Studierende des Jahres

Mit der Auszeichnung werden Studierende ausgezeichnet, die über ihr Studium hinausgehendes, herausragendes Engagement zeigen.

Es gibt viele unter den 2,8 Millionen Studierenden, die über ihr Fachstudium hinaus in Staat und Gesellschaft, Politik und Vereinen ehrenamtlich und altruistisch engagiert sind, häufig auch in studiennahen Bereich. Der Deutsche Hochschulverband und das Deutsche Studentenwerk wollen diesen Studierenden Aufmerksamkeit verschaffen. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird vom Stifterverband gestiftet und steht zur freien Verfügung.

 

Preisträger 2017

Philipp Humbsch, Student der Humanmedizin an der Charité-Universitätsmedizin Berlin aus Frankfurt an der Oder, ist Urheber und Motor der Initiative "Jeder kann ein Held sein", die seit 2016 bislang mehr als 3.000 Kinder in ländlichen Gebieten Brandenburgs kostenlos in Erster Hilfe ausgebildet hat, insbesondere Grundschüler, aber auch über 100 Kinder aus Förderschulen. Möglich wird dies durch Spenden, Preisgelder sowie durch die Mitgliedsbeiträge des Vereins Pépinière e.V., den Philipp Humbsch und seine ehrenamtlichen Mitstreiter, andere Medizin- und Pharmaziestudierende sowie Rettungskräfte, ins Leben gerufen haben.

"Jeder kann ein Held sein" vermittelt in dreitägigen Kursen nicht nur lebensrettende Kenntnisse über Themenbereiche wie die stabile Seitenlage, Reanimation, das Anlegen von Verbänden und Eigenschutz, sondern schafft für Schüler durch die Einbeziehung von ehrenamtlichen Hilfsorganisationen und Freiwilligen Feuerwehren Anknüpfungspunkte, um sich selbst ehrenamtlich zu betätigen. Erklärtes Ziel ist zudem, die Erste-Hilfe-Ausbildung im schulischen Lehrplan fest zu verankern. Empfehlungen der Kultusministerkonferenz sehen bislang lediglich Unterweisungen in Erster Hilfe nach der Grundschulzeit für Schüler ab der siebten Klasse vor. Philipp Humbsch will dies ändern und lässt daher die Arbeit seiner Initiative wissenschaftlich durch das Institut für Sozialmedizin der Charité evaluieren. Auch hier leistet er Pionierarbeit.

Philipp Humbsch hat die Jury durch sein vielfältiges, beispielgebendes und herausragendes ehrenamtliches Engagement überzeugt. Er macht nicht nur Helden, sondern ist selbst ein Held, der trotz eines zeitintensiven Studiums viel Herzblut und unzählige Stunden für die Erste-Hilfe-Ausbildung der Schüler opfert. Sein Ansatz, die Bereitschaft zur Leistung lebensrettender Sofortmaßnahmen im Notfall durch frühzeitige Vermittlung zu heben, ist innovativ und fördert Zivilcourage. "Jeder kann ein Held sein" sensibilisiert frühzeitig für ein ehrenamtliches Engagement in strukturschwachen Regionen und das in Zeiten, in denen das klassische Freiwilligenengagement unter Nachwuchsproblemen leidet.

Das Projekt "Jeder kann ein Held sein" auf Facebook

Zu Besuch beim Projekt "Jeder kann ein Held sein"

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Das Projekt "Jeder kann ein Held sein" wurde auch von der Stiftung Bildung und Gesellschaft mit dem Primus des Jahres 2016 ausgezeichnet.

Preisträger 2016

Eine Gruppe von Architektur-Studierenden der Technischen Universität Kaiserslautern hat von Mitte August bis Ende Oktober 2016 gemeinsam mit 25 Geflüchteten einen Holz-Pavillon als Gemeinschaftshaus selbst entworfen, geplant und gebaut. Das rund 500 Quadratmeter große Gebäudeensemble auf dem Gelände der ehemaligen "Spinelli Barracks" der amerikanischen Streitkräfte wurde im November 2016 nach äußerst kurzer Bauzeit eingeweiht.

Die 16 Studierenden wendeten für das Projekt, das sie im Sommersemester 2016 entworfen hatten, die gesamten Sommersemesterferien 2016 auf sowie den Beginn des Wintersemesters 2016/2017. Sie machten alles selbst: vom Entwurf am Computer bis zur Arbeit auf der Baustelle. Während der Bauzeit wohnten sie gemeinsam mit Geflüchteten in der Landeserstaufnahmeeinrichtung.

Den Geflüchteten standen in dieser Einrichtung bisher keine Gemeinschafts- oder Begegnungsräume zur Verfügung - das wollten die Studierenden ändern. Die Geflüchteten selbst wurden bereits zur Erstellung des Raumprogramms in den Planungsprozess miteinbezogen; sie bauten im Team mit und konnten sich so handwerkliche Fähigkeiten aneignen. Das Land Baden-Württemberg hat das Projekt finanziert, die Stadt Mannheim hat es unterstützt.

Betreut wurden die 16 Studierenden von drei Professoren im Fachbereich Architektur der TU Kaiserslautern: Juniorprofessor Stefan Krötsch, Juniorprofessor Andreas Kretzer und Professor Jürgen Graf.

Sie schreiben über das Projekt: "Die Studierenden erarbeiteten sich durch das Projekt die Möglichkeit, erstmals einen eigenen Entwurf umzusetzen. Die beteiligten Flüchtlinge eigneten sich fachliche Fähigkeiten und Sprachkenntnisse an, von denen sie profitieren, selbst wenn die meisten von ihnen in ihre Herkunftsländer werden zurückkehren müssen." Geflüchtete und Studierende hätten viel voneinander gelernt; im Alltag und auf der Baustelle habe eine gute Stimmung geherrscht, schreiben die drei Professoren weiter.

Das Projekt hat die DHV/DSW-Jury überzeugt; sie kürte die Kaiserslauterer Architektur-Studierenden aus insgesamt 89 eingegangenen Nominierungen zu den "Studierenden des Jahres".

Mehr Info zum Projekt auf der Website der TU Kaiserslautern

Preisträger 2015

Student des Jahres 2015: Christoph Lüdemann

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Video: Deutscher Hochschulverband

Christoph Lüdemann, Student und Doktorand der Humanmedizin und Masterabsolvent in Wirtschaftswissenschaften der Universität Witten/Herdecke, ist der erste Preisträger. Er hat mit seinen Mitstreitern ein in Afrika tätiges Entwicklungshilfe-Start-up gegründet und zielt mit dem Hilfsverein l'appel auf Nachhaltigkeit, Vernetzung und Hilfe zur Selbsthilfe. Die Studierenden werben beispielsweise Spendengelder für Stipendien ein, denn nur durch Bildung lassen sich Armut und gesellschaftliche Rückständigkeit überwinden.

Artikel zum Preisträger auf SPIEGEL online
TV-Beitrag im Campus Magazin auf ARD alpha