Hochschul-Barometer

Wohin steuert das deutsche Hochschulsystem? Das Hochschul-Barometer gibt Antworten aus Sicht der Hochschulleitungen. Ein gemeinsames Projekt von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung.

Website zum Hochschul-Barometer

Die Hochschulen in Deutschland gewinnen Gestaltungsspielräume. Ihre Strategien und Maßnahmen beeinflussen zunehmend gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen. Für das Hochschul-Barometer wendet sich der Stifterverband einmal im Jahr an alle Hochschulleitungen in Deutschland und bittet sie um ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage der Hochschulen, drängenden Herausforderungen und geplanten Entwicklungen. Jedes Jahr liegt der Schwerpunkt auf Themen mit besonders hoher Relevanz.

Erste Ergebnisse aus dem Hochschul-Barometer 2018

Hochschulen sehen steigende Relevanz von Open Science

Open Science umfasst vielfältige Konzepte einer offenen Wissenschaft, von der Beteiligung an neuen Innovationsplattformen über die Einbindung gesellschaftlicher Belange bis zum schrankenlosen Zugang zu Forschungsergebnissen. Die Verbreitung dieser Konzepte an deutschen Hochschulen unterscheidet sich stark. Auch der Hochschultyp spielt eine Rolle. Insgesamt ist Open Science noch nicht breit an den Hochschulen verankert. Die Hochschulleitungen erkennen aber eine stark zunehmende Relevanz des Themas für die Zukunft.

Neue Partizipations- und Kooperationsformen finden noch keine breite Unterstützung bei den Hochschulleitungen. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) sieht große Potenziale für die eigene Hochschule durch die Zusammenarbeit mit bisher unüblichen Partnern wie Bürger, Betroffene (zum Beispiel Patienten), Internetnutzer oder fachfremde Wissenschaftler. Bei staatlichen Universitäten ist es weniger als ein Drittel (30 Prozent). Damit werden Innovationspotenziale, die durch solche Partnerschaften entstehen, noch nicht ausreichend gehoben.

Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur ist für Hochschulen sowohl von wissenschaftlicher als auch von finanzieller Bedeutung. Während fast 80 Prozent der staatlichen Universitäten eine Open-Access-Strategie haben oder planen, sind es bei staatlichen Fachhochschulen nur 49 Prozent. Bislang liegt Deutschland beim Anteil von wissenschaftlichen Beiträgen, die über Open Access verfügbar sind, nur im internationalen Mittelfeld. Eine Umsetzung der entsprechenden Strategien an den Hochschulen scheint deshalb wissenschaftspolitisch wünschenswert.

Für die Zukunft sehen die Hochschulen eine stark wachsende Relevanz für die meisten Konzepte einer offenen Wissenschaft. 93 Prozent sagen, dass Plattformen und Instrumente der Kollaboration in den nächsten fünf Jahren an Bedeutung gewinnen. Über 80 Prozent sehen diesen Zuwachs bei Open Access und Open Data. Bei Citizen Science, also Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft, erwarten dagegen nur 56 Prozent der Hochschulleiter eine steigende Relevanz.

Trotz steigender Relevanz von Open-Science-Instrumenten sehen die Hochschulleitungen mehrheitlich nicht die Notwendigkeit, diese in der Leistungsbewertung neben den traditionellen Indikatoren wie Publikationen und Patenten besser zu berücksichtigen. Alternative Maße für wissenschaftlichen Erfolg, wie beispielsweise Altmetrics, gewinnen nur für 39 Prozent der Hochschulleitungen an Bedeutung. Allerdings sind über der Hälfte der Befragten solche Konzepte gar nicht bekannt.

 

Ausgabe 2017

Wie schätzen Hochschulleiter im Jahr 2016 die Lage und die zukünftigen Entwicklungen ihrer Hochschulen ein? Welche Veränderungen lassen sich seit der ersten Befragung im Jahr 2011 feststellen? Antworten darauf gibt der Stifterverband-Index für die deutschen Hochschulen, der anhand von 17 Indikatoren die Einschätzungen der Rektoren und Präsidenten zur aktuellen Situation und die Erwartungen für die nächsten fünf Jahre abbildet. Erfasst werden rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, Außenbeziehungen sowie die Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Lehre.

Außerdem stehen in dieser Ausgabe die Themen Lehre, Weiterbildung und Diversity im Vordergrund. Wie steht es um die personellen Kapazitäten für Studium und Lehre? Wie bewerten die Hochschulleiter die bisherigen Erfolge des Hochschulpaktes? Wie stehen die Hochschulen zu Fragen der Diversität bei Lehre, Forschung und eigenem Personal? Wie sehen sich Hochschulen in Deutschland als Anbieter für Quartäre Bildung?

 

Zentrale Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers

Kontakt

Dr. Pascal Hetze

leitet im Stifterverband den Programmbereich 
"Analysen und Innovationspolitik".

T 030 322982-506
F 030 322982-515

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Elena Mostovova

ist Wissenschaftliche Referentin und Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

T 030 322982-543
F 030 322982-515

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