"Es gibt riesige Teile der Erde, von denen wir gar nichts wissen", sagt Antje Boetius. 60 Prozent der Erdoberfläche ist von Tiefsee bedeckt. "Und wir Forscher haben noch nicht einmal 0,1 Prozent dieses Raumes erschlossen." Die Polar- und Meeresforscherin an der Universität Bremen und am Max-Planck-Institut in Bremerhaven will zum Beispiel den Klimawandel besser verstehen. "Unsere Daten, unsere Bilder von heute werden in drei Generationen das einzige Wissen sein, um zu verstehen: Wie war das Meer, als es noch nicht so warm war?"
Riechen kann man nicht nur mit der Nase. Rezeptoren für Gerüche sind im menschlichen Körper auch im Herzen – und sogar im Darm. Hanns Hatt, Professor für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum, will herausfinden, wie diese Sensoren funktionieren. Wie beeinflussen Düfte unser Leben – und wie kann man es sich mit ihnen angenehmer machen?
Seine Leidenschaft ist der Sumpf: Moorkundler und Paläoökologe Hans Joosten von der Universität Greifswald erforscht die Moorlandschaften, die nicht nur eine ungeahnt vielfältige Natur offenbaren, sondern auch für unser Klima eine ganz wichtige Rolle spielen. Und er setzt sich für eine andere Art von Landwirtschaft ein, die solche Feuchtgebiete nicht zerstört.
Die Wüste ist eine faszinierende Landschaft – und ein einzigartiges Forschungslabor: Seit Jahrzehnten untersucht Stefan Kröpelin von der Universität zu Köln die geologische Entwicklung der Sahara. Und er weiß viel von ihr zu erzählen.
Auto, Rad oder Bahn? Wie sich Menschen von A nach B fortbewegen, hängt von vielen Faktoren ab. Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), forscht genau zu diesem Thema. Bei der Wahl des Verkehrsmittels spielt die Frage der Lebensqualität eine große Rolle. Denn die Freiheit, die Mobilität Menschen bietet, stößt immer öfter an ihre Grenzen.
In Zukunft wird sich die Energieversorgung ganz aus regenerativen Quellen speisen, zum Beispiel aus der Kraft der Sonne. Die Technik, mit Solarzellen Strom zu erzeugen, ist inzwischen ausgereift. Doch Dächer insbesondere in Großstädten sind als Flächen für die Kollektoren noch weitgehend ungenutzt. Dieses Riesenpotenzial will der Forscher Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin heben.
"Wir haben kaum noch Kinder, die keine Kopfschmerzen kennen. Wir haben immer mehr Kinder mit chronischen Kopfschmerzen", sagt Boris Zernikow. Als Leiter des Deutschen Kinderschmerzzentrums und Kinderpalliativzentrums in Datteln versucht er ihnen zu helfen. Schmerz ist oft eine Botschaft, die er und sein Team zu entschlüsseln versuchen.
Die Video-Reihe "Forschergestalten" wurde im Auftrag des Stifterverbandes von Damian W. Gorczany und Stoyan Radoslavov realisiert. Musik: Lubomir Brashnenkov. Motion Grafik: Johannes LDC Guerreiro.