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Petra Bendel wird neue SVR-Vorsitzende

02.07.2019

Die Politikwissenschaftlerin Petra Bendel hat den Vorsitz des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) übernommen. Zum Stellvertreter wurde der Jurist Daniel Thym gewählt. Der Wechsel an der Spitze des Rats erfolgte aufgrund des turnusmäßigen Ausscheidens der langjährigen Mitglieder Thomas Bauer und Hacı Halil Uslucan.

Neu in den SVR berufen wurden die Psychologin Birgit Leyendecker und der Ökonom Panu Poutvaara. Der Bund tritt in die Finanzierung des SVR-Jahresgutachtens und des Integrationsbarometers 2020 ein. An letzterem beteiligen sich auch die Länder.

Die Mitglieder des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) haben Petra Bendel, Professorin für Politische Wissenschaft und Geschäftsführerin des Zentralinstituts für Regionenforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Bendel gehört dem Rat seit 2016 an; zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören das deutsche und europäische Flüchtlings- und Asylsystem sowie die Integrationspolitik auf verschiedenen politischen Ebenen. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählten die SVR-Mitglieder Daniel Thym, Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz, ebenfalls seit 2016 Mitglied des SVR. Er arbeitet unter anderem zu deutschem, europäischem und internationalem Migrations- und Flüchtlingsrecht, Fragen von Staatsangehörigkeit und Integration.

Der Kuratoriumsvorsitzende Rüdiger Frohn gratulierte Petra Bendel zur Wahl: "Ich bin sicher, dass es Petra Bendel mit ihrer breiten wissenschaftlichen und institutionellen Expertise hervorragend gelingen wird, die etablierte und fundierte Politikberatung des SVR fortzusetzen." Rüdiger Frohn gratulierte auch Daniel Thym: "Die rechtliche Ausgestaltung der Integrations- und Migrationspolitik ist für Bund und Länder hoch relevant. Prof. Thym steht dafür, dass der Sachverständigenrat der Politik auch in juristischen Fragen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung steht."

Der ehemalige Vorsitzende Thomas K. Bauer und der stellvertretende Vorsitzende Hacı Halil Uslucan scheiden turnusgemäß aus. Thomas Bauer, Professor für Empirische Wirtschaftsforschung an der Ruhr-Universität Bochum und Vizepräsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, war seit 2011 Mitglied im SVR und hatte 2016 den Vorsitz übernommen. Der Entwicklungspsychologe Hacı Halil Uslucan war 2012 in den SVR berufen worden und hatte seit 2015 das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden inne. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung sowie Professor für Moderne Türkeistudien an der Universität Duisburg-Essen.

Zum 1. Juli 2019 wurden Birgit Leyendecker und Panu Poutvaara in den SVR berufen. Die Entwicklungspsychologin Leyendecker leitet seit 2010 das Interdisziplinäre Zentrum für Familienforschung der Ruhr-Universität Bochum. Sie forscht unter anderem zur Integration von (neu-) zugewanderten Kindern sowie von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung in das Bildungssystem. Panu Poutvaara ist Leiter des ifo Zentrums für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er arbeitet unter anderem zu Auswirkungen von Migrationsmöglichkeiten auf Humankapitalinvestitionen, Familienmigration und Populismus sowie Wohlfahrtseffekten von Zuwanderung. Die Benennung erfolgte auf Basis des Votums einer unabhängigen Findungskommission. "Birgit Leyendecker wird den Sachverständigenrat mit ihrer vielseitigen Expertise in der Familienforschung bereichern; familiäre Aspekte sind sowohl in der Migrations- wie in der Integrationspolitik vielfach unterbelichtet", sagte die neue Vorsitzende Petra Bendel. "Mit dem Volkswirt Poutvaara werden die arbeitsmarktbezogenen und wirtschaftspolitischen Fragen der Migration weiterhin eine zentrale Rolle im Rat spielen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit beiden Kollegen."

Neu geordnet wird künftig auch die Finanzierung der Arbeit des Rats. Vor über zehn Jahren von privaten Stiftungen auf Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung gegründet und seither finanziert, tritt nun der Bund in die Projektförderung ein. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat unterstützt das Jahresgutachten 2020 und das SVR-Integrationsbarometer 2020. Hierfür stehen Haushaltsmittel bis zu 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. An der Finanzierung des SVR-Integrationsbarometers beteiligen sich auch die Bundesländer. Bundesinnenminister Horst Seehofer kommentiert: "Die Stiftungen haben vor über zehn Jahren in einem Feld von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung mit der Gründung des SVR die Initiative ergriffen. Der Rat hat sich als unabhängige Einrichtung wissenschaftsbasierter Politikberatung im Bereich Integration und Migration etabliert, die es aus Sicht des Bundes zu erhalten gilt. Ich freue mich sehr, dass sich auch die Länder an der Finanzierung des Integrationsbarometers beteiligen."

Für die Länder begrüßt die Vorsitzende der 14. Integrationsministerkonferenz, die Berliner Integrationssenatorin Elke Breitenbach, die Kooperation: "Zur Berücksichtigung der kulturellen, sozialen und identifikativen Integration bedarf es vor allem subjektiver Indikatoren. Die Länder begrüßen daher die Bereitschaft des Sachverständigenrats für Integration und Migration, das Integrationsbarometer zu einem Bund-Länder-Barometer zu erweitern. Das deutlich aufgestockte Integrationsbarometer 2020 wird künftig Auswertungen auf Ebene aller Länder ermöglichen. Die gemeinsame Nutzung des Integrationsbarometers durch Bund und Länder bietet außerdem Anlass, in einen engeren Austausch über die künftige Integrationsberichterstattung des Bundes und der Länder einzutreten."

Der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende Jörg Dräger würdigt die Entwicklung: "Die den SVR tragenden Stiftungen freuen sich sehr über die finanzielle Beteiligung des Bundes und der Länder am Integrationsbarometer 2020 und des Bundes am Jahresgutachten 2020. Der Rat wird so seine Arbeit als unabhängiges Gremium in bewährter Weise fortsetzen können. Das ist den Stiftungen wie der Bundesregierung besonders wichtig. Die Projektfinanzierung stellt einen ersten wichtigen Schritt dar, den SVR auch nach dem Ende der Stiftungsfinanzierung als unabhängiges Beratungsgremium für die gesamte Bundesregierung im Feld der Integrations- und Migrationspolitik zu erhalten."

 

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration geht auf eine Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung zurück. Ihr gehören sieben Stiftungen an. Neben der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung sind dies: Bertelsmann Stiftung, Freudenberg Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stifterverband und Vodafone Stiftung Deutschland. Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges und interdisziplinär besetztes Expertengremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht und handlungsorientierte Politikberatung anbietet. Die Ergebnisse seiner Arbeit werden in einem Jahresgutachten veröffentlicht.

Pressekontakt

Sandra Hartmann
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