Wettbewerb Bildungsorte

Im Rahmen des Tags der Bildung sucht der Stifterverband inspirierende "Bildungsorte", die in besonderer Weise Lust auf Bildung machen und zur Nachahmung motivieren – weil sie wirkungsvoll für und vor allem auch mit Kindern und Jugendlichen dazu beitragen, bestmögliche Bildung zu realisieren.

Details zur Ausschreibung und Bewerbung

Jeden Monat wird ein Bildungsort des Monats ausgezeichnet. Der Preis ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Am Ende jedes Jahres wird unter allen Preisträgern eines Jahres der Bildungsort des Jahres ausgewählt. Jede Initiative hat damit noch einmal die Möglichkeit, ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro (1. Platz), 5.000 Euro (2. Platz) bzw. 2.500 Euro (3. Platz) zu gewinnen. In diesem Jahr werden Bildungsorte zum Schwerpunkthema "Bildung in Zeiten digitaler Transformation" ausgezeichnet. Bewerbungen können laufend bis zum 31. Oktober 2021 eingereicht werden.

Bildungsort des Monats Juli 2021: proTechnicale

An den Hochschulen sind Frauen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) immer noch unterrepräsentiert. Obwohl sie dafür keineswegs weniger Talent als ihre männlichen Altersgenossen mitbringen, wählen sie solche Studiengänge weitaus seltener – im Jahr 2019 kam in der Informatik auf drei Studenten nur eine Studentin. Dem will die Sophia.T gGmbH entgegenwirken und hat ein Studienvorbereitungsjahr speziell für junge, an MINT interessierte Frauen konzipiert.

Bei proTechnicale können bis zu 15 Abiturientinnen elf Monate lang ihr Talent für Naturwissenschaften und Technik ausprobieren – und entdecken, was ihnen Spaß macht, bevor sie sich für ein Studium entscheiden. Neben theoretischen Grundlagen geht es auch um Persönlichkeitsbildung, zum Beispiel in Sachen Rhetorik und Selbstmanagement. Darüber hinaus eröffnet das Projekt Einblicke in die spätere Arbeitswelt. Dazu gibt es Fachseminare und Praxiserfahrung bei Partnerorganisationen wie Lufthansa Technik, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und SeaRengergy.

Als Ergänzungsschule ist proTechnicale durch die Stadt Hamburg anerkannt. Die Teilnehmerinnen erhalten 30 bis 40 Stunden Unterricht pro Woche. Dozentinnen und Dozenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, der TU Hamburg und der Gewerbeschule G15 leiten die Teilnehmerinnen in den Seminaren an. Die Ehemaligen des Projekts, das es bereits seit dem Jahr 2010 gibt, fungieren als Mentorinnen.

Die Teilnehmerinnen erhalten 30 bis 40 Stunden Unterricht pro Woche. Dozentinnen und Dozenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, der TU Hamburg und der Gewerbeschule G15 leiten die Teilnehmerinnen in den Seminaren an. Die Ehemaligen des Projekts, das es bereits seit dem Jahr 2010 gibt, fungieren als Mentorinnen.

Foto: ProTechnicale
Junge Frauen erproben ihre Technik-Talente – zum Beispiel in einem Gleiterbau-Workshop

Mittlerweile hat proTechnicale mehr als 115 junge Frauen beim Übergang von der Schule ins Studium begleitet. 90 Prozent der Absolventinnen haben sich für ein technisches Fach entschieden, und keine hat ihr Studium abgebrochen. Die ehemaligen Teilnehmerinnen haben ihren Karriereweg als Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen oder Informatikerinnen erfolgreich eingeschlagen. Unter ihnen befindet sich sogar eine Patentinhaberin.

Mit diesem Projekt hat die Sophia.T gGmbH ein einzigartiges Angebot geschaffen, um junge Frauen im MINT-Bereich zu fördern, so die Jury des Stifterverbandes. Sie beeindruckte ebenfalls, dass es um weit mehr als nur um die Vermittlung fachlicher Kompetenzen geht. Denn proTechnicale stärkt auch die Persönlichkeiten der Teilnehmerinnen, damit sie in einer oft noch von Männern dominierten Arbeitswelt ihren Weg gehen.

Website zum Projekt "pro Technicale"

 

Die weiteren Preisträger 2021

Bildungsort des Monats Juni 2021:
Haste Töne

Bei dem Projekt der Rudolf-Ballin-Stiftung werden Podcasts, Hörspiele und Trickfilme sowie Videoprojekte in fünftägigen Workshops produziert – aber nicht von Erwachsenen, sondern von Mädchen und Jungen, die die zweite bis vierte Klasse besuchen. Die Kinder lernen, selbstbestimmt und verantwortungsvoll mit Medien umzugehen.

Bildungsort des Monats Mai 2021:
Make Your School

Im bundesweiten Netzwerk von "Make Your School" der gemeinnützigen Organisation "Wissenschaft im Dialog" kommen Schülerinnen und Schüler digitalen Technologien näher und entwickeln technikgestützte Verbesserungen für ihren Schulalltag. Kernelement von "Make Your School" sind die sogenannten "Hackdays". 

Bildungsort des Monats April 2021:
digi_space

Die digitalen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen individuell in einer regionalen, schul- und schulformübergreifenden sowie kostenfreien Einrichtung fördern: Das ist das Ziel von "digi_space", einem Angebot des Kreises Bergstraße in Hessen für Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren.

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