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Ländercheck Informatik: Saarland und Sachsen sind Spitzenreiter

22.05.2018

Die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik steigt überdurchschnittlich, das wissenschaftliche Personal aber hält mit dieser Entwicklung nicht mit. Nur jede zwanzigste Professur ist in der Informatik angesiedelt. Viele Informatikstudierende kommen aus dem Ausland, der Frauenanteil ist gering. Das sind Ergebnisse des Länderchecks Informatik vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung.

Danach haben Saarland und Sachsen am besten auf die steigende Nachfrage nach Informatik-Fachkräften reagiert und sich besonders positiv entwickelt. Beide Bundesländer belegen die ersten Plätze im aktuellen Ländervergleich.

Die Informationstechnik ist der große Treiber für wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen. Auch immer mehr Studierende möchten die Chancen, die Ihnen ein Informatikabschluss bietet, nutzen: Im Wintersemester 2016/2017 gab es an den Hochschulen insgesamt 33.443 Studienanfänger im Bereich Informatik. Das ist ein Anstieg von rund 19 Prozent in fünf Jahren. Mittlerweile machen Informatiker 7,7 Prozent aller Studienanfänger aus – 2011 waren es noch 6,3 Prozent. Gleichzeitig sinkt jedoch der Anteil, den die Informatik am wissenschaftlichen Personal ausmacht, von 4,0 in 2011 auf 3,8 Prozent in 2016. Auch die Anzahl der Professuren im Bereich Informatik stagniert: Seit fünf Jahren ist noch immer lediglich eine von zwanzig Professuren in der Informatik angesiedelt. Die personelle Infrastruktur an den Hochschulen wird damit der steigenden Nachfrage von Studierenden und dem hohen Bedarf an Informatikern auf dem Arbeitsmarkt nicht gerecht.

"Die Anstrengungen der letzten fünf Jahre reichen bei Weitem nicht aus. Statt Stagnation brauchen wir mehr wissenschaftliches Personal und Bildungsangebote und vor allem müssen wir die Zahl der Absolventen in der Informatik weiter deutlich erhöhen", fasst Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, die Ergebnisse des Länderchecks zusammen. "Informatik ist die neue Querschnittsdisziplin. Die Informatiklehre muss daher auch in andere Disziplinen von den Naturwissenschaften bis zu Medizin und Lehramt hineinreichen. Der Aufgabenzuwachs für die Fachbereiche der Informatik ist immens. Einige Bundesländer haben mittlerweile mit landesweiten IT-Hochschulinitiativen darauf reagiert, wir brauchen aber das Engagement aller Bundesländer."

Der Ländercheck Informatik zeigt, dass zwischen den Bundesländern große Unterschiede bestehen. Sachsen und Saarland haben in den letzten Jahren am meisten dafür getan, um der starken Nachfrage nach Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Sie sind die Gewinner des Ländervergleichs. Beide Bundesländer haben das Bildungsangebot erheblich ausgebaut und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöht. Saarland hat mit 7,0 Prozent nach Bremen (7,2 Prozent) den höchsten Anteil an Informatikfachleuten unter dem wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen. Sachsen hat sein wissenschaftliches Informatik-Personal deutlich verstärkt (+19, 8 Prozent seit 2011).

Gesamtergebnis des Länderchecks Informatik

Auch Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern erzielen gute Ergebnisse. In Schleswig-Holstein ist jeder zehnte Studienanfänger ein Informatiker. Zum Vergleich: In Hamburg nur jeder fünfundzwanzigste. Die Entwicklung der Absolventenzahlen ist in Bayern überdurchschnittlich gut. Außerdem gibt es hier einen verhältnismäßig hohen Frauenanteil unter den Studierenden. In Hessen wurde das Personal im Bereich Informatik deutlich erhöht. Im vorderen Mittelfeld bewegt sich auch das strukturstarke Baden-Württemberg. Die IT-Nachwuchsförderung ist seit Jahren hervorragend, der Entwicklungsindikator fällt hier unterdurchschnittlich aus. 

Die Schlussgruppe im aktuellen Ländervergleich bilden Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Hier machen die Studienbeginner und Absolventen in Informatik einen geringen Anteil unter allen Erstimmatrikulierten und Absolventen aus. Außerdem ist die Diversität unter den Studierenden gering.

Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Hier hat sich das Bild in den letzten Jahren kaum verändert: Zwar ist der Frauenanteil sei 2011 in allen Bundesländern (bis auf Bremen -3 Prozentpunkte) gestiegen. Aber trotz der vielen Initiativen und Programme in Hochschulen sind nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen ist der Anteil international Studierender in den Informatik-Hörsälen überdurchschnittlich hoch.

 

Der Ländercheck Informatik erscheint im Rahmen der Stifterverbands-Initiative "Future Skills". Ziel der Initiative ist es, Konzepte und Prozesse anzustoßen, um den Menschen die notwendigen Kompetenzen für den digitalen Wandel in der Lebens- und Arbeitswelt zu vermitteln.

Microsite zu Future Skills

 

Pressekontakt

Peggy Groß

ist Kommunikationsmanagerin im Stifterverband.

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F 030 322982-515

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Dr. Mathias Winde

leitet den Programmbereich "Hochschulpolitik und 
-organisation".

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