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MINT für die digitale Welt

Robot4Care: Robotik-Labor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Robot4Care: Robotik-Labor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Robot4Care: Robotik-Labor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
MINT-Bildung
Hochschule
Einblick
Text
Alexander Tiefenbacher
Alexander Tiefenbacher
Dr. Alexander Tiefenbacher
Veröffentlicht
15.12.2025

Drei Hochschulen gestalten einen gemeinschaftlichen Transferverbund zur Messung und Entwicklung digitaler Kompetenzen bei Studierenden und Lehrenden: In der dritten und letzten Förderrunde des Programms "Smart Qualifiziert" von Stifterverband und Mercedes-Benz Fonds haben sich Hochschulen in einer mehrjährigen Begleitphase für die Gestaltung der MINT-Bildung in der digitalen Welt engagiert.

Die digitale Transformation prägt unsere Arbeitswelt und Gesellschaft und stellt Hochschulen vor die Aufgabe, Studierende und Lehrende in angemessener Form auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten. Im Rahmen des Förderprogramms "Smart Qualifiziert" haben sich drei Hochschulen in der dritten und letzten Förderrunde "MINT für die digitale Welt" gemeinsam für die zukunftsfeste Gestaltung der MINT-Bildung eingesetzt. Das Programm, als Teil der Initiative "Future Skills", förderte strategische Maßnahmen, um digitale Kompetenzen in Studium und Lehre zu stärken und Interdisziplinarität zu fördern. Die Projekte, die in dieser Förderrunde realisiert wurden und unten näher beleuchtet werden, zeigen eine gute Mischung aus Innovationskraft und Praxisorientierung.

Im Transferverbund haben die drei Hochschulen konkrete Maßnahmen entwickelt, welche Studierende auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorbereiten und gleichzeitig die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern. Ihre Projekte zeigen, wie MINT-Fächer und digitale Themen noch besser miteinander verzahnt werden können, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Sie präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer gemeinsamen Online-Publikation. Diese bietet einen vertieften Überblick über die jeweiligen Projekte und verdeutlicht die gemeinsame Verantwortung der Hochschulen bei der Ausrichtung der MINT-Bildung in der digitalen Welt.

 

Die geförderten Projekte

  • Hochschule Esslingen: Digital Readiness and Didactics Improvement (D-ReDI)
    In Esslingen wurde ein digitales Kompetenzmodell entwickelt, das spezifische Fähigkeiten in Bereichen wie Data Literacy und Digital Automation erfasst. Ziel war es, mit dem Digital Readiness Check ein Tool zu konzipieren, das digitale Kompetenzniveaus von Studierenden zu Studienbeginn und Studienende misst und Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung aufzeigt. Der Digital Readiness Check umfasst 54 Fragen, die sowohl Selbsteinschätzungen als auch Wissenstests abdecken, und hilft, den Bedarf an zusätzlichen Kursen sowie den Erfolg bestehender Angebote zu evaluieren. Die Erkenntnisse dienen zur Ableitung didaktischer Maßnahmen und zur Verbesserung bestehender Lehrangebote.
     
  • TH Nürnberg: Micro-Credentials für Data Analytics (MC4Data)
    Das Nürnberger Angebot wurde speziell für MINT-Studierende entwickelt und vermittelt grundlegende Kompetenzen im Bereich Data Analytics – einem Kompetenzbereich, der für die Gesellschaft und die zukünftige Arbeitswelt eine Schlüsselrolle spielt. Das MC4Data-Programm ist lernergebnisorientiert, praxisnah und bietet eine Ergänzung zu den vorhandenen Bachelor- und Masterstudiengängen. In drei aufeinander aufbauenden Modulen erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisnahe Fähigkeiten im kritischen Umgang mit Daten, in der Anwendung von Analyse-Tools und in datenbasiertem Entscheiden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Studierenden digitale Micro-Credentials, die ihre Lernergebnisse transparent dokumentieren und digital nachweisbar machen.
     
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Robot4Care
    Der Einsatz von Robotik eröffnet hilfreiche Möglichkeiten, pflegende Angehörige und das Pflegepersonal zu entlasten. So können Assistenzroboter beispielweise die Pflegenden bei alltäglichen Verrichtungen und körperlich anstrengenden Tätigkeiten unterstützen. Um den Herausforderungen, die mit der Implementierung derartiger Technologien einhergehen, zu begegnen, bedarf es einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Personen, die Technologien entwickeln, und Pflegenden entlang des gesamten Innovationsprozesses. Ziel ist es, in der Informatik das Anwendungsfeld Robotik in der Pflege über die Schaffung eines interdisziplinären Lehrformats gemeinsam mit der Pflege zu stärken. Im Mittelpunkt stehen der Erwerb interdisziplinärer Kompetenzen, die partizipative, anwendungsorientierte Technologiegestaltung sowie die Reflexion über die Passfähigkeit digitaler Lösungen im Pflegekontext. Während gut zweijährigen Förderphase kam es zu einer engen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Hochschulen. Die Begleitphase umfasste gegenseitige Besuche der Institutionen, die Durchführung von Workshops und die Präsentation aktueller Ansätze, Konzepte und Herausforderungen. Diese Aktivitäten förderten nicht nur den Austausch von Wissen, sondern stärkten auch das Netzwerk der Verbundhochschulen.
     

Die Arbeit an einem gemeinsamen Produkt

 
Gemeinsam arbeiteten die drei Hochschulen darüber hinaus an einem sogenannten "Online Self Assessment"-Test (OSA-Test) zur Messung und Förderung digitaler Kompetenzen von Studierenden und Lehrenden. Ziel war es, ein partizipatives Instrument zur Selbsteinschätzung digitaler Kompetenzniveaus zu entwickeln und passende Unterstützungsangebote für Studierende abzuleiten.

Beim University:Future Festival 2025 wurden gemeinsam mit dem Transferverbund #Digitalkompetenz.NRW Erkenntnisse und Herausforderungen vorgestellt und vertieft diskutiert, um mehr Struktur und Wirksamkeit bei der Vermittlung und Messung digitaler Kompetenzen von Studierenden zu erzielen. Vor diesem Hintergrund werden optimierte Lehr- und Lernformate entwickelt, welche die Studierenden auf die komplexen Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt noch besser vorbereiten. Die Verbundpartner stehen anderen Hochschulen bei der Entwicklung eigener OSA-Tests gerne beratend zu Seite.

 

Zentrale Ergebnisse der Förderrunde

Teilnehmer des Transferverbunds an der Hochschule Esslingen (Foto: Hochschule Esslingen)
Teilnehmer des Transferverbunds an der Hochschule Esslingen (Foto: Hochschule Esslingen)

Innovative Lösungsansätze für die Gestaltung der digitalen Transformation in der MINT-Bildung: Die im Dezember 2025 veröffentlichte Online-Publikation fasst die wichtigsten Ergebnisse der Förderrunde "MINT für die digitale Welt" im Rahmen des Programms "Smart Qualifiziert" von Mercedes-Benz Fonds und Stifterverband zusammen.

Kontakt

Alexander Tiefenbacher
Alexander Tiefenbacher

Dr. Alexander Tiefenbacher

ist Projektleiter im Stifterverband.

T 030 322982-514

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