Ars legendi-Fakultätenpreis in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik

Der Dachverband der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik 4ING und der Stifterverband loben den Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik aus.

Bewerbungsschluss: 17. März 2017

Der Preis wird seit 2011 alle drei Jahre verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Er soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Ingenieur- und Informatiknachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als zentrales Gütekriterium für Spitzenhochschulen und strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen stärker verankert werden.

 

Ausschreibung 2017

Der Preis wird für herausragende und innovative Beiträge und Leistungen in der Lehre verliehen, insbesondere bei der Entwicklung und Umsetzung von

  • Curricula oder curricularen Elementen;
  • Lehrmethoden;
  • Lehr- und Lernmaterialien;
  • Prüfungsmethoden;
  • Beratungs- und Betreuungskonzepten für Studieninteressierte und Studierende;
  • sonstigen Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre

Preisträger sollen einige der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Lehre unterstützt Lernprozess der Studierenden

Die Lehre unterstützt den Lernprozess der Studierenden in herausragender Weise, belegt zum Beispiel durch folgende Aktivitäten:

  • Die Lehre findet besondere Anerkennung von Studierenden und Kollegen.
  • Die Lehre aktiviert und motiviert die Studierenden, gibt ihnen Orientierung und stärkt ihre Eigenverantwortung.
  • Die Lehre weckt bzw. unterstützt die fachliche Motivation der Studierenden, insbesondere am Studienbeginn und in der Vermittlung der Grundlagenwissenschaften.
  • Die Lehrkonzepte gehen auf die Unterschiedlichkeit der Studierenden, ihrer Vorqualifikationen und ihrer Lernstile ein und fördern so differenziert wie nötig.
  • Die Lehre fördert den Aufbau von überfachlichen und Schlüsselkompetenzen und bezieht fachbezogen ethische Aspekte ein.

Lehre mit besonders hoher Qualität

Der Preisträger konzipiert und betreibt Lehre mit besonders hoher Qualität, belegt zum Beispiel durch folgende Aktivitäten:

  • Er passt die Lehre in das Profil des Studiengangs ein, formuliert kompetenzorientierte Lernziele und setzt sie mit angemessenen, vielfältigen Methoden in der Lehre um.
  • Er nutzt Lehr- und Lerntheorien und die Bewertung durch Studierende und Kolleg/inn/en in der kritischen Bewertung und fortlaufenden Weiterentwicklung seiner/ihrer Lehre.
  • Er entwickelt besondere Konzepte zur Bewertung des Lern- oder Studienerfolgs, beispielsweise im Rahmen kompetenzorientierter Prüfungen.
  • Er entwickelt Verfahren zur Bewertung der Anforderungen aus Wissenschaft und Praxis hinsichtlich der Kompetenzanforderungen.

Wesentliche Beiträge zur Gestaltung hervorragender Studiengänge

Der Preisträger leistet wesentliche Beiträge zur Gestaltung hervorragender Studiengänge, zum Beispiel durch folgende Aktivitäten:

  • Er engagiert sich maßgeblich für die lernergebnis- und kompetenzorientierte Gestaltung der Studiengänge und die entsprechende inhaltliche und zeitliche Abstimmung der Module und Lehrveranstaltungen.
  • Er fördert die Verbindung der fachwissenschaftlichen Ausbildung mit der Vermittlung von überfachlichen Kompetenzen und Schlüsselkompetenzen.
  • Er trägt bei zur Motivation für das Fach und zur Bindung sowohl von Studieninteressierten als auch von Studierenden, insbesondere auch von Frauen oder von jungen Menschen mit Migrationshintergrund.

Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehrkonzepte und -methoden

Der Preisträger fördert maßgeblich die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehrkonzepte und -methoden in der Universität und im Fach, zum Beispiel durch folgende Aktivitäten:

  • Er fördert die Implementierung innovativer Lehrkonzepte und -methoden in der Universität und in der Fachdisziplin, etwa durch Weiterbildungsmaßnahmen für Kolleg/inn/en oder durch das Engagement in Gremien, Fachgesellschaften oder im politischen Raum.
  • Er bringt sich in die Diskussionen zur Zukunft von Lehre an Universitäten mit nachhaltigen Vorschlägen konstruktiv ein.
  • Er leistet wesentliche Beiträge zum Diskurs über die Qualität der Lehre, zum Beispiel über lehrbezogene Forschungs- und Entwicklungsprojekte, insbesondere unter Einwerbung von Drittmitteln. Seine/ihre Projekte werden als "best practice" angesehen und von Hochschullehrern aufgegriffen.

Forschungsbezogene Lehre

Der Preisträger ist ein ausgewiesener Wissenschaftler:

  • Er dokumentiert in der Lehre, dass er/sie innerhalb der eigenen Disziplin, aber auch interdisziplinär und international vernetzt ist.
  • Die Lehre ist in besonderem Maße forschungsbezogen, es gelingt, den Studierenden aktuelle Forschungsergebnisse zu vermitteln.

Hinweise zur Antragstellung

Die Bewerbung erfolgt in der Regel auf Vorschlag der Fakultäten und Fachbereiche oder der Fachschaften der Ingenieurwissenschaften und der Informatik. Eigenbewerbungen sind zulässig. Für den Vorschlag bzw. die Bewerbung sind das entsprechende Formular zu verwenden und die genannten Anlagen beizufügen.

Bewerbungsschluss: 17. März 2017

Der Vorschlag ist nur dann vollständig, wenn die Stellungnahmen des Kandidaten, der Fachschaft und der Fakultät vorliegen. Die Unterlagen (Vorschlag/Stellungnahmen des Kandidaten, der Fachschaft und der Fakultät) sind in einem PDF-Dokument per E-Mail (max. Datenvolumen 5 MB) per E-Mail an h.schmitt@4ing.net zu senden.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Experten der Lehre in den Ingenieurwissenschaften und in der Informatik, aus Studierenden und Hochschulvertretern. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der vierten gemeinsamen Plenarversammlung der 4ING-Fakultäten am 6. Juli 2017 in Weimar.

 

Preisträger 2014: Markus Friedrich

Prof. Dr.-Ing. Markus Friedrich ist Ordinarius der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissen-schaften der Universität Stuttgart. Ihm gelinge es, mit einem klaren Lehrkonzept die Studierenden aus mehreren Fachrichtungen besonders in großen Grundlagenvorlesungen in den Mittelpunkt seiner Lehrveranstaltungen zu stellen, so die Jury. Er setze dabei sowohl auf neue Technologien wie etwa ein Abstimmungsgerät, das eine Beteiligung der Studierenden in Echtzeit ermöglicht, als auch auf ein ganzes Bündel klassischer Maßnahmen wie Partnerinterviews, Gruppendiskussionen oder Spiele.

Markus Friedrich bringt sich nicht nur in seiner Fakultät für die Verbesserung der Lehre ein, dort hat er neben dem Einsatz professioneller Studiengangsmanager als Unterstützer des Studiendekans auch die Evaluation von Modulen und Abschlussarbeiten und auf den Weg gebracht, sondern auch durch seine Mitwirkung im Senatsausschuss Lehre. Der Studiengang Bauingenieurwesen diente als Beispiel-Studiengang für das Stuttgarter Evaluationsmodell. Der Preisträger ist ein ausgewiesener Wissenschaftler, der seine Forschungsergebnisse aus BMBF- und EU-Projekten in seine Lehre einfließen lässt und somit die Einheit von Forschung und Lehre lebt.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der dritten gemeinsamen Plenarversammlung der 4ING-Fakultäten am 9. Juli 2014 in Darmstadt. 
Der Preis wird gefördert von Gesamtmetall im Rahmen der Initiative THINK ING.

Mehr Info zu Markus Friedrich auf der Website der Universität Stuttgart

 

Preisträger 2011: Jörg Lange

Professor Jörg Lange ist Ordinarius des Fachbereichs für Bauingenieurwesen und Geodäsie der TU Darmstadt. Auf seinem Fachgebiet Stahlbau hat er bei seinen Studierenden durch innovative Lehr-/Lernformen die Entwicklung fachlichen Wissens mit Persönlichkeitsbildung und dem Erwerb von Sozialkompetenz verbunden. Durchgängig und vom ersten Studienjahr an fördert er interdisziplinär ausgerichtetes, projektorientiertes und selbstständiges Arbeiten in kleinen Gruppen.

Den Ausgleich unterschiedlicher Eingangsqualifikationen zum Studienbeginn strebt Prof. Lange an, um einen frühzeitigen Studienabbruch zu vermeiden. In einem vom DAAD geförderten Projekt hat er Konzepte zur Verbesserung des Studienerfolgs von internationalen Studierenden miterarbeitet und erprobt. Von ihm neu entwickelte Lehrmaterialien und unterschiedliche Formen des internet- und computergestützten Lernens fördern das selbstständige Lernen.

Die hervorragende Bewertung seiner Lehre durch die Studierenden an der TU Darmstadt hat Lange durch spezifische eigene Evaluationen ergänzt. Die Ergebnisse fließen kontinuierlich in die Verbesserung der Lehre ein. Die Lehrkonzepte von Professor Lange haben in einigen Fällen bereits national und international Anerkennung und Nachahmung gefunden.

Lange hat sich besonders auch der Forschung über ingenieurwissenschaftliche Lehre und neue didaktische Konzepte gewidmet. Etliche einschlägige Dissertationen sind von ihm angeregt und betreut und deren Ergebnisse zum Teil unmittelbar in die Lehre eingebracht worden. Er hat sich damit als einer der ersten in Deutschland um die international verstärkt betriebene, hier zu Lande aber noch wenig geförderte Forschung zur Ingenieurausbildung (engineering education research) verdient gemacht.

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

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Heike Schmitt

Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten e.V.
c/o Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß
TU Berlin
Einsteinufer 17, EN6
10587 Berlin
T 06151 950-5135

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Die Initiatoren danken GESAMTMETALL für die freundliche Unterstützung des Ars legendi-Fakultätenpreises Ingenieurwissenschaften und Informatik.