Smart Qualifiziert

Ein Programm von Daimler-Fonds und Stifterverband zur Förderung der Hochschulweiterbildung für die digitale Arbeit und Gesellschaft

 
Das Programm "Smart Qualifiziert"
 ist Teil der Initiative Future Skills des Stifterverbandes. Es adressiert insbesondere die Hochschulen im Bereich Bildung für die digitale Arbeit und Gesellschaft. Konkret unterstützt das Programm die Hochschulen bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen, die zukünftige Anforderungen der Arbeitswelt in den Mittelpunkt der eigenen Hochschulentwicklung stellen.

Der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt und erfordert neue Kompetenzen und Fachwissen: Kommunikationswege, Arbeitsaufgaben und -abläufe sowie Kundenbeziehungen verändern sich. Während Berufsanfänger kurz nach ihrer Qualifizierungsphase und durch die oft "natürliche" Nähe zu den Themen (digital natives) mit aktuellen technologischen Entwicklungen oft vertraut sind, stehen die bereits Beschäftigten vor der Herausforderung, die neuen Kompetenzen on the job zu erwerben. Unternehmen benötigen deshalb gerade für das bestehende Personal Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Bisher werden entsprechende Programme insbesondere von privaten Anbietern angeboten, während Hochschulen das Potenzial des Weiterbildungsmarktes noch nicht hinreichend ausschöpfen: Ihr Marktanteil liegt aktuell bei deutlich unter zehn Prozent. Nur wenige Hochschulen engagieren sich profilrelevant im Bereich der Weiterbildung, obwohl alle 16 Landeshochschulgesetze dies vorsehen. Das gemeinsame Förderprogramm Smart Qualifiziert des Stifterverbandes und des Daimler-Fonds unterstützt deshalb Hochschulen bei der strategischen (Weiter-)Entwicklung von akademischer Weiterbildung als Bildungsauftrag im digitalen Zeitalter. Denn die Herausforderungen sind vielfältig und der Markt akademischer Weiterbildungsangebote verändert sich rasant: So wachsen beispielsweise Angebote akademischer und beruflicher Weiterbildung zusammen. Neue Formen insbesondere der digital gestützten Wissensvermittlung entstehen. Gleichzeitig gewinnen national wie international Angebote an Bedeutung, deren Inhalte gemeinsam von Unternehmen und Bildungseinrichtungen auf Online-Plattformen angeboten werden. Und während traditionelle Abschlüsse vereinzelt bereits an Bedeutung verlieren, spielen Mikrozertifizierungen oder Portfolios, die formell wie auch informell erworbene Kompetenzen sichtbar machen, eine immer größere Rolle.

"Smart Qualifiziert" ist ein breit angelegtes Förderprogramm, das sich in drei Ausschreibungsrunden zwischen 2019 und 2021 mit verschiedenen Aspekten von Qualifizierung an Hochschulen beschäftigt. Zielrichtung und Zielgruppen der Ausschreibungen werden dabei variieren. Die erste Ausschreibung adressiert die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen im Bereich Weiterbildung.

 

Förderwettbewerb

In der ersten Ausschreibungsrunde waren alle staatlichen und privaten, staatlich anerkannten Hochschulen eingeladen, sich mit ihren Konzepten und Zukunftsstrategien für die Entwicklung von Weiterbildungsangeboten für digitale, technische Arbeitswelten um eine Förderung zu bewerben. Förderfähig waren damit sowohl Hochschulstrategien als auch konkrete Umsetzungsmaßnahmen. 

Die Auswahl der Geförderten erfolgte durch eine Fachjury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. 

  • Gefördert werden Konzepte und Projekte, die eine strategische Weiterentwicklung an der Hochschule bewirken. Diese Weiterentwicklung kann darin liegen, dass 
  • Hochschulen ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Entwicklung von Weiterbildungsangeboten für die Arbeitswelt 4.0 dauerhaft stärken, 
  • Hochschulen ihre Curricula in der Weiterbildung systematisch und nachfrageorientiert an neue technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen anpassen,
  • Hochschulen neue Formate der Qualifizierung für die Zielgruppe der Berufstätigen entwickeln,
  • Hochschulen neue digitale Formen der Wissensvermittlung systematisch in Weiterbildungsangebote integrieren,
  • Hochschulen mit neuen, (nicht-)akademischen Kooperationspartnern Weiterbildungsangebote für die Arbeitswelt 4.0 entwickeln,
  • Hochschulen in der Weiterbildung gezielt mit internationalen Kooperationspartnern zusammenarbeiten,
  • Hochschulen das Thema Weiterbildung entsprechend strategisch und profilrelevant aufsetzen.

Jurymitglieder

Juryvorsitz

  • Thomas Sattelberger
     

Jurymitglieder

  • Dr. Volker M. Brennecke: Geschäftsführer "VDI Technik im Dialog" und Leiter "Politik und Gesellschaft", VDI
  • Anne von Fallois: Executive Director Kienbaum International, Berlin
  • Mag. Friedrich Faulhammer: Rektor der Donau-Uni Krems
  • Dr. Markus Frank: Studierender berufsbegleitendes Masterstudium Wissenschaftsmanagement
  • Prof. Dr. Monika Gross: Präsidentin der Beuth Hochschule für Technik Berlin, HRK-Vizepräsidentin für Digitalisierung und wissenschaftliche Weiterbildung
  • Prof. Burghard Hermeier: Rektor FOM Hochschule für Ökonomie & Management
  • Katharina Krentz: Consultant New Work & Digital Collaboration, Robert Bosch GmbH
  • Kristina Muth: Head of Innovator Academy, Merck KGaA
  • Uve Samuels: Geschäftsführer der HSBA - Hamburg School of Business Administration
  • Michaela Seidel-Braun: Daimler Corporate Academy, "Learning & Development Corp. Functions", Daimler AG
  • Prof. Jörg Philipp Terhechte: Vizepräsident Leuphana Universität Lüneburg und Leiter der Leuphana Professional School
  • Niklas Veltkamp: Geschäftsführer Bitkom
  • Prof. Dr. Gabriele Vierzigmann: Studiengangleitung für ein weiterbildendes Masterprogramm an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Geschäftsführender Vorstand/Vorsitzende der DGWF
  • Dr. Jonas Vrany: Head of LinkedIn Learning Solutions DACH

Förderprojekte

In einem zweistufigen Verfahren wurden vier Hochschulen ausgewählt, die eine Förderung in Höhe von je 100.000 Euro erhalten:

Hochschule Aalen

Entwicklung und Erprobung eines Zertifikatskurs New Business Development zum "Innovation Specialist" als Blended-Mobility-Weiterbildungskurs

Innovationsmanagement gilt disziplinübergreifend als Top Skill für den Arbeitsmarkt 4.0. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Zertifikatskurses zum "Innovation Specialist" in Kooperation mit einer Partnerhochschule und einem Unternehmenspartner als Blended-Mobility-Weiterbildungskurs. Das Blended-Mobility-Konzept (geleitetes E-Learning in Kombination mit einem Kurzprogramm an einer Partneruniversität) verbindet dabei eine Selbstlernphase (Pre- und Postlearning) mit einer praktischen Präsenzphase, in der ein gemeinsam zu erarbeitendes Projekt im Mittelpunkt steht.

Präsentation zum Projekt (PDF)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Digitalisierung in der Medizin – Curriculum für die ärztliche Weiterbildung

Die Digitalisierung der Medizin ist ein fundamentaler Wandlungsprozess, der die Gesundheitsversorgung zunehmend verändern und die Rolle der Ärztinnen und Ärzte in Zukunft stark beeinflussen wird. Ziel des Projekts CÄWIN ist es, berufstätigen Ärztinnen und Ärzten notwendige Kompetenzen für die Arbeitswelt 4.0 zu vermitteln. Über eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Einsatz neuer Technologien im ärztlichen Berufsalltag wird für den Technikeinsatz sensibilisiert, qualifiziert und zu einer kritischen Haltung befähigt.

Präsentation zum Projekt (PDF)

Technische Hochschule Köln

Change 4.0 structure – Dialogorientiertes Prototyping für eine smarte Weiterqualifizierung

Die Region Rhein-Erft steht vor der Herausforderung, den Strukturwandel, die dynamische demografische Entwicklung und die damit einhergehenden ökonomischen, technologischen und räumlichen Transformationsprozesse zu gestalten. Das Projekt greift diese Dynamik auf und setzt sich zum Ziel, im Rahmen innovativer Transferformate die Interaktion zwischen Hochschule und Akteurinnen und Akteuren aus der Region zu beleben, zu fördern und gemeinsam Weiterbildungsbedarfe in der digitalen Transformation zu erheben und zu erproben.

Mit dem Projekt wird die TH Köln daher die Konzipierung und Entwicklung von Weiterbildungsangeboten neu denken und Methoden entwickeln, mit denen Bedarfe sichtbar gemacht und mit Zielgruppen gemeinsam Weiterbildungsangebote entwickelt werden können.

In der ersten – Prototyping genannten – Phase will die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der TH Köln gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Unternehmen aus der Region erste Mikro-Lerneinheiten entwickeln. Die in der ersten Phase entstandenen Prototypen sollen in der zweiten Phase – dem Dialog 4.0 – von Führungskräften, Personalentwicklerinnen und Personalentwicklern sowie Personen in technischen Arbeitsfeldern getestet werden. Dabei wird Rückmeldung zum Bedarf, Format sowie zu den Digitalisierungsgraden erhoben. Aus den Erkenntnissen entstehen in einer Verstetigungsphase zielgruppenspezifische Lernpfade zur digitalen Befähigung von Mitarbeitenden und Organisationen.

Präsentation zum Projekt (PDF)

 

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Gutenberg goes digital: MINT Lehren und Lernen 4.0

Im Projekt wird eine Strategie zur Optimierung und stärkeren Verzahnung der Fortbildung von Lehrkräften (3. Phase) und Ausbildung von Lehramtsstudierenden (1. Phase) skizziert. Als strategisches Ziel setzt sich die Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Verankerung der Digital Literacy (Digitalkompetenz) im System Schule. Als Ausgangspunkt wird hierfür das Fach Informatik gewählt. Zielgruppe des Projekts sind MINT-Lehrkräfte, deren digitale Kompetenzen sowohl in fachlicher als auch in praktischer Hinsicht verbessert werden sollen. Gemeinsam mit Lehramtsstudierenden und Stakeholdern werden einerseits innovative Fortbildungen für Lehrkräfte erarbeitet als auch Lehramtscurricula im Hinblick auf digitale Lehre angepasst.

Präsentation zum Projekt (PDF)

Weitere sechs Hochschulen werden mit jeweils 10.000 Euro unterstützt:

  • FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige Gesellschaft, Essen: WediWa – Weiterbildung für den digitalen Wandel
  • Technische Universität Braunschweig: Future Skills@Work – Praxisnaher Kompetenzerwerb in einem hybriden Lehr-/Lernsetting
  • Universität Bremen: LIFE goes INTERNATIONAL
  • Frankfurt University of Applied Sciences: Modular online qualification Frankfurt (moon Frankfurt)
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften München: EMPOWERING – Spielerisch zu digitalen Kompetenzen
  • Hochschule Offenburg: Maschinelles Lernen für Anwender*innen aus den Ingenieurwissenschaften

Alle zehn Geförderten bilden das Netzwerk für den Ideentransfer und Erfahrungsaustausch zu diesem Thema. Die Förderung und die gemeinsame Netzwerkarbeit haben im Juni 2020 begonnen.

Vernetzung und Transfer

Die zehn Hochschulen arbeiten ein Jahr lang gemeinsam in einem vom Stifterverband begleiteten, hochschulübergreifenden Netzwerk zusammen. Hier adressieren sie mittels kollaborativer Arbeitsmethoden ihre jeweiligen Herausforderungen und erarbeiten gemeinsam Strategien für Fragen wie zum Beispiel:

  • Themenscouting, 
  • Zielgruppenorientierung, 
  • Professionalisierung, 
  • Skalierung, 
  • Erfolgskriterien, 
  • Nachhaltigkeit, 
  • Weiterentwicklung 
  • und den Umgang mit bestehenden Rahmenbedingungen. 

Der Austausch und das gegenseitige Lernen der Geförderten untereinander sind ein zentrales Anliegen des Programms.

Kontakt

Ansprechpartnerin für inhaltliche Rückfragen zur Ausschreibung:

Ann-Katrin Schröder-Kralemann

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschule und Wirtschaft".

T 0201 8401-140
F 0201 8401-215

E-Mail senden

 
Ansprechpartnerin für Fragen zum Antragsprocedere:

Romy Höftmann

ist Assistentin im Bereich "Programm und Förderung" im Hauptstadtbüro des Stifterverbandes.

T 030 322982-526
F 030 322982-515

E-Mail senden

 
Ansprechpartner für das Förderprogramm generell:

Dr. Pascal Hetze

leitet im Stifterverband den Programmbereich 
"Analysen und Innovationspolitik".

T 030 322982-506
F 030 322982-515

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