Markus Voß: Digital ist kein Selbstzweck

"Es kann sein, dass ein Studierender seine Bachelor-Arbeit im Unternehmen in Rostock schreibt und auf digitale Inhalte zurückgreifen muss, viele Hunderte Kilometer entfernt von seinem Lernort Hochschule."

Video abspielen
Zu Youtube

Drei Monate an der Hochschule, dann drei Monate Praxis bei einem Partnerunternehmen ganz woanders in Deutschland: Das Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)  ist geradezu prädestiniert für einen digitalen Campus. So etwas hat die DHBW erprobt. Markus Voß Studiendekan Maschinenbau, schildert seine Erfahrungen.

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg wurde vom Stifterverband und von der Heinz Nixdorf Stiftung im Rahmen des Programms Hochschulbildung und Digitalisierung gefördert.

Autor: Claas Vorhoff
Produktion: KUXMA GmbH & Co. KG

Transkript des Videos

Mein Projekt ist angesiedelt im Maschinenbau. Es geht da um das verteilte Entwickeln von funktionsgerechten Produkten.

Wir arbeiten da mit Studierenden aus dem Maschinenbau im zweiten Semester und wollen sie so ein bisschen auf die Entwicklungs-, auf den Entwicklungsalltag von Ingenieuren vorbereiten. Wir sind eine State University. Ziel ist es da natürlich, einzelne Lehrende, Köpfe, erstmal zusammenzubringen, zu vernetzen, da natürlich zweitens auch die Infrastruktur zu schaffen. Das heißt, wir haben zusammen eine virtuelle Lehrumgebung aufgesetzt. Und der dritte Punkt, auch ganz wichtig, ist es natürlich, einzelne Projekte auszurollen und schon mal digitale Lehrangebote zu schaffen, die dann ein bisschen wie Leuchttürme Strahlkraft in die Hochschule hinein, aber auch darüber hinaus haben.

Duales Studium heißt ja: Unsere Studierenden befinden sich ja an mehreren Lernorten. Da gibt es zum einen die Hochschule, wo sie etwa drei Monate innerhalb des Theoriesemesters sind, und danach gehen sie zu ihren Partnerunternehmen ebenfalls für ein Semester von, das Praxissemester von etwa drei Monaten, wo sie sich ganz woanders befinden. Wir sind zwar die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Die dualen Partner kommen aber im Prinzip aus dem gesamten Bundesgebiet. Es kann also sein, dass ein Studierender seine Bachelor-Arbeit im Unternehmen in Rostock schreibt und, ja, auf digitale Inhalte zurückgreifen muss, viele Hunderte Kilometer entfernt von seinem Lernort Hochschule. Das ist eine ganz besondere Herausforderung für uns.

Was ist dabei gut gelaufen? Dass wir einfach mal die Ärmel hochgekrempelt haben und Beispiele geschaffen haben, wie es geht, Lehre digital anzubieten, weil allein digital ist kein Selbstzweck. Das heißt immer, es muss eingewoben werden in ein Szenario. Man muss dazu begleitend entwickeln Aufgaben, die man den Studierenden stellt, wo sie das dann gleich anwenden können. Und dieses Gesamtgebilde, das muss über die Jahre hin entwickelt werden. Und genau das haben wir einfach mal in unseren Projekten gemacht.