Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften

Der Stifterverband, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland haben zum sechsten Mal die Auszeichnung für exzellente Hochschullehre in der Mathematik und den Naturwissenschaften ausgelobt.

Der Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Nachwuchses in der Mathematik und den Naturwissenschaften sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und diese über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als zentrales Gütekriterium für Hochschulen und strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen stärker verankert werden.

Der Preis wird jährlich in den Kategorien Biowissenschaften, Chemie, Mathematik und Physik verliehen und ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträger traf in diesem Jahr eine elfköpfige Jury aus Fachvertretern, Vertretern der Hochschuldidaktik sowie Studierenden.

 

Preisträger 2019

Foto: Klaus Hagemann/Ruhr-Universität Bochum
Privatdozent Dr. Markus Piotrowski, Ruhr-Universität Bochum

Im Fach Biologie geht der Preis an den Privatdozenten Dr. Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum. Er ist ein Pionier bei der Etablierung von E-Learning-Konzepten in der laborbiologischen Lehre und hat an der Universität Bochum den pflanzenphysiologischen Kurs "PpÜ goes digital" designt und umgesetzt. In diesem E-Learning-Angebot werden die Grundlagen experimentellen Arbeitens interaktiv vermittelt, Arbeitsweisen in Tutorial-Videos vorgestellt und Online-Antestate geschrieben. Die Studierenden sind von diesem Angebot als Vorbereitung auf die laborpraktischen Übungen, auch hinsichtlich der zeitlichen Flexibilität und der Wiederholbarkeit, begeistert. "Die positiven Erfahrungen erzielen bereits eine Multiplikatorwirkung in der Gesamtfakultät“, hob die Jury hervor.

Foto: Friedrich M. Schmidt/LMU München
Prof. Dr. Lena Daumann, Ludwig-Maximilians-Universität München

Im Fach Chemie geht der Preis an Professorin Lena Daumann von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erhält die Auszeichnung für ihre innovativen Lehr- und Lernmethoden, die die Studierenden besonders aktiv am Lehren und Lernen beteiligen. In ihrer Vorlesung nutzt sie beispielsweise eine App, um Studierende mit interaktiven Quizfragen zu aktivieren; gleichzeitig gewinnt sie so spielerisch einen Überblick über den Wissensstand der Vorlesungsteilnehmer. Studierende können selbst ihre Klausuraufgaben stellen, indem jeder eine Aufgabe zur Klausur beiträgt. Zur Klausurvorbereitung werden diese Fragen allen Studierenden online zur Verfügung gestellt. "Lena Daumanns Prinzip für erfolgreiches Lernen betont erfolgreich die Autonomie der Studierenden", resümiert die Jury.

Foto: Universität Koblenz-Landau
Dr. Robert Rockenfeller, Universität Koblenz-Landau

Im Fach Mathematik geht der Preis an Dr. Robert Rockenfeller, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Koblenz-Landau. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile verschiedener digitaler Lernmethoden am Mathematischen Institut seiner Universität konkret, umfassend und nachhaltig umzusetzen, sie parallel dazu gemeinsam mit den Studierenden zu evaluieren und den entsprechenden Transformationsprozess auf Universitätsebene zu begleiten und zu unterstützen. Die Jury war von dem Umfang und der Tiefe des Engagements von Robert Rockenfeller beeindruckt und möchte mit seiner Ehrung ganz konkret auch jungen Mitarbeitern vor der Professur zeigen, dass sich ein Engagement für exzellente Lehre lohnt.

Foto: Patrick Meinhold/Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Burkhard Priemer, Humboldt-Universität zu Berlin

Im Fach Physik erhält den Preis Prof. Dr. Burkhard Priemer, Didaktik der Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Priemer führt seit drei Jahren die Lehrveranstaltung "Ausgewählte Themen der Physik" für Studierende des Grundschullehramts durch, denn die Grundlage für ein naturwissenschaftliches Verständnis in der Grundschule bilden Kinderfragen in Natur, Umwelt und Technik, wie etwa "Warum ist der Himmel blau?", "Was ist eigentlich Strom?" oder "Warum schwimmt ein Schiff?". Auf Fragen wie diese werden die Studierenden momentan zu wenig vorbereitet, weshalb sie sich beim Unterrichten dieser Themen unsicher fühlen. Die Jury zeichnet mit dem Preis vor allem die Nachhaltigkeit des von Burkhard Priemer entwickelten Konzepts aus. Es sorge dafür, dass Lehrpersonen über ausreichende Kenntnisse verfügen, um den künftigen Generationen ein naturwissenschaftliches Grundverständnis zu vermitteln.

Die Preisverleihung fand am 4. April 2019 um 17:00 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) in Berlin statt. Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung hielt der Mathematik-Professor und BBAW-Präsident Martin Grötschel einen Festvortrag zu theoretischen und anwendungsbezogenen Aspekten der Mathematik.
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Kontakt

Dominique Ostrop
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Bereich Programm und Förderung
Baedekerstr. 1
45128 Essen
T 0201 8401-162
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Thomas Vogt
Deutsche Mathematiker-Vereinigung e.V.
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Freie Universität Berlin, Institut für Mathematik
Arnimalle 7
14195 Berlin
T 030 838-75657
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Die Initiatoren danken dem Fonds der Chemischen Industrie, Clariant Verwaltungsgesellschaft mbH, der Sartorius AG, der SCHOTT AG und der Trumpf GmbH + Co. KG für die freundliche Unterstützung des Ars legendi-Fakultätenpreises Mathematik und Naturwissenschaften.