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Communicator-Preis

 
Der Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes gilt in Deutschland als die wichtigste Auszeichnung für die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Öffentlichkeit.
 

Mit dem Preis zeichnen Stifterverband und Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jährlich Forscherinnen und Forscher aller Fachgebiete dafür aus, dass sie ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr Fachgebiet einem breiten Publikum auf besonders innovative, vielfältige und wirksame Weise zugänglich machen und sich so für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft engagieren. Eine Jury aus Wissenschaftsjournalistinnen und Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten kürt die Preisträgerinnen und Preisträger. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Der Commuicator-Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder an ein Forschungsteam für herausragende Leistungen in der Wissenschaftskommunikation vergeben. Mit der Auszeichnung und dem Preisgeld wollen der Stifterverband und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Preisträgerinnen und Preisträger dabei unterstützen, ihre Aktivitäten in der Wissenschaftskommunikation weiterzuentwickeln.

Preisträgerin 2026:
Ute Schmid

Der Communicator-Preis geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Ute Schmid, Leiterin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg. Die Jury würdigt die Wissenschaftlerin als langjährige und beständige Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Politik im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Ute Schmid habe nicht erst seit dem breiten Anwendungsboom der letzten Jahre, sondern schon seit den 1990er-Jahren mit ihrem kommunikativen Engagement die Grundlagen für eine sachkundige Debatte und eine souveräne, reflektierte Nutzung von KI-Anwendungen gelegt.

Neben der rein technologischen Perspektive auf Funktionsweise und Entwicklungspotenziale von KI gehe es Ute Schmid bei ihren Kommunikationsaktivitäten auch immer um die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive, so die Jury. Diese nimmt die Frage in den Blick, welche Auswirkungen Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf Individuen und Gesellschaften haben. Dabei folgten die Kommunikationsaktivitäten Schmids stets dem übergeordneten Ziel, Teilhabe zu ermöglichen und KI als eine gestaltbare gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.

Ute Schmid (Foto: Jürgen Schabel)
Ute Schmid (Foto: Jürgen Schabel)
Foto: Jürgen Schabel
Die Preisträgerin: Prof. Dr. Ute Schmid

Die Jury unterstrich insbesondere die zielgruppenspezifische Formatvielfalt, mit der die Preisträgerin Erkenntnisse aus der Wissenschaft vermittle. Sie richte sich sowohl an Lehrkräfte sowie an Schülerinnen und Schüler der Grundschule als auch an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft, Gremien oder mittelständischen Unternehmen.

So ermutige Schmid mit zahlreichen Fortbildungen für Lehrkräfte wie dem Online-Kurs "Data Literacy" zu einer frühen Auseinandersetzung mit KI-Themen im Bildungsbereich. Beispielhaft hierfür steht etwa ein von Ute Schmid konzipiertes analoges Lernspiel für Grundschülerinnen und Grundschüler zum Thema "Maschinelles Lernen", das von der Spielzeugfirma Haba professionell umgesetzt wurde. Mit dem Lehrbuch "Künstliche Intelligenz selber programmieren" wendet sich Schmid an Jugendliche. In diesem wird neben einer altersgerechten Vermittlung von Konzepten und Methoden der KI Schritt für Schritt erklärt, wie KI-Algorithmen in der Programmiersprache Python umgesetzt werden können.

Um die Chancen und Funktionsweisen von KI in kleinen und mittleren Unternehmen erlebbar zu machen, hat die Preisträgerin das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderte KMU-KI-Erfahrungszentrum initiiert und Sensibilisierungs-Workshops entwickelt. Kernstück des Erfahrungszentrums ist eine mit einem Spezialanlagenbauer umgesetzte Produktionsanlage, die mit verschiedenen Robotern und Sensorik ausgestattet ist. Anhand dieser Anlage können vielfältige Möglichkeiten des maschinellen Lernens sowie von Mensch-Roboter-Kollaborationen anschaulich demonstriert werden.

"Neben klassischen Medienauftritten, zahlreichen Vorträgen und populärwissenschaftlichen Publikationen adressiert Ute Schmid die nicht wissenschaftliche Zielgruppe passgenau in dialogisch konzipierten Workshops", heißt es in der Begründung der Jury. Schmid leiste ferner notwendige Aufklärungsarbeit im Bereich KI-generierter Desinformationskampagnen oder zum Thema Vermenschlichung von KI.

"Das Ansinnen, den gesellschaftspolitischen Diskurs aktiv mitzugestalten, setzt Ute Schmid im Bereich der Politikberatung mit beeindruckendem Engagement um", so die Jury. Als Sachverständige, Impulsgeberin und Mitverfasserin zahlreicher Stellungnahmen stelle sie ihre Expertise in Gremien wie dem Deutschen Ethikrat oder der Enquete-Kommission "Künstliche Intelligenz" des Deutschen Bundestages zur Verfügung.

Die Preisverleihung wird im Rahmen der DFG-Jahresversammlung am 29. Juni 2026 in Bonn stattfinden.

Weitere Preisträger

2007: Arbeitsgruppe Glaziologie
2006: Friedemann Schrenk
2005: Harald Lesch
2004: Hubert Wolf
2003: Wolf Singer
2002: Wolfgang Heckl
2001: Gerold Wefer
2000: Albrecht Beutelspacher
 

Sonderpreis

2020: Christian Drosten

 

20 Jahre Communicator-Preis (Logo)

Was haben die Meeresbiologin Antje Boetius, der Wüstenforscher Stefan Kröpelin und der Verhaltenspsychologe Onur Güntürkün gemeinsam? Sie sind nicht nur Koryphäen auf ihrem Gebiet, sondern können meisterhaft über ihre Forschung reden. Der Stifterverband stellt in einer Artikelreihe einige der außergewöhnlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor.
Übersicht über die Insights-Artikel

 

Kontakt

Elke Oelschlägel
Elke Oelschlägel

Elke Oelschlägel

ist Büroleiterin der stellvertretenden Generalsekretärin.

T 030 322982-522

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