Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften

Der Stifterverband, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland loben zum vierten Mal die Auszeichnung für exzellente Hochschullehre in der Mathematik und den Naturwissenschaften aus.

Der Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Nachwuchses in der Mathematik und den Naturwissenschaften sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und diese über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als zentrales Gütekriterium für Hochschulen und strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen stärker verankert werden.

Der Preis wird jährlich in den Kategorien Biowissenschaften, Chemie, Mathematik und Physik verliehen und ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

 

Preisträger 2017

Die Auswahl der diesjährigen Preisträger hat eine elfköpfige Jury aus Fachvertretern, Vertretern der Hochschuldidaktik sowie Studierenden getroffen.
 

  • Biowissenschaften
    Prof. Dr. Jorge Groß lehrt Didaktik der Naturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. An einer Universität ohne naturwissenschaftlichen Fachbereich macht er die Ausbildung von Biologielehrern überhaupt erst möglich. Er legt den Fokus auf die Nutzung digitaler Werkzeuge und hat unter anderem das GreenLab eingerichtet, in dem Studierende als "didaktische Doppeldecker" abwechselnd in die Rolle des Lehrenden und Lernenden springen und fachliche wie methodische Kompetenzen erwerben. Die Jury würdigt sein ausgesprochen vielfältiges methodisches Repertoire und die zahlreichen Angebote, mit denen Groß auch viele Zielgruppen außerhalb der Hochschule erreicht. Allein eine von ihm erstellte App für die interaktive Artenbestimmung wurde bisher über 55.000 Mal heruntergeladen und ist deutschlandweit an vielen Hochschulen im Einsatz.
     
  • Chemie
    Als Akademischer Rat für physikalische Chemie setzt Dr. Christian Ehli von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg darauf, physikalische und allgemeine Chemie im gesamten Bildungsweg zu verankern. Hierzu pflegt er engen Kontakt zu Schulen, um den Übergang zwischen Schule und Hochschule zu erleichtern. Er führt regelmäßig Experimentalvorlesungen an Schulen durch und bietet für die Studieneingangsphase Brückenkurse an. Die Studierenden lernen interaktiv durch die Einrichtung von E-Learning-Elementen bei Vorlesungen und Tutorien oder experimentieren frei. Lehrer an Schulen profitieren durch seine Fortbildungskurse im Bereich der Chemie. Die Jury überzeugte er auch durch pragmatische Ansätze sowie durch die ambitionierte "Full support-Garantie" für Studierende.
     
  • Mathematik
    Prof. Dr. Sven de Vries von der Universität Trier begeistert mit seinem dialogischen Lehrstil Studierende, darunter insbesondere Lehramts- und Nebenfachstudierende für die Mathematik. Mit seinem vielfältigen Engagement erreicht er nicht nur Studierende, sondern spricht auch Schüler, Lehrer sowie die breite Öffentlichkeit an. Besonders beeindruckte die Jury sein sehr gut durchdachtes, umfassendes Lehrkonzept für die Lehramtsausbildung. Zum Beispiel führte er das erfolgreiche Seminar "Mathematik und Kunst" ein, dessen Ansatz mittlerweile für andere Veranstaltungen übernommen wurde.
     
  • Physik
    Prof. Dr. Claudia Schäfle, Prof. Dr. Silke Stanzel und Prof. Dr. Elmar Junker lehren an der Hochschule Rosenheim Physik. Sie bieten in mehreren, sehr unterschiedlichen Studiengängen Veranstaltungen im grundständigen ebenso wie im fortgeschrittenen Bereich an. Besonders im Vordergrund steht dabei das "Just in Time Teaching" (JiTT), bei dem der Lernstand der Studierenden kleinschrittig online-basiert erhoben wird, um durch flexible Anpassung der jeweils direkt folgenden Lehrveranstaltung Verständnisproblemen von Studierenden zu begegnen. Außerdem wird das Instrument der "Peer-Instruction" genutzt, mit dem die Studierenden sich gegenseitig komplexe Sachverhalte erläutern, die sie sich so besser aneignen und die fachliche Diskussionskultur einüben können. Überzeugt hat die Jury neben der vorbildhaften kollegialen Zusammenarbeit der Preisträger vor allem die Tatsache, dass die Motivation der Studierenden, sich auf Veranstaltungen vorzubereiten eindrücklich erhöht werden konnte.

 

Foto: Universität Bamberg
Preisträger in der Kategorie Biowissenschaften: Prof. Dr. Jorge Groß (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
Foto: Stephan Neunzer
Preisträger in der Kategorie Chemie: Dr. Christian Ehli (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Foto: Universität Trier
Preisträger in der Kategorie Mathematik: Prof. Dr. Sven de Vries (Universität Trier)
Foto: Hochschule Rosenheim
Preisträger in der Kategorie Physik: Prof. Dr. Claudia Schäfle, Prof. Dr. Silke Stanzel und Prof. Dr. Elmar Junker (Hochschule Rosenheim)

Preisverleihung

Die feierliche Verleihung des Ars legendi-Fakultätenpreises Mathematik und Naturwissenschaften 2017 findet am 30. März 2017 um 17:00 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Den Festvortrag mit dem Titel "Vom Sehprozess der Mikroalgen zur Licht-gesteuerten Maus – die Entwicklung der Optogenetik" hält Professor Dr. Peter Hegemann, Humboldt-Universität zu Berlin. Gäste sind willkommen. Eine Anmeldung bis zum 22. März 2017 wird erbeten:
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Veranstaltungsprogramm

Kontakt

Dominique Ostrop
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Bereich Programm und Förderung
Baedekerstr. 1
45128 Essen
T 0201 8401-162
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Dr. Kerstin Elbing
Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin
in Deutschland (VBIO e. V.)
Luisenstraße 58/59
10117 Berlin
T 030 278919-16
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Wir danken der Clariant Verwaltungsgesellschaft mbH, der Deutschen Aktuarvereinigung e.V., der Dr. Schnell Chemie GmbH, dem Fonds der Chemischen Industrie, der Fuchs Petrolub SE, der Sartorius AG, der SCHOTT AG und der Trumpf GmbH + Co. KG für die freundliche Unterstützung des Ars legendi-Fakultätenpreises Mathematik und Naturwissenschaften.