Erwin-Schrödinger-Preis

Der Erwin-Schrödinger-Preis, den der Stifterverband auf Vorschlag der Helmholtz-Gemeinschaft vergibt, zeichnet wissenschaftliche oder technisch innovative Leistungen aus, die in Grenzgebieten zwischen verschiedenen Fächern der Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften erzielt worden sind.

Vertreter von mindestens zwei Fachrichtungen müssen an den Arbeiten mitgewirkt haben. Der Namensgeber des Preises, Erwin Schrödinger (1887-1961) war Physik-Nobelpreisträger, hat aber gleichzeitig die Entwicklung der Biologie nachhaltig beeinflusst.

Der Preis wird jährlich im Rahmen der Helmholtz-Jahrestagung übergeben und abwechselnd vom Stifterverband und der Helmholtz-Gemeinschaft mit 50.000 Euro dotiert.

 

Preisträger 2017

  • Prof. Dr. Dr. Fabian Theis
    Direktor des Institute of Computational Biology (ICB) am Helmholtz Zentrum München und Professor an der Technischen Universität München
  • Prof. Dr. Timm Schroeder
    Department für Biosysteme der ETH Zürich in Basel, ehemals Helmholtz Zentrum München
  • Dr. Carsten Marr
    ebenfalls ICB
  • Dr. Laleh Haghverdi
    EMBL-EBI Hinxton, ehemals ICB

Video zum Erwin-Schrödinger-Preis 2017

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Das Forscherteam hat mehrere Methoden entwickelt, um Zellpopulationen differenzierter zu beschreiben. Damit können sie unter anderem vorhersagen, wie sich einzelne Blutzellen entwickeln und erklären, warum sie das tun. Diese Erkenntnisse der grundlegenden Zellforschung erleichtern es beispielsweise, Autoimmunerkrankungen oder Leukämien besser zu verstehen und künftig optimal behandeln zu können. Dafür arbeitete das Team mit großen Datenmengen aus der zeitaufgelösten Einzelzellmikroskopie, mit genomischen oder proteomischen Daten einzelner Zellen sowie mit Algorithmen und Methoden aus der Mathematik und dem maschinellen Lernen.

Foto: Michael Reinhardt
Preisverleihung im Rahmen der Jahrestagung der Helmholtz Gemeinschaft am 14. September 2017

Preisträger 2016

  • Martin Bastmeyer
    Christopher Barner-Kowollik
  • Martin Wegener
    Karlsruher Institut für Technologie

Der dreidimensionale Druck ist ein weltweiter Trend, der in immer mehr Anwendungsgebieten zum Einsatz kommt, etwa der Spielzeug- oder Automobilindustrie. Im Mikro- und Nanobereich könnte er vor allem bei der künstlichen Herstellung von biologischem Gewebe ("Tissue Engineering") neue Erkenntnisse bringen, zum Beispiel bei der Fertigung von 3-D-Designer-Petrischalen: Drei Wissenschaftler des KIT haben eine Methode entwickelt, um flexible und dreidimensionale Mikrogerüste aufzubauen, in denen sie Zellkulturen in einem maßgeschneidertem Milieu züchten und erforschen können.

Das interdisziplinäre Team aus Biologen, Physikern und Chemikern entwickelte für biologische Zellen Mini-Petrischalen, die kleiner sind als ein menschliches Haar dick ist. Diese kleinen Strukturen werden mit Hilfe von Lasern im 3D-Druck hergestellt.

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Preisträger 2015

  • Prof. Dr. Harald Weinfurter
    Dr. Markus Rau
    Dr. Sebastian Nauerth
    Stefan Frick
    Ludwig-Maximilians-Universität München
     
  • Dipl.-Ing. Martin Brechtelsbauer
    Dr.-Ing. Dirk Giggenbach
    Dipl.-Ing. Florian Moll
    Dipl.-Ing. Joachim Horwarth
    Christian Fuchs
    Bernd Oeste
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Ein abhörsicherer Informationsaustausch rund um den Globus – das ist die Vision der beiden ausgezeichneten Forschergruppen. In dem Projekt "Air-ground Quantum Key Distribution" ist es den Teams gelungen, die Methode der Quantenkryptographie zum Fliegen zu bringen. Funktionierte diese Verschlüsselungstechnik bisher nur in der Glasfaser und damit mit begrenzter Reichweite, so konnten die Wissenschaftler das Verfahren mit fliegenden Objekten erfolgreich testen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um mit diesem Verfahren in einem nächsten Schritt eine sichere Datenübertragung über Satelliten und damit weltweit zu ermöglichen.

In dem Projekt taten sich zwei Teams unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Die vierköpfige Arbeitsgruppe um Harald Weinfurter von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) brachte ihre Kenntnisse in der Quantenkryptographie ein. Das sechsköpfige Team um Florian Moll vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen steuerte seine Expertise im Bereich der optischen Freiraumkommunikation bei. In enger Zusammenarbeit gelang es den beiden Teams, die Technik in ein Forschungsflugzeug zu packen und einen digitalen Quantenschlüssel zwischen Luft und Boden auszutauschen. Nur gemeinsam war dieser Erfolg möglich.

Foto: Simone M. Neumann/Helmholtz-Gemeinschaft
Verleihung des Erwin-Schrödinger-Preises 2015 im Rahmen des Neujahrsempfangs der Helmholtz-Gemeinschaft

Preisträger 2014

  • Prof. Dr. Matthias Tschöp
    Institut für Diabetes und Adipositas, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt und Technische Universität München
  • Prof. Dr. Richard DiMarchi
    Standiford H. Cox Distinguished Professor of Chemistry, Linda & Jack Gill Chair in Biomolecular Sciences, Department of Chemistry, Indiana University
  • Dr. Kerstin Stemmer
    Division of Metabolism and Cancer, Institut für Diabetes und Adipositas, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
  • Dr. Brian Finan
    Division of Molecular Pharmacology, Institut für Diabetes und Adipositas, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Erwin-Schrödinger-Preis 2014: Ein einzelnes Molekül kann Hoffnungsträger für Millionen Menschen werden

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Forscher haben eine Hormonkombination gebildet, die an den Rezeptoren der Insulin-stimulierenden Hormone wirkt und so den Blutzucker senken kann.

Ein einzelnes Molekül kann Hoffnungsträger für Millionen Menschen werden: Ein Forscherteam aus Chemikern, Pharmazeuten, Hormon- und Krebsforschern hat zwei Hormone, die im Darm gebildet werden, zu einem einzigen Molekül zusammenfügt. Diese Hormonkombination wirkt an den Rezeptoren der Insulin-stimulierenden Hormone und kann so bei Patienten mit Fettsucht oder Typ-2-Diabetes den Blutzuckerwert senken. Durch den neuen therapeutischen Ansatz könnten in den kommenden Jahren beide Krankheiten, die die Vereinten Nationen und die WHO zu den größten medizinischen Herausforderungen für die moderne Gesellschaft zählen, erfolgreich behandelbar werden.

Preisträger 2013

Viehhaltung in Steppen- und Präriegebieten reduziert die Emission von Treibhausgas
Forscherteam um Klaus Butterbach-Bahl vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass großflächige Beweidung zur stetig wachsenden Lachgaskonzentration in der Atmosphäre und damit zur globalen Erderwärmung beiträgt. Doch im Gegenteil: Dass Viehhaltung in Steppen- und Präriegebieten die Emission des Treibhausgases verringert, konnte ein fünfköpfiges Forscherteam um Klaus Butterbach-Bahl in einer Langzeitstudie nachweisen.

Preisträger 2012

Entwicklung eines gedankengesteuerten Roboter-Arms
Prof. Dr. Patrick van der Smagt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Prof. Dr. John P. Donoghue von der Brown University, USA

Das von van der Smagt und Donoghue entwickelte Assistenz-System ist weltweit einzigartig: Querschnittsgelähmte Patienten können allein durch ihre Gedanken einen Greifarm steuern. Dafür haben die Forscher eine lernende Software entwickelt, die Signale aus dem Gehirn des Patienten in Steuerungssignale für den Greifarm übersetzt. 2011 gelang es einer Patientin, die seit 15 Jahren vom Hals abwärts gelähmt ist, mit der neuen Armprothese einen Strohhalm zum Mund zu führen. So konnte die Patientin erstmals seit ihrem Schlaganfall wieder selbstständig trinken. Zur Steuerung des Greifarms musste sie kein aufwendiges Training absolvieren, sondern sich nur vorstellen, ihren eigenen Arm entsprechend zu bewegen. Diese Vorstellung erzeugte Signale im motorischen Kortex, dem Bereich des Gehirns, der für die Steuerung der Bewegung zuständig ist. Ein kleines, mit der Brown University entwickeltes Implantat im Schädel der Patientin leitete diese Signale weiter. 

Preisträger 2011

Molekulares Echtzeit-Bildgebungsverfahren für Tumorzellen
Prof. Vasilis Ntziachristos, Institut für biologische und medizinische Bildgebung am Helmholtz Zentrum München
Prof. Gooitzen Michell van Dam, University Medical Center Groningen

Operationen und endoskopische Eingriffe werden bis heute größtenteils vom menschlichen Auge geleitet. Die Sicht in den Körper ist dabei sehr begrenzt, denn selbst mit modernen Techniken kann der Chirurg nur in obere Gewebeschichten schauen. Sehr kleine, verborgene Tumore bleiben praktisch unsichtbar. Die neue Technik basiert auf einer Echtzeitkamera, die Fluoreszenz im Gewebe erfassen kann. Dadurch lassen sich winzige Tumore im Innern des Körpers aufspüren, ohne dabei umliegendes Gewebe zu verletzen. Nun können die Chirurgen schon während der Operation die Ergebnisse auswerten.