zur Erreichung von Nachhaltigkeitstransitionen sowohl in multinationalen Unternehmen als auch in KMU bei.

Frugal innovations focus on core functionalities, and are designed to best fulfil customers' needs in specific geographic contexts; especially in emerging economies. This focus on sufficiency allows for lower costs and the use of fewer resources. Besides creating accessible solutions to context-sensitive challenges, frugality aligns with calls for a complexity-reduced and more resource-conscious economy. This project aims to critically investigate the spatial components of frugal innovation and the implications on environmental sustainability. It shall be investigated under which conditions and in which geographical contexts frugal approaches to innovation actually lead to increased environmental sustainability. Analyzing the spatial embeddedness of frugal innovation contributes to a better understanding of their adequateness in achieving sustainability transitions in the context of MNCs as well as SMEs.

Kirsten Hillebrand: Erfolgspotenziale künstlicher Intelligenz im Kontext verhaltensökonomischer Theorien zur Motivation von nachhaltigen Verbraucherentscheidungen

Fast jeder Bundesbürger hält Umweltschutz für wichtig und ist sich seiner Verantwortung als Konsument bewusst, handelt im Alltag aber nicht entsprechend. Die geförderte Forschungsarbeit fußt auf der Idee, das innovative Potenzial eines digitalen Assistenten im Sinne des Umweltschutzes nutzbar zu machen. Ihr Ziel ist ein Beitrag zur Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern Chatbots das Potenzial haben, nachhaltigen Konsum zu motivieren. Der explorative Teil der Arbeit leitet zunächst Schnittstellen des Charakters eines Chatbots mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Verhaltensmotivation her. Der explanative Teil nimmt die hergeleiteten Potenziale zur Basis und prüft anhand eines kombinierten empirischen Forschungsdesigns einerseits, ob ein Chatbot nachhaltigen Konsum motiviert und andererseits, über welche Mechanismen diese Motivation erfolgt. Die Ergebnisse sollen eine erste Basis für gezielte weitere Forschung zur Erschließung der Schnittstelle von KI-basierten persönlichen Assistenten und Nachhaltigkeit bilden.

Germans perceive environmental protection as important and are very earth conscious. However, in their everyday life they do not act accordingly. The funded study is based on the idea of making the innovative character of a chatbot usable for the Sustainable Development Goal 12 – sustainable consumption. The explorative part links the assistive and personalized character of a chatbot with academic insights on behavioural economics and concludes application potentials. The explanative part takes these potentials as a basis to measure if chatbots motivate sustainable consumption and how this motivation is triggered. Hopefully, these results will impulse further research to exploit the combination of AI driven personal assistance and environmental protection.

Jan Vollmer: Technologische Trajektorien im Biotechnologiesektor – Eine bibliometrische Netzwerkanalyse

In den letzten Jahrzehnten erwies sich der Biotechnologiesektor als hochinnovativ und trug in den unterschiedlichsten Wirtschaftssektoren zur Entwicklung vielfältiger Methoden und Produkte bei. Dabei dient die Biotechnologie als anwendungsorientierte Wissenschaft der Welt bei einer Vielzahl globaler Herausforderungen wie dem anhaltenden Bevölkerungswachstum, der zunehmenden Rohstoffknappheit oder dem Klimawandel als Anbieter mannigfaltiger Lösungsmöglichkeiten. Thema dieses Forschungsvorhaben soll daher die Analyse der technologischen Entwicklung in der Biotechnologie anhand einer ausgewählten Beispieltechnologie sein. Die Abbildung dieses Fortschritts soll dabei durch die Erstellung technologischer Trajektorien erfolgen, die wiederum auf bibliometrischen Daten als Indikator für Innovationsstärke beruhen. Grundlage der Untersuchung bildet somit ein Zitationsnetzwerk, welches mithilfe verschiedener Methoden der Netzwerkanalyse zur Bestimmung von Hauptentwicklungspfaden einer ausgewählten Technologie aus dem Biotechnologiesektor genutzt werden soll. Darüber hinaus wird das Netzwerk auf weitere charakteristische Eigenschaften hin analysiert, um so Rückschlüsse auf den technologischen Fortschritt der ausgewählten Technologie zu ermöglichen.

In recent decades, the biotechnology sector has proven to be highly innovative, contributing to the development of many methods and products in a wide variety of sectors. Biotechnology as an application-oriented science provides diverse solutions in a variety of global challenges, such as continued population growth, increasing scarcity of raw materials or climate change. Therefore the topic of this research project will be the analysis of technological developments in biotechnology based on a selected example. The illustration of this progress will be made by creating technological trajectories based on bibliometric data as an indicator of innovation. Thus the basis of the study is a citation network, which will be used to determine main development paths of a selected technology in the biotechnology sector by various methods of network analysis. In addition, the network will be analyzed for further characteristics in order to draw conclusions about the technological progress of the chosen technology.

Ann Weiland: R&D, Interorganizational Cooperation and Firm Performance over the Industrial Evolution – The Case of the Photovoltaic Industry

Neue Wege von Innovationen und staatlichen Förderungen haben die Möglichkeit der Wertschöpfung ermöglicht, durch die viele Industrien nun Produkte und Dienstleistungen auf globaler Ebene vernetzen. Diese Trends fordern traditionelle konzeptuelle Modelle zur Erklärung der Industrieentwicklung heraus. Meine Doktorarbeit zielt darauf ab, diese Lücken durch eine Reinterpretation der Industriedynamik und der Bedeutung von Politikmaßnahmen und Segmente der Wertschöpfungskette zu erklären. Mit Hilfe von INNcentive habe ich Daten zu 256 deutschen und japanischen Firmen in der Solar-Photovoltaik-Industrie im Zeitraum von 1960 bis 2016 gesammelt. Die Daten wurden anhand von Überlebensmodellen analysiert. Die Resultate unterstützen meine Hypothesen, dass Innovationen und Firmenleistung von der Art der Politikmaßnahmen und der Segmente der Wertschöpfungskette abhängen.

New ways of innovation and public support enabled the modularization of value chains, through which many industries now interconnect products and services on a global scale. These trends challenge long-held conceptual models explaining the evolution of industries. My PhD thesis seeks to address these gaps by re-interpreting industry lifecycle dynamics and relate it to the role of policy measures and value chain segmentations. With the help of INNcentive, I collected data on 256 German and Japanese firms in the Solar Photovoltaic industry from 1960 to 2016. The data is analysed using survival models. The results support my hypotheses that innovation and firm performance depend on the type of policy support and value chain segments.

Christine Wimschneider: Frugal Innovation in Latin America – Empirical insights on the concept from the Santa Catarina

Innerhalb meiner Promotion zum Thema "Frugal Innovation in Latin America" hat die INNcentive-Förderung maßgeblich meinen zweiwöchigen Forschungsaufenthalt zur Datenerhebung und Vernetzung mit Unternehmen, Innovationsnetzwerken, Technology Parks, Universitäten und staatlichen Instituten in Florianópolis, Santa Catarina, Brasilien unterstützt. Konkret konnten durch das Stipendium die An- und Rückreise sowie die Unterkunft in Florianópolis finanziert werden. Des Weiteren wird das INNcentive-Programm den Aufbau meiner Methodenkompetenz in der experimentellen Forschung fördern. Bereits in Brasilien habe ich kleine experimentelle Untersuchungen durchgeführt, welche nun als Basis für umfassendere Laborexperimente im Bereich Frugal Innovation und Kreativität dienen sollen. Dazu bin ich zu einem dreitätigen Kurs "Experimental Research and Behavioral Decision Making" der VHB (Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V.), angemeldet, welcher vom 3. bis 6. September 2018 an der Universität Paderborn stattfindet.

Within my PhD research project "Frugal Innovation in Latin America" the INNcentive support substantially enabled my two-weeks research stay in Florianópolis, Santa Catarina, Brazil. There, I collected data and connected with companies, innovation clusters, technology parks, universities and state institutions. Specifically, I was able to finance the travel expenses (flight and hotel). Moreover, the INNcentive program will support further competence development concerning experimental research. Already in Brazil I conducted some smaller experimental tasks which will now serve as a basis for more comprehensive laboratory experiments on the topic of Frugal Innovation and creativity. To do so, I will participate in a three-days course on "Experimental Research and Behavioral Decision Making" of the VHB (Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V.), which will take place from September 3 to September 6, 2018 at the University Paderborn.

 

 

Workshop

Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen
Foto: Harald Rehling/Universität Bremen

Am 19. und 20. Oktober 2017 fand der erste wissenschaftliche Workshop im Rahmen des Nachwuchsförderprogramms INNcentive in Bremen statt. Der Workshop gab den Stipendiaten der ersten Förderrunde die Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen und zu diskutieren. Gastredner waren Prof. Dr. Kalevi Kyläheiko (Lappeenranta University of Technology und Universität Bremen) sowie Stefan Bender (Forschungsdatenzentrum, Deutsche Bundesbank). Bestandteil der Tagung war auch ein Methodenseminar zum Thema "Machine learning and big data".
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