Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz

Hochschulpreis des Stifterverbandes

Die Qualität der Lehre an den Hochschulen in Deutschland liegt nicht allein in der Verantwortung jedes einzelnen Lehrenden, sondern auch in der Verantwortung der Institution. Doch erst wenige Hochschulen hierzulande bieten angemessene Freiräume und Anreize für Lehrinnovationen und verfügen über eine Lehrverfassung bzw. eine hochschulweite Lehrstrategie, wie sie der Wissenschaftsrat 2015 empfohlen hat. Damit gemeint sind eine grundsätzliche Klärung des Selbstverständnisses als Lehrinstitution sowie die Verständigung auf fächerübergreifende didaktische Leitlinien. Dazu gehören eventuell auch grundlegende Qualifizierungsziele, die für die Hochschule und ihre Lehrenden normativ bindend sind und als leitende Maxime für alle wichtigen mit der Lehre in Verbindung stehenden Aktivitäten und Belange einer Hochschule dienen.

 
Mit dem Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz
zeichnet der Stifterverband von 2017 an jährlich eine Universität und eine Fachhochschule aus, die sich hier beispielhaft aufgestellt haben, über eine solche Lehrverfassung bzw. Lehrstrategie verfügen und Lehre auch als Experimentier- und Innovationsfeld begreifen. Damit sollen die Leistungen dieser Hochschulen in der Lehrentwicklung gewürdigt und sichtbar gemacht werden.

Preisträger 2017

Die RWTH Aachen überzeugte die Jury mit einer soliden und sehr durchdachten Lehrstrategie, die sich klar in die Gesamtstrategie der Hochschule einfügt. Die Universität strebe eine kompetenzorientierte, forschungsgeleitete und praxisbezogene Ausbildung an von hochqualifizierten und verantwortungsbewussten Absolventen. Das von der RWTH verfolgte Ziel, 75 Prozent der Studierenden zum Studienabschluss zu führen, sei zwar sehr ambitioniert, aber mit der gewählten Strategie durchaus erreichbar.

Die Technische Hochschule Köln hat nach Auffassung der Jury ein sehr schlüssiges Lehrkonzept entwickelt, das exzellent auf die vorhandenen Rahmenbedingungen abgestimmt sei. Besonders positiv bewertet die Jury das Bekenntnis der Fachhochschule zu einer vielfältigen Studierendenschaft und zum LehrendenCoaching-Programm, das für alle Neuberufenen verpflichtend ist.

Beide Hochschulen wurden bereits 2009 im "Wettbewerb exzellente Lehre" des Stifterverbandes und der Kultusministerkonferenz der Länder ausgezeichnet. Die damals prämierten Lehrkonzepte wurden konsequent weiterentwickelt und waren Grundlage für die nun ausgezeichneten Strategien.

"Wir haben eine Universität und eine Fachhochschule ausgezeichnet, denen es vorbildlich gelungen ist, die Hochschullehre systematisch und unter maßgeblicher Beteiligung aller relevanten Akteure weiterzuentwickeln", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. "Das ständige Bemühen um Lehrexzellenz wird an diesen beiden Hochschulorten spürbar und erlebbar."

Der Stifterverband hatte in der ersten Preisrunde 2017 vier weitere Hochschulen in die engere Auswahl genommen:

Universitäten
⦁    Leuphana Universität Lüneburg
⦁    Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fachhochschulen
⦁    Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg 
⦁    SRH Hochschule Heidelberg

Leitfaden für nominierte Hochschulen (PDF)

Bewerbungen um den Genius Loci-Preis sind nicht möglich. Je drei Universitäten und Fachhochschulen werden vom Stifterverband jährlich nominiert. Diese werden eingeladen, schriftlich darzulegen, inwieweit ihre jeweilige Lehrstrategie in folgenden Handlungsfeldern systematisch und verbindlich aufgegriffen und umgesetzt wird:

⦁    Curricula
⦁    Lehrinnovationen
⦁    Studienorganisation
⦁    Auswahl, Beratung und Betreuung der Studierenden
⦁    Auswahl und Qualifizierung der Lehrenden
⦁    Kooperationen mit außerhochschulischen Partnern
⦁    Ressourcenplanung
⦁    Qualitätssicherung und -entwicklung

Auf dieser Grundlage wählt eine Jury die beiden Preisträger aus. Diese erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro, das zweckgebunden für die Einladung eines "Visiting Scholar of Teaching and Learning in Higher Education" zu verwenden ist.

Kontakt

Bettina Jorzik

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Lehre und akademischer Nachwuchs".

T 0201 8401-103
F 0201 8401-215

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